6
Euro für 6 Bands! Wo gibt es den sowas?
Nicht
in den kultbehafteten 80er Jahren, nicht in der tiefsten Ukraine,
sondern hier und jetzt im Innsbrucker Hafen. Trotzdem bahnten
sich nur ca. 150 partywillige Gäste Ihren Weg in den
Hafen. Die wurden dafür aber durch eine prächtige
Show erstklassiger Topacts aus dem In- und Ausland belohnt.
FIRESTORM – die Hitze
des Tages wird am besten durch einen Auftritt einer der derzeit
„heissesten“ Bands aus Österreich bekämpft.
Frei nach dem Motto „Fight Fire With Fire“ betrat
das sympathische niederösterreichische Quintett in Latex,
Lack und Leder gekleidet die Bühne. Wer jetzt auf Nu
Metal oder gar Black Metal tippte lag aber völlig daneben.
Als „Schock Rock“ bezeichnet sich die eigenwillige,
aber sehr gelungene Mischung aus traditionellem, dreistimmig
vorgetragenem Hard Rock mit modernen Showelmenten à
la Rammstein/Marilyn Manson. Wachsen uns hier die österreichischen
Lordi heran?
Gut aufgewärmt
ging es dann mit SUBACID in die zweite Runde.
Die Burschen präsentierten sich professionell wie immer,
aber überraschten doch mit dem druckvollen Anfang von
‚Hell Awaits‘, welches dann in eine Eigenkomposition
überging. Die ersten Headbanger zeigten sich bereits
in der ersten Reihe und als die Band eine halbe Stunde später
mit ihrem Klassiker "Dark Traces" dem Set das Krönchen
aufsetzte, waren alle aus dem Häuschen.
Die
schwäbisch-südtirolerische Metal-Allianz BLACK
ABYSS waren die nächsten, die den bereits gut
gepflügten Metal-Acker bearbeiteten. Mit ihren eingängigen
Power Metal-Rhythmen konnten sie an diesem Abend nix falsch
machen. Schade nur, dass just an jenem Abend ihr Gitarrist
mit Gips am Fuss und auf einem Stuhl sitzend fiedeln musste.
Ansonsten gab es auch hier wieder nix zu meckern und so allmählich
wurden die T-Shirts im heiß-feuchten Klima des Hadesclubs
so richtig vollgeschwitzt.
Das
Innsbrucker Metal-Urgestein ANGRY ANGELS
zückte als nächstes den Hammer und brachte die Halle
schnell zum Kochen. Ältere Hits und neue Songs füllten
die gute halbe Stunde, die mit dem Slayer-Cover „Raining
Blood“ endete und vor und auf der Bühne durchwegs
zufriedene Gesichter zurückließ. Die Siegeslorbeeren
in Sachen Stimmung und Merchandise-Verkauf gehen jedenfalls
an die Angels.
THUNDERSTORM
aus Italien – Newcomer des Jahres (Heavy oder Was) bzw.
10 x Dynamit (Rock Hard) - waren die große Überraschung
des Festivals. Obschon viele die Band vorher nicht kannten,
konnten die doomigen Gitarrenwände und das beschwörende
Organ Sänger Fabios, die meisten Leute schnell auf ihre
Seite ziehen. Wuchtiger und technisch perfekt auf den Punkt
gespielter Doom Metal. Und einmal mehr unterstrichen die Italiener
ihre Reputation als Klasse-Liveband.
Mit
einer fast dreiviertel Stunde Verspätung standen schlußendlich
die deutschen Manowar vulgo WIZARD auf der
Bühne. Doch das Warten hatte sich mehr als gelohnt.
Die Besucher erlebten ein Heavy Metal Fest der Sonderklasse.
Schnell, tight und mit einem überragenden Sven D’Anna
am Mikro knallten die Jungs Hit um Hit ins Publikum. "Hammer,
Bow, Axe and Sword", "Dark Wings", "Bound
By Metal", "Odin, The Powergod", "The
Prophecy" sowie das finale "Defenders Of Metal"
stellten Publikum und Band im mittlerweile saunagleichen Hades-Club
vor die letzte Probe an diesem Abend. Besonders sympathisch:
die verbale Liebeserklärung von Sven D’Anna an
Innsbruck, die keinesfalls aufgesetzt war, sondern die man
ihm auch gerne glaubte.