WISSENSWERTES ÜBER

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VENEDIG AUF EINEN BLICK ALLGEMEINES: Zur Stadtgemeinde Venedig (Venezia-Città) gehören die rund 4km vom Festland entfernte Inselstadt, die Festlandstadtteile Marghera und Mestre, der Lido und die Inseln Burano, Murano und Torcello. Das historische Venedig und die Inseln liegen in der Lagune, einem seichten Binnenmeer von rund 40km Länge und bis zu 15km Breite. Die Lagune entstand in vorgeschichtlicher Zeit durch Aufspülung von Sanddünen mit wenigen Durchlässen. Die Landzungen Litorale del Cavallino und Chioggia-Sattomarina sowie die Inseln Lido und Pallestrina schützen die Lagune vor dem offenen Meer. Die Die Verbindung zur Adria stellen die Durchfahrten Porto di Lido, Porto di Malamocco und Porto di Chioggia her. Mit rund 340 000 Einwohnern ist Venedig die elftgrößte Stadt Italiens. Sie umfaßt eine Fläche von ca. 13,5 km², 80 000 Menschen leben im historischen Zentrum (centro storico), ca. 31 000 in Marghera, rund 189 000 in Mestre, der Rest auf den kleineren Inseln. Venedig ist Hauptstadt der Region Venetien, in der auf 18 364km² rund 4,4 Millionen Einwohner leben. Zur Region gehören die Provinzen Belluno, Padua, Rovigo, Treviso, Venedig, Verona und Vicenza. STADTSTRUKTUR: Die Inselstadt hat eine Fläche von 7,06km² und besteht aus 118 Inseln. 169 Kanäle und über 400 Brücken dienen dem innerstädtischen Verkehr, dessen Hauptader der 3,8 km lange, 30-70 m breite Canal Grande ist. Venedig gliedert sich in Stadtbezirke, die Sestieri (Sechstel): San Marco, Castello, Cannaregio, Santa Croce, San Polo und Dorsoduro (mit den beiden Inseln La Giudecca und San Giorgio). Innerhalb der Sestieri sind die Häuser durchlaufend numeriert. Nur die Insel Giudecca hat eine eigene Numerierung. Außer von den Kanälen wird Venedig von rund 3 000 Gassen und Wegen, die vorwiegend calle heißen, durchzogen. Es gibt auch eine Sraße: die 10m breite Strada Nuova. Die Bezeichnungen riva und fondamenta bedeuten Ufer bzw. Uferbefestigung. Als Piazza wird nur der Markusplatz bezeichnet. Die angrenzenden kleineren Plätze heißen piazetta, die übrigen Plätze, campo oder campiello. Rio terrá ist der Begriff für zugeschüttete Kanäle, sottoportico (venezianisch sotoportego) für Lauben und Durchgänge. BEVÖLKERUNG: Venedig gehörte im Mittelalter zu den größten Städten der Welt. Um 1300 zählte es bereits knapp 100 000, 1422 schon 190 000 Einwohner. Anfang des 19.Jhs. waren es 134 000, um 1900 152 000. Durch den Ausbau von Marghera und Mestre zu Hafen- und Industrieplätzen stieg die Einwohnerzahl im 20. Jh.: 1930/31 auf 260 000, 1950/51 auf 317 000 und 1970/71 auf 364 000. Inzwischen nimmt sie wieder ab. Lebten 1951 rund 55% aller Bewohner im historischen Kern Venedigs, so waren es 1981 nur noch 26%, dagegen nahm der Anteil der Venezianer, die auf das Festland zogen, von 31 auf 52% zu. Die Venezianer sind rund 99% römisch-katholisch. Venedig ist sitz eines Bischofs, der wie die Bischöfe von Lissabon, Jerusalem und Goa den Titel eines Patriarchen führt. Als Patriarch von Venedig wurde Guiseppe Roncalli 1958 zum Papst Johannes XXIII gewählt. Das Venezianisch ist ein Dialekt mit eigenen, vom Italienischen abweichenden Worten und Begriffen, die sich zum Teil stark ans Altlateinische und Byzantinische anlehnen. WIRTSCHAFT: Venedigs wirtschaftliche Grundlagen sind heute der Tourismus und die Industrie. Der Fremdenverkehr, dessen Tradition bis ins 18.Jh. zurückreicht, konzentriert sich auf das historische Zentrum. Jährlich kommen rund 5Millionen Gäste (ohne Tagesbesucher) in die Stadt und die Provinz Venedig. Wurden 1913 im centro storico und auf dem Lido rund 800 000 Übernachtungen gezählt, so war die Zahl 1925 schon auf das Doppelte gestiegen. Schwerpunkte der Industrie in Marghera und Mestre sind die Aluminiumherstellung. Chemie und Petrochemie. Venedig steht mit knapp 25 Millionen Tonnen Umschlag an dritter stelle unter den italienischen Häfen (nach Genua mit ca. 44 und Triest mit 28 Millionen Tonnen). 