Spielbesprechung von Györög Kurt
Doppelt so clever
01.03.2019

von Wolfgang Warsch
Schmidt-Spiele
für 1 - 4 Spieler
ab 8 Jahren

„Die Spieler versuchen, durch geschickten Einsatz der Würfel in den fünf Farbbereichen möglichst viele Punkte auf ihrem eigenen Spielblatt zu erreichen. Dabei sollten die Würfel clever gewählt werden, um auch bei den nachfolgenden Würfen noch über genügend Wahlmöglichkeiten zu verfügen. Wichtig ist außerdem, auch die Würfe der Mitspieler nicht aus den Augen zu verlieren. Wer nach einer bestimmten Anzahl an Runden die meisten Punkte hat, gewinnt.“

Doppelt so clever – das clevere Würfelspiel …

Spielmaterial:
1 Block, 6 Würfel (silber, gelb, blau, grün, rosa und weiß), 4 Stifte und 1 Spielanleitung.

Spielziel:
Am Ende des Spieles die meisten Siegpunkte erzielt zu haben.

Spielablauf:
Jeder Spieler erhält ein Blatt und einen Stift – der Startspieler nimmt sich außerdem noch die 6 Würfel und beginnt das Spiel.

Das Spiel geht (je nach Spieleranzahl) über eine bestimmte Anzahl von Runden, wobei eine Runde wie folgt abläuft:
1. alle Spieler streichen die aktuelle Runde auf ihrem Blatt ab und erhalten dafür eventuell eine Bonus, den sie auf ihrem Blatt markieren.
in der dafür vorgesehenen Reihe markieren, indem sie dort das entsprechende Feld einkreisen.

2. der aktuelle Startspieler würfelt alle Würfel, und sucht sich dann einen davon aus, den er auf seinem Blatt auf eines der dafür vorgesehenen Felder legt. Dabei ist folgendes zu beachten:
  • der Würfelwert darf dabei nicht verändert werden.
  • alle Würfel, die einen kleineren Würfelwert zeigen, müssen beiseite (auf das „silberne Tableau“) in der Spielschachtel gelegt werden.
  • der Spieler muss den Wert des gewählten Würfels im farblich entsprechenden Bereich auf seinem Blatt eintragen:
    • silberner Bereich: der Spieler darf den Wert des silbernen Würfels in diesem Bereichs in einer beliebigen Farbe ankreuzen und außerdem alle Würfelwerte in den entsprechenden Farben, die er aufgrund des silbernen Würfels auf das „silberne Tableau“ legen musste. Kann er den Wert des silbernen Würfels nicht eintragen, darf er diesen Würfel nicht wählen.
      Wurde dadurch eine komplette Spalte im silbernen Bereich angekreuzt, erhält der Spieler außerdem den dort angegebenen Bonus.
      Bei Spielende gibt es für jede Spalte entsprechend der Anzahl gesetzter Kreuze Punkte.
    • gelber Bereich: der Spieler darf den Wert des gelben Würfels in diesem Bereich nutzen, um entweder ein noch freies Feld einzukreisen bzw. um ein bereits eingekreistes Feld anzukreuzen.
      Wurden dadurch in einer Reihe oder Spalte alle Felder eingekreist, erhält der Spieler außerdem den dort angegebenen Bonus.
      Bei Spielende gibt es entsprechende der Anzahl der angekreuzten Felder Punkte.
    • blauer Bereich: will der Spieler in diesem Bereich den Wert des blauen Würfels eintragen, muss er zum Wert des blauen Würfels auch noch den Wert den weißen Würfels addieren (egal wo dieser sich gerade befindet). Außerdem ist darauf zu achten, dass hier die die Werte von links nach rechts (lückenlos) eingetragen werden müssen, und der Wert von links nach rechts immer gleich bleiben muss bzw. nur kleiner werden darf.
      Wurde dabei ein Feld angekreuzt, unter dem sich ein Bonus befindet, erhält der Spieler diesen.
    • grüner Bereich: der Wert des grünen Würfels muss in diesem Bereich von links nach rechts (lückenlos) eingetragen werden. Dabei sind die Werte grundsätzlich egal (es ist aber darauf zu achten, dass in den Feldern angegeben ist, um welchen Faktor der Wert des Würfels zu multiplizieren ist) und das jeweils 2 Felder (die durch ein „Minus“ miteinander verbunden sind) dann voneinander subtrahiert werden müssen (der hintere Wert wird vom vorderen abgezogen) – das Ergebnis ist der Punktewert für das Spielende, welches in diesem Fall durchaus auch negativ ausfallen kann.
      Wurde dabei ein Feld ausgefüllt, unter dem es einen Bonus gibt, erhält der Spieler diesen.
    • rosa Bereich: in diesem Bereich können die Werte des rosafarbenen Würfels beliebig von links nach rechts (lückenlos) eingetragen werden. Wird ein Wert in ein Feld eingetragen, unter dem sich ein Bonus befindet, bekommt der Spieler diesen nur, wenn der Wert größer oder gleich dem Wert ist, der im Feld angegeben ist.
      Bei Spielende werden die eingetragenen Werte summiert und ergeben die Punkte für diesen Bereich.

Der „weiße“ Würfel gilt als „Joker“-Würfel und kann einerseits für jede beliebige Farbe eingesetzt werden und wird anderseits als „Zusatzwert“ für den blauen Würfel verwendet.

3. alle Mitspielern dürfen sich einen Würfel vom „silbernen Tableau“ aussuchen und den Wert auf ihrem Blatt eintragen. Alle Mitspieler haben immer Zugriff auf alle Würfel am „silbernen Tableau“.

4. Danach darf der aktuelle Spieler alle verbliebenen Würfel erneut würfeln und wieder einen Würfel aussuchen. Dies geht solange, bis der aktuelle Spieler entweder 3 Würfel ausgesucht hat oder keine Würfel mehr übrig sind (weil alle auf das „silberne Tableau“ gelegt wurden).

Dann ist der nächste Spieler an der Reihe.

Folgende Boni gibt es:
  • nachwürfeln: der Spieler darf alle noch im Spiel befindlichen Würfel erneut würfeln, ohne vorher einen Würfel auswählen zu müssen.
  • Würfel rückholen: der Spieler darf vor dem erneuten Würfel einen bereits auf dem „silbernen Tableau“ liegenden Würfel wieder zurückholen und wieder mitwürfeln.
  • „+1“: der Spieler darf sich, nachdem er seinen gewählten Würfel eingetragen hat, einen weiteren Würfel (von allen 6 ausliegenden Würfeln) aussuchen und zusätzlich eintragen. Löst ein Spieler mehrere dieser Boni zugleich ein, darf er keinen Würfel doppelt wählen.
  • „?“ in schwarz: der Spieler darf in einem beliebigen Feld ein Kreuz oder einen beliebigen gültigen Wert eintragen.
  • „?“ in einer bestimmten Farbe: der Spieler darf in farblich passenden Bereich ein Kreuz bzw. einen gültigen Wert eintragen.
  • „Fuchs“: Füchse zählen für die Endabrechnung und sind so viele Punkte wert, wie im niedrigsten Bereich erzielt wurden.

Spielende:
Das Spiel endet nach der vorgegebenen Anzahl an Runden mit einer Endabrechnung. Hier werden die Ergebnisse der einzelnen Farbbereiche ermittelt, notiert und summiert. Zur ermittelten Summe wird noch der Wert des niedrigsten Farbebereiches (der mit der Anzahl erhaltener „Füchse“ multipliziert wird) addiert – wer danach die meisten Punkte hat, hat gewonnen.
Bei einem Gleichstand gewinnt der Spieler mit dem höchsten Wert in den Einzelbereichen – ansonsten gibt es mehrere Gewinner.

Solo-Spiel:
Das Spiel verläuft wie auch im Mehrpersonenspiel, wobei der Solo-Spieler in jeder Runde zuerst aktiver Spieler ist und dann als „Mitspieler“ einen Würfel vom „silbernen Tableau“ aussuchen darf.
Das Ergebnis kann anhand folgender Tabelle ermittelt werden:
  • Doppelt so clever! > 320
  • Punktewert = IQ! 300-319
  • Respekt² 280-299
  • Das kann kein Glück gewesen sein! 260-279
  • Leute, seht euch das an! 240-259
  • Ganz schön clever! 220-239
  • Da hat wer trainiert! 200-219
  • Du darfst zufrieden sein! 180-199
  • Auf dem richtigen Weg. 160-179
  • Da drücken wir noch mal ein Auge zu. 140-159
  • Halb so clever. < 140

Fazit:
Doppelt so clever ist ein sehr interessantes und spannendes Würfelspiel, das sicherlich alle Spieler anspricht, die gerne Würfeln und mit Zahlen hantieren.
Im Spiel geht es darum, geschickt Würfelwerte auf seinem Blatt einzutragen, um damit das beste und punkteträchtigste Ergebnis zu erzielen. Dabei müssen durchaus einige Überlegungen gemacht und die Mitspieler im Auge behalten werden.
Dabei kann man auf mehrere Arten vorgehen: entweder versucht man darauf zu achten, in allen Farbbereichen gleichmäßig gute Ergebnisse zu erzielen und gleichzeitig möglichst viele „Füchse“ freizuschalten, da damit meist ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden kann, oder man versucht in einzelnen Bereichen alles Felder anzukreuzen oder möglichst hohe Werte eintragen zu können, denn auch kann viele Punkte bringen.
Auf alle Fälle wichtig ist es, darauf zu achten, sich Boni freizuschalten und wenn möglich damit sogar ganze Kettenreaktionen freizuschalten.
Wie man dabei wirklich am besten vorgeht und welche „Taktik“ die besten ist, muss und sollte man am besten selbst herauszufinden versuchen, denn der Weg dorthin macht wirklich Spaß und spannende Stunden sind damit garantiert.

Wer bereits „Ganz schön clever“ kennt, wird sehr schnell ins Spiel finden, da sich nur die Art, wie Zahlen bzw. Kreuze in den Bereichen eingetragen werden dürfen, verändert hat. Die beiliegende Anleitung erklärt aber auch Neulingen gut strukturiert und einfach, wie das Spiel funktioniert – der Ablauf ist aber auch wirklich einfach und einleuchtend. Wie man das besten aus den einzelnen Würfel(wurfen) dann macht, muss dann aber jeder herausfinden – und es macht Spaß, sich an den verschiedensten Möglichkeiten (an Punkte zu kommen) zu versuchen.

Das Spielmaterial besteht aus einem dicken Block, 6 Würfeln aus Holz und 4 Stiften, das „silberne Tableau“ ist ein „Aufdruck“ in der Spielschachtel. Schade ist nur, dass die Blätter auf der Rückseite „nur“ für die Endabrechnung verwendet werden können und nicht doppelseitig für das Spielen bedruckt wurden. Für die Abrechnung hätte auch ein kleiner Platz auf dem Spielplatz selbst gereicht und man hätte doppelt so viele Blätter zum Spielen gehabt. Auch die Stifte hätten nicht sein müssen (meiner Meinung nach), da einen Stift jeder sowieso zu Hause hat und mit einem Kugelschreiber/Bleistift die Eintragungen fast leichter zu machen sind, als mit den Filzstiften (gerade im grünen Bereich, nach der Berechnung) – aber das ist jammern auf hohen Niveau.

Alles ist in einer kleinen Spielschachtel untergebracht, die man leicht und einfach überall hin mitnehmen kann – und auch der Platzbedarf zum Spielen hält sich sehr in Grenzen, sodass Doppelt so clever auch fast überall gespielt werden kann.

Das Spiel ist für 1 bis 4 Spielern ausgelegt und spielt sich in allen Besetzungen sehr gut. Es stellt auch kein Problem dar, mal mit 5 oder vielleicht sogar 6 Spielern zu spielen – es funktioniert ebenso.
Das Solo-Spiel funktioniert auch, wurde aber bei uns so gut wie fast gar nicht genutzt – wir lieben es einfach, mit mehr Spielern am Tisch zu sitzen und „gegeneinander“ zu würfeln.

Doppelt so clever hat in unseren Runden sehr schnell seine „Liebhaber“ gefunden und hat seinen „Vorgänger“ recht schnell abgelöst – uns gefallen die Bedingungen fürs Ankreuzen bzw. Eintragen hier doch etwas besser als bei „Ganz schön clever“. Es kommt uns auch vor, das es irgendwie anspruchsvoller ist und z.B. die Füchse hier schwerer zu erreichen sind (vielleicht ist das aber auch nur bei uns so). Sehr gut gefällt uns, dass man nun auch noch mit den „Aktionsboni“ Boni freischalten kann …

Wer Würfelspiele mag und auch schon an „Ganz schön clever“ seine Freunde gehabt hat, sollte sich dieses Spiel unbedingt ansehen oder zu Probe spielen – es macht einfach sehr viel Spaß und kann auch nach nun doch einigen Runden noch immer überzeugen …

Vielen Dank an SCHMIDT-SPIELE für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars