Der Golden Retriever
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Beschreibung des Ablaufs des Wesens- und Anlagetests (WeT)

Wie dem Beschluss des Vorstandes des ÖRC vom 26.8.d.J. entnommen werden kann, wird ab 1.1.2001 zur Zuchtzulassung die Absolvierung eines Wesens- und Anlagetests bzw. die Ablegung der BLP, VGP oder Dummyprüfung L erforderlich sein (nähere Details in diesem Zusammenhang siehe Vorstandsbeschlüsse in dieser Ausgabe "Der Österreichische Retriever").

Die Beurteilung des Hundes umfasst die Prüfung der Wesensgrundlagen in friedlicher Situation und die natürlichen Anlagen zur Jagdarbeit.
Unter anderem soll auch die Aggressivität eines Hundes überprüft werden, was gerade in Zeiten wie diesen von besonderer Bedeutung ist, wo das Thema Kampfhunde in den Medien diskutiert wird und die Öffentlichkeit sensibilisiert ist. Mit möglichst vielen getesteten Hunden wäre der ÖRC in der Lage, auf die besondere Friedlichkeit unserer Hunde hinzuweisen und für eine Entspannung der Lage beizutragen. Daher sollte es auch Nichtzüchtern ein Anliegen sein, seinen Hund diesem Test zu unterziehen, um Aufschluss über sein Wesen zu erhalten.

Nachstehend wird im einzelnen der Ablauf eines Wesens- und Anlagetests beschrieben, wie er derzeit in Schweiz und nun auch bei uns gehandhabt wird.
Zu Beginn wird Ihnen ein farbiges Halsband für den Hund und ein Ansteckschild für Sie zur Kennzeichnung übergeben, und sie werden einer Gruppe (4 - 5 Hunde/Gruppe) zugeteilt. Der Wesensrichter begrüßt die Teilnehmer, macht sich ein Bild über Lebensumstände und Ausbildungsstand der Hunde und führt die Gruppe in den Formwertring.
Dort wird ihr Hund von einem anerkannten Formwertrichter in Bezug auf sein äußeres Erscheinungsbild und den Rassestandard beurteilt.
Der Hund sollte flüssig laufend vorgeführt werden und einige Minuten ruhig stehen, außerdem sollte die Gebisskontrolle problemlos durchgeführt werden können.
Während des Trabens im Ring werden die ersten zwei Schüsse aus einer Distanz von mindestens 30 m abgegeben.
Bei der nächsten Station werden das Sozialverhalten Ihres Hundes gegenüber Menschen und Artgenossen, sein Spieltrieb und seine Apportierfreudigkeit geprüft. Es sollte dabei weder unsicher noch misstrauisch ausweichend, weder ängstlich noch aggressiv reagieren. Sie sollten in der Lage sein, ihren Hund mit und ohne Gegenstand zum Spiel zu motivieren.
Als nächstes wird die Schussfestigkeit getestet.
Alle Teilnehmer der Gruppe stellen sich in einer Linie auf und setzen sich auf das Zeichen des Wesensrichters hin in Bewegung. Währenddessen wird aus einer Entfernung von ca. 25 m ein Schuss abgegeben, die Gruppe hält an und ein Dummy wird eingeworfen.
Der vom Wesensrichter bezeichnete Hund muss nun das Dummy holen und zu seinem Führer zurückbringen. Dieses Vorgehen wird für jeden Hund der Gruppe wiederholt.
Bei der nächsten Station wird das Verhalten des Hundes auf Umwelteinflüsse geprüft.
Er wird mit verschiedenen optischen und akustischen Gegenständen des Alltags konfrontiert.
Diesen sollte er gelassen und unbeeindruckt begegnen.
Die vorletzten Station gibt Auskunft über die Nase des Hundes. Auf der Strecke sind vier mit Duftstoff geimpfte Dummies ausgelegt. So, wie der Hund beim Spaziergang überall schnüffelt, wo er etwas riecht, soll er auch hier die Witterung der Dummies aufnehmen.
Zum Abschluss darf der Hund ins Wasser. Er soll schwimmen, sobald er keinen Boden mehr hat.
Der Wesensrichter bespricht abschließend die einzelnen Resultate und erläutert seine Entscheidung. Die Wesens- und Anlageprüfung ist bestanden, wenn kein Ausschlussgrund vorliegt oder weniger als 3 schwere.