ERNÄHRUNGSTHERAPIE
Die Ernährung als Therapieform
Knusprige Semmeln, rote saftige Äpfel, unser Obst und Gemüse wird immer
schöner, aber trügt nicht manchmal der Schein? Welche Inhaltsstoffe
sind wirklich in Obst und Gemüse enthalten? In meiner Praxis sehe ich, dass
richtige Ernährung nicht nur die Basis jeder Therapie ist, sondern auch die
kostengünstigste Form einer Behandlung ist. Sie hat keine Nebenwirkung und
kann, richtig zubereitet, ein echter Genuss sein kann. Wie sollte man sich aber
ernähren? Reicht ausreichend Obst und Gemüse, oder sollte es biologisch
angebautes Gemüse sein? Und warum leiden sogar einige Patienten die Vegetarier
sind an Vitamin und Spurenelement Mangel?
Das Thema Ernährung wird besonders wichtig, wenn man als Arzt an seine
therapeutischen Grenzen stößt. Ich konnte feststellen, dass durch
die Gabe von hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln Therapien plötzlich
viel effektiver wurden. Manchmal vergleiche ich mich mit einem Automechaniker,
dem trotz aller Ausbildung und Werkstattausrüstung einfach die Ersatzteile
für eine Reparatur fehlen. Diese Ersatzteile für unseren Körper
stellen pflanzliche Inhaltsstoffe wie Vitamine und Spurenelemente dar. Müssen
wir aber nun wirklich täglich teure Vitaminkapsel einnehmen, oder kann
unsere Ernährung auch diesen Beitrag leisten? Selbstversuche mit gepressten
Gemüse und Vitaminsäften (Rohstoffe aus dem Supermarkt) waren leider
sehr ernüchternd und wer täglich über Wochen 3 Liter Gemüsesaft
getrunken hat, wird mir sicher beipflichten. Auch meine intrazelluläre
Messung der Vitaminkonzentration, war verglichen mit den Vorwerten unter hochdosierter
Vitamintherapie in Kapselform nicht beeindruckend. Daher stellt sich die Frage:
Kann man sich heutzutage noch gesund Ernähren?
Haben sich unsere Nahrungsmittel im Laufe der letzten Jahrzehnte so stark verändert,
und stimmt es wenn ältere Patienten über Geschmacksveränderungen
bei Obst und Gemüse klagen? Ist ein Apfel eigentlich noch vergleichbar
mit einem Apfel, den unsere Eltern und Großeltern gegessen haben? Genau
mit dieser Frage haben sich bereits viele Studien auseinandergesetzt. Die Forscherin
Anne-Marie Mayer zeigte in einer Studie1 eine signifikante Reduktion der Spurenelemente
(Na, K, Ca, Mg, P, Fe, Cu, Zn) in Lebensmitteln von 1930 bis 1980. Der Ernährungswissenschafter
David Thomas kam auf noch genauere Ergebnisse. Er postulierte zum Beispiel bei
Spinat einen 50% Verlust an Eisen und bei Karotten einen 75% Verlust an Magnesium.
Andere Studien brachten vergleichbare Ergebnisse für Vitamine. Sind diese
Untersuchungen aber wissenschaftlich korrekt und vertrauenswürdig? Ich
möchte Ihnen in diesem Zusammenhang eine Gegendarstellung der Schweizerischen
Gesellschaft für Ernährung nicht vorenthalten (21. Jänner 2004),
die diese Studien kritisierte, aber in eigenen Untersuchungen immerhin feststellen
musste "Die Datenbankrecherche zeigte einzig, dass heutiges Gemüse
22 Prozent weniger Vitamin C, 30 Prozent weniger Vitamin B2, 28 Prozent weniger
Magnesium und 57 Prozent weniger Kupfer enthält." Warum hat sich aber
unsere Nahrung so verändert und stimmt es überhaupt, dass die gesunde
Karotte wirklich nur noch ein orange färbiges Stäbchen ohne Nährwert
ist? Allerdings wurden nur Supermarktprodukte untersucht, vielleicht stellen
Bioprodukte ja einen Ausweg dar?
Besteht ein Unterschied zwischen normalem Obst und Bioprodukten?
Dr. Hoffmann, ein deutscher Kollege, konnte einer Studie, die auch vom Bayerischen
Verbraucherschutz-Ministerium gefördert wurde, feststellen, dass die Herstellung
und der Anbau von entscheidender Wirkung für die Inhaltsstoffe von Obst
und Gemüse sind. Die Aufgabe von Vitaminen, Spurenelementen und sekundären
Pflanzenstoffen sind von der Natur nicht als Hilfe für unsere Gesundheit,
sondern als pflanzlicher Schutzschild gegen Stress, Umweltbelastungen und schädliche
Mikroorganismen gedacht. Je mehr die Pflanzen in der Wachstumsphase oder durch
Lagerung Nährstoffe verbrauchen umso weniger haben wir auf den Teller.
Dieser Schutzschild kann durch den Elektronengehalt der Nahrung bestimmt werden.
Je mehr elektronenreiche Nährstoffe erhalten sind desto besser für
uns als Verbraucher. Diese Schutzfunktion der Nahrung wird auch als Ihre Reduktionsfähigkeit
bezeichnet. Nahrung die diese Fähigkeit durch Anbau, Lagerung, oder künstliche
Reifung verloren hat ist tot (elektronenarm), und belastet unseren Organismus
zusätzlich.
Was bedeutet die Schutzfunktion der Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse
für unsere Gesundheit?
