Spielbesprechung von Györög Kurt
Ab in die Tonne
09.06.2013

von Carlo A. Rossi
Abacus-Spiele
für 2 – 5 Spieler
ab 6 Jahren

„Wer bringt schon gerne den Müll raus? Bei Familie Rumpelheimer ist es immer derjenige, der den Müll zum Überlaufen bringt. Deshalb liefern sie sich ein irrwitziges Stapelduell. Ab in die Tonne ist ein herrlich unkorrektes Geschicklichkeitsspiel, das das wohlbekannte Thema mit einem Augenzwinkern umsetzt. Nur wer seine Karten clever ausspielt und sich als echter „Hochstapler“ erweist wird als Sieger hervorgehen.“

Mal sehen, wer heute den Müll raus bringen muss …

Spielmaterial:
50 Zahlenkarten (5 Sets mit den Werten von 1 bis 10), 40 Müllteile (je 10x Milchtüten, Konservendosen, Flaschen und Apfelreste), 6 Punktechips (mit Minus- und Pluspunkten / Vorder- und Rückseite / in den Werten 1 bis 6), 1 Mülltonne und 1 Spielanleitung.

Spielziel:
Am Ende des Spieles die meisten Punkte gesammelt zu haben.

Spielablauf:
Die Mülltonne kommt in die Tischmitte und wird – je nach Spieleranzahl – bereits mit Müll befüllt.
Die restlichen Müllteile kommen als allgemeiner Vorrat neben die Mülltonne.

Die Punktechips werden mit den Minuspunkten nach oben als Stapel bereitgelegt – aufsteigend so sortiert, dass die -1 ganz oben liegt.

Jeder Spieler wählt ein Kartenset, mischt die Karten und legt diese als eigenen, verdeckten Nachziehstapel vor sich ab. Davon zieht er die obersten 3 Karten und nimmt diese auf die Hand.

Das Spiel geht über maximal 10 Runden, die wie folgt ablaufen:
  • Alle Spieler legen eine ihrer Handkarten verdeckt vor sich aus.
  • Alle Spieler decken ihre abgelegten Karten gleichzeitig auf.
  • Beginnend mit den Spieler, der die kleinste Zahl ausgelegt hat, legen die Spieler nun Müll in die Mülltonne – bei einem Gleichstand beginnt der Spieler, auf dessen Karte weniger Mäuse abgebildet sind. Für das Ablegen gelten folgende Regeln:
    • die Zahl auf der Karte gibt vor, wie viele Teile der Spieler in die Mülltonne legen muss.
    • der Spieler muss sich für eine beliebige Sorte Müll entscheiden – er darf zuerst nur Teile dieser Sorte in die Mülltonne legen. Wurde der letzte Teil einer Sorte verwendet und der Spieler muss noch Teile in die Mülltonne legen, muss er sich für einer weiter Sorte Müll entscheiden.
    • zum Ablegen des Mülls darf nur eine Hand verwendet werden.
    • es ist erlaubt, mit dem Müll (und nur mit dem Müll) bereits gelegten Müll in der Mülltonne zu verschieben.
  • Haben alle Spieler gemäß ihren Karten Müll in die Mülltonne gelegt, endet die Runde und jeder Spieler zieht eine Karte – von seinem Nachziehstapel nach – und nimmt diese auf die Hand, bevor eine neue Runde startet.

    Was passiert, wenn Müll herunterfällt?
    Fällt beim Ablegen ein Teil von der Mülltonne herunter, ist der Zug des Spielers sofort beendet und er muss sich den obersten Chip nehmen und mit den Minuspunkten nach oben vor sich ablegen. Dann wird die Mülltonne geleert und wie zu Spielbeginn neu bestückt – die Runde wird normal zu Ende gespielt.

    Was passiert, wenn der Vorrat leer ist?
    Sollte ein Spieler den letzten Teil in die Mülltonne legen (ohne das etwas herunter fällt), ist sein Zug sofort beendet und er nimmt sich den obersten Chip und legt in mit der Plusseite nach oben vor sich ab. Dann wird eie Mülltonne geleert und wie zu Spielbeginn neu bestückt – die Runde wird normal zu Ende gespielt.

    Spielende:
    Das Spiel endet, wenn …
  • alle Spieler alle Karten ausgespielt haben – die 10. Runde wird noch zu Ende gespielt.
  • ein Spieler den letzten Chip nehmen muss – das Spiel endet dann sofort.

