

1989 gründeten Jake B. und Helmood Blues eine Band mit 11-köpfiger Besetzung, "The Good Ole Blues Brothers Boys Band". In dieser Formation gab es die Gruppe von 1989 bis 1994. Sie war der direkte "Vorgänger" der Original Brothers.
Ab sofort findest Du hier die Story der Band und auch den Grund, warum 1994 der Name geändert wurde. Also vielleicht hast Du Lust, schon bald wieder zurück zu kommen, um mehr zu erfahren.
DIE KOMPLETTE GESCHICHTE:
Schon 1987 gründeten
Jake B. Curley und Helmood Blues ihre erste gemeinsame Band, die sie "The
Cute On Collision Course" nannten. Die beiden hatten offensichtlich damals
eine grosse Vorliebe für lange Bandnamen.
Jake B. und Helmood
hatten für diese Gruppe einige wirklich interessante Musiker um sich geschart.
Da gab es zum Beispiel Jeff Jossey, einen schwarzen Rapper aus London, der
sich hier erstmals als Sänger profilieren konnte, dann gab es noch den Nigerianer
"Bernhard", von dem weder Jake B. noch Helmood jemals den richtigen Namen
erfuhren. "Bernhard" war Drummer der Band bis er eines Tages verschwunden
war. Es stellte sich heraus, dass er wegen einer Messerstecherei verhaftet
worden war. Plötzlich stürmte
eine Gruppe amerikanischer Touristen aus dem Lokal und hielt erstaunt vor
den beiden Gestalten im Schnee inne. Die Touristen waren sich sofort einig
und brüllten los:"Hey! You guys are the Blues Brothers!" Ein paar Wochen
später ergab es sich, dass Jake B. und Helmood in irgendeinem Lokal sassen
und nichts mit ihrer Zeit anzufangen wussten. Eine Zeitung lag herum und darin
befand sich das aktuelle Kinoprogramm. Die "Brüder" waren
neugierig, doch dann hatten sie doch kaum eine Chance mitzubekommen, worum
es in dem Film wirklich ging, da sie auf dem Weg ins Kino noch überraschend
in Damengesellschaft gekommen waren. Nur wenige Wochen
später ergab es sich wieder, dass Jake B. und Helmood in ihrem Stammlokal
sassen und Pläne für die Zukunft schmiedeten. Um den Abend abzurunden beschlossen
sie, wieder einmal einen Blick in die Zeitung zu werfen. Um die Geschichte
hier ausnahmsweise einmal etwas abzukürzen: Die beiden hatten schon fast einen
Schock, so ähnlich waren ihnen die Charaktere der "Blues Brothers", die John
Belushi und Dan Aykroyd da verkörperten.
Nun wollten die
"Brüder" natürlich mehr wissen. In den folgenden Wochen und Monaten durchliefen
sie daher das übliche Programm aller spätberufenen Blues Brothers-Fans. Es war auch nur
eine Frage der Zeit, bis sie mit ihrer damaligen Band versuchten, einige der
Songs der BB's einzustudieren. Doch leider stellte sich schon bald heraus,
dass die damaligen Musiker nicht allzuviel mit Blues, R&B und Soul anzufangen
wußten. Es fehlte einfach das "Feeling", das Ganze hatte noch keinen "Soul". Jake B. rief sogleich
die angegebene Nummer an und es meldete sich ein Mitglied besagter Band. Jake
B. sagte: "Wir haben eure Annonce gelesen. Wir sind zwar beide keine Keyboarder,
aber wir haben den Blues!" Das andere Ende antwortete: "Na dann kommt mal
nächsten Dienstag bei uns vorbei!" Jake B. und Helmood
wurde schnell klar, dass sie mit diesen Jungs nicht alt werden würden. Dennoch
versuchten sie es ein paar Wochen lang. Als deutlich wurde, dass diese Musiker
es auch nicht drauf hatten, wurden Jake B. und Helmood vom bisherigen Sänger
mit folgenden Worten verabschiedet: "Ihr dürft uns nicht böse sein, doch ihr
bringt unsere Musik einfach nicht so wie wir uns das vorstellen, außerdem
haben wir ja eigentlich einen Keyboarder gesucht!"
Also verliessen
Jake B. und Helmood den Proberaum und trollten sich zu ihrem Bluesmobil. Helmood
war am Boden zerstört: "Also, das war's dann! Aus der Traum!" sagte er, doch
Jake B. schlug eine andere Tonart an: "Nicht doch! Jetzt geht's erst richtig
los!" Man könnte es
natürlich auch als Zufall abtun, doch es hat schon irgendwie etwas, dass sich
ausgerechnet diejenigen Musiker meldeten, die die beiden vorerst für den Aufbau
einer schlagkräftigen Rhythm-Section brauchten. Da gab es zunächst einmal
Martin "The Genius" Genahl (Bass), der überhaupt zum Rückgrat der neuen Band
werden sollte. Weiters gab's "Mad Guitar" Walter (Lead-Gitarre), Mike "den
sie Collonel nannten" (Rhythm-Guitar), Klaus "Mörf" Bergmeier (Keyboards)
und den sagenumwobenen "Jerrik" an den Drums.
Ein illustres
Häufchen hatte sich so gefunden und man begann sofort damit, ein ordentliches
Programm zusammenzustellen. "The Genius" schrieb die Arrangements und zusammen
mit Jake B. die neuen Songs und nach nur zwei Monaten organisierte Jake B.
zur allgemeinen Verwunderung gleich die ersten Konzerte. ("Es muß ja was weitergehen...!" Für dieses Konzert
hatten die "Brothers" die Werbetrommel ordentlich gerührt und so füllte sich
der Saal recht schnell. Auch beim technischen Aufwand wurden keine Wünsche
offen gelassen. Eine großzügig dimensionierte Tonanlage und eine eindrucksvolle
Lichtanlage bildeten den Rahmen dieses Konzertes. Das Konzert wurde
ein voller Erfolg und verschaffte den Brüdern und ihrer Band das Selbstvertrauen,
das sie noch zu vermissen glaubten.
In den darauffolgenden
Monaten gab es noch eine ganze Reihe von Konzerten, doch es stand auch fest,
dass schon so bald wie möglich eine eigene Platte produziert werden musste.
Schon bald nahmen diese Pläne konkrete Formen an. Die Brüder hatten sich ein
kleines Budget zusammengespart und wollten nun in einem günstigen Studio eine
Single aufnehmen. Damals hiess das natürlich noch: Vinyl, denn die CD's hatten
sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Also wurden alle
warnenden Stimmen bewußt überhört und die Jungs pachteten
eine ehemalige Diskothek in der Nähe von Tulln (Nierderösterreich)
und bauten sie zu einenm zünftigen Blues- und Soul-Club um. Auch ein
passender Name für das Lokal war schnell gefunden: "Soul Temple"
Was in den darauf
folgenden Monaten geschah könnte einen brauchbaren Kriminalroman als
Grundlage dienen, doch wir wollen hier nicht allzu sehr darauf eingehen. Jedenfalls
mußte der Club noch im selben Jahr wieder aufgegeben werden und das
war natürlich recht frustrierend für die Brüder. Jake B. machte
sich erstmal für ein paar Monate auf den Weg in die USA und tingelte
dort mit diversen Bands durch den Süden. Helmood Blues probierte ein
paar Soloprojekte aus, aber für beide war auch das nicht die große
Erfüllung.
Also konnte es
nur eine Lösung geben: Die Band wieder zusammembringen und möglichst
viele Konzerte spielen.
Inzwischen war
die CD-Ära angebrochen und wer irgendetwas im Musikbusiness bedeuten
wollte, brauchte auch eine CD. Die Brothers erhielten ein Angebot einer ziemlich
dubiosen Plattenfirma für eine Produktion und willigten in den Deal ein.
Ende 1993 war der
Zeitplan festgelegt. Nun wollten die Brüder aber noch Klarheit schaffen,
was die Benutzung des Namens "Blues Brothers" als Teil ihres eigenen
Bandnamens "The Good Ole Blues Brothers Boys Band" anging. Man kontaktierte
die Anwältin Pam Jacklin, die als Schwester der Witwe John Belushis den
Nachlass zu verwalten hatte und auch die Einhaltung des Copyright überwachte.
Mrs. Jacklin war
sehr überrascht, daß sich die Brothers überhaupt bei ihr meldeten,
denn bis dahin hatte sich noch gar keine "Tribute-Band" um eine
Genehmigung zur Benutzung des Namens bemüht. Lediglich eine Musical-Production
hatte sich diesbezüglich eingekauft. Es folgten einige interkontinentale
Telefonate und schliesslich kam es in Portland zu einem Treffen von Mrs. Jacklin,
Dan Aykroyd und Vertretern der Blues Brothers Band, um über den Antrag
der Brüder zu beraten.
Wie der grausame
Zufall es wollte, hatte es nur wenige Wochen zuvor aber einen Disput zwischen
dem Management der Blues Brothers Band und einem hiesigen Konzertveranstalter
gegeben. Letzterer hatte der BB-Band eine Tour mit der Bergründung "Wir
brauchen euch nicht, wir haben unsere eigenen Blues Brothers..." abgesagt.
Dies wirkte sich letztendlich fatal auf den Antrag von Jake B. und Helmood
aus und so wurde er zurückgewiesen.
Aber deie hochrangig
besetzte Konferenz kam auch nicht umhin, die Loyalität der beiden ausgiebig
zu begrüßen und so erhilten sie dann doch einige Wochen spaeter
einen Brief von Dan "Elwood" Aykroyd" in dem er mitteilte,
dass aus einer Verwendung des Namen innerhalb Österreichs keine Probleme
erwachsen würden. Jake B. und Helmood freuten sich sehr, aber sie wollten
die Mission nicht nur auf Österreich beschränken. Außerdem
hatten ja schon seit längerer Zeit viele Veranstalter bemängelt,
daß "The Good Ole Blues Brothers Boys Band" einfach ein zu
langer Name sei, der auch kaum ordentlich auf ein Plakat passe.
Nach einer kurzen
Beratung stand fest, daß die Brüder ihren Namen ändern würden.
Von diesem Zeitpunkt an hieß die Truppe "The Original Brothers".
Und bereits unter diesem Namen wurde ein Konzert im Dornbirner Kult-Club "Conrad
Sohm" live mitgeschnitten. Dieser Mitschnitt diente als Grundlage für
die erste CD-Produktion.
Im Frühjahr
1994 erschien dann die CD "Brothers - The Original" - das lange
erwartete Debut-Album der ORIGINAL BROTHERS....
So kleine Probleme konnten die "Brüder" natürlich nicht aus der Ruhe bringen.
Dann ergab es sich durch Zufall, dass die beiden an einem Faschingsdienstag
nach Kitzbühel in den österreichischen Alpen gekommen waren, um dort zünftig
zu feiern. Dies taten die beiden auch und irgendwann endete ihre Zechtour
dann im Schnee vor einer Discothek im Zentrum der Stadt.
Das gab den "Brüdern" zu denken. Allerdings nicht gleich, denn zunächst einmal
mussten sie die klirrende Kälte überleben und es irgendwie nach Hause schaffen.
Es war schon spät und nur ein Kino war noch geöffnet und dort wurde nur noch
ein Film gespielt: "The Blues Brothers". Die beiden machten sich also auf
den Weg, um sich den Film einmal anzusehen. Immerhin hatten sie die amerikanischen
Touristen noch nicht vergessen, die ihnen ja den selben Titel verliehen hatten.
Wahrscheinlich hätten sich die beiden auch später gar nicht mehr besonders
an diesen Kinobesuch erinnert, hätte nicht irgendjemand während die beiden
(wie erwähnt in Damengesellschaft) im Kino waren, in deren Auto eingebrochen,
um die Handtasche die eine der beiden "Damen" auf dem Rücksitz vergessen hatte,
einer näheren Untersuchung zu unterziehen.
Es war wieder einmal spät geworden und es gab wieder einmal keine Alternative
zu diesem Kino das noch immer diesen Film spielte, (Diesmal jedoch in der
Originalfassung)
Sie besorgten sich alle verfügbaren Platten (ja, ja, damals waren das noch
richtige Platten), sowie alles Material das irgendwie und irgendwo auf Video
aufzutreiben war. Und ihre Sucht nach mehr wuchs mit jedem Tag.
Da kam es Jake B. und Helmood sehr gelegen, dass sie eines Tages eine Annonce
in einem lokalen Anzeigenblatt fanden, das folgenden Wortlaut enthielt: "The
Vienna Blues Band sucht Keyboarder".
Ein paar Tage später war es dann soweit und die "Brüder" trafen sich mit der
Band mit dem klingenden Namen "The Vienna Blues Band". Die anfängliche Euphorie
verschwand aber dann doch recht schnell, spätestens als Jake den Vorschlag
machte: "Hey, spielen wir doch mal SOULMAN!" und der Drummer begeistert
darauf antwortete: "Ja, da kann man doch vielleicht eine geile Hardrock-Version
draus machen!"
Und noch am selben Abend setzte er folgende Annonce in das Anzeigenmagazin:
"Jake und Elwood bringen die Band wieder zusammen!"
Zunächst gab's noch ein kleines Probekonzert vor Freunden und Bekannten, doch
shon knapp 3 Wochen später, am 16. Juni 1990, kam das erste offizielle Konzert
in der allseits bekannten Soul und Blues-Metropole "Unter-Oberndorf" im schönen
Wienerwald.
Und das zahlreich erschienene Publikum wußte das zu schätzen. Helmood war
allerdings etwas gehandicapped, denn er hatte sich kurz vor dem Auftritt einigermaßen
verletzt, als er die Treppe zum Proberaum hinuntergekullert war. Daher mußte
er an diesem bedeutenden Abend einen Gips tragen, den er allerdings fürsorglich
schwarz lackiert hatte und so dem Publikum gar nicht auffiel.
Davon abgesehen war es ja ohnehin keine Frage, daß er sich durch nichts von
seinen exzessiven Tanzeinlagen abhalten lassen würde. Dazu hätten ihm die
Ärzte schon mindestens einen Ganzkörpergips verpassen müssen, allenfalls hätte
auch die eine oder andere Amputation seine Bewegungsfreiheit gravierend einschränken
können, doch das war ja nicht der Fall.
Also begaben sich die Brothers in ein wirklich billiges Studio. Extra für
die Aufnahmen war kurz zuvor ein kompletter Bläsersatz angeworben worden,
der nunmehr auch bei den Konzerten nicht mehr fehlen würde. In wenigen Tagen
entstanden die kompletten Aufnahmen und zwei erstklassige Songs waren fertig
zur weltweiten Veröffentlichung. Übrigens: die Nummern hiessen "Die Young"
(John Belushi gewidmet) und "Don't Worry" (ein wirklich lustiger Reggae mit
einer gewissen Hommage an ein gewisses Kraut...)
Dementsprechend fanden die Arbeiten in überaus entspanntem Klima statt. Nach
Beendigung und Bezahlung der Aufnahmen hatten die Brothers gerade noch genug
Geld, um zunächst einmal eine kleine Auflage von Singles pressen zu lassen.
Natürlich sollte alles anders kommen als erwartet...
Die neuen Aufnahmen gefielen dem zuständigen A&R-Manager überaus gut und er
versprach, gleich am nächsten Tag anzurufen, um weitere Details zu besprechen
und gleich die ersten Studiotermine auszumachen.
Wie es tatsächlich weiterging ist leicht zu erraten: Der Typ meldete sich
natürlich nie. Die Frustration bei den Brüdern war dafür ziemlich schnell
da. Doch so schnell wie sie gekommen war, war sie auch schon wieder verschwunden
und man schmiedete neue Pläne.
Die teuren Bandaufnahmen wurden vorerst auf Eis gelegt um sie an einem späteren
Zeitpunkt vielleicht für die Produktion einer Platte zu verwenden. Soviel
vorweg: Die Bänder verschwanden einige Jahre später auf ungeklärte Weise und
sind bis heute nicht mehr aufgetaucht.
Um die leergeräumten Kassen wieder ein wenig zu füllen, verlegten sich die
Brothers wieder vermehrt darauf Live-Konzerte zu spielen. Es folgten also
wieder mehr Gigs und bald sah es wieder recht rosig aus. Aber es wären nicht
Jake B. und Helmood Blues, hätten Sie nicht gleich völlig abgehobene Pläne
parat gehabt. Und diesmal wollten sie alles in den Schatten stellen, was selbst
phantasiebegabte Kenner von den beiden erwartet hätten.
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