1906 lag der Umschlag bei 2,4 Millionen Tonnen. Auf der Insel Murano hat sich die jahrhundertealte Tradition der Glasbläserei erhalten, die Ende des 13.Jh. von Venedig hierher verlegt worden war. VERKEHR: 1847 erhielt Venedig eine Eisenbahnverbindung nach Mailand. Für diese Strecke war ein Jahr zuvor eine Brücke über die Lagune gebaut worden. 1933 wurde eine fast 4 km lange Straßenbrücke errichtet, die Venedig mit dem italienischen Straßennetz und der Autobahn Mailand - Triest verbindet. Innerhalb der Stadt besorgen Gondeln, Linienschiffe (vaporetti) - die auch zum Lido und den kleineren Inseln der Lagune fahren - sowie Motorboote (motoscafi) den Verkehr. In Tessara bei Mestre liegt der internationale Flughafen "Marco Polo". Von dort verkehren Busse und Boote zur Stadt. Außerdem gibt es einen Sportflughafen auf dem Lido "Aeroporto Nicelli". KUNST & KULTUR: Venedig besitzt bedeutende Archive, Bibliotheken und Museen. Die 1951 von dem Industriellen und Politiker Vittorio Cini gegründete Fondazione Giorgio Cini unterhält auf der Insel San Giorgio Maggiore ein Kultur - und Forschungszentrum mit Abteilungen für Musik, Theater, bildende Kunst und Geschichte sowie großen Bibliotheken. Venedig war in der frühen Neuzeit ein bedeutendes Zentrum der Musik und des Theaters. Claudio Monteverdi (1567 bis 1643) und Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) wirkten in der Stadt, deren Opernhäuser und Theater Publikum aus ganz Europa anzogen. Die Stegreifkomödie, die Commedia dell'arte, entstand in Venedig, der Heimat Carlo Goldonis, der das italienische Theater im 18. Jh. erneuerte. Venezianer waren der Abenteurer und Schriftsteller Giacomo Girolamo Casanova sowie Lorenzo da Ponte, der für Mozart mehrere Opernlibretti schrieb. Seit 1885 findet alle zwei Jahre die Biennale, eine internationale Kunstausstellung, sowie seit 1932 ein Filmfestival statt, das seit 1934 jährlich veranstaltet wird. ARCHITEKTUR UND MALEREI: Als "das architektonische Leitbild Venedigs", so der Kunsthistoriker Erivh Hubala, gilt die Verbindung der Säule mit dem Bogen in Form der Säulenarkade. In der Baukunst nahm Venedig insbesondere Anregungen aus Byzanz und dem Orient auf. Ab dem 14. Jh. entwickelte sich eine venezianische Malschule, zu deren bedeutendsten Vetretern Vittore Carpaccio, Giovanni Bellini und seine Söhne, Giorgione, Tizian, Paolo Veronese, Tintoretto, Giambattista Tiepolo und Canaletto zählen. FLUCHT AUF DIE INSELN: 452 fallen die Hunnen unter Attila in Venetien ein und zerstören die alte Handels - und Bischofsstadt Aquileja. 568 dringen die Langobarden nach Oberitalien vor. Die Invasionen der Hunnen und Langobarden führen zur Ansiedlung flüchtender Veneter auf den Inseln der Lagune. Zunächst ist Torcello führend, wo um 640 ein Bischofssitz gegründet wird. Das Gebiet untersteht zunächst den byzantinischen Exarchen in Ravenna. 697 übernimmt ein gewählter Dux als Gouverneur die politische Führung. Mit Paoluccio Anafesto beginnt die lange Reihe der Dogen (dieser Begriff wird seit 742 verwendet). 811 wird der Sitz des Dogen nach rivus altus (Rialto), dem Kern deshistorischen Venedig, verlegt. Damals gehört die Region zum fränkischen Reich, sie wird jedoch schon 812 an Byzanz zurückgegeben. DIE REPUBLIK ENTSTEHT: 828 verschleppen venezianische Seefahrer die vermeintliche Relique des heiligen Markus aus Alexandria nach Rialto. Daher stammt die spätere Bezeichnung Venedigs als Markusrepublik. Zwischen westlichem und östlichem Kaiserreich entwickelt sich Venedig zu einem wichtigen Handelsplatz, vor allem für den Verkehr mit Byzanz und der Levante. Um die Jahrtausendwende entstehen Stützpunkte in Istrien und Dalmatien. Trotz der noch bestehenden Abhängigkeit von Byzanz ist die Stadt faktisch selbstständig. In der Zeit der Kreuzzüge 81096 - 1270) baut sie ihre politische und wirtschaftliche Stellung im östlichen Mittelmeerraum weiter aus. Eine große venezianische Kolonie bildet sich in Konstantinopel, das 1204 unter dem Dogen Enrico Dandolo während des 4. Kreuzzuges erobert wird. Zwischen 1204 und 1261 besteht das Lateinische Kaiserreich mit einem Teil Konstantinopels, Thrakien, dem Nordwesten Kleinasiens und einigen ägäischen Inseln. Von 1205 bis 1669 gehört Kreta zu Venedig. Innenpolitisch vollzieht sich im 11., 12. und 13.Jh. die Ausbildung der oligarchisch geprägten Republik. 