Kals am Großglockner:

Alle bearbeiteten und erhobenen Namen des Kalser Tales

mit kurz gefasster Erläuterung

 

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Namen slawischer Herkunft im Überblick

Namen romanischer („ladinischer“) Herkunft im Überblick

Namen deutscher (bairischer) Herkunft im Überblick  folgt

 

Provisorische Fasssung (Stand vom 13.6.2013, ergänzt zuletzt am 28.5.2017)

(derzeit sind noch nicht alle Namen hinsichtlich ihrer Herkunft erklärt, doch es werden ständig Ergänzungen vorgenommen)

 

 

Vorbemerkungen: Im Allgemeinen wird hier nur eine Kurzdeutung angeboten, außer der Name versteht sich von selbst (z.B. Eiskögele). Wenn eine sich aus neu vorliegenden Er­kenntnissen ergebende abweichende Deutung gegenüber dem Stand von Pohl 2004 vorliegt, wird die bisherige nicht mehr angeführt. P/T/K/V als erste Buchstaben siehe unter B/D/G/F. Siedlungsnamen werden durch Fettdruck, Hof- und Familiennamen durch kursiven Fettdruck hervorgehoben. Bei stark von der Schreibung abweichenden Namen wird die Aussprache im eckige Klammern gesetzt, bei ungewöhnlicher Betonung wird ein Akzent gesetzt.

 

Übersicht über die Quellen:

I-IX     = Odwarka-Pohl (→ Literatur, Auflistung anschließend)

I*-VIII* Nachträge Karl Odwarka (Ergänzungen zu den in I-VIII bzw. Nr. 1-1007 enthaltenen Namen, versehen mit einem Sternchen [*], sofern diese neue, bisher nicht vorkommende Appellativa enthalten)

I          Dorfer Tal und Teischnitztal (ÖNf 14/1986, 83-111, Nr. 1-184)

           Nachträge und Berichtungen zu I (ÖNf 18/1990, 5-8, Nr. 185-196)

II         Ködnitztal und Burger Tal (ÖNf 18/1990, 8-33, Nr. 197-413)

III        Lesachtal (ÖNf 18/1990, 33-54, Nr. 414-571)

IV       Großdorf (ÖNf 21/1993/2, 71-85, Nr. 572-758)

V         Lana (ÖNf 21/1993/2, 85-92, Nr. 759-816)

VI       Arnig (ÖNf 22-23/1994-1995, 59-63, Nr. 817-897)

VII      Staniska (ÖNf 22-23/1994-1995, 63-65, Nr. 898-938)

VIII     Peischlach (ÖNf 22-23/1994-1995, 65-71, Nr. 939-1007)

IX       Hofnamen (ÖNf 26/1998/1-2, 123-145 mit eigener Nummerierung, heute nicht mehr bestehende Höfe und abgekommene Namen sind mit gekenn­zeichnet)

K         Heinz Dieter Pohl: Kals am Großglockner. Ein namenkundlicher Führer. Kals-Ködnitz 2001 (die Zahlen beziehen sich auf die Kapitel)

AHB   Anreiter 2010 (→ Literatur)

AOK   Anreiter 2004b (→ Literatur)

ARN   Anreiter 2004a (→ Literatur)

AUN   Anreiter 2009c (→ Literatur)

PL       Pohl 2012-2013 (→ Literatur)

PN      Pohl 2014 (→ Literatur).

 

Alle im Namenkundlichen Führer (→ Übersicht unter K) erklärten Siedlungsnamen (Orts­teile der Gemeinde Kals am Großglockner) und wichtigsten Bergnamen sowie touristisch wichtig erscheinende Objekte werden ausführlicher erklärt. Neue Deutungsversuche von Peter Anreiter finden hier volle Berücksichtigung wie auch die von ihm erhobenen urkundlichen Belege.

Nachträge zu I-IX sind alphabetisch eingeordnet und mit der neuen Quelle versehen. Sie werden analog wie die anderen Namen erklärt. Überholte Deutungen, die in I-IX enthalten waren, werden weggelassen. Alle hier angeführten Deutungen entsprechen dem letzten Stand.

 

 

A

 

Ackelesteig (II 197) = deutsch mundartlich Ackerle, Diminutiv zu Acker.

Acker, Äußerer/Innerer/Oberer/Unterer Acker (AHB).

Ackerle, Hinteres/Oberes/Unteres Ackerle (AHB).

Adel  (AHB).

Ader (die) (I*), Aderspitz(e) (I 1f.) zu deutsch Ader ‘Wasserader, Quelle’ + Spitz(e).

Aigner  (AHB).

Airas, Unterairas  (AHB) zu romanisch areas (Plural) ‘Fläche, freier Platz, Tenne’ + deutsch Wiese.

Airasberg  (AHB) wie vor.

Airaswiese (I 3), auch Oraswiese (I 131) → Airas.

Albl (AHB).

Albwiese (AHB).

Alte Palalpe (K 16) → Pahl-.

Am Grodes Grodes (Am).

Amraser (IX 1) zum Personennamen Ambrosius.

Amraser Gut/Leite (AHB).

Am Sattel Sattel (Am).

Am Schalotz Schalotz (Am).

Am Walde Walde (Am).

Am weiten Weg (II*).

Anderler (IX 2) zum Personennamen Anderle, Diminutiv zu Andreas.

Angele (IV 572) = deutsch mundartlich → Angerle, Diminutiv zu folg.

Anger (IV 573f., VII 898, VIII 939f.), Hinterer Anger (AHB) = deutsch Anger ‘umzäuntes Wiesfeld (beim Haus usw.)’.

Angerle, Äußeres/Inneres Angerle  (AHB) wie → Angele Diminutiv zu vor.

Angerlage (VII 899) = Anger (wie vor.) + deutsch mundartlich lage ‘Steilhang’.

Arizodl (AHB).

Arlplan (AHB).

Arnig (VI 817f., K 3 u. 15) urkundlich 1299 Awernick, 1428 Aurinkch u. Aurnikch, 1545 erstmals Arnig < altslowenisch *avornik (< slawisch *avorьnikъ ‘Ahorngegend’), ursprünglich wohl Hofname, etwa ‘Ahorner’ zu slawisch (j)avorъ, slowenisch javor ‘Ahorn’.

Arniger (AHB) zu vor.

Arniger Gut/Wiesen (AHB, VI*).

Arniger Wiesen (VI*) Sammelbegriff für → Haslacher/Jackler/Jans/Nieder­arniger Wiese.

Arnizöd (AHB).

Arzl (IV 575, IX 3) zu deutsch Erz (althochdeutsch âruzi); eventuell auch zu deutsch Arzt.

Arzt (AHB), wohl wie vor.

Arzt(en) Gut (AHB).

Asamer (AHB) → folg.

Asamer Feld (III 414) zum Personennamen Asam ‘Erasmus’ (als Hofname oder Familienname).

Asmaier (AHB), auch Asmayr (IX 4) zum Personennamen Asam ‘Erasmus’.

Asmaier Gut (AHB).

Auf den Bücheln Bücheln (Auf den).

Auf der Gießen  Gießen (Auf der).

Auf die Wände Wände (Auf die).

Auf Kyrieleis Kyrieleis (Auf).

Auf Matitz Matitz (Auf).

Auf PfornPforn.

Auf Schlitt Schlitt (Auf).

Auf Zengele Zengele (Auf).

Aufraut (II 198, III*, VII 900) zu deutsch mundartlich aufreuten ‘eine Wiese zum Acker machen’ oder = deutsch mundartlich auf (der) Raut ‘Rodung’.

Auschnitz (AHB).

Außerbichler † (IX 5) Lagename, zu deutsch außer + mundartlich Bichl ‘Bühel’.

Außerellepart Elleparte  (AHB).

Äußere Groje Groje.

Äußere Lasse Lasse.

Äußere PlassePlasse (Äußere/Innere/Mittlere).

Äußere Säul Säul (Äußere/Innere).

Äußere Schösslen Schösslen (Innere, Äußere).

Äußere Teischnitz Teischnitz (Äußere/Innere/Obere).

Äußere Wiese Wiese (Äußere)

Äußerer Acker   Acker, Äußerer/Innerer/Oberer/Unterer Acker.

Äußerer Lana Lana (Äußerer/Innerer).

Äußerer Lannach Lannach.

Äußerer PlanPlan (Äußerer/Innerer) (AHB).

Äußerer Schönleitengraben Schönleitengraben.

Äußerer Tschampedell Tschampedell (Äußerer/Innerer).

Äußerer Veitrog Veitrog (Äußerer).

Äußerer Vorlachen Vorlachen (Äußerer/Innerer).

Äußeres AngerleAngerle, Äußeres/Inneres Angerle .

Äußeres Feld Feld (Äußeres/Oberes/Unteres) (AHB).

Außerhaslacher Gut (AHB).

Außerhofer † (IX 6) Lagename, zu deutsch außer + Hof.

Außerzeiner † (IX 7) Lagename (mundartlich für ‘Außerzäuner’).

Außerzeiner Zeiner (Außer-, Inner-).

 

B  P

 

Bachaseite (IV 753), -talan (IV 576) d.i. ‘Bacher-Seite bzw.-Tälchen’ (zum Hofnamen Bacher), → Zebacha.

Bacher (III 415), Zwischen die Bacher (IV 758) Plural zu Bach.

Bacher (IX 8, K 15) Lagename, ‘Bauer am Bach’.

Bacher Ebenle (II 199) = ‘kleine Eben des vlg. Bacher’ (→ vor.).

Bacheregge, -boden, -seite (IV 577), -eck, -graben (V 759) wie vor.

Bacherrotte (IV*) eine der vier Großdorfer „Rotten“ (→ -rotte).

Bachler (IX 9, K 15) Lagename, ‘Bauer am Bächlein’.

Bachlerbalfen (I 4), Bachler Gut  (AHB) = Hofname Bachler (→ vor.) + → Balfen/ Palfen bzw. Gut.

Bachwiese, -wiesl (AHB).

Badl  (AHB).

Badstubenalm  (AHB).

Pahl (IV 578, V 760, IX 93, K 15) zum Personennamen Paul.

Pahl Alm/Balfen/Berg/Gut/Lärchete/Winkel (AHB, IV*).

Bairisches Törl (II*).

Palalm (I 5), -peinte (IV 579) = ‘Alm bzw. → Peinte des vlg. Pahl’ (→ vor.).

Palberg (I 6) zu romanisch pala ‘steil abfallende Wiese’ (alpines Substratwort).

Balfen (III 416, K 16) d.i. deutsch mundartlich Balfen/Palfen (Lehnwort < romanisch *palva ‘Fels-(höhle, -vorsprung).

Pallärchete (I 7), auch Pahl Lärchete (AHB) Hofname → Pahl + deutsch mundartlich Lärchete ‘Lärchenwald’.

Palletl(e) (AHB).

Palligl (AHB).

Pallu (PL, AUN) zu romanisch palus, paludis ‘feuchter Grund, Moos.’

Pallucke (IV 580) entweder wie Pal-berg + Lucke oder wie Beluge.

Balóten (I 8) zu romanisch palota/palutta ‘schlechte Halde’ (zu pala ‘steil abfallende Wiese’ (alpines Substratwort).

Palrumizirme (IV*) → Rumizirme.

Banklen (III 417) Diminutiv zu deutsch Bank (Plural).

Bannwald (III 418).

Paraditze (IV 581) wohl zu slowenisch prod ‘Geröll, Schotter’ (vgl. Boroditze).  

Bärenkogel (Kalser) (I 9) = ‘Bären- (oder Eber-) kogel’.

Bärenloch (I*, AHB).

Bärentrögl (VIII 941) ähnlich wie vor.

Parteles (AHB).

Partes (PL, AUN), Oberer Partes (AHB) zu romanisch pars,  partis ‘Teil’.

Pasgoat (IV 582, ARN, AOK, PL), Innerer Pasgoat (AHB) zu romanisch pascuum ‘Weide’ + -ariu + -ittu, etwa ‘kleines Weidegebiet’).

