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Mag. Reinhard Gstättner

Hütteldorfer Straße 130c/4/66, 1140 Wien
Tel.: +43 1 944 18 11
Mail: praxis@psychologie-penzing.at

Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen:

 

Frage: Was bedeutet die Berufsbezeichnung "Psychologe" bzw. "Klinischer Psychologe"?


Antwort: Die Berufsbezeichung "Psychologe bzw. Psychologin" ist gesetzlich geschützt und setzt den Abschluss eines universitären Hochschulstudiums zumindest mit dem Mastergrad (Studiendauer mindestens 5 Jahre) voraus.

Die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung "Klinischer Psychologe" erfordert zusätzlich zum abgeschlossenen Hochschulstudium eine mehrjährige postgraduelle Fachausbildung inklusive Supervision und Selbsterfahrung, sowie die Eintragung in die Liste der Klinischen Psychologen beim Bundesministerium für Gesundheit.

Für die Berufsberechtigung ist die Erfüllung der strengen gesetzlich geregelten Berufspflichten, insbesondere der sehr umfassend geregelten Verschwiegenheitspflicht und die regelmäßige fachliche Fortbildung am aktuellen Stand der Wissenschaft vorgeschrieben.

Die Klinische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Sie bedient sich Klinisch-Psychologischer Methoden auf Grundlage der psychologischen Wissenschaft. Tätigkeitsbereiche von Klinischen PsychologInnen sind:
Klinisch-Psychologische Diagnostik, Klinisch-Psychologische Beratung, Klinisch-Psychologische Behandlung & Wissenschaftliche Forschung.

Die Klinische Psychologie umfasst

  • die Untersuchung, Auslegung und Prognose des menschlichen Erlebens und die gesundheitsbezogenen und störungsbedingten Einflüsse darauf sowie
  • die Klinisch-Psychologische Behandlung von Verhaltensstörungen, psychischen Veränderungen und Leidenszuständen.

Insbesondere beschäftigt sie sich mit

  • psychischen Störungen und psychisch bedingten somatischen Störungen
  • Menschen in psychischen Extremsituationen
  • psychischen Folgen akuter Belastungen
  • Entwicklungskrisen und psychischen Krisen
  • krankheitswertigen Zustandsbildern

Die genannten Tätigkeiten werden eigenverantwortlich ausgeführt, unabhängig davon, ob sie freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.

Zum Aufgabenbereich der Klinischen Psychologie gehören

  • Klinisch-Psychologische Diagnostik in Bezug auf gesundheitsbezogenes und gesundheitsbedingtes Verhalten und Erleben sowie
  • auf Krankheitsbilder und deren Einfluss auf das menschliche Erleben und Verhalten
    sowie darauf aufbauend die Erstellung von Klinisch-Psychologischen Befunden und Gutachten hinsichtlich
    • der Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsmerkmalen oder Verhaltensformen in Bezug auf psychische Störungen sowie
    • in Bezug auf Krankheitsbilder, die das menschliche Erleben und Verhalten beeinflussen sowie
    • in Bezug auf Krankheitsbilder, die durch menschliches Erleben und Verhalten beeinflusst werden.

Diese beiden Bereiche stehen unter Tätigkeitsvorbehalt, da für deren Ausübung die fachliche Kompetenz des Klinischen Psychologen unabdingbar ist. "Tätigkeitsvorbehalt" bedeutet, dass es einen generellen Ausschließungsanspruch auf die Ausübung von Tätigkeiten gibt, unabhängig davon, ob diese berufsmäßig oder nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Andere als die im Gesetz genannten Personen sind von der einmaligen Ausübung einer in den Tätigkeitsvorbehalt fallenden Tätigkeit ausgeschlossen.

Weitere Aufgabenbereiche sind

  • Anwendung Klinisch-Psychologischer Behandlungsmethoden bei Personen aller Altersstufen und Gruppen, die aufbauend auf Klinisch-Psychologische Diagnostik fokussiert, ziel- und lösungsorientiert ist,
  • Klinisch-Psychologische Begleitung von Betroffenen und Angehörigen in Krisensituationen,
  • Klinisch-Psychologische Beratung in Bezug auf verschiedene Aspekte gesundheitlicher Beeinträchtigungen, ihrer Bedingungen und Veränderungsmöglichkeiten,
  • Klinisch-Psychologische Evaluation sowie
  • Lehre und Forschung.