Freie Radikale sind Giftstoffe, die bei Stoffwechselabläufen im Körper
entstehen, aber auch beim Sonnenbaden, durch Umweltgifte, Nikotin und Stress.
Sie gelten als Gefäß- und Zell-Zerstörer, als Hauptverdächtige,
wenn es um Krebs und sogar um das Älterwerden ganz allgemein geht. Der
Schutz vor Radikalen bedeutet daher, laut den Erkenntnissen von Dr. Hoffmann
3 , Schutz vor so genannten "Radikalerkrankungen", wie Arteriosklerose,
Gedächtnisschwund, Immunschwächen, Augenerkrankungen, Lungenfibrosen,
Lebererkrankungen, Morbus Parkinson, div. Krebserkrankungen und vermindern ein
vorzeitiges Altern. Am wirksamsten kann die Neutralisation der freien Radikalen
durch eine "elektronenreiche" Nahrung gefördert werden, also
durch ein Nahrungsangebot, in welchem im Fließgleichgewicht der Redox-Systeme
die reduzierten Formen, also die Elektronenreicheren, überwiegen.
Gesunde Ernährung ist möglich
Die richtige Auswahl der Nahrungsprodukte ist ein wichtiger Schritt zur Erhaltung
unserer Gesundheit. Studien, die den Nährstoffverlust unserer Nahrung anprangern,
sind zum Teil richtig, aber man muss immer bedenken, dass die untersuchten Obst
und Gemüsesorten unter industriellen Vorbedingungen angebaut, unreif geerntet,
gelagert und künstlich gereift werden. Diese Nahrungsmittel haben ihre
Schutzfunktion verloren und sind zu einem Großteil wertlos und nur eine
schöne aber leere Hülle. Eine Auswahl, der Saison entsprechenden Obst
und Gemüsesorten, die schonend angebaut und zubereitet werden, wären
ein optimaler Schutz für unsere Gesundheit.
- Die Speisen die man meiden sollte, wenn man gesund bleiben
möchte:
| 1. |
Alle Auszugsmehlprodukte (weißes Mehl): Die besonders
wichtigen Inhaltsstoffe kommen konzentriert in den Randschichten der
Körner vor, durch industrielle Aufbereitung gehen diese schützenden
Stoffe verloren. |
| 2. |
Alle Fabrikzuckerarten |
| 3. |
Alle raffinierten Fette (Becel, Rama
) |
| 4. |
Konserven (chemisch, sterilisiert oder pasteurisiert), Präparate
und Imitate, sowie alle bedenklichen und gefährlichen Genussmittel.
|
| 5. |
Große Mengen scharfer Gewürze, wie Senf, Pfeffer
etc. Maßvolle Verwendung von Kochsalz (3-5 g pro Tag und Person),
bei gewissen Krankheiten zeitweise Weglassung jeglichen Kochsalzzusatzes. |
| 6. |
Alle toxisch wirkenden Getränke, d. h. jeglicher Alkohol,
Kaffee, Kakao, Schokolade. |
- Die Speisen die man selten essen sollte, wenn man gesund
bleiben möchte:
Tierfleisch und tierische Körperfette, also auch Fisch, Geflügel,
Wildbret, Austern und Kaviar, Eier. Prinzipiell eingeschränkte Verwendung
von Milch und Käsearten und dann nur mit Leinöl zubereitet. Bei
gewissen Krankheiten (z. B. Allergien, Autoimmunerkrankungen, Arthritis, Nierenerkrankungen,
Verdauungskrankheiten etc.) zeitweise Weglassung jeglicher Milchprodukte.
- Die Speisen, die täglich gegessen
werden müssten, sind:
| 1. |
Vollkornbrot und Produkte aus vollem Korn |
| 2. |
Getreidebrei, Gemüsereis |
| 3. |
Frischkost (Ihr Anteil sollte mindestens 1/3 der Gesamtkost
ausmachen, kann auch periodenweise, zur Hauptsache aus vegetabiler Frischkost,
d. h. aus Früchten, Gemüse, Rohgemüsen, Sprossen und
Keimen bestehen) |
| 4. |
Naturbelassene Fette (kaltgepresstes Leinöl, Sonnenblumenöl,
Olivenöl, Oleolux-Fett) |
| 5. |
Weise Verwendung frischer Gewürzkräuter. |
| 6. |
Als Getränke reines lebendiges Wasser (Quellwasser, Umkehrosmose,
Carbonitfilter, gepintes Wasser), Zitronenwasser, Orangenwasser, frische
Obst und Gemüsesäfte, Kräutertees, vorzugsweise ungesüßt
|
| 7. |
Lebensmittel aus biologischem Anbau sind zu bevorzugen. |
| 8. |
Die Frischkost nehmen Sie vor der Kochkost, zu Beginn der Mahlzeit,
um so die Zufuhr der Kochkost herabzusetzen. |
Eine Hauptmahlzeit und zwei Nebenmahlzeiten entsprechen den physiologischen
Verhältnissen der Verdauung und des Stoffwechsels. Sie genügen bei
jeder, auch bei strenger körperlicher Arbeit. Essen Sie lieber zu
wenig als zu viel. Denken Sie weder an Eiweiß, noch an Kalorien,
sondern daran, dass in der Frischkost die vollkommenste Organisation, das
idealste Gleichgewicht und das maximale Wirkungs- und Heilvermögen steckt.
Kauen Sie gründlich, speicheln sie gut ein und achten Sie auf die
Äußerungen des Geschmacksinns.