Basín, Unterer Basín (I 10) zu romanisch baccinu ‘Becken’.

Basinder (I*) Plural, steile Mähder über dem → Basin. Nach den Besitzern Eharter/Platzer/Tinkener/Zöttl Basin.

Basinl (AHB) Diminutiv zu Basín.

Patas(e Plural) (IV 583) viell. < romanisch (ad) pactas (zu lateinisch pactus ‘befestigt, bepflanzt’).

Pateliene [-íǝ-] (III 419) < romanisch pratellinu ‘kleine Wiese’.

Baumann(er) (IX 10) zu Baumann ‘Bewirtschafter eines Besitzes’.

Baumann Alble/Gut (AHB, II*).

Baumgarten (AHB).

Baumgartner (AHB).

Payr † (IX 94, K 15) Herkunftsname, Stammesname Baier.

Payr Acker/Gut/Hube (AHB).

Pazenol (AHB).

Bei der Marter Marter (Bei der).

Bei die Leck- oder Lechbänke Leck- oder Lechbänke (Bei die).

Beil (I 11, III 420) zu romanisch pila ‘Säule, Pfeiler; Haufen, Schober; Keil’.

Beiler (die) (I 12) wie vor. (Plural).

Beil (Mittleres/Vorderes) (I*) → Beil.

Beim Brunnen Brunnen (Beim).

Beim Lärchensteig  Lärchensteig (Beim). 

Beintal (IV 584) wohl mundartlich Peinte (→ folg.) + Tal; möglich auch Peiental ‘Bienental’.

Peint(e) (I 201, VI*) = mundartlich Beunde ‘eingezäuntes Grundstück’ (zu althochdeutsch *bi-wand-jan ʻmit einer Wand, einem Flechtzaun umgebenʼ).

Peintl(e), Oberes Peintl(e) (AHB) Diminutiv zu vor.

Peischlach (Ober-, Unter-) (VIII 942, K 6) urkundlich 1299 Peuschler, 1428 Päuschlarn, erstmals 1521 peischlach, < altslowenisch *pišljah (< slawisch *pyšl’axъ), Lokativ zu *pyšl’(an)e, einem von slawisch *pyxati ‘blasen, wehen’ abgeleiteten Einwohnernamen, etwa ‘Ort, wo der Wind weht’, slowenisch  pišlje; der urkundliche Beleg Peuschler zeigt den alten deutschen Einwohnernamen, die Form auf -arn/-ärn den  Dativ, der syntaktisch dem slawischen Lokativ entspricht. Erinnert semantisch an deutsche Ortsnamen wie Windschnurn (Gemeinde Lendorf, Spittal an der Drau). Alle anderen sub II 200 vorgeschlagenen Deutungen unwahrscheinlich.

Peischlacher Alm/Almbach/Bach/Berg/Felder/Kaser (AHB).

Peischlerberg, -tröger (VIII 943f.) zu Peischlach; reflektiert die alte Variante urkundl. Peuschler usw.

Pelote (II 202) wie Balóten.

Beluge [we-]  (II 203) zu romanisch vallis + -ucca ‘rauhes Tal’.

Bengl (I 13, AOK, PL) wegen der Aussprache [penāʹl] richtig Benál; zu romanisch pineus ‘Fichten-, Föhren-’ (etwa *pineale).

Penten (AHB) = → Peinte

Pentensteig (IV 585) d.i. ʻPeintensteigʼ.

Pentenwald (II 204) d.i. ‘Peintenwald’.

Pentle (III 421) Diminutiv zu → Peinte.

Pentlein (IV 586) wie vor.

Berg (AHB).

Berger (IX 11) Lagename.

Berger Acker/Ackerle/Alm/Bach /Gut/Ochsnerhütte/Weide (AHB, II*).

Berger(eben)alm (I 14), -ebene (K 16) = ‘Alm des vlg. Berger’ (Eben hießen urspr. alle Almen im Dorfertal).

Bergerschoß (IV 587) zum Hofnamen → Berger, sonst unklar; viell. zu mittelhochdeutsch geschieʒ, schuʒ ‘Giebelseite (eines Gebäudes)’.

Berger Törl (II 205).

Bergertschempedell (IV 588) d.i. Hofname → Berger  + → Tschempedél.

Bergerweiß (IX 12), auch -weis (I*) Benennungsmotiv unklar (jedenfalls zur Unterscheidung vom vlg. Berger).

Bergerweißebenalm (I 15), -ebene (K 16)  zum Hofnamen Bergerweiß, also ‘Alm des vlg. Bergerweiß’ (→ vor.).

Bergerweiß Wiese (AHB).

Bergle (AHB) Diminutiv zu Berg.

Berg-Tinkener Tinkl (Berg-Tinkener).

Perloger (IX 95, K 15) Lagename, zu slowenisch prelog ‘Brachland’.

Perloger Gut/Tal (VII 901, AHB) zu vor.

Pern (AHB).

Pernschitz, Pernschitzbach, -graben, -wiese, -wiesl (AHB).

Persins (AHB).

Peterskluft, -tal (II*).

Beunde Peint(e).

Pfadrain (II 206) wohl zu mundartlich Faden ‘Grenzkamm, Wasserscheide’ + Rain.

Pfaffental (II 207) → folg.

Pfaffentumpf (I 16) zu mittelhochdeutsch tumphe zu mundartlich Dumpf ‘Mulde, Wasserloch, Tümpel’ (Benennungsmotiv des Vordergliedes  unklar).

Pfaltenpfoi (IV 589) wohl Kompositum < romanisch fontana ‘Brunnen’ + fovea ‘Grube’.

Pfarafle (II 208) d.i. ‘kleiner Pferch’ (→ folg.).

Pfar(a)f  (III 422, IV 590, VIII 945) mundartlich Pfar(e)f ‘Pferch’ (Lehnwort < romanisch parricus).

Pfarfer (I 17) Plural zu vor.

Pfarreranger, -bichl, -tal (IV 591, AHB) zum → Pfarrwidum gehörige Fluren..

Pfarrer Klesch (K 16, AHB) → Foraglöisch.

Pfarrer Bressla (IV*) → Pfarrer- u. Bresla

Pfarrwidum (IX 95a) Pfarrgut (mundartlich wîdum ‘Pfarrhaus’).

Pfarze (PN, AHB) zu romanisch furca ‘Gabel, Weggabelung, Einschnitt im Gelände’.

Pfatschepfeugrube, -steig (II 209, AHB) wohl romanisch fascia ʻBand, Bindeʼ > ladinisch fascha ‘Acker-, Wiesenstreifen, -band’ + fovea ‘Grube’.

Pfau (AHB).

Pfeifertäl(d)er (I*, AHB) unklar (ein Hofname/Familienname Pfeifer nicht nach­weisbar).

Pfloracker (VII 902, ARN, PL) Vorderglied zu romanisch flore ‘Blume’, in der Zusammensetzung etwas ‘Frühlingsweide’.

Pfoatsche (II 210) wie → Pfortsche.

Pfoier (IX 96) Lagename, etwa ‘Gruber’ (zu romanisch fovea ‘Grube’).

Pfoier Acker/Gut/Wiese (AHB).

Pforn (II 211), Auf Pforn (I*) → folg.

Pfornwand (I 18) zu romanisch fornu ‘Ofen’, mundartlich auch ‘Fels(höhle)’ (die Metapher ‘Ofen’ für ‘Fels’ ist in Kärnten und der Steiermark besonders häufig, kommt aber auch sonst vor)

Pfortsche (I 185, II*) zu romanisch furca ‘Gabel, Weggabelung, Einschnitt im Gelände’.

Pfortschgraben, -scharte, -wiese, -winkel (II 212f.,  II*, AHB) → vor.

Pfosbichle (AHB), auch Pfoß- [pfṓpichle] (IV 592) Kompositum < romanisch fovea ‘Grube’ + Diminutiv von deutsch Bichl.

Pfrenz (III 423, IV 593, AOK, PL) wohl < romanisch virentia ‘Grasplatz’ (weniger wahrscheinlich slawisch *bьrdьnica zu bьrdo ‘Berg, Anhöhe’).

Bichl (I 19, VII 903) = mundartlich für ‘Bühel’ (‘Hügel’).

Bichle (IV 594f.) Diminutiv zu vor.

Bichlbalfen (I 20) wie vor. + Balfen/Palfen (Lehnwort < romanisch *palva ‘Fels (-höhle, -vorsprung)’.

Bichler † (IX 13, K 15) Lagename, zu → Bichl.

Bichlsteig (II 214), -tal (V 761).

Pifang (I 21, K 16), auch Bifang (AHB), Hoher Bifang (AHB) = mundartlich (< mittelhochdeutsch bivanc) ‘eingefriedetes Grundstück’.

Pifanghütte (I 22) wie vor. + ‘Hütte’.

Bifangl (AHB), Ödes Bifangl (AHB).

Piffenga (III 424) wie Pifang.

Pif(f)ing (II 215, III 425) wie Pifang.

Piggelin (II 216, AOK, PN) < romanisch *pediclu ‘spitzer Pflock; Gipfel’ + -inu.

Piggelis (III 426, AOK, PN) ähnlich wie vor.

Pilater Berg (II 217) zu romanisch pila ‘Säule, Pfeiler’.

Pill (AHB).

Pirchacker (AHB).

Bisgal-Weide (II 218) < romanisch post collem ‘hinter dem Berg’.

Bisgóltal, -riese (IV 596) wie vor.

Bislstand (II 219) ‘Platz fürs Vieh, wohin es vor Hitze und Insekten flieht’ (zu mundartlich piseln ‘wütend herumlaufen’).

Pitterangerle  (AHB), -wald (IV 597), -weidach (AHB) zu einem heute nicht mehr fassbaren Hofnamen oder Familiennamen.

Bizoul (III 427) entweder zu romanisch pits ‘Spitze; spitz zulaufendes Grundstück’ + salsu ‘gesalzen’ im Sinne von ‘saure Wiese’ oder < romanisch puteus ‘Brunnen’ + ale.

Pladenz, Pladenzeck (I 23, K 16) zusammengesetzt aus Pladénz (zu romanisch platta ‘kleine Verebnung, abgeplatteter Hangvorsprung’, davon auch unser Lehnwort Platte, zu romanisch plattus ‘flach’) und Eck ‘hervorspringender Berg’.

Pladnebenle (AHB).

Pladöinbachle (III 428) wie vor.

Plan (der) (I 24) zu romanisch planus, -a ‘eben, Ebene’.

Plan (Äußerer/Innerer) (AHB).

Planematz (II 220) entweder < romanisch plana marcida ‘welke Fläche’ oder plana media ‘mittlere Fläche’.

Planettl (II*) Diminutivbildung zu romanisch *planutta (→ Blanót).

Planigle (AHB).

Blanót (II 221, V 762), auch Planát (II*) < romanisch *planutta ‘ebene Fläche’.

Plas (IX 97, K 16) eher zum Personennamen Blasius als zu folg.; → Plos.

Plas Acker/Gut (AHB).

Blas (I 25, K 16) zu slawisch plazъ ‘Lawine, Lahn’ (slowenisch plaz); → Blos.

Blas (Kuenzer-, Joch-) (II 222) wie vor.

Plasischg (AHB) < altslowenisch *plazišće ‘Lawinengang’.

Plasischgegraben (VI 819, K 16), Plasischgstein (AHB) zu vor.

Plasse, Plasse (Äußere/Innere/Mittlere) (AHB).

Plassl (AHB).

Blastale, -wiesl (II*).

Blatl  (AHB).

Platte (K 16, PL) entlehnt < romanisch platta ‘Platte, Verebnung, abgeplatteter Hangvorsprung’).

Platteneck (AHB).

Plattengravoarsch (I 26) Zusammensetzung aus → Platte + romanisch gravariu (+ -s, Plural) ‘Mure’ (zu vorröm. *grava ‘Kies, Flussgeschiebe, Geröll’).

Plattl (AHB) Diminutiv → Platte.

Plattner (IX 98) Lagename, zu deutsch Platte (romanisches Lehnwort, → vor.).

