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ITINERARIO SOMMER 2002-2
(Pakistan/Karakorum - Concordia-Trekking:
rund um den Masherbrum über den Gondogoro La)

 

Angel Peak (6858 m) und K2 (8611) vom Concordiaplatz (ca. 4600 m) (Copyright © 2002 Thomas Knob. All rights reserved.)

 

So, 28.7.: Teilnehmer: Walter Buchmann, Heinz Jordan (Lüftungstechniker i.R. bzw. Geologe i.R.; beide Hannover), Franz Lux, Thomas Knob (beide Lehrer in Wien). Organisation: Amical Alpin in Zusammenarbeit mit Adventure Tours Pakistan. Guide: Qudrat Ali (drei 8000er-Besteigungen, aus dem Hunza-Tal). Weitere Mannschaftsmitglieder: Koch Parman (ebenfalls Hunza) mit seiner zweiköpfigen Küchenmannschaft und zu Beginn über 40 Baltiträger (Sirdar Saddar). Link zur Route.
In der Früh mit der Bahn nach Deutschland - München (Ostbahnhof) und der S8 zum Flughafen. Mit den topausgestatteten Emirates Airlines in nicht ganz 6 Stunden auf den Plätzen 25 J und K (fußfrei) nach Dubai (VAE). Ca. dreistündiger Aufenthalt im Transitraum.
Mo, 29.7.: Bier im Irish Pub, danach Zusammentreffen mit den anderen beiden Trekkingteilnehmern. Weiter in ca. 3 Stunden nach Pakistan - Islamabad. Abgeholt von Qudrat Überstellung in das Shalimar-Hotel (3 Mahlzeiten) im Rawalpindi Cantt. (an der "Mall"). Vo ausspannen, während Walter, Heinz und Qudrat die Permits im Tourismusministerium in Islamabad besorgen. Na Bummel durch den Saddar Bazaar. Große Hitze. Aufgrund der Sicherheitslage (Indien-Pakistan-Konflikt, einige Anschläge) sehr wenig Touristen in Pakistan. Der subjektive Eindruck im Land entspricht jedoch nicht im Mindesten den Befürchtungen.
Di, 30.7.: Im Kleinbus nach Taxila. Zunächst Besichtigung des ehemal. buddhistischen Sites "Jaulian", dann Museumsbesuch. Danach nach Islamabad zur und in die King Faisal-Moschee. Na um ca. 3$/Person mit einem Taxi und unter Führung des Taxilenkers stundenlang durch die verwinkelten Gassen und Gänge des Rajah Bazaars von Rawalpinidi. Abendessen am Pool des Hotels.
Mi, 31.7.: Ab 500 von mehreren Photostopps unterbrochene Fahrt über Taxila auf den Karakorum Highway. Vo Teepause. In zum Teil höllischem Tempo zum und den Indus entlang. Mittagessen in Dasu. Na Autowasch-Pause. Übernachtung im Panorama Hotel Chilas.
Do, 1.8.: Ab 700 weiter den Indus entlang. Teepause, Photostopps, zB am Nanga Parbat. Verlassen des KKH, Skardu-Road. Ankunft etwa 15 km vor Skardu im Shangri La Resort (3 Mahlzeiten) am Kachura Lake (ca. 2300 m) gegen 1400. Na baden im hoteleigenen See, Karten schreiben, lesen. Abendessen im Garten.
Fr, 2.8.: Vo mit einem Jeep nach Skardu: Post (Briefmarken), Telephonieren und zu ATP (Tee, Ausrüstungslager). Dann auf der Straße Hargisar Nala bis zu einer Baustelle, zu Fuß weiter zum Satpara Lake (ca. 2700 m). Dort Getränke und Forellenverkostung. Mittagessen im K2-Motel in der Stadt. Na Rundgang durch den Purana Bazaar und zum Polo-Ground. Auf der Straße fast ausschließlich Männer. Rückkehr ins Shangri La und Umpacken für die morgige Abfahrt. Lesen.