Diese weiteren wichtigen Tätigkeitsbereiche in der Klinischen Psychologie unterliegen dem Berufsschutz. Im Unterschied zum oben genannten Tätigkeitsvorbehalt werden hier andere als die im Gesetz genannten Berufsberechtigten nicht schon von der einmaligen Ausübung einer in das Berufsbild fallenden Tätigkeit ausgeschlossen, sondern erst dann, wenn diese einzelne Tätigkeit oder auch mehrere oder alle Tätigkeiten des Berufsbildes berufsmäßig ausgeübt werden. Die "berufsmäßige Ausübung" ist die regelmäßige und in Ertragsabsicht ausgeübte Tätigkeit.


Frage: Worin bestehen die Unterschiede zum Berufsbild der Psychiater und der Psychotherapeuten?


Antwort: Kurz gefasst lässt sich sagen, dass Psychiater über ein abgeschlossenes Medizinstudium verfügen und zusätzlich eine Fachausbildung in Psychiatrie abgeschlossen haben. Psychiater sind somit ebenfalls auf die Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten spezialisiert, wobei in der Behandlung der Erkrankungen zumeist Medikamente eine zentrale Rolle spielen. Ihre beruflichen Rechte und Pflichten sind im Ärztegesetz geregelt.

Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich für die Behandlung von psychischen, psychosozialen oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen.

Voraussetzungen für die selbstständige Ausübung der Psychotherapie ist kein Hochschulstudium sondern:

  • erfolgreiche Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums und des psychotherapeutischen Fachspezifikums
  • Eigenberechtigung
  • Vollendung des 28. Lebensjahrs
  • Nachweis der zur Erfüllung der Berufspflichten erforderlichen gesundheitliche Eignung und Vertrauenswürdigkeit
  • Eintragung in die Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums

Die Berufsgruppen der Klinischen Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten haben inhaltlich einige Berührungspunkte und arbeiten zum Wohl des Patieten oft zusammen, wobei jede Berufsgruppe ihren spezifischen Beitrag leistet.

Frage: Werden die Kosten für die Klinisch-psychologische Behandlung von den gesetzlichen Krankenversicherungen/Krankenkassen übernommen?

Anwort: Zur Zeit besteht nur ein Kassevertrag bezüglich Klinisch-Psychologischer Diagnostik, nicht jedoch für die Klinisch-Psychologische Behandlung, was bedeutet, dass die Kosten dafür vom Klienten bzw. Patienten selbst getragen werden müssen. Manche privaten Zusatzversicherungen refundieren allerdings die anfallenden Honrare - hierzu wenden Sich sich bitte direkt an Ihr Versicherungsinstitut.

Frage: Was bedeutet die Berufsbezeichnung "Gesundheitspsychologe"?

Antwort: Gesundheitspsychologen arbeiten im Präventivbereich, also im Vorfeld von möglichen Erkrankungen und versuchen deren Auftreten zu verhindern. Deshalb befassen sich Gesundheitspsychologen mit der Entwicklung gesundheitsfördernder Maßnahmen und Projekte im Zusammenhang mit:

  • der Förderung und Erhaltung von Gesundheit,
  • den verschiedenen Aspekten gesundheitsbezogenen Verhaltens einzelner Personen und Gruppen,
  • allen Maßnahmen, die der Verbesserung der Rahmenbedingungen von Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung sowie
  • der Verbesserung des Systems gesundheitlicher Versorgung dienen.

Sie beschäftigt sich insbesondere mit

  • gesundheitspsychologischen Maßnahmen im Bereich der Schmerzbewältigung,
  • Gesundheitsförderung, etwa in Schulen und Betrieben,
  • gesundheitsfördernden Maßnahmen im Alter,
  • weiteren gesundheitspsychologischen Bereichen, wie der Arbeit an Erziehungsfragen, gesundheitspsychologischen Aspekten in der Gynäkologie, der Vorsorge im Bereich des Nikotin-, Alkohol- und Drogengebrauches, sowie dem Arbeitsumfeld im betrieblichen Bereich,
  • gesundheitspsychologischer Rehabilitation zur Erhaltung oder Wiederherstellung der physischen, psychischen, sozialen, beruflichen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei Krankenheit und Behinderung.

Analog zur Klinischen Psychologie ist auch die Gesundheitspsychologie eine Teildisziplin der akademischen Psychologie. Die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung "Gesundheitpsychologe" erfordert neben dem abgeschlossenen Hochschulstudium der Psychologie eine mehrjährige postgraduelle Fachausbildung, sowie die Eintragung in die Liste der Gesundheitspsychologen beim Bundesministerium für Gesundheit. Für den Kompetenzerwerb und die Ausübung des Berufes gelten also sehr ähnliche gesetzliche Regelungen mit genau formulierten Berufspflichten, wie oben für die Klinische Psychologie erläutert.