Plattner Alm/Garten/Gut/Hube (II 223, AHB) d.i. ‘die Alm usw. des vlg. Plattner’ (→ vor.).

Platzer † (IX 99) zu deutsch Platz mundartlich ‘offene, freie Stelle’ (Lehnwort < romanisch platea ‘Platz’).

Platzer Gut/Hube (AHB).

Platzes (Plotzes) (VI 820) wohl zu romanisch platea ‘Platz’.

Platzl(e) (II 224) d.i. mundartlich ‘(kleiner) Platz, ebene Stelle’ (romanisches Lehnwort).

Blaue Köpfe (II*), Wand (II 225), Wandlan (IV*).

Blauer Balfen (I 27) = deutsch blau (von der Färbung des Gesteins) + Balfen / Palfen (Lehnwort < romanisch *palva ‘Fels(-höhle,  -vor­sprung)’).

Blauer Knopf (I 28, IV*) = blau (wie vor.) + mundartlich Knopf ‘Hügel; Felsstück, das zu kippen droht’.

Blaues Schartl (II 226).

Blauspitz(e) (IV 598), auch Ganotzkogel (→ Ganot), nach dem Erschei­nungs­bild.

Plenot (II 227) wie Blanot.

Pleues, Pleuesegg (IV 599f.), -tal (IV*) wie Ploi.

Plitzen (AHB) zu slowenisch polica ‘Gelände-, Bergstufe, Terrasse’.

Ploi (IX 100) bzw. Ploier, Ploier Gut (AHB) Lagename, zu romanisch plagius, -ia ‘steiles Grundstück, Böschung’ (urspr. ‘Seite, Küste’, aus dem Griech.).

Ploi (III 429, IV 601, VIII 946) wie vor.

Ploi (Oberer/Unterer) (AHB).

Ploiacker (AHB).

Ploiele (AHB) Diminutiv → Ploi.

Ploies = Pleues.

Ploisteig (IV 601), Plojwand (AHB), Im Ploj (I 29) → Ploi.

Blos (VI 821, K 16) wie Blas.

Plos (II 228, VI 822, K 16) wie Blas.

Ploss (III 430) wie vor.

Plotzes Platzes.

Blossen  (IV 602, K 16) Plural zu Blos/Plos(s).

Bochwald (II 229) d.i. ‘Bachwald’.

Boden (II 230) d.i. mundartlich Boden ‘Terrassenebene am Berghang, ebene Weide in der Bergregion’.

Bödenlan (V 763) Plural, Diminutiv zu vor.

Bödne (IV 603) Plural zu Boden.

Bödnlan (IV*) Diminutiv zu vor.

Böheim (IX 14, K 15) Herkunftsname, etwa ‘aus Böhmen’.

Böheimebenalm (I 30), -ebene (K 16) = ‘Alm des vlg. Böheim’ (→ vor.).

Pohles- [poulet-] (II 231f.) wohl wie Balóten.

Point (III 431, VIII 948) wie Peinte.

Poletztrog (VIII 947) Kompositum aus slowenisch polica ‘Gelände-, Bergstufe, Terrasse’ + deutsch → Trog.

Pollen (AHB).

Popbichelen (V 764, AOK) wohl umgeformtes slowenisches podpolje ‘Unterfeld’ (vgl. Siedlungnamen Poppichl in Kärnten).

Boroditze (V 765) zu slowenisch prod ‘Geröll, Schotter’ (→ Paraditze).

Portnerbrücke (III*).

Posdoier † [påstóiǝr], älter Posedoier [påßidóiǝr] (IX 101) wahrscheinlich Lagename zu roma­nisch pausatorium ‘Ruheplatz, Leger’.

Posdoier Gut/Hube/Wald (AHB, II*).

Posdoierl(e) (AHB) → Postoierle

Posedoier (Ober-) (II 234) → Posdoier.

Böser Nock (K 16) der Böse Nock liegt im Wetterwinkel, analog zum Bösen Weibl; Nock weitverbreitetes Bergwort (z.B. Nockgebiet in Kärnten), in Tirol ‘kleine Erhebung, kleiner bewachsener Felsen, höchste Kuppe eines Berges (u.dgl.)’.

Böses Leitle (I*).

Böser Steig (II 233).

Böses Tal (III 432).

Böses Weibl (Weibele) (K 16f.) im Volksaberglauben begründet, so heißen die im Wetterwinkel liegenden Berge.

Bösleitle (AHB) ‘böse’ im Sinne des Wetters (Wetterwinkel), Leitle Diminutiv zu → Leite.

Posg (AHB).

Bosling (VII 904) zu mittelhochdeutsch bozze ‘Bruch, Steinbruch’.

Bossenig (VIII 949) wohl zu slowenisch pozen ‘spät’, wovon poznik ‘Spätling, Spätkartoffel usw.ʼ (vgl. auch poznica ʻSpätfruchtʼ, poznjak ʻSpätflachsʼ), woraus sich die Bedeutung ʻWiese, die nur einmal [also spät] abgemäht wird’ entwickelt haben könnte.

Posserun (AHB).

Postoierle (VI 823), auch Posdoierle (AHB) Diminutiv zu → Pos(e)doier.

Botlab (V 766) Waldstück, daher Hinterglied wie → Lab, Vorderglied wohl ein Personen­name.

Potsch (III 433) wie folg.

Potz(bichl) (II 235) zu romanisch putea ‘Bodensenke auf Alpweiden’.

Pöutz (III 434) wie vor.

Poz (AHB) wie vor.

Prad (Brod) (VI 824, K 16) entweder zu slowenisch prod ‘Geröll, Grieß’ (wegen Aussprache [-ō-] wahrscheinlicher) oder zu romanisch pratum ‘Wiese’.

Prad (Prader Rotte) (AHB) zu romanisch pratum ‘Wiese’; Prader Rotte Ortsteil von → Großdorf (→ -rotte).

Pradell (III 435, K 9), Aussprache [pradél], urkundlich 1299 Pradel, 1601 erstmals Pradell, < romanisch pratellu ‘kleine Wiese’.

Pradeller Wald (III*).     

Prader † (IX 102, K 16) Lagename, zu romanisch pratum ‘Wiese’.

Prader Gut/Hube (AHB).

Prader Rotte (IV*, K 14, AHB) Ortsteil von Großdorf (zu → Prad u. -rotte).

Bradoi (V 767) zu romanisch pratum ‘Wiese’ + -ale/-alia.

Prädotz  (AHB) zu romanisch petra ‘Stein’ + -acea.

Prädotzer [predótsǝr] (IX 103, IX 103, K 15) Lagename, zu romanisch petra ‘Stein’ + -acea, etwa ‘Steiner’.

Prädotzer Gut/Haus (AHB).

Prädotzl (AHB) Diminutiv zu vor.

Pradózerbach (I 31, K 16) = ‘Bach beim vlg. Prädotzer’, → vor.

Pradözer (Plural) (IV 604) wie vor.

Brandroan (VI 825) d.i. ‘Brandrain’.

Brandstatt (AHB).

Brantemois (VI 826) Vorderglied wie folg., Hinterglied unklar (viell. zu mundartlich Maiß ‘Holzschlag’).

Brantle (III 436) Diminutiv zu mundartlich Prant ‘durch Brandrodung entstandenes Gebiet’.

Brazalackerle (AHB) → folg.

Brazale (I 32) zu romanisch bruciale ‘Dornland’ (von keltoromanisch brucus ‘Heidekraut’) oder wie folg.

Prazellegge (IV 605, ARN) < romanisch praedium + -ellu ‘kleines Grundstück, Landgut’ + deutsch Egg(e) (Egger).

Brechelstube (VI*), Brecherloch (AHB) oder Brechlerloch (VI*, VIII 950) früher fand dort das ‘Flachsbrecheln’ statt.   

Predelele (II 236) wohl zu romanisch pratellu ‘kleine Wiese’.

Predell (AHB), Predellgraben (II 237) wie vor.

Predigerstuhl  (AHB, II*).

Bremade (IV 606) zu mundartlich prâm (n.) bzw. prûme (f.) ‘Gestrüpp der Waldbeeren, Brombeeren’ bzw. prômε (f.) ‘Bergmahd, Heidekrautland’ + Kollektiv  -ede/-ete, also etwa ‘Gestrüpp’ bzw. ‘Brombeerengegend’.

Bremat(bach) (IV 607) wie vor.

Bremige Seite (V 768) wohl zu vor. (‘Brombeerseite’).

Bremstalder (V 769) wie folg.

Bremställe (I 33) Plural zu mundartlich Brem(en)stall ‘Platz, wo das Weidevieh Schutz vor den Bremsen (Pferdefliegen u.dgl.) findet’.

Brend (V 770) d.i. mundartlich prent ‘Brandrodung’.

Brenner (IX 15) etwa ‘der durch Brand gerodet hat’ oder ʻKohlenbrennerʼ.

Prenzelasgrube (IV 609, AOK, ARN, PL) Vorderglied < romanisch *prandzále zu lateinisch prandium ‘Frühstück’, also eine ‘Vormittagsweide’.

Bresla, Innere Bresla (IV 610, AHB, PN) wie folg.

Preslab (AHB, PN) < slaw. prědъ žlěbomь ʻvorm Grabenʼ, aus lautlichen Gründen  unwahrscheinlich romanisch *pratu stabulu ʻStallwieseʼ oder *pratu supra ʻobere Wieseʼ.

Breslabachle (IV*).

Presore (III 437) viell. < romanisch pratum supra ‘obere Wiese’.

Prestober (AHB).

Prestobl (AHB), auch Brestobl (III 438) viell. < romanisch pratum + stabulum ‘Stallwiese’.

Brestoblbrücke (III*).

Preterois (I 186) wohl < romanisch prata rivarias ‘Bachwiesen’ (oder wie Reues [Vollform]).

Brett, Bretter (AHB) Brett in der Bergnamengebung ‘glatte Felsfäche, -wand; (auch) ebene Wiese oder Mahd’.

Bretterspitz(e) (K 17) → Brett.

Bretterwand (I 34f.) wie vor.

Prezöle (III 439) wie Brazale.

Brixol (II 238) unklar.

Brod Prad.

Prodebenle  (AHB) wohl Zusammensetzung aus vor. + → Ebenle.

Prodeloger (AHB).

Broderberg (IV 611) wohl zum Hofnamen Prader.

Brofitz (V 771) < romanisch prata ficta ‘durch eingerammte Pfähle abge­grenzte Wiese’.

Bromachgraben (IV 608) wegen Aussprache [premat-] wie Bremade.

Prostatt (AHB).

Bruckacker (AHB), Bruckgarten (II 239, AHB).

Brückental (AHB) urkundlich  1755 Pruggenthall.

Brueche (Im) (I 36) zu mittelhochdeutsch bruoch ‘Moorboden, Sumpf, feuchte Wiese’.

Bruggental (III 440) →  Brückental.

Brugger (IX 16, K 15) Lagename, mundartlich ‘Brückner’.

Brugger Gut/Haus/Hube/Kirchl (VII 905, AHB) zu vor.

Brunn (IV*), Brunn (In die) (II 240).

Brunnackerle (AHB).

Brunnbachquelle (I*).

Brunnen (Beim) (III 441) .

Brunner (IX 17, K 15) Lagename.

Brunner (Plural) (IV 612) zu mundartlich prunn ‘Brunnen’ (sonst unklar).

Brunnlaub (I 37) zu mundartlich Laub ‘Laubwald’ (südl. v. Brunnbach).

Brunnseite, Brunnwiese (AHB).

Bücheln (Auf den) (AHB) d.i. ‘auf den Büheln’  (nordöstlich vom Tauernhaus).

Pschaire (AHB).

Punkteló (II 241) unklar.

Puredaz (AHB).

Burg (II 242, K 13), mundartlich und früher → Wurg, urkundlich (Görzer Urbar nach AHB unter Wurg) 1299 Vnderbv̊rck, später  1428 vnd(er) Wurk, 1453 hind(e)r d(e)r Purgk, 1455 vnder der Burgk, 16.-18. Jhdt. Wurg; mundartlich [untǝr (dǝr) wurkh], Hinweis auf ehemalige Burg oder Fluchtburg. – Es ist wegen der Aussprache [wurkh] auch slawische Herkunft (zu vrьxъ, slowenisch vrh ‘Gipfel, Anhöhe’) vermutet worden, was aber unwahr­scheinlich ist.

Burger Bach/Berg/Brücke (II*).

Burgwartscharte (II*).

Pusedoz (AHB).

Buzedél (III 442) wohl zu romanisch putea ‘Senke auf Alpweiden’ mit einer suffixalen Erweiterung (-itellu).

 

C

 

Casell (AHB).

Cristins (AHB).

 

D  T

 

Daba-, Daberklamm (I 38f., K 16): zu mundartlich Daber < slowenisch deber/daber ‘Klamm, Schlucht’.

Taballe (AHB).

Tabrig (AHB).

Tal (II 243f.), Oberes Tal (II*).

Talacker (AHB).

Talele (AHB) Diminutiv zu Tal.

Talen (I*) Plural zu vor.

Taler (die) (AHB) wie folg. (Waldstück NÖ vom Spöttling).

Talerneck (IV 613) zu mundartlich taller ‘Teller’ (als Geländeformation).

Talleitenspitz(e) (III*, K 17) zusammengesetzt aus Tal + Leite(n) (→ Schönleiten­spitze) + Spitz(e).

Tanzboden (III 443) im Volksglauben begründet.

Tanzlaube (I 40) im Volksglauben begründet.

Taschge (AHB).

Tauern (I 187, K 17) Es gibt – etymologisch und auch semantisch – zwei Tauern-Bezeichnungen: (der) Tauern I ‘Gebirge; Pass, für den Viehtrieb geeigneter Gebirgs­übergang’. Über einige Tauern genannte Bergübergänge führten von alters her wichtige Handelsrouten, auf denen mit Saumtieren und Schleifwagen Güter befördert wurden. Ursprüngliche Bedeutung ‘Berg’ (Substratwort, vorrömisch bzw. romanisch *taur- ‘Berg’), erst später ‘Pass’. Wenn auch in den Ostalpen besonders häufig, ist dieses Bergwort in ganz Südwesteuropa und im mediterranen Bereich bis nach Kleinasien verbreitet. Abseits vom Kernbereich kommt es in Österreich u.a. am Plansee bei Reutte, als Ober- und Untertauern bei Kitzbühel (beide Tirol) und in Bayern am Samerberg (1369 auf dem Tauern) vor. Ins Slowenische ist dieser Name als tur- gelangt, dieses ist jedoch nicht klar von Tauern II zu trennen. Das gemeinslawische Wort tur- ‘Bodenschwellung, ableitiger Hügel’ liegt Namen wie Ossiacher Tauern, slowenisch Ture, sowie Turia-Wald, slowenisch Turje zugrunde, beide in Unterkärnten außerhalb des „eigentlichen“ Tauerngebietes. Wie beide Tauern zusammenhängen ist schwierig zu entscheiden, wahrscheinlich haben die Alpenslawen das alpine Substratwort Tauern, das althochdeutsch Tûro gelautet hat, mit ihrem Wort tur- identifiziert. – Weitere Namen mit Tauern in Österreich Tauerntal (Tirol, Kärnten); Tei­ritz­berg (Niederösterreich), 1685 am Teüritz < *turica; Hohe Tauern (Tirol / Kärnten / Salzburg), Niedere Tauern (Kärnten / Salzburg / Steiermark) usw., Sammelbegriff für einen Teil der Zentralalpen. – Der Hofname Taurer ist wie unser Kalser Tauern der Wortbildung nach deutsch, ihm kann aber sowohl ein noch aus dem Romanischen überkommenes altes Toponym als auch eine bereits deutsche Benennung zugrunde liegen.

Tauernbach, -kees (AHB) → vor.

Tauernkogel (I 41) → vor.

Taurer (I 188, IX 133, K 14) Lagename zu Tauern.

Taurer Alm/Anger/Feld/Hube/Wald (IV 614, I*, AHB) zu vor.

Taurerrotte (IV*, K 14) Ortsteil von Großdorf (→ -rotte).

Taxen (AHB) zu mundartlich Taxe ‘Zweig des Nadelholzes’.

Taxete (II 245f., K 16) Kollektivbildung zu vor.

Debantgrat (VII 906) zum Debanttal hin gelegen (der Name Debant beruht auf slawisch *děvina ‘Jungfrauenort’, urkundlich 1274 Dewin, auf ins Christentum übernommene alte Frauenkulte hindeutend).

Teischnitz(bach) (I 42, K 16 u. 18, AHB) Erstbeleg 1563 Deitschnitz, die wahrschein­lichste Deutung dieses Namens (auf der Anich-Karte Eischnitz) dürfte slawisch *dъždьnica etwa ‘Regenbach’ zu *dъždь  ‘Regen’, slowenisch dež, sein  (wie auch die Tüschnitz in Bayern).

Teischnitz (Äußere/Innere/Obere), Teischnitz Daber/Tal/Wiesen  (AHB).

Temelbressla (IV*) → Tembl u. Bresla.

Temelhöhe (IV*).

Tembl (IX 134), auch Temel (I*) Diminutiv zum Personennamen Thomas.

Tembler (IX 135) zu vor.

Tembler (IV 615) zu vor.

Tembler Alm/Gut/Hube (AHB).

Tembler Riesle [ríǝsle] (III 444) wohl kaum ‘kleine Riese (künstliche Gleitrinne) des vlg. → Tembl’ wegen der Aussprache, benachbart Feuer Rießle (s.d.), daher eher zu Rüssel, mundartlich riǝßl, doch in der Toponymie sehr selten.

Derferasoi (V 773, ARN, PL) zu romanisch *versaria ‘gegenüber liegend(er Teil)’ mit Agglutination des deutschen Artikels.

Teschgitz (VIII 951) wohl < frühslowenisch *tešćica ‘schwierig zu errei-chendes Grundstück’.

Teufelshorn (AHB) wie folg. (nördlich vom Großglockner).

Teufelskamp (I 42) im Volksglauben begründet (ursprünglich mitten im Gletschergebiet gelegen), -kamp alt und mundartlich für ‘Kamm’.

Dewale (IV 616) < romanisch de aquale ‘Wassergraben’.

Dikenbiter (IV 617) unklar.

Tinkenbressla (IV*) → Tinkl u. Bresla.

Tinkenebenalm (I 44) → Tinklebene.

Tinkenkendl (II*), -mahd (I*) , -wald (II 248), -winkel (II 247) wie vor.

Tinkiner (IX 136) wie folg.

Tinkl (Berg-Tinkener) (IX 138) → Tinklebene.

Tinkl Acker/Gut/Haus/Hube/Wald/Wiese (AHB).

Tinklebene (K 16), mundartlich [tíŋkhǝn-ēbm], daher auch Tinkenebenalm, zum Hofnamen Tinkl (auch Berg-Tinkener in Glor-Berg), der wahrscheinlich ein Übername ist (zu althochdeutsch dunkōn ‘mit dem Kopf nicken’, bairisch tunken ‘einnicken, schlummern, dösen’), also ‘Alm des vlg. → Tinkl’; → Eben (Niggl-/Huter-/Tinkl-).

Tischler (IX 139) Berufsbezeichnung.

Tischte (AHB) unklar.

Tischtemehllackle (VIII 952) unklar.

Dojach (VIII 953) unklar.

Tölder (V 772) d.i. mundartlich ‘Täler’.

Tollinger † (IX 140) Herkunfts- bzw. Einwohnername zum Ortsnamen Dolling/Tolling.

Tomast (VIII 954) unklar (entweder zum Personennamen Thomas oder zu slowenisch domač ‘häuslich, (ein)heimisch’).

Dorfer Alm/Bach/Felder/See/Tal/Wald (I 45, IV*, K 12, AHB) nach Groß-dorf (→ Großdorf) so benannt.

Dorfer Waldweg (IV 618) wie vor.

Tor / Törl bezeichnet einen Übergang im Gebirge.

Tor (Vor dem) (AHB) wie vor.

Törlendroge (IV*) zu → Törl u. Drage.

Törlenwiese (IV*).

Drage (Droge) (VI 827, K 16) zu slowenisch draga ‘Schlucht, Wasserfurche’.

Dragele (AHB) wie vor.

Tramerkamp, -scharte (II*) zu mundartlich Tram(e) ʻbehauener Baumstamm, waagrechter Balken (bei Bauten)ʼ.

Draschl † (IX 18) alte Berufsbezeichnung ‘Drechsler’.

Draschl Gut (AHB).

Dreifinger(er) (I*, AHB) Bergname, zwischen Kreuzwand- und Säulspitze.

Trenedot (IV 619) wohl romanisch trinitat- ‘Dreifaltigkeit’ (auf Grund der Volksfrömmigkeit).

Trenk (AHB).

Trieb (der) (I*).

Trifuiesbach (III 445) viell. < romanisch tres foveas ‘drei Gruben’.

Drillingschneid (IV*)

Tritsch (AHB) zu slowenisch drič(a), auch drč(a) ʻGlitschbahn, (die) Riese; Erdabrutschungʼ.

Tritschnitz (AHB) zu vor.

Trogalsbach (I 46, K 16) wie Drage.

Trog (Langer) (II 249) mundartlich ‘(mit Geröll gefülltes) Kar, Mulde’.

Trogals (AHB).

Droge Drage.

Tröger (II 250, IV 620, V 774) Plural zu → Trog.

Trögergarten, -steig (AHB).

Trögl(e) (IV 621, AHB) Diminutiv zu → Trog.

Troie (AHB) romanisch (vorrömisch) *trogio- ‘Fußweg.

Troier (AHB) zu vor.

Troier Garten (AHB).

Trojasíl (das) [štråjasī´l] (I 47) zu romanisch (vorrömisch) *trogio- ‘Fußweg, Steig’ + -aceu + -ellu.

Troplitz (AHB).

Drossen (AHB).

Tschabetwald (AHB).

Tschabl (III 446) eher zu romanisch campellu ‘kleines Feld’ als zu cappellum ‘Hut (auch Bergappellativ)’.

Tschabläun (III 447, K 16) < romanisch campellone von campus ‘Feld’.

Tschabläun (Hinter-/Unterer) (AHB).

Tschablonk (III 448, K 16) < romanisch campu longu ‘langes Feld’.

Tschadín (das) (I 48) zu romanisch catinus ‘Kessel, Napf’ (‘Kar’).

Tschadín(alm) (II 251f., K 16) wie vor.

Tschadinbachl (AHB).

Tschadinegangtal (IV 622) Kompositum aus vor. + mundartlich gång ‘Steig, Fußweg’ + Tal mundartlich (auch) ‘Vertiefung im Gelände’.

Tschadinhorn (II 252), Tschadinhörndl (I 48).

Tschadinepfohlalm (I 49, K 16) wie vor. + romanisch follis ‘Schlauch’ (im Sinne von ‘Schlucht’).

Tschadinsattel (II 252), -spitze (AHB).

Tschalla (AHB).

Tschamp (I 50, II 253, K 16) zu romanisch campus ‘Feld; (auch) Wiese, ebene Fläche’.

Tschamp (Oberer) (AHB).

Tschämp (II 256) wie vor.

Tschampatsch (AHB, PN) etwa ʻminderwertiges Feldʼ < romanisch *campu + pejoratives -aceu).

Tschampedel(-Alm), -wald (IV 623, AHB) wie Tschempedél.

Tschampedell (Äußerer/Innerer) (AHB).

Tschamper (III 449f.) wohl Plural zu → Tschamp.

Tschamperustal (AHB, PN, AUN) urkundlich 1667 ain Grundstuckh Schampa Ruschtal, 1669 Tschampp Rusta, schwierig, wohl < romanisch *campu + (ar)rugiale, Adjektivbildung zu lat. arrugia ʻStollenʼ, im Ladinischen und Furlanischen ʻAbzugskanal, Wasserrinneʼ, daher (etwa) ʻFeld bei oder mit einer Wasserrinneʼ.

