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ITINERARIO SOMMER 2001
(Russland - Kirgisische Republik; Bergreise)

 

In der Nordwand des Pik Lenin

Do, 12.7.: Teilnehmen: Geri Winkler, Thomas Knob. Start der vom Österreichischen Verkehrsbüro organisierten (Transfers, Elbrus-Führung, Pamir Basislager- und ABC-Versorgung) Doppelbergreise Elbrus/Pamir. Gesponsort von den Firmen Roche und Bayer, da in deren Auftrag von einem Diabetiker (Geri) und einer gesunden Kontrollperson (mir) Tests von Blutzuckermessgeräten vorgenommen werden. (Link: Testergebnisse) Um 1015 pünktlicher Abflug nach Moskau (Scheremetjevo II), zwei Stunden Flug. (An Bord ÖOC-Präsident Leo Wallner auf dem Weg zum IOC-Kongress, der die Olympischen Spiele 2008 an China vergibt.) Länger als zwei Stunden Einreiseformalitäten. Allgemeines Gelächter, als ein Deutscher am Handy die Auskunft gibt, er sei "in fünf Minuten durch". Abgeholt durch Guide Tim (Partneragentur Tari-Tours) vergeht eine weitere Stunde, als auf den Rucksack eines Gruppenmitglieds gewartet werden muss. (Gruppe: Geri, ich und 4 Deutsche. Lutz: Zentralverriegelungsfachmann aus Braunschweig; Klaus: Historiker, Jugendchorleiter und Musikveranstalter aus der Pfalz; Gerhard: Maschinenkommunikator und Tangotänzer aus Baden-Württemberg; Ralph: schwäbischer Versicherungskaufmann mit Spezialgebiet Rohbaufeuerversicherung). Nach Gewitter bei heißem Wetter Transfer ins Hotel Rossia (mit 5300 Betten das größte Hotel Russlands). Nach Geldwechseln Stadtrundgang rund um den Kreml (Roter Platz, Kaufhaus GUM, Alexandergarten). Essen in einem Restaurant in Hotelnähe. Nachts mehrere Anrufe am Zimmertelephon mit erotischen Angeboten.
Fr, 13.7.: Frühstück im weitläufigen Hotelkomplex. Transfer zum Flughafen Wnukowo. Von ca. 1100 bis 1300 Flug nach Mineral'nye Vody. Abgeholt von Guide Nikolai (Everest- und Makalu-Besteiger), Tanja (Ärztin) und Edig (Dolmetsch), die alle bei allen Anstiegen dabei sein werden. Busfahrt in das Baksan-Tal nach Terskol, Prielbrusye. Nach 31/2 h Erreichen des Hotels Itkol (viele Schülergruppen). Bewölkt. Abends Spaziergang auf die steile Wiese hinter dem Haus, dabei unerwartete gefährliche Situation durch Steinschlag. (Spielende Kinder?) Nach dem Abendessen (sehr gute Verpflegung) Vodkatrinken im Guide-Zimmer (Toasts vom ältesten Gruppenmitglied abwärts).
Sa, 14.7.: Busfahrt Richtung Adelsu bis etwa 2200 m. Von der Jantugan-Basis bei strahlendem Wetter ab etwa 10:30 Aufstieg bis auf den Gletscher (ca. 3300 m) Richtung Gumachi-Pass. Dort ab 1500 eineinhalb Stunden Picknick-Pause. Beim zweistündigen Abstieg teilweise leichter Regen. Ab 21:00 Vodka-Trinken im Guide-Zimmer (Toasts).
So, 15.7.: In vier Stunden bei wunderschönem Wetter vom Hotel Itkol auf den Cheget Bashi (3404 m; mit gelber Fahne gekennzeichneter Gipfel oberhalb der Skiliftbergstation). Nachher in etwa 3200 m Picknick. Abstieg tw. mit Hilfe des Sessellifts. Nachmittags Ankunft einer österreichischen Gruppe (hauptsächlich Waidhofen/Ybbs) im Itkol, am Abend Zusammentreffen im Gemeinschaftsraum.
