Kurzbericht Seekajaktour 25.5.01-22.6.01 Kroatische Adria:

Unser Fahrtenziel Inselhüpfen von Krk bis Dobrovnik wurde nicht erreicht. Der Startplatz war Punat. Es waren vier Teilnehmer, zwei aus Holland (Trix und Arnold van Zuylen mit einem Pouch Zweier-Faltboot) und zwei aus Wien (Jakob Haller mit einem Bavaria Eski und Franz Eresheim mit einem North Shore
Calypos). An den schönen Kies und Sandbuchten zwischen Krk und Raab wollten wir nicht so schnell vorbeipaddeln, denn sie sind es würdig aufgesucht zu werden. Von der Nordküste der Insel Raab paddelten wir längere Etappen.
Tovarnele auf der Insel Pag war unser nächstes Ziel. Die nächsten Tage ging es entlang der Insel Pag in die Bucht Slatina. Wir querten von dort zur Insel Maun weiter zur Insel Olib und Insel Silba.
In Silba haben wir den Proviant aufgefüllt und die Insel durchlaufen, wo wir bei einer Konoba Rast machten. Am späten Nachmittag trübte sich der Himmel ein. Ein Blick auf das Barometer sagte uns, dass es Zeit ist einen Zeltplatz zu suchen. An der Süd-West Küste der Insel neben einem alten Leuchtturmhaus Rt. Mavrova fanden wir einen geschützten Zeltplatz. Hier mussten wir vier Tage abwettern, da uns die erste Kaltfront querte. Am fünften Tag konnten wir wieder auf das Wasser.
Wir paddelten durch die Greben zur Insel Skarda. Von weiten sah ich schon ein Zelt und dachte dabei sofort an Paddler, dass sich kurze Zeit später auch bestätigte. Es waren zwei polnische Paddler mit zwei kanadischen Einer-Nimbus Kajaks. Nach kurzem woher wohin Adressenaustausch paddelten wir in entgegengesetzten Richtungen weiter.
Unser nächstes Ziel war die Insel Molat, wo wir unter einem schönen Pinienbaum die Zelte aufbauten. Am nächsten Tag ging es zwischen ein paar Inseln weiter nach Zwernjak. Hier wurde das Wetter schon wieder unfreundlich. Wir paddelten trotzdem noch nach Bozavar (Insel Dugi Otok). Die nächsten Tage ging es weiter nach Sali, hier wurde wieder Proviant nachgekauft.
Am Nachmittag paddelten wir weiter zur Insel Katina wo Beef Mare unser Ziel war. Da sollte man auch nicht vorbeipaddeln, denn der gegrillte Fisch ist hier eine Delikatesse. Hier trafen wir zwei Paddler von der Salzwasserunion, welche von der Südspitze Kornat kamen. Sie waren zum Zeitpunkt der ersten Kaltfront in Opat und konnten die Querung nach Zirje nicht wagen. Sie wählten einen neuen Kurs, weil das lange Warten sie beunruhigte.
Auf der Insel Levrnaka wurde mir die Sonnenbrille, ein Schwamm und die Plastiksandalen geklaut. Wir verbrachten ein paar schöne Stunden an der Südküste von Levrnaka, diese ist als schönste Badebucht in den Kornaten bekannt. Leider konnten wir hier nicht bleiben, denn das Baro und der Wetterbericht von Radio Österreich International kündigten die zweite Kaltfront an.
Da ich nicht zum ersten mal durch die Kornaten paddelte wusste ich sofort eine geschützte Bucht an der Hauptinsel Kornat, Striznja. Dies ist auch der Name der Konoba. Ein kurzes Gespräch mit dem Fischer und wir hatten einen gutgeschützten Zeltplatz, denn gutgeschützte Zeltplätze gibt es sehr wenige in den Kornaten. Wir konnten wieder vier Tage nicht auf das Wasser, aber das war nicht so schlimm, denn wir konnten die Zelte verlassen. Auf nicht so geschützten Plätzen ist dies nicht immer möglich. Die Fronten sind wieder abgezogen und dadurch konnten wir ein paar Kilometer an der Hauptinsel entlang paddeln. Mit kühlen böigen Nord-Ost Wind querten wir an die Westküste der Insel Piskera. Wir duschten in der Marina und konnte unsere Handys und Rasierapparate aufladen. Am Nachmittag paddelten wir ums Eck zur Insel Lavsa.
Bruno der alte Fischer begrüßte uns schon von weiten und zeigte uns einen Ankerplatz. Zu ihm kommen auch immer wieder Paddler, auch die Salzwasserleute die wir auf Katina trafen waren auch bei ihm. Seine Frau kocht traditionelles Fischgulasch aber auch andere Fischspezialitäten. In der Nähe seines Hauses ist immer ein Zeltplatz für Paddler frei. Am nächsten Tag gab es leichten Regen. Für Trix und Arnold wurde die Zeit schon knapp, weil seine kranke 93 jährige Mutter zu Hause wartete. Das Wetter wurde wieder unbeständig und wäre für eine Querung nach Zirje zu gefährlich. Da Bruno mit seinem großen Fischerboot nach Murter fuhr, um seine Tochter die aus Deutschland ankommen wird abzuholen, nahm er uns mit.
Am nächsten Tag haben wir uns von Trix und Arnold verabschiedet. Sie möchten im nächsten Jahr mit ihrem Segelboot nach Punat kommen und entlang der kroatischen Küste segeln. Vielleicht werden wir sie mit den Kajaks wieder treffen.
Jakob und ich paddelten zu einer unbewohnten Insel mit dem Namen Tijat, eine Badebucht die ich schon kannte. Das Wetter wurde wieder besser und wir fuhren weiter nach Primosten, obwohl wir gerne einen Tag geblieben wären.
In Primosten wurde wieder nichts aus einem längeren Aufenthalt, da wir das Gefühl hatten, dass das Wetter uns wieder in Stich lässt. Weiter ging es in die Bucht von Stari Trogir.
Am nächsten Tag wollte wir zu den Drvenik Inseln. Als wir zum Kap von Drvenik Kanal kamen, hatten wir uns schnell für einen anderen Kurs entschieden. Hoher Seegang aus Süd-West und Großschiffverkehr nach Spilt, Triest und Zadar hatten eine Querung zu den Inseln nicht zugelassen.
Wir paddelten an der Küste entlang und kamen in die Bucht Vinisce. In einer Konoba erfuhren wir von Fischern, dass eine Wetterverschlechterung in der Nacht kommen würde. Am nächsten Tag rüttelten die Windböen am Zelt, sodass wir es mit Steinen beschweren mussten. Dieser Platz war nicht so ideal wie die anderen, da wir das Zelt nicht immer verlassen konnten. Das war die dritte Kaltfront und der Spuk dauerte wieder vier Tage. Im Radio Österreich International hörte ich, dass es an der Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland geschneit hatte. Der Bürgermeister von einer Grenzstadt in Bulgarien teilte im Radio mit, dass es dies Ende Juni noch nie gegeben hätte. Aus diesem Grund brachen wir die Tour in Vinisce ab.
Jakob Haller und ich haben beschlossen die Tour im Jahr 2002 fortzusetzen. Genauer Termin wird 2002 bekannt gegeben.
Franz Eresheim, Juli 2001

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