Kleine Anleitung zum Fahren und Heizen einer Dampflok im MSTS !

Grueß Euch Trainsimmer!
                                     Zurueck
                                                                         Startseite                                         

Viele von Euch fahren im TS mit Dampfloks und wundern sich vielleicht wie einfach das ablaeuft.
Einfach Bremsen loesen, Fahrtrichtung waehlen, Regler auf und ab geht die Bahn.
Das ist ja so einfach wie E-, bzw. Diesellok fahren.
So faehrt man mit dem Computergesteuerten Heizer
Wer das absichtlich macht ist ohnehin nicht bei diesem Thema, also sind wir unter uns.
Ich bin kein ehemaliger Lokfuehrer, sondern habe mein Wissen dazu, aus Fachliteratur, Schilderungen und den Versuchsfahrten die ich im TS gemacht habe,
um die eng.- und wag.files zu tunen, erworben.      

Fahren mit einer Dampflok
Jetzt komme ich zu einem haarigen Kapitel, da ich selbst keine Erfahrung mit echten Kolbendampfmaschinen habe, geschweige den mit Dampf – Lokomotiven - alles bezieht sich auf den Umgang mit Dampfloks in der MS-Trainsimulation .

Aber probieren wir es aus!
Nachdem wir unsere Lok mit Anhang  gewaehlt haben und unsere Aufgabe kennen, setzen wir den Zug in Bewegung:
Bremsen loesen
,  wem die Reglerstufen zu klein/zu viele sind, dem empfehle ich in der eng.file eine groessere Abstufung einzuschreiben. Standart ist 0.0125 aendern auf 0.05 oder 0.02. Bis sich die Bremsleitung aufgefuellt hat stellen wir den
Fahr/Wenderegler
oder wie auch immer er genannt wird auf 50 – 100% je nach Gewicht des Zuges und der Neigung, den
„Dampf - Regler"
- auf Lokos wird der Haupt-Dampfregler so genannt, machen wir soweit auf, bis Druck in den
Zylindern  
angezeigt wird. Ist der
Druck in der Bremsleitung
da, bei europ. Dampfloks 5bar, (unbehandelte cabview.files zeigen fast immer „psi"), das ist die einzige Bremswirkungsanzeige im MSTS fuer Dampfloks, geben wir ein Pfeifsignal, schauen den Zug entlang nach hinten und nach vorn auf unser Ausfahrtsignal,
erhoehen den Druck auf die Zylinder indem wir den
„Dampf - Regler" weiter oeffnen, bis sich der Zug in Bewegung setzt.
Zylinderentwaesserungen
sind bei erster Anfahrt immer offen, außer im Schaltkasten am Ende der eng.file ist etwas anderes eingetragen,
die schließen wir jetzt.
Hat man den Regler zu weit aufgerissen und die Raeder der Lok drehen durch
(Schleudern), dann hilft sofortiges
Schließen
des „Dampf - Regler" 
 oder- vorher Sandstreuen wenn man einen schweren Zug wegziehen muss.
Dazu ist zu bemerken, daß Schleudern bei einer Dampflok nicht nur sehr großen Verschleiß bewirkt, sondern auch zu viel Dampfverbrauch, auch in der Simulation.  Reglerstellungen ueber 51% bei twin_port -Reglern, brauchen mit den meisten Reglerdaten weniger Dampf als darunter,
bei
single_port - Regler ist das ganze gleichmaeßiger. Ausprobieren!
Hat man nun den Zug in eine vernuenftige Fortbewegung gebracht, beginnt man sofort mit der Kontrolle aller Daten fuer einen soliden Betrieb und Sicherheit.
Das erste und wichtigste ist der Wasserstand im Kessel, dann der Druck im Kessel. Außer vor Steigungen braucht man den vollen Dampfdruck nicht.
Dann muss der MSTS DampfHeizLokfuehrer auf sein Feuer achten, also auf die richtige
IdealFireMass
nacheizen Taste „F" Feuertuere und „R" Schaufelrate, wenn noetig.
Ist genug Dampf da und die Strecke flach kann man sich damit Zeit lassen.
Nun stellen wir unseren Dampfverbrauch ein :
Es gibt in der HUD die Zeilen

Dampferzeugung
und
Dampfnutzung
, das sind ganz wichtige Anzeigen, besonders in der Lernphase, damit hat man die beste Kontrolle ueber seinen Kessel und die Reglereinstellung.
Hilfsblaeser
zu, Shift N ,
bei Feuertemperatur >900° , die Simulation erreicht max 1000°, wogegen im Vorbild auch 1400° heisse Rauchgase vorkommen.
Luftklappen
zu, Shift M
Um Fahrplaene einzuhalten ist es gut wenn man die Leistung seiner Lok zum beschleunigen, so gut wie moeglich ausnutzt,
also Fahr/Wenderegler voll auf, Dampf - Regler langsam erhoehen bis sich der Zug in Bewegung setzt.
Dann nehmen wir zuerst den Fahr/Wenderegler langsam zurueck um die Zylinderfuellung zu regeln - auf  40% fuers erste.
Den Dampf -Regler erhoehen wir gleichzeitig  weiter, wenn Zug gut beschleunigt nehmen wir den Fahr/Wenderegler noch weiter zurueck auf 25%.
Die Sim bremst bei zu grosser Fuellung die Maschine.
Druck steht vor und hinter dem Kolben an, es geht nichts mehr weiter und man saugt den Dampf aus dem Kessel durch die Zylinder.
Haben wir wenig Zeit, nutzen wir die volle Kraft und gehen immer nur um einige % mit dem Fahr/Wenderegler zurueck sobald die Anzeige
„Druck im Schieberkasten"
unruhig wird, bis sie sich beruhigt, solange bis die
Dampfnutzung, Dampferzeugung, Dampfdruck und Geschwindigkeit zufriedenstellend geregelt ist.
Faehrt der Zug zu schnell, dann machen wir den „Dampf - Regler" so weit zu, bis wir unsere Geschwindigkeit halten koennen. Man kann mit sogenannter Gegendruckbremse arbeiten und bei offenem „Dampf - Regler", den Fahr/Wenderegler auf rueckwaerts stellen, um die Geschwindigkeit zu drosseln und sich die Manipulation mit der Bremse zu sparen.
Normale Reglerstellung in der Simulation ist:  Fahr/Wenderegler zwischen 15 und 40%,
                                                                   Dampf - Regler um die 80% je nach Bedarf und Dampfangebot.
Jetzt werden wir auch schon Kesselwasser nachspeisen muessen, dazu druecken wir auf die Tasten L + O und oeffnen damit die
Wasserzufuhr L
und die Dampfzufuhr O zu den Injektoren.
Wenn man sich nicht erinnert welche Taste wo zugeordnet war (eng.file) dann abwechselnd L+O einschalten und auf den Dampfdruck achten, steigt der Wasserstand und bleibt der Dampfverbrauch annaehernd gleich dann haben wir den Abdampfinjektor in Betrieb.
Brauchen wir mehr Dampf als dem Kesseldruck guttut, dann haben wir den Frischdampfinjektor aufgemacht.
Dann oeffnen wir die andere Kombination K+I
Meistens ist nur wenig Unterschied zu bemerken, dann ist die eng.file Einstellung der Injektoren nicht sehr genau.
Wichtig ist fuer uns aber, daß genug Wasser nachgespeist wird, auf den Dampfdruck muessen wir ohnehin achten, da aber die Simulation meistens zuviel Dampf produziert ( es ist nicht moeglich das Feuer abzudecken ) werden wir hier nicht oft in Verlegenheit kommen. Meine eng-files sind so eingestellt daß der Dampfueberschuss genau ausreicht um den Kessel nachzuspeisen.
Haben wir wenig Wasser im Tender dann schliessen wir die Ventile K/L, mir ist aufgefallen, daß die Sim trotz geschlossener Dampfzufuhr, das Wasser aus dem Tender saugt was speziell bei kleinen Tenderloks zu Wassermangel fuehren kann.
Wenn wir nun eine Steigung zu bewaeltigen haben, stellen wir unsere Regler langsam auf den vermehrten Leistungsbedarf ein indem wir wie beim Anfahren zuerst die Zylinderfuellung erhoehen (Fahr/Wenderegler) Aber vorsichtig dabei kann man leicht die Fahrt verzoegern wenn man zu frueh dran ist, dann den Regler oeffnen, dabei auf die Dampfnutzung in der HUD achten sonst ist schnell der Dampfdruck und das Kesselwasser weg.
Wenn die Maschine richtig am Berg arbeitet baut sich der Druck auf und die Dampferzeugung bekommt die Oberhand. Jetzt erhoehen wir den Druck und die Fuellung auf die Zylinder so weit, daß wir den Zug am Rollen halten koennen. Schleudern vermeiden oder rechtzeitig Sandstreuen.
Nachheizen auf die IdealFireMass und Kesselwasserspeisen mit bedacht ist jetzt gefordert - Abdampfinjektor nuetzen um den Frischdampf fuer die Maschine zu erhalten. Wird die Fahrt langsam ist es ratsam die Luftklappen voll zu oeffnen und den Hilfsblaeser so einzustellen, das man
gerade eine Wirkung auf die Dampferzeugung/Feuertemperatur erziehlt, aber nicht zuviel Dampf verbraucht.
Bei einem starken Neigungswechsel nach unten, sollte man vorher schon den Kesselwasserstand so anheben ( +1 )das man bei Einfahrt ins Gefaelle keinen minus Wasserstand bekommt und durch die Sicherheitseinrichtung des Kessels ( Schmelzpfropfen ) aus der Simulation faellt.
Man kann jetzt ruhig alle Speiseventile so lange oeffnen, bis man einen sicheren Wasserstand hat, da man bergab ohnehin zuviel Dampf zur Verfuegung hat.

