Wiederansiedlung von Seeschlangen


Heiminstinkt von Seeschlangen erschwert Umweltprojekt

Wiedereinsetzung von ausgerotteten Reptilien gestaltet sich schwierig (Aussender pressetext.austria; vom 25. September 2002)

Singapur/Sydney (pte, 25. Sep 2002 16:46) - Philippinische Wissenschaftler versuchen vergeblich Seeschlangen auf der Gato-Insel wiederanzusiedeln. Einer der Gründe ist die Rückkehr der Tiere zu ihrer Heimatinsel. Diese Heimatliebe könnte sämtlichen Versuchen, die Tiere an Inseln anzusiedeln, auf denen sie schon ausgestorben sind, im Weg stehen, berichten Biologen aus Australien und Singapur in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Conservation Biology" http://conbio.org .

Das Forscherteam um Richard Shine von der Universität Sydney hat die Heimattreue von zwei Schlangenbeständen auf zwei kleinen Fidschi-Inseln untersucht, die nur etwa drei Kilometer auseinander liegen. Dazu haben die Biologen mehr als 320 Exemplare auf der Insel Toberua, gefangen und markiert. Anschliessend wurden die Tiere auf die Nachbarinsel Mabualau gebracht. Innerhalb eines Monats waren sämtliche Tiere wieder auf ihre Heimatinsel zurückgekehrt, berichten die Wissenschaftler. Von fast 700 Schlangen, die sie auf Mabualau gefangen, gekennzeichnet und wieder ausgesetzt hatten, war dagegen keine einzige zur Nachbarinsel geschwommen. Die beiden Populationen leben absolut getrennt voneinander, schließen die Forscher aus diesen Beobachtungen. Das berichtet die Nachrichtenagentur ddp.

Die Gelblippen-Seeschlange (Laticauda colubrina) ist ein giftiges Reptil, das im Meer nach Muränen und Fischen jagt. Um ihre Beute zu verspeisen, Partner zu finden und Nachwuchs zu bekommen, kehren die Tiere jedoch an Land zurück. Die Schlangen sind wegen ihres Fleisches und ihrer Haut sehr beliebt und werden in großen Zahlen gefangen. Das ist sehr einfach, da die Tiere in großen Konzentrationen leben und gutmütig sind. Obwohl sie giftiger sind als Kobras, beißen sie selten und flüchten auch nicht vor Angreifern. Die Forscher warnen davor, die Tiere zu stark zu dezimieren. Insbesondere die Zerstörung von Riffen und der Bau von touristischer Infrastruktur führt zu einer Abnahme der Reptilien. (Ende)

http://www.pressetext.at/Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner,
email: weitlaner@pressetext.at

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