| maxime zerkout bruch des seins strasbourg/france 1984 einführung zur ausstellung galerie pyramid lumieres strasbourg, 1984 > text/autorenverzeichnis |
Es geht um Tiefe. Verinnerlichte Erde, Urmutter, die alle Helden, die
alle Kinder empfängt. Sie spricht, flüstert, ruft sanft und bereinigt
all das, was in einem jeden verloren geht. Die Freiheit kommt behutsam aus dem
Tod selbst, aus dem noch warmen Leichnam der verstorbenen Seele. Ein
unaussprechliches Gefühl, mehr als Zärtlichkeit, ist zerbrechlich aus
dem Abgrund, dem Aufenthaltsort der Toten, dem triumphierenden Hades
emporgestiegen. Vorwärts Pferd, hinien in das Verderben, in das nicht mehr
seiende Dasein! Begeistertes Herz, hinschmelzend unter dem Stachel des Nichts,
dem es gelingt, unter größtem Schmerz in der Zeit zurückzugehen
und die Ordnung entschwundener Dinge umzuwälzen. Unvorstellbarer,
grandioser Bruch des Seins, um dem drohenden Nichts zu entwischen. So ist
Zerissenheit einer Zeitspanne, einer dargestellen Welt, heftig, doch
seltsamerweise schützend geworden. Freiheit, sorgenvolle Freiheit für Chronos' weidende Herde. Die vor uns, der sich unsere Arme entgegenstrecken. Hinter uns aber ein Raum, der ab nun weit und leer ist, Landschaften wie Tempel, wie Grabhügel, artikulierte und greifbare Mythen, geboren aus der Gesamtheit der zum Retter gewordenen Mühe. Vorsehende Weite, totales Ende. Oder unumgängliche Erneuerung, Stiegen, die das weite Land durchfurchen, weit vom rationellen Harpagon bis zu dem Punkt, von dem aus man vergessen aufwärts und stumm abwärts geht. Ich schlage vor, dieses Werk, Ort solcher Gleichnisse, zu entziffern. |