Sa, 3.8.: Um ca. 600 in das fruchtbare Shigar-Tal und auf zum Teil abenteuerlicher Strecke weiter Richtung Askole. Eine Furtdurchquerung zu Mittag scheitert aufgrund des schon zu hohen Wasserstandes. Nur drei größere Jeeps kommen noch durch. Stau auf beiden Flussufern. Zusammentreffen mit heimkehrenden K2-Expeditionen. Überquerung zu Fuß, dann Jeeptausch mit auf der anderen Seite Gescheiterten und weiter bis zum Zeltplatz in Askole (gegen 1400, ca. 3000 m). Ab jetzt Lageralltag (3 Mahlzeiten, Übernachtung in bereitgestellten Zelten, Küchenzelt, Mannschaftszelt). Na Rundgang um und durch das auf der anderen Seite der Braldu-Schlucht gelegene Dorf Korfé. Mühlen. Gespräch mit einer vor der Schule sitzenden Dorfbewohnerin (der einzigen englisch sprechenden Frau auf der ganzen Reise). Abendessen bereits im Mannschaftszelt.
So, 4.8.: Trekking-Beginn. In diesem Sommer aufgrund der bis dahin schlechten Wetterlage kein einziger 8000er-Gipfelerfolg im gesamten Karakorum, während der nächsten acht Tage aber immer Sonnenschein. Nach dem Frühstück (600 ) ca. eineinhalbstündige Auswahl der Träger und Aufteilen der Lasten. Ab 745 zunächst kurz steil aufwärts nach und durch Askole, danach den Braldu und nach seiner Überquerung auf einer Hängebrücke den Biaho Lungma (Baltoro-Fluss) flussaufwärts. Querung des Biafo-Gletschers. Mittagspause bei Korophan. In das von links einmündende Jhola-Tal bis zu einer Kabel-Materialseilbahn. In ihr einzeln Überquerung des Dumordo-Flusses und wieder zurück ins Haupttal. Campsite an den Flussbänken des Baltoro gegen 1420 erreicht. Na, abends im Camp. Kaum Höhengewinn (ca. 3050 m).
Mo, 5.8.: Abmarsch gegen 700, am Vo von einer für die an der Strecke befindlichen Militärposten Kerosinkanister transportierenden Eselskarawane begleitet. Ca. 1030 Mittagspause. Ankunft am Lagerplatz Paju (etwa 3350 m) ca. 1400. Schattige, ebene Zeltflächen unter Bäumen. Waschmöglichkeit. Die ersten Träger gehen (mit je 100 Rupien - nicht ganz 2$ - Trinkgeld) zurück. Abends Baltiträgergesänge.
Di, 6.8.: Ab 700 weiter am Biaho Lungma bis zum Gletschertor, dann auf dem ca. 56 km langen und tw. wahrscheinlich bis zu 2 km dicken Baltoro-Gletscher in dauerndem Auf und Ab über Schuttmoränen (Eis ist kaum sichtbar) bis zum Lager Lilingo auf der orographisch linken Bergseite (1100; ca. 3700 m). Dabei überknöchelt (2 Tage Schmerzen). In Lilingo kein Wasser, daher nach Lunch 21/2 h über den Gletscher und zurück an den Berg weiter bis Khorbutse gegenüber der Trango-Gruppe (ca. 4000 m). Letzte Waschmöglichkeit für mehrere Tage. Na Trägergesänge.
Mi, 7.8.: Ab 700 in ca. 21/2 h bis zum Urdukas-Camp (ca. 4200 m). Weitere 4 Träger gehen zurück (mit 150 Rupien-Tip). Rest des Tages: Ausspannen, Lesen, Essen.
Do, 8.8.: Ab 700 in ca. 31/2 h bis Gore I, dort 3/4 h Mittagspause. Danach, am Masherbrum vorbei, in zwei Stunden nach Gore II (Biange Gore; ca. 4350 m) an der Einmündung des Younghusband-Gletschers. Tee und Abendessen mit Christine Boskoff († 2006; hat zu diesem Zeitpunkt von allen lebenden Frauen die meisten 8000er bestiegen) und Charlie Fowler († 2006; ebenfalls mehrfacher 8000er-Besteiger), die gerade von einer (gescheiterten) K2-Südwand-Expedition zurückkehren.
