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| MELINA war das Licht Griechenlands. Strahlend und warm war sie die glanzvolle Inkarnation des griechischen Ideals von Freiheit und Schönheit, ein Felsen an Treue und Zärtlichkeit. Sie verkörperte das universelle Griechenland. Das Griechenland, das eine zweite Heimat für die Menschen der Kultur und der Freiheit dierses Planeten ist. Sie liebte das Griechenland der Liebe. Und aus Liebe zu ihm, aus Liebe zum Leben hat sie jedem unter uns so viel gegeben. Sie hat ihre innere Sonne gegeben, sie hat ihren Landsleuten Hoffnung und Würde gegeben, Wärme und Stolz. Sie war eine griechische Patriotin, und weil sie mit ihrer ganzen Seele Hellenin war, war sie zugleich Weltbürgerin aus Leidenschaft und Vernunft. Das kulturelle Europa verdankt MELINA MERCOURI viel; es verdankt ihr, daß es heute Wirklichkeit und Hoffnung zugleich ist. Für viele Menschenwar sie das Symbol Griechenlands. Sie war eine der größten europäischen Persönlichkeiten. MELINA hat die Menschen verzaubert, mit ihrer Schönheit, ihrem Charme, ihrer Ausstrahlung, ihrer sinnlichen Stimme, vor allem mit ihrer flammenden, leuchtenden Persönlichkeit. Sie hat das Ideal der Universalität ausgedrückt, hat es fertig gebracht, gleichzeitig sie selbst zu sein und die Sprache des Anderen zu verstehen und zu sprechen. Die Wege des Lebens haben mir das Glück beschert, ihr Freund zu sein. Bruder und Schwester, Schwester und Bruder, haben wir die gleichen Hoffnungen geteilt, den gleichen Zorn, die gleiche Begeisterung. An MELINAS Begräbnis am 10. März 1994 in Athen nahmen eine Million Menschen teil, voll Trauer und Schmerz um "ihre" MELINA,.................... |
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..........geleiteten sie sie auf ihrem letzten
Weg. Niemals in meinem Leben habe ich ein Volk mit einer
solchen Inbrunst seine Verehrung und Liebe darbringen
gesehen.. In meiner Trauerrede habe ich die Worte des
griechischen Dichters SOLOMOS zitiert: "Immer offen, immer wach die Augen meiner Seele" MELINAS Augen - so schön, so sanft, so sprühend vor Geist, sind für immer offen. Sie erinnern uns an die Verpflichtung, mit Wagemut und Phantasie für eine schönere und gerechtere Gesellschaft zu arbeiten. MELINA MERCOURI war uns mit ihrem ehrlichen Engagement ein Vorbild, noch in den letzten Monaten ihres Lebens hat sie trotz Krankheit und Schmerzen mit all ihrer Kraft für ihre Ideale gekämpft. Mutig, aufrichtig, gerade, mit dem Feuer des griechischen Geistes. Dieses heilige Feuer des griechischen Geistes, entzünden wir es in MELINA'S Namen überall, hier und dort, in Griechenland und in der Welt: das Feuer des Schaffens, das Feuer der Demokratie, das Feuer der Güte. Trauerrede JACK LANGS des ehemaligen Kulturminister Frankreichs. |
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MELINA (3) mit ihrem Großvater |
Ich begegnete MELINA MERCOURI zweimal in meinem Leben. Einmal als kleines Kind und einmal in Athen. Sie traf zu später Stunde im "ESPERIDES" ein um mit Freunden zu plaudern und hat mit einem männlichen Gast ein kleines Lied gesungen. Mir hat es fast den Boden unter den Füßen weggezogen. Das kleine Lied wurde durch ihre einzigartige Interpretation zu einem berührenden Erlebnis.
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MELINA mit 15 |
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| MELINA wurde am 18. Oktober 1922 oder 1925 (da
gibt es verschiedene Meldungen),in Athen geboren, als
Tochter des jüngsten Abgeordneten Griechenlands (22J),
STAMATIS MERCOURIS und Enkelin des am längsten
amtierenden Bürgermeisters von Athen, SPYROS MERCOURIS.
Sie wurde also sozusagen in die Politik hineingeboren.
Ihr Vater war in späteren Jahren Innenminister und
Delegierter Griechenlands beim Europarat in Straßburg.
MELINA selbst wurde erst relativ spät politisch aktiv.
Man hat des öfteren bemängelt, daß sie sozusagen vom
Theater in die Politik gegangen ist. Doch MELINA hat in
Kunst und Politik nie einen Widerspruch gesehen. Da MELINAS Eltern sich früh trennten, war sie sehr eng an ihren Großvater gebunden. Sein Tod, als sie 14Jahre alt ist, bedeutet für sie einen schweren Schock, den sie lange nicht verwinden kann. Später widmet sie ihm auch eines ihrer Chansons: "Melina, Melinaki".
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MELINA 1966 |
Über ihre Schulzeit erzählt MELINA: "Sie schickten mich in die besten Privatschulen Athens, aber es war unmöglich, daß sie mich behielten. Erstens ging ich nicht hin, ich habe dauernd geschwänzt, zweitens redete ich andauernd von Schauspielernund dann machte ich außerdem immer irgendwelche kleinen Aufstände. Und so warfen sie mich aus allen Privatschulen von Athen hinaus und ich kam schließlich ins zweite Gymnasium, das war eine ausgezeichnete öffentliche Schule. Aber auch hier habe ich oft geschwänzt und ging ins Kino, weil ich wahnsinnig gerne Filme sah." Dann kam der Tag der Abschlußprüfung. MELINA erzählt: "Mein Großvater hatte zwei Leute die ihn beschützten; sie hießen Mimis und Kostas. Im Gymnasium gab es eine Professorin, die mich haßte. Bei der Abschlußprüfung setzte sie mich allein in eine Bank, ich konnte von niemanden abschreiben. Sie stellte sich vor mich hin und sagte: "Aha Mercouri, du weißt nichts!" Mir rannen Tränen der Verzweiflung über die Wangen. Plötzlich sah ich durch das kleine Fenster der Klasse Mimis und Kostas, Sie trugen immer kleine Pistolen. Sie klopften ans Fenster, lächelten der Professorin zu und begannen mit den Pistolen zu spielen. Natürlich habe ich bestanden und bekam mein Diplom. Damals verstand ich auch, was Macht bedeutet und es gehört zu den Dingen, derer ich mich schäme." | ||
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DIE ERSTE BEGEGNUNG MIT DEM
THEATER! Früh zeigt sich die Liebe zum Theater - ihr Großvater
hat sie schon als Kind mit zu Vorstellungen genommen -
und der Wunsch, Schauspielerin zu werden, doch stößt
MELINA damit bei ihrer Familie keineswegs auf Verständnis . |
MELINA mit JULES DASSIN 1960 |
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