Mo, 16.7.: Packen für den Elbrus. Auffahrt von Azau bei gutem Wetter (2 Sektionen Seilbahn, 1 Sektion Sessellift) bis ca. 3800 m zu den Barrel Huts. Mit dem Ratrack bis zu einer Biwackschachtel/Hütte in ca. 3900 m (ehemals Forschungsstation der russisch-geographischen Gesellschaft). Da der Schlüssel vergessen wurde, muss das Schloss mit einer Feile aufgesägt werden. Ab ca. 15:00 einstündiger Aufstieg zur abgebrannten Prijut 11-Hütte. Nach 90 min Relaxen Abstieg. Abends appetitlos, schlechte Nacht.
Di, 17.7.: Nach dem Frühstück bei herrlichem Wetter in 31/4 h Aufstieg zu den Pastuckhov-Felsen, in 45 min zurück. Mittags Sitzung über die weitere Vorgangsweise. Nachmittags Relaxen.
Mi, 18.7.: Ruhetag in der Hütte. Bewölkt, bis jetzt schlechtestes Wetter. Vorbereiten auf den Gipfeltag.
Do, 19.7.: Ab 315 in 91/2 h (davon 90 m Pause bei der Saddle-Hut) auf den Elbrus-Westgipfel (5642 m; über 1700 Höhenmeter). Alle (außer Gerhard, der aufgrund einer starken Erkältung gar nicht starten konnte,) erreichen den Gipfel. Schneidende Kälte knapp vor Sonnenaufgang, dann fast unerträgliche Hitze. Ab 1300 in 30 min Abstieg zur Saddle-Hut, dort eine halbe Stunde Pause, dann in weiteren 21/2 h zurück zum Ausgangspunkt. Dabei Rettungsaktion für höhenkranken Dänen, der in einem aus einer Matte improvisierten Schlitten abtransportiert wird. Abends Wetterumschwung und vodkagetränkte Gipfelfeier.
Fr, 20.7.: Frühstück nach Abstieg in den Barrel Huts. Von der Mir-Station Abfahrt nach Azau. Nach einem Bier Transfer ins Itkol. Nachmittags Relaxen, dann mit Geri Spaziergang nach Terskol (Kaffee) und zurück in ca. 90 min.
Sa, 21.7.: Wanderung im Adelsu-Tal durch die Schchelda-Schlucht bis zu einem Gletschertor und zurück (ca. 31/2 h). Dann Barbecue (Steinbock- oder Gemsenspieße, Salat, Bier) in einem Standl an der Straße. Zurück ins Itkol, aus dem die Kinder inzwischen abgereist sind.
So, 22.7.: Um 700 Abreise nach Mineral'nye Vody (4 h Fahrzeit). Ab ca. 15:00 zweistündiger Flug nach Moskau. (An Bord der russische KP-Chef Gennadi Sjuganow.) Transfer ins Hotel Rossia, langes Check-in. Internet im Hotel, dann Spaziergang Roter Platz, Alexandergarten. Dort in einem Biergarten Grillspeise, Salat, großes Bier um 90 Rubel. Heiß. Nachts wieder einschlägige Telephonanrufe.
Mo, 23.7.: Vormittags U-Bahn-Fahren in Moskau (Besichtigung einiger Stationsgebäude). Vergeblicher Versuch einer Kreml-Besichtigung (zu lange Schlange vor dem Eintrittstor). Stattdessen Bier im Alexandergarten, zurück ins Hotel. Dort Trennung von der Elbrus-Gruppe, die nach Deutschland zurückfliegt. Mit Geri Mittagessen wieder im Biergarten im Alexandergarten, dann in das topausgestattete Internetcafe unter dem Revolutionsplatz. Danach mit der Metro zum Neuen Jungfrauenkloster, dort kurze Besichtigung des Neuen Friedhofs. Vom Hotel Rossia Transfer zum Flughafen Scheremetjevo I. Zeitknappheit, da nach einer Reifenpanne und einigen Motoraussetzern mitten auf der Autobahn der Fahrer zunächst auch noch das falsche Terminal (II) ansteuert. Ab 2030 ca. 4 h Flug nach Bishkek, der Haupststadt Kirgistans. Dort die restliche Nacht auf dem Flughafen Manas, da der abholende Vertreter der Partneragentur Tien-Shan-Travel ein Umbuchen der nachmittäglichen Flugtickets nach Osch auf den Frühtermin verspricht.
Di, 24.7.: Nach einer Nacht in der Cafeteria und dem Restaurant des Flughafens schlägt die Umbuchung fehl. Bereits hinter der Gepäckskontrolle vor der Glasscheibe zum Flugfeld stehend muss umgekehrt werden. Abgabe des Großgepäcks im Luggage-Store-Room. Mit einem Taxi in die Stadt und nach zwei vergeblichen Versuchen Einchecken in einem Hotel (Sary-Chelek). Nach drei Stunden Schlaf Transfer zum Flughafen, aufgegabelt vom Bus der Pamir-Gruppe. (Fritz: Paris-Brüssel-Wanderer aus Bad Hall; Renate und Karl: Vorarlberger Ehepaar mit Höhen- und Bergrettungserfahrung; Norbert, Egon und Günter, drei Salzburger Brüder; Günter: Sachse aus Chemnitz.) Ab ca. 1600 nicht ganz einstündiger Flug nach Osch. Abgeholt von Guide und Dolmetsch Jule (Universitäts- und Kasinoangestellte, die ihre Ferien wie die meisten der "Crew" für zusätzliche Verdienstmöglichkeiten opfert; im Unterschied zum Elbrus gibt es niemanden mit Führungsaufgaben, jeder ist letztlich auf sich und seine Taktik angewiesen) Transfer ins Hotel Jetigan. Abends herrliches Essen in einem Lokal unter schattigen Bäumen am Fluss neben einem Schöpfrad (Früchte, Gemüse, Reisspeise). Danach Internet.
Mi, 25.7.: Nach dem (im Zimmer servierten) Frühstück Marktbesuch und Einkäufe. Um etwa 1000 Abfahrt Richtung Basislager (in hart gefedertem Mittelding aus Bus und LKW). Nach zwei Pannen, dem Mittagessen in einem Straßenlokal um ca. 2030 Erreichen der "Zwiebelwiese" (ca. 3800 m) oberhalb des alten Basislagers Atschik Tasch. Tolle Infrastruktur und Betreuung des Lagers. Je zwei Teilnehmer erhalten für die Dauer der Expedition ein Zelt zugewiesen. Für alle gerade Anwesenden wird drei Mal pro Tag gekocht.
Do, 26.7.: Vormittags Relaxen, Sichten und Ordnen der Ausrüstung. Nach dem Mittagessen in einer Stunde Akklimatisationsmarsch auf den Pass der Reisenden (etwa 350 Höhenmeter; 4150 m). Sonne, kurzes Gewitter. Nach der Rückkehr Packen für morgigen Aufstieg (Pik Lenin) und Organisieren zweier Träger.
Fr, 27.7.: Ab ca. 1100 bei zunächst schönem Wetter in etwas mehr als fünf Stunden ins ca. 4400 m hoch auf einer Moräne gelegene Camp 1 (= ABC, Advanced Base Camp). Nachmittags kurze Graupelschauer. Auch das ABC ist betreut und stellt Zelte zur Verfügung! Abends Umpacken für Errichtung von Lager 2.
Sa, 28.7.: Über Nacht Neuschnee, aber sonniges Wetter. Der bereits beschlossene Aufstieg wird wegen Kopfschmerzen von Geri verschoben. Daher Ruhetag, lesen und schlafen. Eine glückliche Entscheidung, denn ab Nachmittag Wetterumschwung: Nebel, Schneefall.
So, 29.7.: Über Nacht weitere Schneefälle. Das Lager ist überschneit, Nebel, Lawinengefahr auf der Gehstrecke. Immer wieder Lawinenabgänge aus den Eisbrüchen der Lenin-Nordwand.
Mo, 30.7.: Weiter leichter Schneefall. Ruhetag. Lawinenabgänge in der Wand.
Di, 31.7.: Weiter Lawinen. Leichte Wetterbesserung. Ruhetag. Nachmittags sehr schönes Wetter, Luftdrucksteigerung. Organisieren eines Trägers für den 2.8.
Mi, 1.8.: Stabiles Hochdruckwetter. Aus Sicherheitsgründen (weiter Lawinengefahr, Schneeverfrachtungen) jedoch noch einmal Ruhetag. Vorbereitung für den morgigen Aufstieg. Wolkenloser Himmel, kaum Wind.
Do, 2.8.: Sehr anstrengender, zehnstündiger Aufstieg bei glühender Hitze in Camp 2 (ca. 5300 m). Schlüsselstelle große Spalte (Fixseil, überhängende obere Lippe) links über filigrane Schneebrücke balancierend umgangen. Aufgrund von Dehydration (zu wenig Getränke) über 24 h keine Miktion.
