Aktuell Publikationen Projekte Über uns Politik-Links

Das österreichische
Politikverständnis


1. Politisches Interesse
2. Politische Effektivität
3. Institutionenvertrauen
4. Politisches Informationsverhalten
5. Politische Beteiligungsstile
6. Demokratieverständnis und
Politikbild

7. Internationaler Vergleich

ZAP

1. Politisches Interesse und politische Involvierung

In Österreich verfolgt jeder Dritte das politische Geschehen mit einem sehr starken oder starken Interesse, 36 Prozent interessieren sich nur mäßig für Politik, und drei von zehn stehen politischen Vorgängen gleichgültig bis distant gegenüber. 31 Prozent der politisch stark Interessierten berühren politische Themen bei Gesprächen im Freundeskreis oft und weitere 63 Prozent gelegentlich. Von den wenig oder gar nicht Interessierten meiden hingegen zwei Drittel politische Gesprächsthemen. Insgesamt diskutieren 12 Prozent oft über Politik, 59 Prozent gelegentlich, während 28 Prozent politische Themen im Gespräch mit Freunden und Kollegen vermeiden.

  • 32 Prozent der Österreicher können als Interessierte Beobachter klassifiziert werden: bei ihnen verbindet sich starkes politisches Interesse mit regelmäßiger Nutzung politischer Berichterstattung.
  • Fast ebenso zahlreich sind die Mäßig Interessierten Beobachter, die sich nur sporadisch für Politik interessieren, aber täglich bzw. mehrmals wöchentlich die innenpolitische Berichterstattung in den Massenmedien verfolgen.
  • Desinteressierte Beobachter machen 17 Prozent der Wahlberechtigten aus: in dieser Gruppe sind Frauen, Angehörige der unteren Bildungsschicht und ältere Menschen deutlich überrepräsentiert.

Wie in der Mehrzahl westeuropäischer Staaten läßt sich auch für Österreich im Zeitverlauf ein kontinuierlicher Anstieg des politischen Interesses nachzeichnen: noch in den siebziger Jahren lag der Prozentanteil politisch stark Interessierter weit unter dem der benachbarten Bundesrepublik Deutschland. In den folgenden Jahren kam es aber auch in Österreich zu einem partiellen Mobilisierungsschub, wobei der Anteil politisch stark Interessierter zunächst auf ein Viertel, dann auf ein Drittel der Wahlberechtigten anstieg. Gleichzeitig verringerte sich der Anteil kaum oder nicht Interessierter von rund der Hälfte auf nur mehr drei von zehn Österreichern. Im Vorjahr interessierten sich 33 Prozent sehr stark oder stark für das politische Geschehen, 36 Prozent zeigten nur ein mäßiges Interesse für politische Vorgänge, und 30 Prozent interessierten sich kaum bis überhaupt nicht für Politik. Die mentale Anteilnahme der österreichischen Bevölkerung am politischen Prozeß entspricht mittlerweile weitgehend dem Grad politischer Involvierung der deutschen Bevölkerung. In Deutschland interessierten sich 1998 insgesamt 30 Prozent ziemlich oder sehr stark für Politik, 45 Prozent waren am politischen Geschehen nur mäßig stark interessiert, ein Viertel zeigte sich kaum bis überhaupt nicht an Politik interessiert.


Weiter | Seitenanfang