Zum
Schlaganfall allgemein
Jedes
Jahr erleiden mehr als 20.000 Österreicherinnen und Österreicher einen
Schlaganfall. Darunter versteht man das blitzartige Auftreten von
Funktionsstörungen des Gehirns mit Lähmungen
von Arm, Bein oder einer Körperhälfte, der Unfähigkeit zu sprechen oder
Gesprochenes zu verstehen, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit und
anderem mehr. Schuld daran ist in vier von fünf Fällen ein plötzliches
Absinken der Durchblutung kritischer Hirnregionen unter jene Schwelle, die für
eine ausreichende Versorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff und Zucker
notwendig ist.
Wie
kommt es zum Schlaganfall?
Die
Ursache für einen Schlaganfall ist zumeist ein Gefäßverschluss durch
Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) oder die Verschleppung von
Blutklumpen, welche z.B. bei einem gestörten Herzrhythmus entstehen können.
Zu hoher Blutdruck als wichtigste Ursache des Schlaganfalls:
Der Blutdruck im Gefäßsystem wird durch die Riesenpumpe „Herz“,
die täglich 9000 l Blut durch den Kreislauf pumpt, erzeugt und durch die
Weite der so genannten Widerstandsgefäße (kleine Schlagadern) wesentlich
beeinflusst. Ohne einen ausreichenden Blutdruck ist kein Blutfluss für
entscheidende
Organfunktionen (anfällig sind hier z. B. Hirn, Niere und Herz selbst) möglich.
Umgekehrt führt auch der zu hohe Blutdruck (=Hypertonie) zu einer übermäßigen
Druckbelastung der Gefäßinnenhäute und stellt damit den wichtigsten
Risikofaktor für Schlaganfall und einen sehr wichtigen Risikofaktor für
Herzinfarkt, Herzschwäche und Nierenerkrankungen dar. Optimaler Blutdruck
ist unter 120/80 (Mittelwert von mindestens 4 Messungen unter geeigneten
Bedingungen). Der Graubereich ist 120 bis 140 und 80 bis 90, der
Hochdruckbereich beginnt
bei Mittelwerten über 140/90. Der obere dieser Werte entsteht während der
Pumpphase des Herzens, der untere spiegelt den Blutdruck während der
Entlastungsphase des Herzzyklus wider. Der Bluthochdruck ist eine
schleichende Erkrankung, die anfangs keine Beschwerden macht und selbst bei
sehr ausgeprägter Blutdruckerhöhung nur uncharakteristische Beschwerden
(z. B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Flimmern vor Augen) hervorrufen kann.
Durch einfache Lebensstilmaßnahmen (Gewichtskontrolle, Reduktion der
Kochsalzzufuhr, gesunde Ernährung mit Obst, Gemüse und fettarmen
Milchprodukten, begrenztem Alkoholkonsum und körperlicher Aktivität) können
alle der Entstehung eines Bluthochdrucks entgegen wirken. In schweren
Fällen
müssen spezielle, seltene Hochdruckursachen ausgeschlossen werden bzw. der
Hochdruck mit Medikamenten, häufig im Sinne einer Kombinationstherapie,
behandelt werden. Der erhöhte Blutzucker (Diabetes) und die Blutfette
(Cholesterin unter 200, LDL Cholesterin unter 100) sind sehr häufige
Risikofaktoren die zu einem Schlaganfall führen können!
Richtig
reagieren bei einem Schlaganfall
Tritt
der Schlaganfall ein, bleiben nur drei Stunden Zeit, um das Blutgerinnsel
durch ein spezielles Medikament wieder aufzulösen. Dazu kommen eine Reihe
von Gründen (vorheriger Unfall oder nicht korrigierbarer Blutdruck,
bestimmte Medikamente, die vorher verabreicht
Vorbeugungsmaßnahmen
Vorbeugung
ist natürlich die beste Möglichkeit, der Bedrohung durch Schlaganfall
entgegenzuwirken. Vielen Schlaganfällen gehen kurzfristige Vorzeichen
(gleiche Vorzeichen wie oben, Lähmungserscheinungen, Seh- und Sprachstörungen,
bilden sich aber wieder zurück – im
Volksmund
oft als „Schlagerl“ bezeichnet) voraus. Diese Zeichen dauern oft nur
Sekunden oder wenige Minuten. Oft werden sie nicht ernst genug genommen. Ein
schwerer Fehler – bietet sich doch dadurch die Gelegenheit, entsprechende
Diagnostik und Therapie einzuleiten, noch bevor
durch
einen späteren schweren Schlaganfall bleibende Behinderung auftritt. Die
weiteren Schlüssel zur Vermeidung von Schlaganfall sind eine gesunde
Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung, nur mäßigem
Alkoholkonsum, Vermeiden von Rauchen, sowie die konsequente Behandlung der
Risikofaktoren wie in erster Linie hohen Blutdruck, aber auch erhöhten
Blutzucker und Fettstoffwechselstörungen.
SOS
Die vier
häufigsten
Warnsignale
für einen
Schlaganfall
Das Tückische
am Schlaganfall: Betroffene
haben
meist keine Schmerzen – daher wird
die Gefahr
oft unterschätzt. Umso mehr
muss auf
die typischen Anzeichen geachtet
werden:
•
Halbseitige Schwäche
Es können
eine ganze Körperhälfte – zum
Beispiel
Gesicht, Arm oder Bein – oder
Teile
betroffen sein. Die Schwäche (Lähmung)
kann
leichtgradig oder schwer
ausgeprägt
sein.
•
Halbseitige Gefühlsstörungen
Es können
wieder eine ganze Körperhälfte
oder Teile
davon betroffen sein.
Meist
werden diese als taub empfunden,
Berührung
wird nicht bemerkt.
•
Sprachstörungen
Die
Sprache von Betroffenen ist nicht
oder nur
eingeschränkt verständlich. Umgekehrt
können
die Betroffenen auch
selbst
Schwierigkeiten haben, Gesprochenes
zu
verstehen. Sie können daher
einfache
sprachliche Anweisungen oft
nicht mehr
befolgen.
• Sehstörungen
Es kommt
plötzlich zum Verlust der Sehwahrnehmung
in einem
Teil des Gesichtsfeldes,
eventuell
auch zu vorübergehender
Blindheit
auf einem Auge.
Bei
solchen Beschwerden sollten Sie bitte
sofort die
Rettung (Tel.-Nr. 144) rufen und
sich an
die nächste Neurologische Abteilung
(Stroke
Unit) einweisen lassen.
Impressum:
Österreichische
Gesellschaft für Neurologie