Tschamperwiz (AHB, PN) urkundlich 1755 Tschampenizen, 1778 Ein Pergwiesen Tschamperwiz genannt, daher entweder zu romanisch campania ʻflaches Feld, Gefildeʼ, Wortbildung unklar (entweder romanisch *campaniacea oder campania +  slawisch -ica).

Tschampf (AHB, PN) umgeformtes romanisch campu (→ Tschamp-).

Tschampgrab (II 254) wie vor. + romanisch *krapp- ‘Stein’.

Tschampl(e) (PN, AUN) Diminutivbildung zu rom. campu (→ Tschamp-), wahrscheinlich erst in deutscher Zeit.

Tschampod (AHB, PN) zu romanisch campu (→ Tschamp-), doch im Detail unklar.

Tschamstort (AHB, PN) wahrscheinlich < romanisch *campu extortu ʻgekrümmtes Feld, Krummackerʼ (semantisch ähnlich → Tschangorf).

Tschangerfer (IV 625) wie Tschangorf wohl zu romanisch campus ‘Feld’ + curvus ‘krumm’, etwa ‘Krummacker’, + deutscher Plural -er (→ Schangorf).

Tschangeronges (II 255) wohl romanisch campus ‘Feld’ + runca ‘Rodung’.

Tschangg (AHB).

Tschangorf (AHB, PN) wohl zu romanisch campus ‘Feld’ + curvus ‘krumm’, etwa ‘Krummacker’ (semantisch ähnlich → Tschamstort; Schangorf).

Tschangorf (Mittlerer/Oberer/Unterer) (AHB).

Tschangorfl  (AHB, PN) wie → Tschangorf mit deutscher Diminuierung.

Tschangrathal (AHB).

Tschapör (AHB).

Tschaprill (AHB).

Tscha(r)nitzen (V 775) zu slowenisch črnica ‘Heidel-, Schwarzbeere’.

Tscharnitzer (-en) Alm/Balfen/Bannwald/Eck/Wald/Wiesen (V 775, V*, AHB).

Tschazlinz † (IX 141, AOK, PL) wohl auf romanisch *captialinu ‘Anger bei der Alphütte’ beruhender Hofname.

Tschempedél (III 451, K 16) < romanisch campitellu zu campus ‘Feld’.

Tschempeditze (IV 624, K 16) < romanisch campeticeu zu camps ‘Feld’.

Tschengl(e) (AHB) zu romanisch cingulum ‘Rasenband im Felsen; Fels-, Grasband’.

Tschenglkopf, -tal (I 51, AHB) zu vor.

Tschenteloare (III 452) Kompositum  <  romanisch  cinctum ‘umgürtet’ bzw. ‘Bannwald’ + luparia (weiter zu lovara) ‘Wolfsgrube’.

Tscheruten (AHB).

Tschibenel (AHB).

Tschogosniz (AHB).

Tscholagwald (AHB).

Tscholosniz (AHB).

Tschosget (AHB).

Tschumpawitz (VII 907, AHB, AOK) Erstbeleg 1679 mit Sch- (Schumppaniz), daher wohl < frühslowenisch *sǫpovica ‘Geier­horst’ (zu sǫpъ ‘Geier’).

Tschumpetschegg (VII 908) wie vor. (+ Egg(e), → Eck).

Tümpfe (IV 626) Plural zu mundartlichTumpf (→ Pfaffentumpf).

Tür (VI 828), Türgraben (VI 829).

Turm (Unter die) (II 257).

Dürrenfeld, -scharte (AHB).

Tuwel (VIII 955) < romanisch tubus ‘Röhre’ + ellu (Motiv unklar).

 

E

 

Eben(e)  (K 16) so hießen urspr. alle Almen im Dorfertal.

Eben (Niggl-/Huter-/Tinkl-) (II 258) → vor.

Ebenle (AHB), Ebenlen (VIII 956) Plural, Diminutiv zu vor.

Eck (K 16) = mundartlich Egg(e) ‘Berg, Geländevorsprung’.

Eck (Oberes/Unteres) (AHB).

Eckacker, Eckackerle (AHB).

-ede/-ete (K 16) als Kollektivbildung in Kals (meist statt bairisch -ach) in: Pallärchete, Bremade, Taxete (2x), Lärchete/Lerchede, Maurete, Musikmaurede, Moschat-, Raunede, Sengede (3x), Staudete, Stockete (2x), Weidade, Wildes Weidete, Zirmade viell. auch Klammet.

Egart, Egartl (AHB) eine Egart ist eine Futterwiese (ein Ackerfeld, das nicht gepflügt wird).

Egart (Mittlere/Obere) (AHB).

Egartleite (AHB).

Egg(e) mundartlich für → Eck ‘Berg, Geländevorsprung’.

Eggele (AHB) Diminutiv zu vor.

Eggen, Eggensteig (V 776) → folg.

Egger (IX 19) Lagename, zu → Eck bzw. Egg(e).

Eggeralm (VII 910), Egger Gut (AHB), Egger Platten (VII 911) zu vor., Platten zu romanisch plattus ‘flach’, platta ‘Ebene’.

Eglesúre (II 259) < romanisch aquiliu- + supra ‘Platz über dem/am Wasser’.

Eidner (IX 20), Eidner Gut (AHB) zu Eidam im Sinne von ‘eingeheirateter Mann’.

Einfang, Einfangl (AHB).

Eingeklemmter Stein (II*) → Stein.

Eiskeller (VIII 957).

Eiskögele (I 52) ‘kleiner Eiskogel’ (mundartlich Kögele ‘kleiner Kogel, rundlicher Gipfel’).

Eislen (III 453) Diminutiv zu Eis, Plural, etwa ‘vereiste Stellen’.

Elleparte (III 453a, K 10), mundartlich [elepå´rt(e)], älter [lepórtǝn] bzw. → Leporten urkundlich 1281 Elopart, 1428 Elepart, 1533 Ellen Part, < romanisch (ad) illam partem ‘jenseitiger Teil’.

Elleparter, Elleparter Bannwald/Gut/Hube (AHB).

Ellepartl (AHB).

Endstrasse(r) (IX 21, K 15) Lagename ‘jenseits der Straße’.

Enges Wegele (IV 627).

Erberachte  (AHB), Erberachtle (IV 628) wohl wie Erpracht.

Erdige Bichl (VI*).

Erdiges Egg (I 53) mundartlich Egg(e) ‘Berg, Geländevorsprung’.

Erdstellen (II*).

Erharter † (IX 22), Erharter Anger/Gut/Haus (AHB) zum Personennamen Erhart.

Erpracht (Innere, Äußere) (IV 630) d.i. ‘Erdbruch’ (→ Rote Erdbrachten).

Erzherzog-Johann-Hütte (II*). 

Eselssteig (II 260)

 

F  V

 

Vadale (AHB, III 454, AOK, PN) unklar, denn die urkundlichen Belege 1659 ain Ackher der Ferdalle genant, später 1767 Fardalle, 1788 Fardällä, Aussprache [fǝdle], stützen die bisher vorgeschlagene Etymologie nicht (< romanisch *fetale zu feta ʻTier, das geworfen hatʼ, auch semantisch steht diese Erklärung auf schwachen Beinen. Infrage käme auch romanisch *vitellu ʻKalbʼ, das durch die Belege allerdings ebenfalls nicht gestützt wird, außer man nimmt mit -er-, -ar- hyperkorrekte Schreibungen für [ǝ] an.

Faleboden (I 54) zu romanisch vallis ‘Tal’ (→ Zufåle) + deutsch Boden.

Falebrod (AHB), auch V- (V 777) Kompositum, Vorderglied zu vor., Hinterglied unklar, möglicherweise slowenisch prod ‘Geröll’.

Falegals (AHB).

Faleströd(-Wald) (IV 631, AHB) wohl < romanisch vallis stricta ‘enges Tal’.

Fall (AHB).

Fall Windes Falwindes.

Falórsch (I 55) < romanisch val d’orsu ‘Bärental’.

Valórscht (II*) wie vor.

Falscheretzbach (IV 632) zu romanisch vallis ‘Tal’, sonst unklar (→ folg.).

Valscheretze(nbach), F-, auch Falscher Ötzbach (V 778) schwierig, viell. wie Volschgu + deutsch mundartlich Etze ‘Viehweide’ oder < romanisch vallis serritia ‘Klammtal’.

Falscheretzle (V*) wie vor.

Falschwogruben (IV 633) Vorderglied zu romanisch falcivulus ‘sichelförmig’.

Falsedon (V 779) viell. wie Folschedoja.

Fallwindes, Falwindes-Alm/Karl/Tal (AHB, VI 830, VI*, K 16, PN) das Fallwindes(-Tal) (urkundlich 1774 Falbinser B., Falbindis B.) ist ein ʻTal mit fahlem Lichtʼ, ein ʻFinstertalʼ, zu althochdeutsch falo, mittelhochdeutsch val, valwes ʻbleich, entfärbt; fahl, verwelkt; gelb, blondʼ, dazu althochdeutsch fal(a)uuêntî (geschrieben faloendi, faluuuendi oder faluenti) ʻDämmerungʼ (so I. Hausner). – Erwogen wurde auch ein altes Fall (des) Windes (semantisch mit Peischlach übereinstimmend), dieses ist jedoch problematisch (v.a. wegen des Fehlens des Artikels). – Der älteste urkundliche Beleg 1755 Fallwindisch Kärl (= ʻkleines Fallwindes-Karʼ) scheint zwar die alte Deutung ʻTal der Windischenʼ (zusammengesetzt aus romanisch *valle ʻTalʼ und deutsch windisch ʻslawisch, slowenischʼ) zu bestätigen, was jedoch auf den Beleg von 1774 Falbinser B., Falbindis B. keineswegs zutrifft (s.o.). Außerdem war dieses unbewohnte Seitental nie eine „windische (d.h. von Slawen bewohnte) Gegend“, daher ist diese Deutung ganz unwahrscheinlich. Wenn in diesem Namen überhaupt dieses Ethnonym steckt, dann nur in dem Sinne, dass dieses Tal von Arnig aus in nordwestlicher Richtung ins Iseltal und weiter nach Windisch Matrei (heute Matrei in Osttirol) weist. Da aber durch das Tal keine Saumpfade u.dgl. führen, ist dies aber reine Spekulation.

Fanot (AHB), Fanotkogel [fānǝt-] (I 56), auch Fanat- oder Fanet- (I*, II*) zu romanisch vannus ‘Futterschwinge’ (*vannat-).

Faresarealm [fåresóǝr-ålwε] (I 57) < romanisch foras/foris ‘außer(halb)’ + area ‘Fläche, freier Platz; Lagerplatz des Viehs’ + Alm.

Faresed (IV 634) Vorderglied < romanisch fore ‘außer(halb)’, sonst unklar.

Fatoa (III 455) viell. wie vor.

Fäulbrunn (AHB) = ‘modriger Brunnen’ (am Zusammenfluss von Teischnitz- und Foledischnitzbach).

Fäulmoos (I 58) = ‘modriges Moos’.

Feierabendbrunn (I*), -platte (II*).

Veit (IX 149)  d.i. der Personenname Veit.

Veit Garten/Gut/Haus (AHB).

Veitrog, Veitrog (Äußerer) (AHB) d.i. Veit Trog (urkundlich 1704 u. später Veit Trog).

Feld, Feld (Äußeres/Oberes/Unteres), Feldacker (AHB), -kopf (IV*)..

Felsenkapelle (II*).

Fensch(t)kogel (VI 831) unklar.

Ferchleite (VIII 958) Kompositum < mundartlich ferchε/fẹrchε ‘Föhre’ und → Leite.

Vergines, Vergines (Untere) (AHB) wie der Familienname Vergeiner zu romanisch *fragina ʻMure, Erdrutschʼ.

Ferner (K 18) so meist in Nordtirol, verwandt mit Firn ‘alter, gefrorener Schnee’.

Vestl (IX 150) wohl zum Personennamen Silvester.

Feuer Rießle (III 456), auch Riesle (AHB) d.i. Diminutiv zu ‘Feuerrüssel’ (Motiv unklar, viell. Brandrodung, benachbart → Tembler Riesle).

Fi(e)gerhorn (I 59): zum Hofnamen → Figer.

Fi(e)gerwiese (II 261) ‘Wiese des vlg. Figer’ (wie vor.).

Viehböden (II*).

Viehleiten (VI 893) → Leite.

Viehtal (AHB), -winkel (I*).

Figer (Ober-) (IX 23, K 12 u. 15) Lagename, zu *Fig < romanisch vicus ‘Dorf’, alter Name für → Großdorf, vgl. den sinngleichen Hofnamen Zöttl (ebenfalls in Großdorf) < slawisch se(d)lo ‘Dorf’.

Figer Albe/Gut/Haus/Hube/Schupfe (II*, IV 635, IV*, AHB) zu vor.

Figól (IV 636) < romanisch vicalis ‘zum Dorf gehörig’.

Figolbrunnen (AHB), -ebene (IV*), -egg (IV*), -reide (IV*), -wald (AHB) → vor.

Fihol (VIII 959) unklar (viell. wie vor.)

Finger (Der) (IV*) Bergname.

Finsterbachle (I 60) = ‘dunkles Bächlein’.

Finsteres Tal (AHB) nordwestlich der Stüdelhütte.

Fleckl (AHB).

Flor, Flor Gut (IX 24, K 15, AHB) wohl zum Personennamen Florian.

Fobis(tal) (VI 832f.) zu romanisch fovea(s) ‘Grube(n)’.

Fol (III 457) viell. < romanisch aquale ‘Wassergraben, Bach’, kaum vallis ‘Tal’

Foledíschnitz (I 61, K 16, AOK, PN): wohl < slawisch *volьja tiščьnica bzw. slowenisch *voletiščnica ‘Och­sen­pferch’ (der Lautwandel -t- > -d- beruht auf romanischem Einfluss).

Volegat (III 553) < romanisch *varicat(ori)u ‘Durchgang, Furt’.

Folemarís (II 262) < romanisch vallis marricia ‘Gerölltal’ (vgl. Romarís-).

Folemegrießle (II 262a), auch -griesle (AHB) viell. wie Folpremoabach oder Vole­molin.

Volemolín (II 263) < romanisch val de molina ‘Mühlbach’.

Volemóltal (II 264) wie vor.

Folesalebach (III 458) Kompositum aus romanisch aquale ‘Wassergraben, Bach’ + romanisch sala ‘Rinne, Fluss’.

Volesale/Folesale (IV 637f.), Folesalebach (AHB) wie vor.

Folibot (II 265) nicht ganz klar.

Folisoi, Folisoier (AHB).

Follgartl (AHB) wie folg.

Folmauer (II 265) viell. = ‘Fallmauer’ (mundartlich Fall ‘Steilhang’, Mauer ‘(auch) Steingeröll von Bergstürzen’), Vorderglied möglicherweise auch zu romanisch vallis ‘Tal, (auch) ‘Wiesenabhang’.

Folpremóa(r)bach (II 267) < romanisch valle prumaria (< primaria) ‘Hauptader eines Bewässerungssystems’.

Folpremoa(r)tal (II*) wie vor.

Folschedója (II 268) < romanisch vallis ‘Tal, (auch) Wiesenabhang’ + *serratoriu ‘steiler Weg in Bergwiesen’.

Volschgu (II 269) Schwundform < romanisch vallis obscura ‘Finstertal’.

Foraglöisch (AHB, II 270, K 16, PN), eigentlich Pforaglesch (urkundlich 1757 Faldraglósch, 1783 Follaglŏsch), < romanisch fore ille ecclesia ‘außerhalb einer bestimmten Kirche’.

Vor dem Tor Tor.

Vorderes Beil Beil (Mittleres/Vorderes).

Vorlachen (IV 639), Vorlachen (Äußerer/Innerer) (AHB) viell. zu slowenisch bor ‘Föhre’ (borovlje).

Fortsche und Fortschelle (AHB, AUN, PN): wie auch → Pfarze und Pfortschwiese) < romanisch furca ʻGabel; Weggabelung, Einschnitt im Geländeʼ. Fortschelle beruht auf dem romanischen Diminutiv *forcella).

Forzéle (I*) = Fortschelle.

Franzloital (II 271) viell. < romanisch virentia ‘Grasplatz’ + lacus ‘See’, also etwa  ‘Seewiese’.

Fraz(en), Frazl (AHB).

Freigarten (AHB).

Freimasecken (IV 640) unklar.

Freiwandspitz(e) (I 62, II  272) freie Wand im Sinne von ‘steile Wand’.

Frenotz (III 459) wohl reduziert < (au)f Renotz (→ Ranaz).

Fresserat (AHB).

Fritz (IX 25, K 15) Kurzform zum Personennamen Friedrich.

Fritz Gut/Lehen/Wald (II 273, AHB) d.i. ‘Gut usw. des vlg. Fritz’ (→ vor.).

Fruschnitz, Fruschnitzeben (I 63, K 16) nach dem Fruschnitzbach < slawisch *brusьnica ‘Steinbach’ zu brusъ ‘Wetzstein’ (vgl. slowenische Gewässernamen wie Brusnica); slowenisch brusnica bedeutet auch ‘Preiselbeere’, kommt aber für unseren Namen wohl nicht in Frage.

Fuchslöcher (III 460).

Fuggler (IX 26, K 15), Fuggler Gut (AHB) Übername zu mittelhochdeutsch fucker ‘Schere zum Schafscheren’.

 

G  K

 

Gabenle (AHB, PN) urkundlich 1753 Ain Madfleckhl Gabenle; ein Diminutiv zu Gabel (→ Gabl) liegt zwar nahe, aber dazu passt die Wortbildung nicht.

Gabl, Obere Gabl (AHB, PN) enthält das deutsche Wort Gabel, in der Toponymie gleichbedeutend wie → Fortsche.

Kälberangerle, -peinte (AHB).

Kalkkofel (AHB).

Kals (AHB, K 2, PN) urkundlich 1197 Rainardus plebanus de Calce, um 1244 erstmals Kals, später auch Chalts, Chalse, Chalz, Kalls usw. Der Name Kals ist wahrscheinlich auf (alt)slowenisch kalec (< kalьcь, zu slawisch kalъ ‘Kot, Schlamm; Lache, Pfütze; Viehtränke’ bzw. slo­w. kal ‘Kot in Pfützen; flache Vertiefung, in der sich Regenwasser ansammelt, Lache; Viehtränke’ bzw. kaluža ‘(Kot-) Lache, Pfütze’ zurückzuführen. Der Name der Gemeinde kommt vom Namen des Kalser Tales, ursprünglich wohl ein Gegendname; der Kalser Bach fließt in seinem Mittelabschnitt in einem relativ ebenen Gebiet sehr ruhig dahin und sein Bett ist von Lachen und Pfützen begleitet, insbesondere im Frühjahr nach der Schneeschmelze und im Hochsommer nach ausgiebigen Regenfällen oder heftigen Gewittern. – Eine zweite Deutungsmöglichkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass die slawischen Wörter kalъ und kaluža die gleiche Bedeutung haben können wie der in Tirol nicht seltene (ursprüngliche Flur-) Name Lizum (z.B. Axamer Lizum, Aussprache [litsúm], zu romanisch lozza ‘Kot’), etwa ’Kotalm, Kotanger’; mundartlich das Kot [khoat] bedeutet in Tirol überhaupt ‘Lagerplatz des Viehs, wo viel Kot liegt’; der Boden der Viehleger ist bekanntlich überdüngt. In diesem Fall würde der Name Kals mit der Viehzucht zusammenhängen; gestützt wird diese Erklärung durch den Flurnamen → Kaluse, eine ehemalige Viehweide im Bereich zwischen dem Burger und Ködnitztal.

Kalser Bach//DaberHöhe/Kees/Törl (III*, IV 641, AHB).

Kalser BärenkogelBärenkogel (Kalser).

Kalser Tauern (I 92) → Kals u. Tauern.

Kalser Törl (K 17) wie vor. bzw. → Törl.

Kals-Matreier-Törl (IV 641a).

Kalúsbichl, -tal (II*) zu folg.

Kalúse (II 277) zu slawisch kaluža ‘Lache, Pfütze, Sumpf’ (→ Kals).

Galz (II 279, III 461) wie Golz.

Kampele (II 278) wie folg.

Kampl (I 93) = ‘kleiner (Berg-) Kamm’.

Gamsbalfele (I*), -kogel (I 64), Gamsstelle (I*).

Gangsteig (AHB).

Ganímitz, Ganímitzkopf (I 65) bei Anich Gamnimitz, urkundlich um 1650 Khanimiz < slowenisch kamenica ‘Steinberg, -bach; steinige Flur’.

Ganót (III*, K 17, AHB) < romanisch cornotu ‘großes Horn’ (zu lateinisch cornu ‘Horn’).

Ganotleiten (III 462) vom Bergnamen Ganot wie vor.

Ganotzkogel, -eck, -gruben, -alm, -bach (IV 642) zu romanisch cornaciu ‘hohes Horn’.

Ganzebenboden [gans-] (VIII 960) unklar (zu deutsch Gans oder mundartlich ganz ‘schlecht’ + → Ebene + Boden).

Kar (VI 834), Kar (Inneres) (VI*) d.i. mundartlich ‘Mulde, Kessel (als Weidegebiet)’.

Karlacke (VI 835) Kompositum aus → Kar und → Lacke.

Karlan Scharte (IV 643) zu folg.

Karle (II 274-276) d.i. mundartlich Karle ‘kleines Kar’.

Garten, Garten (Oberer/Unterer) (AHB) zu deutsch Garten, in der alpinen Toponymie auch für Weideflächen u.dgl.

Gartental (II 281) wie vor.

Gartl, Gartl (Inneres/Oberes/Unteres) (AHB) mundartlich Gartel ‘eingezäunte Bergwiese; zwischen Felsen eingeschlossener Weideplatz’.

Gartne (In die) (II 280) → Garten.

Kaser (AHB) mundartlich ‘Sennhütte; Almhütte, auf der gesennt (also die Milch weiterverarbeitet) wird’ (Lehnwort aus dem Romanischen, im Detail aber unklar).

Kasloch (VI*) natürliche Kältegrube zur Aufbewahrung von Käse u. Fleisch.

Gasse (VIII 961) unklar (wegen Aussprache [-a-], also mit reinem a)

Gasser (IX 27) Lagename, zu Gasse ‘Weg zwischen zwei Zäunen’.

Gasser Gut/Hube/Wiesen (II 222, AHB) d.i. ‘Gut usw. des vlg. Gasser’ (→ vor.).

Gaßlstrog (VII 911) wohl Kompositum aus deutsch Gasse, Diminutiv mund­artlich Gassl + Trog.

Kastenbichl (AHB) -eck (II 283), -kees (VIII 962) wie auch der Hohe Kasten nach der Form übertragen von Kasten ‘Schrank; (v.a. auch) Getreide­speicher’. Nicht auszuschließen ist auch ein Zusammenhang mit romanisch costa ‘Rippe’, in der Bergnamengebung ‘Berglehne, länglicher Berg­vorsprung o.ä.’.

Kastner (IX 57) d.i. ‘Verwalter eines Getreidekastens’.

Gattle (AHB).

Gatzenój (I 66) viell. < romanisch *casinariu ‘Heuschober, Kornhiste, Garbengerüst’.

Geane (V 780) wie → Gerner.

Gebroinig, -tal (VII 912, AHB) < slowenisch gabrovnik zu gaber ‘Weißbuche’.

Kees (K 18) mundartlich Kees ‘Gletscher, Eisfeld’.

Keesflecke, - wände (AHB) → vor.

Keeswinkelscharte (I 95) → Kees.

Kegelstein (VI 836, VIII 963). 

Geierspitz(e) (II 284).

