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Investoren unterscheiden bezüglich ihres Beteiligungsarrangement die wirtschaftliche Phase, in der sich
ein Unternehmen bzw. Projekt befindet. Abhängig von dieser Phase und abhängig von der Investmentphilosophie und -strategie des jeweiligen Investors wird nicht für jede Phase Geld investiert bzw. fällt je
nach Phase die Geldzuwendung unterschiedlich hoch aus. Folgende Phasen werden im allgemeinen unterschieden:
- Seed Phase
ist der erste Abschnitt im Lebenszyklus eines Unternehmens. Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit liegt auf Forschungsaktivitäten und der Produktentwicklung. Ziel ist die Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate bis hin zum Prototyp. Dabei kommt dem Schutz der Ergebnisse zentrale Bedeutung auch im Gespräch mit Investoren zu.
- Startup - Gründungs- Planungsphase - Early Stage. Die Beteiligungsgrößen liegen zwischen
0,5 bis 20 Mio Euro. In Einzelfällen auch darüber. Größere Summen können in der Regel nur mittels Zusammenschluß (Syndizierung) mehrerer Investoren(gruppen) zustande gebracht werden. In dieser Phase
hat das Unternehmen noch keinen Trackrecord (Zahlen aus der Vergangenheit), sondern stützt sich ausschließlich auf Prognosen im Businessplan oder einer Machbarkeitsstudie. Für diesen Bereich sind
speziell Investoren aus dem Bereich des Venture Capital (Wagniskapital) geeignete Partner.
- Development Phase
ist die Weiterentwicklung einer wirtschaftlich ausgerichteten Organisation in Nutzung von Marketingchancen und Absatzmärkte, wobei das Unternehmen schon erste Erfolge verzeichnen kann, jedoch Verbesserungspotential gegeben ist. Diese Phase ist vor allem durch Kreativität gekennzeichnet und bedarf spezieller Strukturen im Unternehmen, die sich mit Entwicklungsarbeit beschäftigen. Bilanzdaten aus der Vergangenheit sind ebenso wie ein aussagekräftiger Businessplan für die Investoren relevant.
- Expansion. Diese Phase ist gekennzeichnet durch eine wachsende Produktion und steigende
Kapazitätsauslastung. Es werden neue Märkte erschlossen, die Mitarbeiterzahl erhöht, neue Filialen eröffnet, neue Produkte eingeführt und Innovationen geboren, sowie Marktanteile gewonnen. Der
Cashflow der letzten Jahre ist positiv und steigend. Für dieses Stadium wird Wachstumskapital benötigt. Investoren lieben dieses Stadium naturgemäß am Meisten und sind bereit, auch hunderte von
Millionen Euro zu investieren.
- Restruktuierung - Umstruktuierung - Turnaround
ist ein Vorgang um die aktuellen Geschäftsprozesse und betrieblichen Strukturen neu zu gestalten, meistens mit dem Ziel, ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erzielen. In der Regel setzt sich eine Umstruktuierung aus mehreren einzelnen Umstruktuierungsmaßnahmen zusammen, deren Zusammenwirken das Ziel erreichen soll. Aus diesem Grunde ist es besonders wichtig, die Veränderungen plausibel mit einem Businessplan darzustellen, um das Vertrauen der Investoren zu erlangen. Zu den Veränderungsmaßnahmen zählen Ausgliedern (Outsourcing), Analyse und Neugestaltung interner geschäftlicher Abläufe, Änderung der Marktausrichtung bzw. des Geschäftsmodells mit dem Ziel, ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis zu erhalten.
- Sanierung
ist die Summe aller Maßnahmen zur Wiederherstellung existenzerhaltender Gewinne. Hierbei kommen alle betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Möglichkeiten zur Problembewältigung. Um hierfür eine Finanzierung zu erhalten muß eine begründete Aussicht auf Erfolg gegeben und mittels Businessplan darstellbar und nachvollziehbar sein.
- Delisting. Unter Delisting oder auch Börsenabgang versteht man die dauerhafte Einstellung
der Börsennotiz einer Aktiengesellschaft. Dies ist ein verwaltungsrechtlicher Vorgang, aufgrund dessen die Aktie dauerhaft vom aktiven Handel entfernt wird. Ein Grund dafür kann z.B. die Vermeidung
umfassender Publizitätspflichten börsennotierter AGs sein, oder wenn ein ordnungsgemäßer Handel mit dem Wertpapier nicht mehr gewährleistet werden kann. Damit verbunden ist ein Kaufangebot der
Gesellschaft an die Aktionäre im Sinne einer Abfertigung. Dieser Prozeß erfordert Liquidität, die mittels Private Equity finanziert werden kann.
- Replacement. Darunter versteht man den Kauf der Unternehmensanteile von Anteilseignern, die
die Firma verlassen wollen.
- Bridge Financing
ist eine Kapitalbeteiligung im Rahmen der Vorbereitung des Börsegangs oder zwischen zwei Finanzierungsrunden.
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