    Die Spieler zählen nun die Punkte ihrer Chips zusammen – der Spieler mit den meisten Punkten hat gewonnen.
    Fazit:
    Ab in die Tonne ist ein lustiges und spannendes Fun-, Geschicklichkeits- und Ärgerspiel für die ganze Familie. Es ist sehr einfach und schnell zu erlernen – man kann eigentlich einfach zu spielen beginnen und das Spiel damit erklären.

    Im Spiel geht es dann darum, seine Karten geschickt auszuspielen, um so durch geschicktes Legen bzw. Stapeln von Müllteilen an Pluspunkte bzw. zumindest an keine Minuspunkte zu kommen. Dabei ist zu beachten, dass Spieler mit einer kleinen Zahl zuerst an der Reihe sind, dafür aber nur wenig Müll in Tonne legen müssen – größere Zahlen später dran sind und mehr Müll in die Tonne legen müssen. Hier ein Mittelmass zu finden, sodass man immer auch den ganzen Müll unterbringt, gilt es zu finden.
    Dazu gehört auch ein Ein- und Abschätzen der Mitspieler, wie risikoreich diese sind und was die vielleicht gerade beabsichtigen. Früh drann sein und den Müll richtig platziert bzw. an der richtigen Stelle gestapelt, kann dem nachfolgenden Spieler schon gehörig ins "Schwitzen" bringen ;-)
    Und wer risikoreich und etwas geschickt ist, bringt hier schon mal die tollsten "Kreationen" und somit "Vorlagen" auf die Tonne ...
    Dabei spielt natürlich das (Karten)-Glück auch eine Rolle, da man immer nur 3 Karten auf der Hand hat – und ein gutes Gedächtnis ist auch von Vorteil, wenn man dann weiß, welche Karten ein Spieler schon ausgespielt hat und welche er noch ausspielen muss.
    Dies spiegelt sich auch in der Punktevergabe (Plus- wie Minus) wider – anfänglich kann man nichts planen und erahnen, hier gibt es auch nur wenige Punkte zu gewinnen bzw. zu verlieren. Im Verlauf des Spieles wird es dann immer spannender und „planbarer“, wenn man sich gemerkt hat, welche Karten schon gespielt wurden – und dafür gibt es dann auch mehr Plus- bzw. Minuspunkte zu gewinnen.

    Wie man nun an das Spiel herangeht, sei jedem selbst überlassen – Spaß macht es auf alle Fälle, und das ist ja das wichtigste dabei …
    … und man wird ganz schnell kreativ und experimentierfreudig, wo und wie man den Müll in der Tonne unterbringen kann ;-)

    Die Spielanleitung besteht auch einem zweiseitigen Blatt, auf dem alles erklärt und beschrieben ist. Fragen und Unklarheiten darf es keine geben – ich wüsste nicht, was hier unklar sein könnten ;-))

    Das Spiel ist für 2 bis 5 Spieler ausgelegt und spielt sich in allen Besetzungen sehr gut und macht Spaß. Je mehr Spieler, um so lustiger und spannender natürlich ;-))
    Das Spiel hat eine Spieldauer von ca. 30 Minuten je Partie, genau richtig um noch ein, zwei oder auch mehr Runden bzw. Revanchen anzuhängen – und das wird man gerne machen.

    Das Spielmaterial besteht aus einer Mülltonne (aus Karton) und „Mülle“ aus Holz. Alles ist liebevoll gemacht und schön anzusehen – schon darum setzt man sich gerne zum Spiel. Alles ist in einer mittelgroßen Schachtel (inklusive viel Luft) untergebracht und kann leicht und einfach überall hin mitgenommen werden. Der Platzbedarf ist auch nicht allzu groß, sodass fast überall gespielt werden kann, sofern man eine gerade Fläche zur Verfügung hat …

    Uns hat Ab in die Tonne sehr gut gefallen und kommt auch immer und immer wieder auf den Tisch. Es eignet sich hervorragend als Spielauftakt oder –ausklang, sowie als Lückenbüßer oder Pausenfüller. Ich kann jedem nur zu einer Probepartie raten, man könnte sonst etwas versäumen …

    Vielen Dank an ABACUS-SPIELE für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars