Therapieformen bei Herpes
labialis
(Stand 08/2001)
Grundsätzlich muss bei der Bewertung einer Therapie des Herpes labialis die nicht unerhebliche psychosomatische Komponente berücksichtigt werden. dadurch ist bei vielen Therapieformen mit einem Placebo Effekt zu rechnen.
Virostatika
Das bekanntste Virostatikum ist das Aciclovir. Daneben gibt es zwei neuere
Substanzen Valaciclovir und Penciclovir . Virostatika können lokal (z.B. Auf
der Lippe) oder systematisch in Tablettenform eingenommen weden. Die Wirksamkeit
der lokal anwendbaren Virostatika liegt bei 19-25% je nachdem, ob das
Wirksamkeitskritierium eine Milderung oder das Stoppen eines Ausbruch ist.
Homöopathische Mittel
Es gibt eine Fülle von homöopathischen Mittel gegen Lippenherpes, deren Wirksamkeit
jedoch nicht bewiesen ist.
Andere Arzneimittel
Ebenso gibt es viele Arzneimittel auf dem Markt, deren Wirksamkeit ebenfalls
nicht sicher beweisen ist. Ebenso scheinen Mittel, die die Immunabwehr steigern,
eine gewisse rezidivprophylaxe zu gewähren. Dies scheint besonders Patienten
schlüssig, die einen Ausbruch in Begleitung mit einer Erkrankung, die die
Immunabwehr schwächt (z.B. Grippe), haben.
Hausmittel
Manche Herpespatienten haben individuell für sich verschiedene Therapieformen
entwickelt (z.B. eine scharfe Zahnpasta, japanisches Heilöl etc.) von denen sie
behaupten dass diese bei ihnen helfen.
Soft Laser
Seit einigen Jahren ist ein Softlaser auf dem Markt, der durch
"Biostimulation" einen Ausbruch positiv beeinflussen soll. Hier liegen
unterschiedliche Studien vor: Die Studie der Universität Wien beschreibt einen
positiven Effekt der Lasserbehandlung zur Rezidivprophylaxe. Eine Studie der
Universität Regensburg konnte positive Effekte jedoch nicht bestätigen.
Sicherlich erreicht man mit einer Laserbehandlung eine gesteigerte
Durchblutung der Unterhaut, wodurch möglicherweise der Heilungsprozess
beschleunigt wird.
Itch Stopper
In den USA ist seit einigen Jahren der "Itch Stopper" auf dem Markt.
Er soll neben dem Stoppen eines Juckreizes auch einen positiven Effekt bei
Herpes labialis haben. Sein Wirkungsprinzip funktioniert durch Erwärmung der Haut mittels eines Piezo. Hier hat ebenfalls die Erwärmung eine gesteigerte
Durchblutung zur Folge, wodurch auch hier möglicherweise der Heilungsprozess
beschleunigt wird.
Herpifix
Seit kurzem ist ein elektronisches Herpestherapiegerät am Markt, das mit einem
völlig neuen Therapieansatz arbeitet. Hierbei lässt sich durch eine
kurzfristige messbare pH-Wert-Absenkung der Haut auf 2,0 ein
virostatischer Effekt erkennen. Erste Studien zeigen einen sehr hohen
Wirkungsgrad von bis zu 80% bei Herpes labialis.