Wir kommen nun in die Verlegenheit den Zug anhalten zu muessen.
Die SimHilfe sagt: beim Einfahrtssignal Regler auf Null bis auf 20Kmh runter, und dann in die Station mit der Zug - Bremse, na ja damit kann man einen
Fahrplan nur schwer einhalten.
Eine einfache Bremsregelung hat man mit einem "Apply" Regler der selbststaendig die HauptLuftLeitung entsprechend den Einstellungen fuer release und application in der eng-file entleert bzw. fuellt.
Auf der Dampflok im allgemeinen und auf einer neuen Strecke im besonderen ist Uebung angesagt, hier kommt es auch sehr auf die Bremseinstellung an, die man in seinem Trainsetconsist hat.
Es besteht kein Unterschied zu anderen Antriebsarten in der Sim, außer man hat Zuege mit Vakuumbremse.
Verbraucht viel Dampf . Was aber gut gegen das ewige Abblasen des Sicherheitsventils waere.
Vacuumbemse ist eine mehrloesige Bremse ohne eigene Lokbremse, funktioniert am besten mit Wagen die gleich ausgestattet sind, kann auch bei Schmalspurdiesellok´s eingesetzt werden.
 
Auch  kann man die Maschine als Gegendruckbremse anwenden, Regler 30-51%  und den Fahrregler auf rueckwaerts, aber Achtung leichte Loks schleudern leicht.
Der Simulation ist es zwar egal aber wichtig ist es, sofort nach Stillstand des Zuges die Zylinderentwaesserungen zu oeffnen. .
Hat man viel Dampfdruck kann man jetzt Kesselspeisen mit den Frischdampfinjektoren ( Hilfsblaeser auf) um die Simbevoelkerung nicht mit dem Schalllaerm des SVentils zu stoeren.

Bei einigen Loks zb.: Flying Scotsman kann man unterwegs nach Carlisle aus eine Wanne zwischen den Schienen Wasser in den Tender fassen ohne anzuhalten. Mit Taste „t".Ruessel runterlassen, shift „t" hochnehmen. Eine Geschwindigkeitsangabe findet man in der Simhilfe, da aber die Rinne meistens zu schnell wieder zu Ende ist, fahre ich mit 30mph durch, um den Ruessel auch wieder rechtzeitig hoch zu bekommen.
Normales Wasserbunkern am Wasserkran ebenfalls mit "t", die Position ist in der eng.file angegeben.
Da in der Simulation die Loks keiner Pflege beduerfen,  koennen wir nach beenden unserer Aufgabe nach Hause gehen.
Oder wenn’s Freude gemacht hat die naechste Aufgabe starten.

Ein Tipp noch zum Fahren am Berg: Es ist bei manchen Strecken und Lok´s einfacher Schleudern zu vermeiden, wenn man nicht mit dem vollem  Kesseldruck  auf die Zylinderfuellung faehrt, 10-15%  niedriger als max Druck und erst die Fuellung erhoehen. Verbraucher dazuschalten - Heizung und Wassernachspeisung.
Abblasen des Sicherheitsventils vermeiden.

Damit ist diese Lektion zu Ende. Sie wird Euch bei den ersten Versuchen eine Dampflok zu Fahren und zu Heizen, helfen. Wenn jemand unter Euch eine feinere Bedienungsweise erarbeitet hat, dann bitte ich um Rueckmeldung um meinen Fahrstil zu verbessern.
Diese Anleitung beansprucht kein Copyright, Anfragen und Verbesserungsvorschlaege an.

herbert.maggale@chello.at

                        Zurueck                                                                                                    Startseite