1297 wird das Bürgertum von der politischen Macht ausgeschloßen. Nur noch Mitglieder der 287 im "Goldenen Buch" verzeichneten Adelsfamilien haben Zutritt zum großen Rat. Dieser wählt den Dogen - auf Lebenszeit -, und seine sechs Räte, den Kleinen Rat, aus dem sich die Signoria, das eigentliche Regierungsorgan, das Politik und Rechtsprechung bestimmt, entwickelt hatte, und den später als Senat benannten Consiglio dei Pregadi, dem 60 Mitglieder des Großen Rates angehören. Als Kontrollinstanz entsteht 1310 der Rat der Zehn. DIE GOLDENE ZEIT: Im 14.Jh. setzt sich Venedig gegen Genua durch und wird führende Seemacht im Mittelmeer. Zwischen 1381, dem Sieg über Genua, und 1498, als Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckt, ist die Inselstadt Metropole der Weltwirtschaft, des Geld - und Goldhandels, Umschlagplatz für Gewürze, Drogen, Seide und Baumwolle, für Wein und Öl, Getreide und Salz aus Zypern, das von 1489 bis 1571 zu Venedig gehört. Der Venezianer Marco Polo (1254 - 1324) macht eine langjährige sensatzionelle Reise nach China. Im 15.Jh. erobert die Markusrepublik ein geschloßenes Landgebiet im östlichen Oberitalien mit Vicenza, Verona und Padua, die terraferma; Anfang des 16. Jhs. leben in diesem Gebiet rund 1,7 Millionen Menschen. Seit der Mitte des 15. Jhs. errichtet Venedig als einer der ersten Staaten diplomatische Vertretungen in den Hauptstädten Europas. Die Gesandtschaftsberichte sind bedeutende Geschichtsquellen. Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen, 1453, der Entdeckung Amerikas, 1492, und der des Seeweges nach Indien, 1498, beginnen Schwerpunktverlagerungen im Handel, die sich auch auf Venedig auswirken, im Ostmittelmeerraum wird der Druck der Osmanen stärker, die mit den Dardanellen (1453) und Rhodos (1522) für Venedig wichtige Stützpunkte in ihre Gewalt bringen. ENDE DER REPUBLIK: Zwar gelingt es der Flotte der "Heiligen Liga" von Papst, Spanien und Venedig 1571 in der Seeschlacht von Lepanto die Türken zu besiegen, doch muß Venedig 1573 einen Sonderfrieden mit dem Osmanischen Reich abschließen, um seine Getreideversorgung abzusichern. Im Gewürzhandel wird Portugal zum ernsthaften Rivalen. 1650 werden die Venezianer aus Konstantinopel vertrieben. Im frühen 18. Jh. gehen die letzten Besitzungen auf dem Peloponnes verloren. Im 18.Jh. wird Venedig eine "Fest- und Theaterstadt". Rund 30 000 Ausländer leben ständig hier, an den großen Festen sind es 100 000. 1786 und 1790 hält sich Goethe in Venedig auf ("Italienische Reise" , "Venezianische Epigramme"). 1797 besetzen die Truppen Napoleons die Stadt, deren letzter Doge, Ludovico Manin, abdankt. Von 1798 bis 1805 gehört Venedig zu Österreich, von 1805 bis 1814 zum Napoleonischen Königreich Italien. 1815 kommt es als Teil des habsburgischen Königreiches Lombardo-Venetien erneut zu Österreich. 1848/49 herrscht eine Revolutionsregierung, die sich schließlich den Österreichern beugen muß. 1866 werden Venedig und Venetien Bestandteil des Königreiches Italien. DIE NEUE ZEIT: In der 2. Hälfte des 19.Jhs. setzen Industrialisierung und Tourismusindustrie ein. 1917 schafft ein Gesetz die Grundlagen für die Industriezonen in Mestre und Marghera. Durch für Seeschiffe befahrbare Kanäle, Hafen-und Industrieausbau wird das ökologische Gleichgewicht in der Lagune nachhaltig gestört. Am 4.11.1966 wird Venedig von einer Hochwasserkatastrophe getroffen (1,94m über Normalnull). An der Restaurierung beteiligen sich die UNESCO so wie zahlreiche in-und ausländische Organisationen. 1985 wird ein Gesetz zum Schutz Venedigs und der Lagune verabschiedet, um technische und bauliche Eingriffe zu unterbinden.
