
Freitag, 8.April 1994: Ein Elektriker findet den 27 jährigen Nirvana-Sänger Kurt Cobain mit
nicht mehr ganz intaktem Kopf.
Soweit war also alles beim alten, mit dem Unterschied, daß der Kopf einigermaßen
zerfetzt war und Kurt Cobain an seinen Fingerabdrücken identifiziert werden
mußte. Er hatte sich erschossen. Ein tragischer Verlust für die Welt der Rockmusik,
kein Zweifel.
Jedoch was folgte, war wieder das Unvermeidliche. Es war das gleiche wie bei Jim Morrison
23 Jahre früher:
Ein Toter - Gut für die Medien! Ein prominenter Toter - Noch besser für die Medien!
Ein vereendetes Idol - Sensationell!
Sofort ging das Foto von Cobain, um die Welt, als er,
mit seinen Bandkollegen Kris Novoselic und Dave Grohl beinandersitzend, sich den Lauf eines
(ungeladenen) Gewehrs in den Mund steckte, um die Welt. Eine Ankündigung?
Die "Entstehungsgeschichte" dieses Fotos wurde
mehr unterschwellig bis gar nicht erwähnt: Kurt Cobain war als Waffennarr bekannt, daher
gab man ihm zu der Fotosession im Februar 1994 die Waffe in die Hand, mit der er
"irgendwas machen sollte". Cobain spielte sich mit dem Gewehr, richtete es erst gegen die
Fotografen, dann steckte er sich den Lauf in den Mund und ein Fotograf drückte ab - Die Kamera.
Gar kein so gutes Foto, es wurden auch schon bessere gemacht. Aber wenn derjenige, der zufällig
in so einer Position fotografiert wird, etwas ganz ähnliches zwei Monate später
wieder tut, mit dem Unterschied, daß er diesmal abdrückt und das Gewehr geladen ist,
was nach logischen Zusammenhängen tödlich ausgeht, wird das Foto gleich viermal so interessant!
Der glückliche Fotograf!
Eine bunte Zeitschrift aus Deutschland zitierte umgehend aus Nirvana-Liedern, die ebenfalls als eine Art
Ankündigung verstanden werden sollten: "I hate myself and want to die", "I'd rather
be dead than cool" (Keine Bange Kurt, du bist schon beides!) und ähnliches.
Es fasziniert doch immer wieder, wie clever die Medien doch sind - Im Nachhinein!
Doch eines erscheint doch irgendwie fraglich: Hätte Kurt Cobain wirklich seinen Selbstmord
in der Öffentlichkeit (also in den Liedern) angekündigt, warum spielten die anderen
Bandmitglieder einfach so mit, ohne irgendetwas zu unternehmen? Warum unternahm keiner etwas, um
Kurt Cobain in psychiatrische Behandlung zu bringen? Wären die Lieder also tatsächlich
eine Ankündigung gewesen, würden sich einige schuldig machen, seinen Selbstmord
zugelassen zu haben, obwohl sie davon wußten! Das Ganze erscheint höchst seltsam, abgesehen
davon, daß es wohl kaum einen Grund geben könnte, warum jemand seinen Selbstmord
ankündigen sollte, dann warten, bis möglichst viele diese Ankündigung gehört haben
und dann - Monate später - den lang gehegten Plan in die Tat umsetzen sollte.
Klar ist natürlich, daß Kurt Cobain tatsächlich psychisch eingermaßen am Ende war.
Immerhin hat er Selbstmord begangen.
Die Tatsache, daß er Anfang März bereits wegen einer Überdosis im Krankenhaus war,
könnte auf einen bereits vorher erfolgten Selbstmordversuch hindeuten. Oder auch nicht!
Bekannt ist, daß der Drogenkonsum im Kreise der Prominenten einigermaßen verbreitet ist.
Genauso bekannt ist auch, daß Texte, die vom Sterben und von Selbstmord handeln bei manchen
Autoren in der Rockmusik verbreitet sind. Imagepflege! Schlechtes Image? Richtig, aber es verkauft sich.
Kurt Cobain hat sich auch verkauft. Genauso wie Jim Morrison und Elvis Presley.
Und genauso wie die beiden war er einer, der mit dem Ruhm und dem Trubel um seine Person nicht
zurechtgekommen ist. Was er dagegen getan hat, war nicht sonderlich rühmlich,
aber er war ja auch nur ein Mensch, oder?
Prost Kurt, oder was auch immer! Alles Gute zum 5.!
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