Fr, 3.8.: Ruhetag bei herrlichem Wetter. Aufgrund der gestrigen schwachen Aufstiegsleistung Beschluss, auf den Lenin-Gipfel zu verzichten und mit dem Pik Rastelnaya den bisher höchsten Berg zu versuchen.
Sa, 4.8.: Bei wunderschönem Wetter, aber Wind, ab 815 in 41/2 h (davon 30 min Rast) auf den Pik Rastelnaya (6148 m). Nach einem "Ausflug" nach Tadschikistan (rund um die am Kamm aufgelegten Grenzsteine) und einer halben Stunde Gipfelrast in weniger als 75 min Abstieg ins Lager. Geri für seinen Gipfelversuch mit dem Chemnitzer Günter ins Camp 3. Am Abend zunehmende Bewölkung und Niederschlag. - Heute Gipfeltag für die Brüder Egon und Günter.
So, 5.8.: Nach stürmischer Nacht herrliches Wetter und Gluthitze wie die Tage davor. Ruhetag und Warten auf Geri, der heute als Dritter und Letzter unserer Neunergruppe den Pik-Lenin-Gipfel (7134 m) erreicht.
Mo, 6.8.: Leichte Wetterverschlechterung. Wolkenaufzug, Niederschlag, aber immer noch warm und teilweise sonnig. Geri kommt gegen 1600 erschöpft ins Lager 2.
Di, 7.8.: Ab 1130 in nicht ganz sechs Stunden (bei einer Stunde Pause nach der Querung) mit schwerem Gepäck ins ABC. Über die große Spalte abgeseilt. Glühende Hitze, ab ca. 1530 Bewölkung.
Mi, 8.8.: "Besteigung" des Pik Camp 1 (4420 m, mit Kreuz für die Lawinenopfer von 1990). Nach dem Mittagessen von 1350 - 1630 ins Basecamp. Zum ersten Mal seit dem 27.7. wieder Vegetation. Bewölkt, am Pass der Reisenden leichter Schneefall.
Do, 9.8.: Rast- und Packtag im Basislager. Vormittags herrliches Wetter, leichter Wind. Heißes Bad im Badezelt, dabei Gasaustritt durch brennenden Gummischlauch. Abends stimmungsvolle Verabschiedung durch die Basislagercrew mit Urkunden, Torte, Vodka und Live-Gitarrenauftritt von Sascha Kaminski.
Fr, 10.8.: Ab ca. 900 Rückfahrt nach Osch. Mitagessen im Kirtik-Ata-Cafe an der Straße, Photostopps. Um ca. 1830 Ankunft in Osch, Jetigan-Hotel (kein Wasser bis Mitternacht). Internet. Abendessen in einem der zahlreichen Schaschlik-Restaurants, nachher Eis, dann Bier.
Sa, 11.8.: Vormittags Marktbesuch und Kauf von Mitbringseln (kirgisische Messer). Zu Mittag in Gartenlokal in Hotelnähe. Nachmittags Schlafen und Lesen. Abends Internet und Schaschlik-Essen. Nachher Mehlspeise vom Bäcker und Kaffee.
So, 12.8.: Vormittags Lesen und Relaxen. Mittags Internet und Imbiss, nachmittags Lesen und Schlafen. Abends großes Abschiedsessen im Lokal vom 24.7., nachher Kaffee in Tanzcafe neben dem Hotel.
Mo, 13.8.: Vormittags Internet, ab 1100 Fahrt zum Flughafen. 1400-1500 Flug nach Bishkek. Großgepäck ins Luggage Store. Mit Autobus in die Stadt zum Essen, dann Trennung von der Pamir-Gruppe (die nach Almati/Kasachstan weiter muss) und in ein Hotel. Abends Stadtrundgang (Hauptplatz, Warenhaus Cum).
Di, 14.8.: Nach wenigen Schlafstunden ab 145 mit einem Fahrer zum Flughafen Manas, ab 440 in vier Stunden (Ortszeit 640) nach Moskau (Scheremetjewo I). Transfer nach Scheremetjewo II (Fahrer), dort Herumhängen bis zum Abflug um 1550. Keine Kontrolle des Handgepäcks! Ankunft in Wien programmgemäß nach zwei Stunden Flug um 1650.

 

 


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