B R E V I E R ARSENALE: 1104 angelegte, zwischen dem 14. und 15.Jh. festungsartig gesicherte Werftanlage im Ostteil der Stadt (Castello). Das Arsenal, in dem sich 24 Werften befanden, galt bis in die Neuzeit als größte Anlage ihrer Art in der Welt.Alle mit dem Schiffbau verbundenen Zulieferbetriebe standen unter staatlicher Kontrolle und waren rund um den Werftkomplex angesiedelt. Hier entwickelte man bereits frühe Formen des Fabriksystems auf der Grundlage von Arbeitsteilung und Serienproduktion. Nach Plänen Michele Sanmichelis, des Festungsbauers der Seerepublik, wurde Mitte des 16.Jhs. eine imposante "Garage" für den Bucintoro, das Prachtschiff des Dogen, errichtet. BASILICA di SAN MARCO: Der reichste Sakralbau Venedigs (51,8m breite Fassade, die zentrale Kuppel ist 43m hoch) wurde als letzte Ruhestätte des 828 von venezianischen Kaufleuten aus Alexandria entführten Leichnams des evangelisten Markus im Jahr 836 errichtet. 976 zerstörte ein Feuer die Kirche. Die kreuzförmige Anlage wurde wiederhergestellt - die Krypta unter der Vierung und Mauerreste stammen aus dieser Zeit -, Anfang des 11Jhs. jedoch wieder abgerissen. Ab 1060 entstand unter dem Dogen Domenico Contarini die Markuskirche, wie sie in ihren Hauptteilen noch heute erhalten ist. Der byzantinische Stil mischt sich mit romanischen Elementen, schließlich entwickelte sich eine eigenständige venezianische Baukunst. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Zentralbau bedeutend erweitert, die fünf ins Kreuz gestellten Kuppeln durch Außenkuppeln erhöht. Die spätgotische Bekrönung der Hochgadenmauern hat die Außenfassaden völlig verändert, so entstand ein interessanter Kontrast zwischen dem filigran wirkenden Äußeren und dem mächtigen, trotz der vielen Rundbogenfenster in den Kuppelöffnungen düster erscheinenden Inneren, das vollständig mit Mosaiken ausgeschmückt ist (rund 4000m²). Auch die fünf dem Markusplatz zugewandten Portalnischen zieren Fassadenmosaike, das älteste, über der Porta di S. Alipio, stammt aus der Zeit um 1265 und zeigt die Überführung des Leichnams von San Marco. Die vier Bronzerosse über dem Mittelportal sind Kopien einer Quadriga (wohl aus der römischen Kaiserzeit), die im 4.Jh. nach Konstantinopel gebracht und von dort, nach der Eroberung der Stadt 1204, nach Venedig geschafft wurden. Napoleon nahm sie 1797 nach Paris mit; die Österreicher sorgten dafür, daß sie 1815 nach Venedig zurückkehrten. Die Originale sind heute im Museo di San Marco (über den Vorhallen der Markuskirche) zu besichtigen. Die vier Porphyr-Figuren an der Südwand der Kirche stammen aus dem 4.Jh. und stellen vermutlich die Tetrarchen (Diokletian, Maxentius, Konstantin und Valerius) dar. Von unschätzbarem Wert ist auch die pala d'oro, die 1,40m hohe und 3,48 breite, vorwiegend von byzantinischen Goldschmieden hergestellte Altartafel (10./12.Jh.). Die Bronzetür zur Sakristei entwarf der Florentiner Jacopo Sansovino (16.Jh.). Hochwasser und Massentourismus haben der Basilika schwer zugesetzt und aufwendige Restaurierungen nötig gemacht. BIBLIOTECA NAZIONALE MARCIANA: Die Piazetta zwischen dem Dogenpalast und der gegenüberliegenden Bibliothek wurde erst 1175 auf einem zugeschütteten Hafenbecken geschaffen. 1537 begann Jacopo Sansovino mit dem Bau der Markusbibliothek, wo nach dem Willen der Prokuratoren von San Marco die rund 1000 griechische und lateinische Handschriften umfassende Sammlung, die 1468 der Kardinal Bessarione der Republik vermacht hatte, aufbewahrt werden sollte. Vincenzo Scamozzi vollendete 1583-88 den Bau. Die Bibliothek umfaßt heute rund 900 000 Bände, darunter 3000 Inkunabeln und etwa 13 000 Handschriften; ein großer Teil befindet sich seit 1905 in der ehemaligen staatlichen Münzprägestätte (Zecca), die ebenfalls von Sansovino entworfen und 1545 fertiggestellt wurde. Die öffentlichen Prachträume der Biblioteca Marciana erreicht man durch ein von zwei Karyatiden flankiertes Portal. Mo.-Fr. 9-19, Sa. 9-13.30 Uhr. BURANO: (4900 Ew.) Die 2m über dem Meeresspiegel liegende, aus vier Inseln bestehende Fischersiedlung war vermutlich schon um 1000 besiedelt, mit Sicherheit weiß man von drei Klöstern, die 1806 aufgelöst wurden. Die Kirche San Martino stammt aus dem 16.Jh., der (schiefe) Campanile wurde zu Beginn des 18.Jhs. errichtet. Die Häuser von Burano werden jedes Jahr gestrichen: Die kräftigen, sehr unterschiedlichen Farben kennzeichnen den jeweiligen Besitz. Berühmt ist die seit Anfang des 16.Jhs. bestehende Spitzenherstellung, deren Entwicklung vor allem auf die Dgaressa Morosina Morosini, die Frau des Dogen Marino Grimani, zurückgeht. Im Museo del Merletto an der Piazza Baldassarre Galuppi -- die Piazza wurde nach dem 1709 auf Burano geborenen Komponisten (,,il Buranello") benannt -- sind kostbare alte Spitzen ausgestellt (Mi. - Mo. 9-18 Uhr). In der dem Museum angeschlossenen Schule werden Frauen in der traditionsreichen Kunst der Spitzenstickerei unterrichtet. MURANO: (7000Ew.) Die Gruppe von fünf kleinen Inseln, rund 2Km nördlich von Venedig, ist seit dem 7.Jh. besiedelt und zu einer Stadt zusammengeschlossen, die bis 1923 administrativ unabhängig von Venedig war. Seit dem 13.Jh. beherrscht man auf Murano die Kunst der Glasherstellung, die hier sogar eine Monopolstellung in Europa hatte. Ende des 18.Jh. begann der Verfall, erst ein Jahrhundert später brachten die Besucher Venedigs auch hier einen neuen Aufschwung. Besonders sehenswert auf Murano sind außer dem 1861 gegründeten Museo Civico dell' Arte Vetrario (Glasmuseum) im gotischen Palazzo Giustinian (Fondamenta Giustinian,im Winter Mo-Sa 10-16Uhr; im Sommer mo, Di, Do-Sa 10-16Uhr, So 9.30-12.30Uhr). Die gotische Kirche San PIetro Martire (15./16.Jh.) und die Basilica Santi Maria e Donato (12.Jh.) mit schönen Fußboden - und Wandmosaiken aus der gleichen Zeit. LIDO: Die 12 Km lange und 300-1000m breite Sandbank schützt die Lagune und Venedig zusammen mit Pellestrina vor dem offenen Meer. Zufahrten zur Lagune sind der Porto di Lido und der Porto di Malamocco. Der Lido ist, nicht zuletzt wegen seiner ausgedehnten Strände, seit dem ausgehenden 19.Jh. eine internationale Badeinsel mit großen Hotels und Villen sowie Austragungsort der Filmfestspiele. Zu den prominenten Gästen des Lido zählten George Gordon Lord Byron, Perry Bysshe Shelley und Thomas Mann. Besuchenswert sind der alte Ortskern von Malamocco und der jüdische Friedhof im Norden der Insel. ISOLA DELLA GIUDECCA UND SACCA FISOLA: Größter und dem historischen Zentrum am nächsten gelegener ökonomisch und sozial eng verbundener "Vorort", aus acht kleinen Inseln bestehend, darunter auch das auf aufgeschüttetem Grund (sacca) fußende Sacca Fisola mit modernen Wohnblocks. Von den Ufern am Canal della Giudecca hat man einen schönen Blick auf Dorsoduro. Bemerkenswerte Bauten -- des Architekten Andrea Palladio -- sind die Kirchen Il Redentore (1577-92) und Santa Maria della Presentazione (um 1580), kurz Delle Zitelle genannt. ISOLA DI SAN MICHELE: Als Friedhofsinsel Venedigs dient das Eiland erst seit Mitte des 19.Jhs. Bis zur Säkularisation war es von Camaldulenser Mönchen bzw. Franziskanern bewohnt; erhalten sind der Kreuzgang und die Renaissancekirche San Michele (1469-78 von Mauro Codussi erbaut). Auf dem Friedhof sind u.a. Igor Strawinsky und Ezra Pound beigesetzt. MADONNA DELL'ORTO: In Canaregio gelegene, ab 1350 erbaute Säulenbasilika mit schöner gotischer Backsteinfassade und Schmuckelementen der frühen Renaissance. Im Inneren befinden sich die Grabstätte Jacopo Tintorettos und bedeutende Werke dieses Malers, u.a. "Das jüngste Gericht" und "Anbetung des Goldenen Kalbs, während Moses die Gesetztestafeln empfängt"; außerdem ein kostbares Werk von Giovanni Bellini (1478) sowie von Cima da Conegliano (um 1490). Sehenswert sind der gotische Kreuzgang des ehemaligen Klosters (rechts neben der Kirche, Eingang bei der Nr. 3421). Einen Besuch lohnt der nahegelegene Campo dei Mori, benannt nach drei Wandskulpturen (Mohren) aus dem 13Lh.: Kaufleute aus Morea (Peloponnes) in orientalischer Kleidung. Im Haus Nr. 3399 an der Fondamenta dei Mori lebte Tintoretto (1518-94). MARGHERA: (30 000 Ew.) Industrie- und Hafengebiet Venedigs, hauptsächlich 1920 -- 35 aufgebaut, heute Standort von rund 230 Betrieben mit rund 20 000 Beschäftigten, vor allem im chemischen und metallurgischem Sektor. Angesichts der tiefen Kriese werden Rationalisierungs- und Modernisierungspläne erwogen. Die bedrohlichen Umweltbelastungen für Stadt und Lagune sind immer wieder Grund heftiger Polemiken gegen diese Industrieanlagen. MERCERIE: Die älteste und wichtigste Verbindung zwischen dem politisch-religiösen und wirtschaftlichen Zentrum der Serenissima: San Marco und Rialto. Bereits im 13.Jh. war sie gepflastert. Sie mündet durch den Torbogen des Torre dell'Orologio auf dem Markusplatz. MESTRE: (190 000 Ew.) Ursprünglich römische Siedlung, während der Völkerwanderung zerstört, im Mittelalter wieder von Bedeutung; in den sechziger Jahren des 20.Jhs. boomartige und zum Teil chaotische Stadtentwicklung. Mestre ist Teil der Großkommune Venedig. Halb Supermarkt, halb Schlafstadt, bemüht man sich um ein eigenes Profil gegenüber dem historischen Zentrum, dessen Touristen nur wenig Profit für die Hotels Mestres bringen. PIAZZA SAN MARCO: Deren Trapezform (175m lang, 56 -- 82m breit) bestand schon im 12.Jh. Ungefähr 100 Jahre später wurde der Platz gepflastert, das heutige Pflaster stammt aus dem 18. Jh. Zur Lagune hin öffnet sich die Piazetta, auf ihr stehen zwei Granitsäulen, auf denen der hl. Theodor und der Markuslöwe thronen. Um den Platz gruppieren sich die bedeutendsten Bauten Venedigs: Campanile, 98m hoch, Baubeginn unter dem Dogen Pietro Tribuno (888 -- 912), Vollendung im 12. Jh., 1511 -- 14 von Bartolomeo Bon restauriert. Dieser Turm stürzte 1902 ein und wurde 1903 --12 originalgetreu wiederaufgebaut. Loggetta di San Marco, offene Halle an der Ostseite des Campanile, 1537 -- 40 von Jacopo Sansovino erbaut; beim Einsturz des Turmes schwer beschädigt, jedoch unter Verwendung der Bruchstücke neu errichtet. Zunächst Versammlungsort der Nobili, später Sitz der Palastgarde. Procuratie Nuove, von Vincenzo Scamozzi begonnener Bau (1583), der bis 1797 Amtssitz der Prokuratoren von San Marco war; zur Zeit Napoleons königlicher Palast. Ala Napoleonica (Fabbrica Nuova), westlicher Abschluß der Piazza, 1810 auf Befehl Napoleons von Giuseppe Soli anstelle der 1807 abgerissenen Kirche San Geminiano errichtet. Im "Napoleonflügel" Eingang zum Museo Civico Correr. Procuratie Vecchie, bis zum Bau der Neuen Prokuratien Amtssitz der Procuratoren, vermutlich nach Plänen von Mauro Codussi; nach einem Brand (1512) führten Bartolomeo Bon und Guglielmo Grigi die Bauarbeiten fort, die Jacopo Sansovino vollendete. Torre dell' Orologio, 1496 -- 99 erbauter Uhrturm. Die astronomische Uhr schlägt die volle Stunde. PONTE DEI SOSPIRI: Die Seufzerbrücke (so genannt wegen der Seufzer, sospiri, der Verurteilten auf dem Weg zur Hinrichtung) verbindet den Palazzo Ducale mit den früheren Gefängnissen (17.Jh.) Prominenter Gefangener war unter anderen Giacomo Casanova, dem 1756 die Flucht aus den Bleikammern gelang PONTE DI RIALTO: Die Rialtobrücke ist von den drei Brücken, die den Canal Grande überqueren, die älteste und berühmteste. (die anderen zwei sind der Ponte degli Scalzi aus dem Jahr 1934 und der Ponte dell' Accademia, eine Holzkonstruktion von 1930 anstelle einer Eisenbrücke von 1854). 1588 - 91 wurde nach einem Entwurf von Antonio Da Ponte die hochgeschwungene Steinbrücke erbaut. Sie besteht aus drei Fußgängerwegen, der mittlere ist von Läden gesäumt. IL REDENTORE: Die Erlöserkirche auf der Insel
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Kunsthandwerk aus Muranoglas
SEGUSO GIANNI
AUGUSTE RENOIR Venedig mit Gondel
CANALETTO Piazza di San Marco
CANALETTO Punta della Dogana
Gondel 1887
Piazza San Marco 1880
Rialto 1889
Zattere 1915 ________________ CA'DA MOSTO: Dieser Palazzo, Stammhaus der berühmten Seefahrerfamilie Da Mosto, gehört zu den ältesten Palästen am Canal Grande (12./13.Jh.). Die Aufstockung erfolgte im 17.Jh. Vom 16. - 18.Jh. befand sich hier das berühmte Albergo del Leon Bianco (Hotel zum Weißen Löwen), das hohe Gäste der Serenissima beherbergte. u.a. Kaiser Joseph II. CA'D'ORO: Die Ca'd'Oro gilt als der schönste Palazzo am Canal Grande und wurde 1422 -- 40 für den Prokurator Marino Contarini von bedeutenden Baumeistern der damaligen Zeit errichtet, u.a.Matteo Raverti, Giovanni und Bartolomeo Bon. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte er mehrere Male die Besitzer (u.a. gehörte er eine Zeitlang der berühmten Dogenfamilie Loredan), bis ihn 1895 Giorgio Franchetti erwarb und 1916 zusammen mit seiner reichen Kunstsammlung dem italienischen Staat vermachte. CA´PESARO: Imposanter Palazzo des venezianischen Barocks nach Plänen des Baumeisters Baldassare Longhena. Der Palast wurde erst nach dessen Tod (1682) unter der Leitung Antonio Gasparis um 1710 fertiggestellt. Die Fassade ist durch drei gleich hohe Geschosse harmonisch gegliedert, wobei die Diamantquader des Untergeschosses ein in Venedig recht seltenes Element sind. Der istrische Marmor der Dämonenmasken und Puttenköpfe erstrahlt nach einer aufwendigen Restaurierung wieder in frischem Weiß. Auch die Grundmauern mußten besonders verstärkt werden; heute sind hier das Museo Orientale und die Galleria d'Arte Moderna untergebracht. CAMPO DI SAN POLO: Der größte Campo der Stadt war bis Anfang des 19.Jhs. beliebter Schauplatz für weltliche und religiöse Feste, für Tierhatzen und Märkte. Der halbkreisförmige Platz wird auf der östlichen Seite von den beiden Palazzi Soranzo (14./15. Jh.) begrenzt, deren geschwungene Form sich dem lauf eines Kanals anpaßte, der später zugeschüttet wurde. Im Sommer werden hier Filmvorführungen unter freiem Himmel veranstaltet; in der Kirche San Polo -- ältester Teil ist der Campanile von 1362, das Innere der Kirche wurde im 19.Jh. radikal verändert -- befinden sich einige Werke berühmter venezianischer Maler, u.a. von Jacopo Tintoretto und Giambattista Tiepolo. CAMPO DI SANTA MARGHERITA: Der teilweise baumbestandene Platz, der Mitte des 19.Jhs. durch die Zuschüttung zweier Kanöle wesentlich vergrößert wurde, war bereits im 9.Jh. ein wichtiges Zentrum im Sestiere Dorsoduro. Das Gebäude auf dem Platz war einst das Gildehaus der Gerber; die beiden Brunnenverschlüsse stammen von 1529. An der schmalsten Stelle des Campo steht die Kirche Santa Maria del Carmelo, die einst zum Kloster der Karmeliter gehörte (1348 geweiht , im 16.Jh. wesentlich umgebaut; sehenswerte Altäre). Auf der südöstlichen Seite des Campo erreicht man die Calle de le Scuole mit der Scuola Grande dei Carmini (17.Jh.). dem Sitz der reichen, 1675 rund 75 000 Mitglieder zählenden Bruderschaft. Die original erhaltenen Räume des Obergeschosses sind mit Deckengemälden von Giambattista Tiepolo (1739 -- 44) geschmückt; Mo.-Sa. 9-12, 15-18 Uhr. CASA GOLDONI: (Palazzo Centani) In diesem gotischen Palast aus dem 15.Jh. (u.a. mit einer eleganten Steintreppe und einem mit Löwenköpfen verzierten Brunnen im Innenhof) wurde am 25.Feb. 1707 der Dichter Carlo Goldoni geboren. In der Biblioteca Goldoni, die im oberen Stockwerk untergebracht ist, befinden sich frühe Ausgaben seiner Komödien, eine Dokumentation des venezianischen Theaters sowie historische Kostüme und masken; Mo-Sa 8.30-13.30Uhr. DOGANA DA MAR: Die ehemalige Zollstation der Serenissima wurde Ende des 17.Jhs. errichtet. Zum Bacino di San Marco erhebt sich über der Loggio ein massiver Turm, auf dem zwei Atlanten eine goldene Weltkugel mit einer Statue der Fortuna tragen. Zwischen der Dogana und dem gegenüberliegenden Ufer war einst symbolisch eine eiserne Kette gespannt, die den Schiffen vor Erledigung der Zollformalitäten die Weiterfahrt in Richtung Rialto versperrte. FONDACO DEI TEDESCHI: In der ehemaligen Niederlassung der deutschen Kaufleute ist heute die Hauptpost untergebracht. Dieser fondaco (Warenlager und Unterkunft ausländischer Händler) gilt