Geißsteig (V 781) wohl umgeformt < mundartlich gåstaig ‘Weg über Felsen, Steilweg’ (Waldstück, daher kaum ‘Geißsteig’).

Geis-, auch Geißwinkel (AHB) [goas-].

Gelat (II*) → Gollat.

Gelbes Wandl (I 67).

Gemeine (V 782) ʻGemeinschaftsweideʼ.

Gemeine Pentle (IV 644) → Pentle

Gemeiner Garten (IV 645), Gemoanseite (II*).

Gemeinkopf (IV 646) → Köpflan.

Kendlkopf, Kendlspitz(e) (I 96, IV 647, K 17) zum Flurnamen Kendl, mundartlich für ‘Rinne’, im Hochgebirge für Kare, in die Steinrinnen hinabziehen (romanisches Lehnwort < canalis ‘Röhre, Rinne’).

Georgacker (AHB).

Geranck (VIII 964) d.i. mundartlich ge-rånkh  ‘Raum, Spielraum zum Arbeiten’.

Gereit (V 783) d.i. ‘Geräute, Raut’.

Gereitbichl, -steckl  (VI 837) zu vor. (mundartlich stekhl, stikhl ‘steil’).

Gereitl(e) (I 190) d.i. ‘Geräutlein, kleine Raut’ (Diminutiv zu Gereit).

Kerer (IX 58, K 15) Lagename, zu deutsch Kehre, mundartlich auch ‘Weide­platz’.

Kerer Alm/Beinte/Gut/Hochalm/Wiesen (AHB, II*, IV*) ‘Wiesen des vlg. Kerer’ (→ vor.).

Gerner (die, Plural) (I 68) zu mundartlich Ger(e)n ‘spitz zulaufendes Grund­stück; Grashalde zwischen Felsen’.

Gerodetes Eine (III*) [gǝrō´dnǝs oane] wohl ʻgerodete Einödeʼ.

Geröfle (IV 648) d.i. mundartlich gεrēfle ‘Geröll-, Steinhalde’.

Kerschbaumacker (VI 838) d.i. ‘Acker mit Kirschbaum’.

Geschgelier [kεškelī´r] (II 285) zu romanisch costa ‘Rippe; Bergvorsprung’, etwa *coste­llaria; die Deutung ‘Burgstall’ (zu romanisch castellu ‘Burg’) scheitert am Anlaut /k-/, da romanisch ka- in Kals zu ča- wird, → Burg.

Geschreimete Wand [gštraimete wånd] (VI 839) = ‘gestreifte Wand’ (zu mund­artlich straim ‘Striemen, Farbstrich’).

Kesselen (II 286) Plural zum Diminutiv von Kessel ‘Mulde im Hochgebirge’.

Kesselkees, Kesselkeessee (II*).

Geude [kōdε] (II 287) → Gode.

Gießen (Auf der) (III 463), auch Giesen (AHB) wohl zu mundartlich giǝsse ‘träg fließender Bach’.

Gilg (AHB).

Gilger (IX 28) zum Personennamen Aegidius oder Vigilius.

Gilger Acker/Gut/Wiese (AHB).

Gimme (I 69) → (Grauer) Schimme.

Kindrer Wald (III 464) nach einem heute nicht mehr fassbaren Besitzer.

Kirchacker (II 288), Oberer/Unterer Kirchacker (AHB).

Kirchleite (AHB).

Kirchtagscharte (II*).

Klamm (AHB), -boden (II*).

Klammet (II 289) mundartlich Klammet zu Klamm mundartlich ‘Felskluft, Bachklamm, Felsenenge’.

Klammle (IV 649) Diminutiv zu Klamm.

Klammsteig (II 290).

Klapflen (VI 840) Plural, Diminutiv zu deutsch mundartlich klåpf ‘Fels(stufe)’ < romanisch *klappa- ‘Fels’ (Substratwort).

Glar(er) † (IX 29) Herkunftsname, wie Glor.

Glasure (AHB, PL, PN) wie → Eglesure.

Glatzbach, -berg, -bichl, -eben, -gang, -mulde (II*) wie folg.

Glatzschneid (II 291) wohl zusammengesetzt aus Glatze im Sinne einer ‘kahlen Stelle’ + mundartlich Schneid ‘Höhenkamm, scharfe Kante eines Berggrats, -rückens’.

Klausacker, -tal (AHB) wohl zu deutsch Klause ʻStauwerk; enge Stelleʼ.

Kleewand [kléwant, -went] (III 465) wohl umgeformt < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’ + -one + -ittu/-uttu.

Kleinackerle (AHB).

Kleindicker Boden (IV 650) viell. zu mundartlich dik(ke) ‘dicht’.

Kleine Hose (IV 651) unklar.

Kleines Grübele (IV 652).

Kleine Steine (II 292).

Kleine Zelense  Zelense (Große, Kleine).

Kleiner Muntanitz Muntanitz (Kleiner)

Kleines Wiesl Wiesl (Kleines).

Kleinschober (VII*, K 17) ‘kleiner Schober’ (→ Hochschober).

Gletscher (K 18) ist in Österreich nicht bodenständig (es stammt aus dem Alemannischen und ist ein romanisches Lehnwort, etwa *glacearius zu glacies ‘Eis’), meist → Ferner oder → Kees.

Glibe (AHB, AUN, PL) Lehnwort < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’(→ Gliber).

Gliber (IX 30, K 15), Gliber- (V 784) Lagename, zu alt mundartlich → Glibe ‘ansteigender Weg über eine Anhöhe’ (Lehnwort < romanisch clivus ‘Abhang, Hügel’).

Gliber Alpl (VI 841), Gliber Alm/Gut/Hube (AHB, V*) wie vor.

Glieberbressla (IV*) → Glieber u. Bresla.

Glocknerblick (IV*) Gaststätte.

Glocknerwand (AHB, K 17) nach dem Groß- oder Kleinglockner so benannt (→ Großglockner).

Glödis (III*, AHB, K 17) < frühslowenisch *glodišće ‘Ort, der vom Wasser zernagt ist’ (zu slowenisch glodati ‘nagen’), doch lautlich schwierig; lautlich wahrscheinlicher und wortbildungmäßig möglich ist der Ansatz *glodež  mit ähnlicher Bedeutung (allerdings bezeichnet das Wort glodež auch mythologische Wesen).

Glödiskees, -spitz, -törl (III*).

Glor (II 293, K 4 u. 8), amtlich auch Glor-Berg, urkundlich 1299 Anglar, 1428 Angular, < romanisch angulare ‘im Winkel gelegen’. – Auch das benachbarte → Ködnitz hat die gleiche Bedeutung, beide Namen übersetzen einander.

Glorackerle, -anger (AHB).

Glorer (Glarer) Bach/Gut/Hochwald/Hube/Hütte/Wald (AHB, II*).

Glorergärten, -gartenalm (II*).

Glozes (III 466) < romanisch glacies ‘Eis’.

Knappengraben (VI 842), -(träger)köpf(e) (I 97).

Knappenkopf (I*), -loch (II*, IV 653, VI 843), -löcher, -trog (I*).

Knaudl (I 98) zu mundartlich knaudl ‘Felshöcker, rundlicher Felskopf’.

Knopf † (IX 59) Lagename nach einer Felsformation; Knopf ist ein altes mundartliches Wort für ‘Fels(turm), Felsstück’; die Knopfbrücke hat ihren Namen nach diesem ehemaligen Hof, der nach einem heute nicht mehr vorhandenen Felsstück benannt war.

Knopf Acker/Ackerle/Feld/Gut/Haus/Tal/Wiese (AHB).

Knopf(brücke) (III 467, V 785, AHB) → vor.

Goanetschemp (III 468) wohl Kompositum aus romanisch cornu (oder cornaciu) ‘Horn’ + campus ‘Feld’.

Góatasle (I 70) viell. zu romanisch acutus ‘spitzig, scharf’.

Kochhütte (VI 844) dort wurde gekocht (nicht nach einem Familiennamen oder Hofnamen).

Gode (AHB, OP II 287) urkundlich 1563 Im Goda (diese Schreibung entspricht der Lautung [kṓde] besser als → Geude) < romanisch coda ʻStreifen kultivierten Terrainsʼ (< lat. cauda ʻSchwanzʼ).

Godenle (AHB).

Gödl, Gödl (Oberes/Unteres) (AHB).

Ködnitz (II 294, K 4 u. 8), altslowenisch kotnica (< slawisch *kǫtьnica) ‘Gegend im Winkel bzw. Winkelbach’ zu slawisch *kǫtъ ‘Winkel’, slowenisch kot; vgl. den bedeutungsgleichen Nachbarort Glor (urkundlich 1299 Anglar, 1428 Angular, 1500 erstmals Glar, 1545 erstmals Glor < romanisch  angulare ‘im Winkel gelegen’).

Ködnitzalm, -bach, -kees, -tal (AHB, II*).

Ködnitzer Greid (III 469) zu vor. bzw. zu mundartlich Greid ‘Gereut’.

Köfele (VIII 965) Diminutiv zu vor.

Kofelkopf (IV 654), -wiese (IV*) Kompositum aus folg. + Kopf (→ Köpflan) bzw. Wiese.

Kofl(er) (IX 60, AHB), Kofler Gut (AHB) zu deutsch Kofel (Lehnwort < romanisch *cubulum ‘(überhängender) Felsen, Höhle’).

Koflent (II 295) < romanisch confluentes ‘zusammenfließend’.

Gogewischwald (VII 913, AOK) Vorderglied wohl zu slowenisch kokava / kukava ‘stei­­nige, unfruchtbare Gegend; Schlucht, Gestrüpp’, auszugehen von slawisch *kokavišće.

Kohlgrube (IV 655), -wald (AHB) wohl zu mundartlich kol / köll ‘Bächlein, Quelle’.

Kohwald (I 99) zu mittelhochdeutsch kobe ‘Hütte’.

Gol (VIII 966) zu slawisch golъ ‘kahl’.

Goldenoa (II 296) wie Guldanoa.

Goleföid (III 471) Kompositum < romanisch collis ‘Hügel’ + feta ‘Tier, das geworfen hat; Lamm’ (eventuell auch vitellus ‘Kalb’).

Golehút (II 297, IV 657), Golehutgraben (IV*) wahrscheinlich romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’, eventuell auch slawisch golъ ‘kahl’ + Hut im Sinne von ‘Hutweide’.

Gölehut (I 191) wie vor.

Golemizíl (I 71, K 17) ‘Mitterberg’ (< collis medialis o.ä.).

Goll (AHB) < romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’.

Gollalm (VII 914) → Gollspitz.

Gollat (AHB, AUN, PL), auch Gelat (II*), Aussprache [gǝlō´t] < romanisch collis ‘Berg, Hügel’ bzw. collum ‘Hals; Pass’ (+ -ottu).

Koller † (IX 61) Wohnstättenname zu → Goll.

Koller Gut/Leger (V 786, AHB) d.i. Gut bzw. mundartlich Leger ‘Lagerplatz für das Vieh auf der Alpe, Weide’ des vlg. Koller (wie vor.).

Goller Rotte (IV*) Ortsteil von Großdorf  (eine der vier „Rotten“, → -rotte).

Gollifeld (AHB).

Golisell (AHB) wegen urkundlich 1299 Colosert wohl nicht so zu deuten wie folg., daher wohl romanisch collis ‘Berg, Hügel’ + *serratoriu ‘steiler Weg in Bergwiesen’.

Golliseller (II 298, IX 31, K 15) Lagename (wie deutsch Bichler bzw. Pichler) zu romanisch collicellu ‘Hügelchen, Bichl’.

Golliseller Bach/Bannwald/Gut/Haus/Hube/Wald/Wiese (AHB, II*).

Gollspitz(e), -wiese (VI 845, K 17, AHB) enthält entweder romanisch collis ‘Berg, Hügel’ oder ist ein ‘Kahlenberg’ (von slowenisch gol ‘kahl’).

