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Diese Geschichte spielt zu einer Zeit der Magie und der Fabelwesen, als große
Könige herrschten und der Begriff der Ehre hoch im Kurs stand. Sie handelt zu
einer Zeit, da die Götter der Erde näher waren und das Handeln der Menschen von
Glaube und Aberglaube beeinflusst wurde. Es war eine Zeit, als Kriege mit
Schwertern geführt wurden, eine Zeit edelmutiger Ritter und selbstloser Helden.
Diese Geschichte handelt von Gabriel. Doch war Gabriel weder von hohem Geblüt,
noch war er besonders mutig. Gabriel war seines Berufes ein Barde. Er
vollbrachte keine Heldentaten, er erzählte von denen anderer, während er selbst
Gefahren stets auszuweichen versuchte. Und hätte er gewusst, dass ihm mit ihr
sein größtes Abenteuer bevorstand, er hätte vielleicht an jenem Tag das Gebirge
gemieden, an dem Tag, als er sie das erste Mal sah.
Doch er wusste es nicht. Und so war er bereits früh am Morgen aufgebrochen, zum
Land des Fürsten von Sherald, weil dieser ihn zur Unterhaltung einer
Festgesellschaft an den Hof bestellt hatte. Er wählte den Weg vorbei an der
Flanke des Gebirges, da die offene Handelsstraße in diesen Tagen von
Räuberbanden heimgesucht wurde, weshalb der Weg auf schmalen, selten begangenen
Pfaden sicherer schien. Fröhlich pfeifend und guter Dinge, denn das Wetter war
herrlich und der Fürst hatte ihm gute Entlohnung in Aussicht gestellt,
überquerte Gabriel eine weitläufige Wiese, als er sie erblickte. An eine
einzelne Eiche gebunden stand sie da und schluchzte leise. Ihr langes Haar war
wie pures Gold und ihre Haut wie Alabaster. Sie war das lieblichste und
grazilste Geschöpf, das Gabriel je gesehen hatte. Und als er näher trat, da
erkannte er, dass sie keine Menschenfrau war.
„Du bist eine Elfe“, hauchte er tonlos, doch laut genug für ihre empfindlichen
Ohren. Sie hob den Kopf und sah ihn aus großen, grünen Augen verängstigt an.
„Hilf mir.“ Ihre Stimme klang tränenerstickt.
„Ja, natürlich! Warte!“, stammelte Gabriel, was wenig Sinn ergab, da sie
nirgendwohin fortgehen konnte. Er durchwühlte seine Habseligkeiten und förderte
ein Messer zu Tage. Die Klinge war gut geschliffen, um Speck und Brot zu
schneiden, und sie durchtrennte die Fesseln mühelos.
„So, du bist frei!“ Gabriel machte eine einladende Geste über die Wiese, in dem
Glauben, das Ausreichende für die Rettung der Schönen getan zu haben.
Doch die Elfe blieb unverwandt am Baum stehen und ihre Augen waren immer noch
voll Furcht. „Du musst mir helfen!“
Gabriel verstand nicht. „Das habe ich bereits. Du kannst gehen. Du bist frei!“
Sie schüttelte ihr Haar. „Ich kann gehen, doch bin ich nicht frei. Er wird mich
überall finden!“
„Wer? Wovon sprichst du?“
„Der Drache!“
Gabriel machte vor Schreck einen Satz rückwärts und sah sich entsetzt um. „Ein
Drache!?“
Ohne zu überlegen, packte er die Elfe am Arm und rannte los.
„Warte! Es hat keinen Zweck!“ Sie wand sich in seinem Griff, während sie
hinterher stolperte. „Er wird mich überall finden!“ Doch Gabriel hörte nicht zu.
Er kannte viele Geschichten über diese geflügelten Bestien. Ihr Feuer war so
heiß, dass es Stein zum Schmelzen brachte. Ihre gewaltigen Kiefer konnten einen
Mann in einem Stück verschlingen. Und Gabriel war kein Ritter in glänzender
Rüstung, mit verzauberten Waffen, noch wollte er einer sein. Er wollte nur weg.
Schon hörte er das Rauschen in der Luft, wenn lederne Flügel schlugen. Und vor
sich sah er die mächtigen Klauen, wie sie angriffslustig über die Erde
scharrten, tiefe Furchen hinterlassend. Wie vom Blitz getroffen blieb Gabriel
stehen und starrte den Drachen an. Vor ihm ragte der riesige, schwarz glänzende
Körper auf, von Schuppen gepanzert, jede einzelne so groß wie der Schild eines
Kriegers. Dann blickte er in die gelben Reptilienaugen, als der Drache den Hals
bog und den Kopf zu ihm hinabsenkte. Giftiger Atem schlug Gabriel entgegen. Der
stand nur da und zitterte am ganzen Leib.
„Worauf wartest du! Kämpf gegen ihn! Du musst ihn töten!“ Die Elfe schüttelte
ihn unsanft.
Da erhob der Drache dumpf grollend seine Stimme. „Du wagst es, mein Eigentum zu
stehlen? Dafür wirst du bezahlen!“
Gabriel fiel in Ohnmacht.
...
Was kann ein Barde mit einem Brotmesser gegen einen Drachen ausrichten. Werden
Gabriel und die schöne Elfe letztendlich als Mittagessen enden? Die Auflösung
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