als der älteste einer fremden Nation in Venedig (Anfang des 13.Jhs.). Das vierflügelige Gebäude mit quadratischem Innenhof wurde 1505 -- 08 auf der niedergebrannten Vorgängeranlage errichtet. FONDACO DEI TURCHI: Die Handelsniederlassung der Türken (von 1621 -- 1838) wurde nach dem Vorbild romanisch-byzantinischer Palazzi im Venedig des 13.Jhs. erbaut; der heutige Bau ist das verunglückte Ergebnis radikaler Restaurierung mitte des 19.Jhs. Heute befindet sich hier das Museo di Storia Naturale. GHETTO: Das ehemalige Judenviertel in Cannaregio stellt auch heute noch eine Insel dar, sichtbar an den Brücken über die das Wohngebiet umschließenden Kanäle und an dem Sotoportego del Ghetto Vecchio bei den Fondamenta di Cannaregio. 1516 wies die Republik den Juden, die sich bereits seit 1000 auf der Insel Spinalunga (später Giudecca) ansiedelten, dieses Wohn-und Arbeitsgebiet zu, das 1541 mit dem Ghetto Nuovo erweitert wurde. Da die Zahl der Emigranten aus allen Teilen Europas und auch des Orients ständig wuchs (hier lebten bis zu 5000 Menschen), der zugewiesene Raum jedoch gleich blieb, baute man die Häuser in den Himmel; acht Stockwerke sind keine Seltenheit. Es entstand ein kulturell produktives und sozial eng verbundenes Gemeinwesen, das der Senat duldete, da die Stadt selbst vom Handelsgeschick, dem Bankwesen und auch der ärztlichen Kunst der Ghettobewohner profitierte. Erst Napoleon schaffte 1797 den Ghettozwang ab. Die fünf Synagogen (16.Jh.) gliederten sich nach den Ursprungsländern der jüdischen Emigranten. Sie sind gemäß der damals gültigen Bauvorschriften für das Ghetto nicht als Sakralbauten erkennbar und von den Wohnhäusern aus zugänglich. Die heute in allen europäischen Sprachen verwandte Bezeichnung "Ghetto" für ein abgeschlossenes (jüdisches) Wohngebiet kommt wohl vom venezianischen getàr, was "gießen" bedeutet (im Bereich des Judenviertels lagen ehemals Gießereien). Bronzetafeln an einer Wand neben dem Jüdischen Altersheim (Campo del Ghetto Nuovo, an diesem Platz liegt auch das Museo d' Arte Ebraica) erinnern an die Deportation und Ermordung von 205 venezianischen Juden im Zweiten Weltkrieg durch die deutschen Besatzer. Heute zählt die jüdische Gemeinde rund 600 Mitglieder, etwa 20 leben im Ghetto. Auf dem Lido befindet sich der alte jüdische Friedhof. PALAZZO DUCALE: Ursprünglich ein 814 erbautes Kastell, auf drei Seiten von Wasser umgeben (die Piazzetta war damals noch ein Teil der Lagune). Nach mehreren Bränden wurde in der zweiten Hälfte des 12.Jhs. mit dem Bau des Palazzos begonnen, ab 1340 Anbau des Süd- und Westflügels. 1438-42 schufen Giovanni und Bartolomeo Bon die Porta della Carta (Tor der Bekanntmachungen) zwischen dem Dogenpalast und der Markuskirche. Nach dem Brand von 1483 begann Antonio Rizzo mit der Errichtung der Innenfassade (Frührenaissance) und dem Bau der großen Freitreppe Scala dei Giganti, auf der nach altem Ritus der Doge mit dem corno (Dogenmütze) gekrönt wurde. Die Kolossalstatuen Mars und Neptun - daher der Name Treppe der Giganten - stammen von Jacopo Sansovino (1554). Rizzos Arbeit vollendeten Pietro Lombardo, Giorgio Spavento und Scarpagnino. Nach neuen Bränden 1574 und 1577 wurde der Palazzo unter der Leitung Antonio Da Pontes originalgetreu wiederaufgebaut. Sehenswürdigkeiten im Inneren: Die Scala d'oro von 1558 (vergoldeter Stuck); im 2. Stock die Dogengemächer mit Werken von Tizian, Giovanni Bellini, Vittore Carpaccio, Gianbattista Tiepolo; außerdem die Sala del Maggior Consiglio, der 52,7m lange, 24,65m breite, 11,5m hohe Saal des Großen Rats mit dem "Paradies" von Jacopo Tintoretto und seinem Sohn Domenico (mit 7,45 X 24,65m das größte Ölgemälde der Welt, 1588 - 90 entstanden) und 76 Dogenporträts am Fries, ebenfalls von diesen beiden Künstlern; im dritten Stock dann u.a. die Sala dell' Anticollegio, wo die Diplomaten auf ihre Audienz warteten, und die Sala delle Quattro Porte mit Werken von Tintoretto und Paolo Veronese |
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