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Die österreichischen
Abgeordneten


1. Überblick
2. Ausgewählte Ergebnisse
3. Die Datenbasis

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3. Die Datenbasis

Die vorliegende Studie basiert auf einer außerordentlich breiten Basis quantitativer und qualitativer Daten. Diese wurden in persönlichen Interviews mit den Abgeordneten und ihrer schriftlichen Befragung gewonnen. Darüber hinaus wurden Daten über das tatsächliche Verhalten der einzelnen Abgeordneten erhoben und weitere quantitative und qualitative Daten gesammelt.

Die persönlichen Interviews mit den Abgeordneten erfolgten nach der aufwendigsten, aber potentiell ertragreichsten Methode der Befragung: mit offenen Fragen, also Fragen ohne Antwortvorgaben, und vorbereiteten follow-up Fragen durch die Interviewer. Die Datenerhebung war außerordentlich erfolgreich: Alle 183 Abgeordneten zum Nationalrat (100 %) konnten persönlich interviewt werden. Zusätzlich wurden 35 Mitglieder des Bundesrates (55 %) befragt.

Die Abgeordneten wurden auch gebeten, einen umfangreichen Fragebogen – diesmal fast ausschließlich mit geschlossenen Fragen, also mit vorgegebenen Antwortalternativen – auszufüllen. Die Rücklaufquote betrug 75 % und ist im Vergleich zu den bei schriftlichen Befragungen in anderen Ländern erzielten sehr gut.

Das Buch Die österreichischen Abgeordneten stützt sich auch auf eine breite Palette von echten Verhaltensdaten, d.h. die Informationen über das Verhalten der Abgeordneten stammen nicht aus deren Befragung, sondern aus der Aufzeichnung ihres tatsächlichen Verhaltens in den Dokumentationen des Parlaments. Zum Teil war es möglich, auf Daten zurückzugreifen, die das Verhalten der Abgeordneten objektiv und genau dokumentieren. Bei der Auswertung der parlamentarischen Materialien wurden einerseits quantitative Indikatoren erfaßt, wie z.B. die Anzahl der von den Abgeordneten gestellten Anfragen, die Anzahl der von ihnen gehaltenen Plenarreden etc. Andererseits wurden zum Teil auch die qualitativen Dimensionen dieser Aktivitäten ausgelotet, indem z.B. erfaßt wurde, ob die einzelnen parlamentarischen Anfragen einen Bezug zum Wahlkreis des Fragestellers haben und ob sie eine kritische, neutrale oder positive Tendenz aufweisen.

Darüber hinaus werden in Die österreichischen Abgeordneten biographische Informationen, insbesondere Positionsdaten – also die von den interviewten Abgeordneten ausgeübten Parteifunktionen, lokalpolitischen Ämter, parlamentarischen Funktionen – und die Dauer ihrer Parlamentszugehörigkeit auf der Basis verschiedener Quellen erfaßt. Weitere verwendete quantitative Daten beziehen sich auf die Medienpräsenz der interviewten Abgeordneten. All das wird ergänzt durch qualitative Informationen aus Interviews mit Parlamentskennern (z.B. Medienexperten).

Die österreichischen Abgeordneten nimmt immer wieder Bezug auf relevante Forschungsergebnisse zu Parlamenten und dem Amtsverständnis und Verhalten von Abgeordneten in anderen Staaten. Zum einen geht es bei der Auswertung ausländischer Erfahrungen um die Identifizierung von relevanten Fragestellungen und Hypothesen. Zum anderen liefert der Vergleich Anhaltspunkte für die Interpretation der empirischen Forschungsergebnisse. Auch wenn der Vergleich auf Grund der Datenlage oft nur punktuell erfolgen kann, liefert er nützliche Maßstäbe, die es erlauben, nationale Besonderheiten und Parallelen zu identifizieren.


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