Fr, 9.8.: Ab 715 in etwas mehr als 4 h zum Concordia-Platz (ca. 4600 m; Zusammenfluss von Baltoro-, Upper Baltoro und Goodwin-Austen-Gletscher; "Thronraum der Berggötter", umstanden von K2, Broad Peak, der Gasherbrum-Gruppe, Baltoro Kangri, Mitre etc.). Noch immer strahlend-blauer Himmel, kaum Wind. Ausführliche Photosession. Na langwierige Diskussionen mit den Trägern, die erst unter der Drohung, ohne sie weitermachen zu wollen und das Nötigste selbst zu tragen, zu einem Kompromiss (etwas höhere Bezahlung) bereit sind. Einige gehen zurück, ca. 20 werden den Pass überschreiten. Besuch des Chefs des nahe gelegenen Militärcamps. Teegespräche über die politische Lage. Der Indien-Konflikt verhindere in beiden Ländern durch die Aufblähung der Armeebudgets notwendige Investitionen in Entwicklung und Bildung.
Sa, 10.8.: Ab 730 in ca. 4 h über den Vigne-Gletscher in das Ali Camp (ca. 4900 m). Dort 1 h Mittagspause, dann in 1h 20min weiter in das Munir Camp (ca. 5100 m). Bis hierher (und ab 12.8. wieder) alles in Leichtbergschuhen. Na kein Sonnendach. In der ersten Hälfte der Nacht zum ersten (und einzigen) Mal Kopfschmerzen.
So, 11.8.: Ab 415 in sehr milder Nacht (im Pullover) zunächst angeseilt, manchmal einsinkend, quer über den teilweise tiefen oberen Vigne-Gletscher zum Einstieg, dann eine steile Wand mitten durch einen Gletscherbruch hinauf. Zum Teil schwierig und mit Fixseilen versichert auf den Gondogoro La. Bis hierher ca. 5 h. Nach nur kurzer Photopause schwierig und gefährlich die ersten etwa 200 Höhenmeter hinter der Abbruchkante einen steinschlaggefährdeten, rutschigen Schotter-/Fels-/Schneefeldhang hinunter. Währenddessen plötzlich Riss des von Parman und Qudrat angebrachten Fixseils aus der Verankerung und gleichzeitig herabstürzender Felsbrocken (ca. 80 kg). Durch rasches Reagieren des Kochs, der einen Sturz durch Sichern am abgerissenen Fixseil verhinderte und vor dem Steinschlag warnte (ging mitten durch die Gruppe) und der kompetenten folgenden Pickelsicherung von Qudrat keine Folgen. Nach einiger Zeit schottriger Weg bis an den Wandfuß und am und auf dem Gondogoro-Gletscher weiter. Eine halbe Stunde vor dem Etappenziel Mittagspause. Ende des Tages nach etwa 10 Stunden im Lager Xhuspang (ca. 4600 m), das idyllisch auf einer Gletscherinsel liegt.
Mo, 12.8.: Ab 700 9stündiger Abstieg (bei halbstündiger Mittagspause gegen 1300) langwierig und zum Teil schwierig über die zum Teil vereisten Moränen des Gondogoro-Gletschers. Lange steinschlaggefährdete Passagen. Mehrere Stürze durch Ausgleiten auf dem Eis, davon einer schwer auf den Rücken. Schmerzen bis zum Abend. An diesem Tag erstmals keine Sonne, daher erträgliche Temperatur. Gegen 1600 Erreichen des ca. 3400 m hoch gelegenen Lagers Shaishcho.
Di, 13.8.: Seit der Nacht Regenfälle. Ab 700 auf leichtem Wanderweg am Fluss entlang. Gegen 1000 Einzug in Hushe (ca. 3050 m), dem ersten an eine Straße angebundenen Ort nach Askole. Auf dem Campingplatz im Ort Auszahlung der Träger (plus 1000 Rupien Trinkgeld für je drei). Na Abgang einer mächtigen Steinlawine aus den angrenzenden Bergen mit anschließender Überflutungsgefahr der zwischen Campingplatz und Bergen liegenden Felder. In unmittelbarer Nähe der Lawine kultisches Steinmannbauen durch einen Dorfbewohner. Zahllose andere Dorfbewohner sind mit Spaten unterwegs, um die angelegten Bewässerungskanäle zu sichern und auszubessern. Gegen Abend Spaziergang durch das Dorf (Moschee, Hauptstraße, Schule, Gassen.) Übernachtung auf dem zum Teil von Rattengängen unterminierten Lehmboden des "Speisesaals" des Campingplatzes.