Golz (die); Hintere/Obere Golz (I 72, II 299, K 16, AOK, PL) eher < romanisch collis ‘Hügel’, weniger wahrscheinlich zu slowenisch golica ‘Kahlenberg’ oder golec ‘kahle Stelle o.ä.’.

Golzalm, -wiese (AHB).

Gölzl (AHB) wohl Diminutiv zu → Golz.

Köpflan (IV 656) Diminutiv zu Kopf mundartlich ‘Bergkopf, -spitze’.

Gorgasalm (III 470) = ‘Alm des vlg. Gorgasser’ (→ folg.).

Gorgasser (IX 32), Gorgasser Gut/Knopf (AHB, VI*) mit einer Kurzform zum Personennamen Georg zusammengesetzt zur Unterscheidung von Gasser.

Gori (AHB).

Gorndaber (IV 658) Kompositum aus folg. und → Daber.

Gorner (V 787, K 17) auch Guarner, wie Granatspitz eine Ableitung von romanisch cornu ‘Horn’ (+ -aria).

Gorneralm, -grube, -leiten (V*) zu vor.

Göschemezaun (IV 659) viell. < romanisch costa (wie vor.) + medianus ‘in der Mitte befindlich; mittel(groß)’.

Göscht (III 472, IV 660, ARN, PL) wie Kost.

Göschtbachl (I 73) wie vor.

Göschtegge (II*) wie vor.

Göschteloi (III 473, ARN, PL) < romanisch *costellaria zu costa (→ Kost).

Gössnitzfelder, Gössnitzfeldscharte (II 300, AHB) nach dem Hydronym Gößnitz (< slawisch *kozьnica ‘Ziegenbach’).  

Gost [köš] (VI 846) zu slowenisch gošča(va) ‘Dickicht, dichtes Gestrüpp’ (wegen der Aussprache kaum zu romanisch costa ‘Seite, Rippe; Bergvorsprung’).

Kost (II 301) < romanisch costa ‘Seite, Rippe; Bergvorsprung’.

Got (I*) [kot], vielleicht zu slawisch *kǫtъ ‘Winkel’, slowenisch kot.

Gowen (VIII 967) vgl. slowenisch govne ‘Schafweide’.

Gradalfe (I 74, II 302, K 16) = romanisch croda alba ‘weißer Felsen’.

Gradalfile (V 788) Diminutiv zu vor.

Gradendera (II 303) wohl < romanisch croda (+ -one) dura ‘großer harter Felsen’.

Gradetzbach (I 75, K 16 u. 18), geschrieben meist Gradötz-, kommt vom Berg Gradötz [kradéts, älter kredṓtse] herunter, der auf romanisch crodacia ‘hoher Felsen’ (zu croda ‘Felsen’) beruht.

Gradetzkogel (IV 661) wie vor.

Gradetzl (AHB) wohl Diminutiv zu → Gradetz-.

Gradoi (AHB).

Gradötz  Gradetz-

Gradotze(r) † (IX 33) Lagename zu vor.

Gradozenfelder (IV 662) wie vor.

Kral (III 474) viell. zu mundartlich krāl ‘Kräuel’ (ein Ackergerät).

Kramer (AHB). auch Krämer (IX 62, K 15) Berufsbezeichnung.

Kramer Brücke/Leite/Wiese (AHB, II*).

Gramúl (I 76, II 304, K 17),  slawischer Herkunft, zu slowenisch krmol, krmulja ‘Felsvorsprung, Anhöhe’ oder grmulja ‘Haufen, Klumpen’ (letzteres möglicherweise romanisches Lehnwort).

Granatspitz(e) (I 77, K 17) urkundlich Garnall-kofel, entweder verschrieben für Garnatt- zu romanisch cornotum ‘großes Horn’ oder cornatu ‘gehörnt’ (vgl. cornu ‘Horn’) oder ein später umgebildeter, auf romanisch cornellu ‘(kleines) Horn’ beruhender Bergname.

Granaz (AHB).

Kranzkögele, -bichl, -wand (IV 664) zu Kranz (mundartlich auch ‘Wacholder’).

Gräpitz, Grapiz (AHB).

Krapfl (AHB).

Gratz (IX 34, K 15) Kurzform zum Personennamen Pankratius.

Gratz Ackerle/Garten/Gut/Brücke/Wiese/Winkel (AHB, II*, IV*).

Gratzlaub (I 78) = ‘Wald des Gratz’ (→ vor.), mundartlich Laub ‘Laubwald’.

Graue Böden (I*), Graue Scharte (I 79, IV 663).

Grauer Schimme(l) (I 153, K 17) dieser Name enthält ein romanisches Wort für ‘Buckel, Höcker’, nämlich gimbus; der Berg ist ein ‘düsterer, grauer Kopf’, der Anschluss an deutsch Schimmel ist reine Phantasie (→ Schimme).

Graues Tal (II*), Törl (I 80).

Graunitz (VIII 968) wohl zu slowenisch grbavina ‘Unebenheit, Erhöhungʼ (+ -ica, etwa ‘höckerige, buckelige Flur’).

Gravoarsch (II*) zu romanisch gravariu (+ -s, Plural) ‘Mureʼ (zu vorröm. *grava ‘Kies, Flussgeschiebe, Geröll’).

Gredale (Unter-) (II 305) wahrscheinlich romanisch croda ‘Felsen’ + aqualis ‘Wassergraben, Bach’, also etwa ‘Felsbach’.

Gredales (III 475) wohl wie vor. (+ -s, Plural?).

Gredolfe (II 306) wie Gradalfe.

Greibichl (II*) → Greiwiesen.

Greid (II 307) zu mundartlich grait(ε) / krait(ε) ‘neugerodete Wiese’ (< Gereute).

Greidecke, -palfen, -steig (II*, III 476, AHB) Kompositum aus vor. + → Eck bzw. → Balfen bzw. Steig. – Möglich ist bei Greidpalfen auch eine umgeformte Tautologie romanisch croda (→ Grad-) + *palva (→ Balfen).

Greidtal (III 477) d.i. ‘das Gereut-Tal’.

Greil (IX 35, K 15) Übername, zu Greuel.

Greilkofel (AHB).

Greitboden (VII 915) wie Greid.

Greitl(e) (VI 847, AHB) Diminutiv zu Greid.

Greitlen (III 478) Diminutiv (Plural) zu → Greid.

Greiwiesen (II 308, K 16) zu slawisch krajь ‘Rand, Gegend, Ende’ (vgl. Groje).

Gremúl (II 304, K 17), auch GramúlkopfGramúl.

Krenzle (II 309) ‘Kränzlein’ (→ Kranz-).

Kreuz (VI 848, VIII 969).

Kreuzacker(le), -eck (IV 666, VI 849, AHB).

Kreuzspitz(e) (VIII 970, AHB).

Kreuzwand(spitz(e)) (I 100).

Gri(e)denkarköpfe (II 310) das Gri(e)denkar ist ein ‘felsiges Kar’, zu romanisch *creta ‘Fels(spalte, -riss)’ (vgl. furlanisch cret(e), + deutsch Kar u. Kopf).

Gridling (IX 36), Gridling Hube (AHB) unklar. 

Gries (AHB), auch Grieß (I 81) mundartlich Grieß ‘Sand, Kies’.

Griesackerle (AHB).

Krines (AHB).

Kristalleck (III 479) → folg.

Kristallkopf (K 17) wohl zu Kristall (romantisierende Benennung).

Kristallspitz(e) (IV 667) wie vor.

Kristallspitzl (I 101) wie vor. oder zu folg.

Kristallinscharte (II 311) zu romanisch crystallum  ‘Kristall’ + -ina.

Kristner (IX 63) zum Personennamen Christian.

Gritlwiese (AHB).

Gritschitz (AHB) zu slowenisch grič ‘Hügel, Steile, Anhöhe’ (+ -ica, etwa ‘steile Flur’).

Grodamol(wand) (II 313, AHB) viell. < romanisch croda mala ‘böser Felsen’.

Grodawald  (II 312) wie folg.

Grode (AHB) zu romanisch croda ‘Felsen’.

Groder  (IX 37) Lagename, zu romanisch croda ‘Felsen’.

Groder Bach/Ebne/Eck/Gut/Hube/Trog/Wald, Groders (II 314, II*, AHB) zum Hofnamen Groder (→ vor.).

Grodertrog (II 315) wie vor.

Grodes (Am) (I 82) wohl romanisch crodas Plural ‘Felsen’ oder croda  + -acia wie folg.

Grödes (VI 850) zu romanisch croda ‘Felsen’ + -acia oder Plural wie vor.

Grodes (Mittlere/Obere) (AHB) wie vor.

Grödes (AHB) wegen urkundlich 1787 Graides wohl wie → Greid.

Grodimolwald (II 316) wie Grodamol-.

Gröites (III 480) wie → Gradötz.

Groje (III 481, K 16), Äußere Groje (AHB), Lange Groje (AHB) zu slawisch krajь ‘Rand, Gegend, Ende’; statt Groje heute meist March ‘Grenzgebiet, -zeichen’ (semantisch ähnlich slawisch krajь, vgl. Greiwiesen).

Grojele (AHB) wohl Diminutiv zu vor.

Grojstein (AHB) wohl zu → Groje.

Kröpfl (AHB).

Großacker(l) (AHB).

Großanger (AHB).

Großdicker Boden (IV 668) → Kleindicker Boden.

Großdorf (K 12) urkundlich 1256 in villa maiori, 1428 im Darff, 1746 erstmals im grosen Dorff; der (heutige) Hofname Figer, urkundlich 1307 Zefig (< romanisch sub vico ‘unter dem Dorf’), 1428 Fyger, weist darauf hin, dass Großdorf einst *Fig (< romanisch vicus ‘Dorf’) geheißen haben dürfte. Die Bezeichnung Großdorf (das wäre romanisch Vicone > Vigaun wie z.B. in Salzburg) ist jedoch urkundlich nur als villa maior ‘größeres Dorf’ bezeugt und relativ jung, einst hat es – wie die urkundlichen Belege zeigen – Dorf geheißen; auch der ehemalige Gemeinbesitz von Kals-Großdorf wird Dorfer Alm (mundartlich [dórfǝr å´lwe], amtlich Dorfer Tal) und nicht Großdorfer Alm genannt (→ Hofnamen Figer u. Zöttl). – Zu Großdorf gehören auch vier „Rotten“ (= mehrere Häuser umfassender abgelegener Teil einer Ortsgemeinde): → Bacher-, Goller-, Prader-, Taurerrotte.

Große Steine (IV 669).

Große Stiege (II 318).

Große Wand (AHB).

Große Zelense  Zelense (Große, Kleine).

Großglockner (K 17) mundartlich und umgangssprachlich meist nur der Glockner genannt, höchster Berg Österreichs und somit auch Osttirols (3.798 m), oft ‘der König’ genannt; östlich vorgelagert, durch die Obere Glocknerscharte (3.766 m) getrennt, liegt der Kleinglockner (3.783 m). Erstnennung beim Kartographen Wolfgang Lazius (1561) Glocknerer, die erste urkundliche Erwähnung des Bergnamens als Glogger stammt aus dem Jahr 1583 in einer Grenzbeschreibung des Gerichtes von Kals; im 16./17. Jhdt. Glogger neben Gloggner, auf Karten Glockner Mons und Glockner Berg; der Zusatz Groß- erst seit den Berichten von der ersten Glocknerexpedition von 1799 belegt. – Nach E. Kranzmayer so benannt entweder wegen seiner Ähn­lichkeit mit einem Glocken­turm (romanischen Stiles) oder wegen seiner glocken­ähnlichen Form, die früher (zur Zeit des Höhepunktes der Ver­gletscherung) wohl aus­geprägter war als heute (ähnliche Namen auch im Arlberggebiet [Glogger] u. in der Granatspitz­gruppe [Glocken­kogel]). K. Finsterwalder weist darauf hin, dass mit Gloggner das Glocken tragende Rind u. Schaf auf den Almen bezeichnet wurde (dazu die beiden mundartlichen Bezeichnungen gloggêb ‘Leithammel, -schaf’[< Glock + