Still Leben
Ein Artikel in einer Zeitschrift von GABRIELE KUHN, erklärt etwas Wesentliches über mich!
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Angst vor Menschen. Angst vor Blamage. Angst vor dem Leben. Krankhaft Schüchterne sind oft isoliert und einsam. Doch es gibt wirksame Hilfe für sie.
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Im Kino ist Kim alles andere als ein scheues Reh. Doch im wirklichen Leben gilt Mrs. Basinger keineswegs als Partylöwin mit offenherzigen Qualitäten. Schon vor Jahren outete sie sich: Als Kind war ich krankhaft schüchtern. In der Schule war es das Allerschlimste für mich, vor meinen Mitschülern laut lesen oder sprechen zu müssen." Noch heute leidet Kim Basinger angeblich an Angst - und Panikattacken. Willkommen im Club. Barbara Streisand mied jahrelang öffentliche Auftritte, aus Angst, ihren Text zu vergessen oder Fehler zu machen.
Fußball - Star David Beckham ist so introvertiert und scheu, daß er bei Pressekonferenzen nur flüstert
Schauspielerin Sigourney Weaver haßt es, einen Raum mit vielen Menschen zu betreten: "Am liebsten würde ich unauffällig hineinkriechen."
In Amerika ist krankhafte Schüchternheit längst salonfähig geworden. 13 Prozent der US - Bevölkerung leidet an Sozialphobie: Ein anerkanntes Krankheitsbild, bei dem Menschen so scheu und introvertiert sind, daß es für sie kaum mehr möglich ist, Kontakte zur Außenwelt herzustellen (oder zu halten). Aber auch in Österreich gibt es immer mehr, die feuchte Hände und weiche Knie bekommen, wenn sie sich auf einer Party in Smalltalk üben müssen. Die ihr erstes Rendevous niemals erleben werden, weil sie es nicht schaffen, das Objekt der Begierde nach der Telefonnummer zu fragen. Die im Restaurant am trockenen Toast knabbern, weil sie Angst haben, die Suppe zu verschütten.
Die Grenzen von Schüchternheit zur Sozialphobie sind fließend. Rot ist noch jeder einmal geworden, aus Unsicherheit verliert mancher den Faden. "Wo Lebensbereiche der Betroffenen eingeschränkt werden, wird das Problem zum Leiden und daher behandlungsbedürftig", erklärt Dr. Ulrike Demal, Psychologin am Wiener AKH.
Roter Kopf, nasse Hände, Zittern, Schwäche, Magengrummeln, Panikattacken, Vermeidungsstrategien. Patienten, die an Sozialphobie leiden, haben vor allem ein Problem: sich selbst. "Krankhafte Schüchternheit ist extrem egozentrisch. Die Betroffenen sind besessen von negativen Erwartungen und Denkmustern", behauptet Linda Strick vom Center of shyness in Maplewood. Stets kreisen die Gedanken um die Frage, was andere über die eigene Person denken könnten. Ein Gefühl, so überdimensional und bestimmend, daß sich die Betroffenen stehts hämisch beobachtet und gnadenlos beurteilt fühlen. "Die Patienten haben immer ein hohes Anspruchsniveau an sich selbst und befürchten permament, im Zentrum zu stehen" , skizziert Therapeutin Demal. Auf die Umwelt wirken sie - aufgrund extremer Zurückhaltung - manchmal arrogant. Was bleibt, ist der totale Rückzug - in scheinbar sichere Innenwelten.
Ein Problem, das sich besonders in der Weihnachtszeit zur unüberwindbaren Seelen-Hürde auswachsen kann. "Diese Menschen leiden mehr als andere an Isolation und Einsamkeit", erläutert Demal. Während andere feiern, bleiben die Scheuen daheim und zweifeln am Leben. Menschen mit sozialen Ängsten leben sehr zurückgezogen, sehnen sich bei aller Panik vor Kritik und Ablehnung extrem nach Kontakt und Anerkennung.
In den USA boomt das Geschäft mit den Ängstlich-Schüchternen. Ein unübersichtliches Angebot an Ratgeber-Literatur, Web-Sites, Selbsthilfegruppen und Experten verwirrt das zurückhaltende Publikum. Manch locker fabuliertes Selbsthilfe-Buch trifft nur scheinbar den Nerv schwer ausgeprägter Sozialangst. Der US-Psychologe Bernardo Carducci landete vor einiger Zeit mit seinem Werk Erfolgreich Schüchtern zwar einen Bestseller, seine Zielgruppe sind allenfalls jene, die man landläufig als "Schüchterln" kennt. Introvertierte, die leicht rot werden, aber deshalb weder das Leben meiden noch professionelle Hilfe brauchen.
Das größte Heilsversprechen kommt von der Pharmaindustrie. Paxil (in Österreich: Seroxat) heißt die Pille für Stille. Auf der globalen Hitliste der meist verkauften Medikamente landete sie im Jahr 2000 auf Platz sieben. Die gnadenlose Vermarktung des Antidepressivums, das ähnlich wie die prominente Glückspille Prozac wirkt, sorgte jedoch für massive Kritik. Normale Schüchternheit wird krankhaften Ängsten gleichgesetzt und so eine Lifestyle-Wunderdroge salonfähig gemacht, heißt es. In Österreich wird das Medikament nur bei extremen Formen der Sozialphobie angewandt - in Kombination mit Psychotherapie. "Es gibt kein magisches Medikament gegen soziale Ängste", meint Demal. Pillen schaffen aber manchmal die Basis für eine Behandlung. Die Psychotherapeutin arbeitet - erfolgreich - mit Verhaltenstherapie. Innerhalb von Gruppen muß man für sein Anliegen kämpfen, um Sympathie werben, sich in den Mittelpunkt drängeln. Und irgendwann landen die Betroffenen "auf der Straße", um Fremde zu konfrontieren. Es endlich zu schaffen, relativ locker nach der Uhrzeit zu fragen, kann zum größten Erfolgserlebnis werden. Freilich mutiert kein extrem zurückhaltender Mensch zum Pausenclown - ein bißchen Schüchternheit bleibt immer. Als Teil der Persönlichkeit.
Info: Sozialphobie-Ambulanz AKH
Tel.: 01/40 400/35 47
(wozu, traut sich eh niemand anrufen). :-))
Ja liebe Freunde so stehts um mich. Ich bin nicht arrogant, nur ein bisserl "bala bala" in der Birne!
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