Mi, 14.8.: Nach dem Frühstück ab 830 mehrfach unterbrochene einstündige Jeepfahrt nach Kande. Straße durch die Regenfälle des vergangenen Tages von Steinen übersät. Ein mehrtonniger, flacher Felsbrocken muss nach dem Bau von Steinrampen überfahren werden. In Kande Überquerung des vom Kande-Gletschers kommenden, reißenden Flusses zunächst unmöglich. Dorfbewohner bauen aus Felsbrocken an der schmalsten Stelle, ca. 10 min oberhalb des Ortes, Steinfundamente, auf die 3 lange Baumstämme gelegt werden. Als der Fußgängerverkehr in Gang kommt, Bruch eines Fundaments. (Brücke war gerade leer.) Neubau bei schon sehr hohem Wasserstand. Auf der anderen Seite des Flusses (Überquerung mit kurzfristig angeheuerten Trägern) Mittagspause im Gebäude eines Campingplatzes und nach Eintreffen eines Jeeps ab 1400 Weiterfahrt (3 Personen im Fahrgastraum, 7 und das gesamte Gepäck auf der Ladefläche, 2 hinten, 1 seitlich hängend) teilweise im Regen. In Skardu Übernachtung im K2-Motel.
Do, 15.8.: Vo Besorgungen in Skardu (Post, Telephon, Geld wechseln, Mitbringsel: Gewürzmischungen, die vor Ort mittels einer elektrischen Mühle hergestellt werden). Auf dem Polo-Ground Landhockeymatch. Na Überstellung ins Shangri La-Resort. Lesen. Leichte Wetterbesserung. Trotzdem auf Grund des durch die vergangenen Schlechtwettertage verursachten Rückstau (Fliegen ist hier nur auf Sicht möglich) kein Platz im morgigen Flugzeug. Entscheidung der Gruppe, mit dem Bus zu fahren, um jedes Zeitrisiko zu minimieren wird am Abend vom lokalen ATP-Chef wieder umgestoßen: 1 Tag länger Shangri La, dann Flug. (Erweist sich durch die anhaltende Wetterbesserung als ideal.)
Fr, 16.8.: Strahlendes Wetter. Vo ca. einstündige Wanderung in das Dorf Kachura und weiter zum eigentlichen (oberen) Kachura-Lake. Dort auf der "Hotel"-Terasse Tee. Na Landung und Abflug eines Armeehubschraubers auf dem Shangri La-Gelände. Wegen Magenfläue prophylaktisch Verzicht auf Abendmahlzeit und früh ins Bett.
Sa, 17.8.: Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen. Ab ca. 1100 etwa einstündiger Flug nach Islamabad, vorbei an den Karakorum-Gipfeln und dem Nanga Parbat. Na Besorgungen im Saddar Bazaar. Abends Premiere League-Spiele aus England im TV.
So, 18.8.: Vo kleine Rundfahrt zum Rawal-Lake und zum Daman-e-Koh (Aussichtspunkt in den Margallah-Hills. Na Internet, dann "Dark Passage" (H. Bogart, L. Bacall) im TCM-Sender und F1-Lauf Hungaroring. Abends auf Einladung von ATP Essen im Pearl Continental-Hotel.
Mo, 19.8.: Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen. Ab ca. 1030 in etwa  21/2stündiger Flugzeit nach VAE - Dubai. Ankunft gegen 1100 Ortszeit. Unterbringung (statt im geschlossenen Airport-Hotel) im Al Khaleej Palace in der Stadt. Na Spaziergang aufgrund der unmenschlichen Hitze nach 10 min abgebrochen, stattdessen etwa einstündige Bootsfahrt auf dem Dubai Creek. Danach sofortige Flucht ins klimatisierte Hotel.
Di, 20.8.: Knapp nach 600 Transfer zum Flughafen. Kaffee um 2,5$. Abflug nach München. Nach der Ankunft S8 bis Ostbahnhof und dort aufgrund einer Lokstörung eine Stunde zu spät nach Salzburg. 1610 bis 1942 Fahrt nach Wien-Westbahnhof.

 

 

 


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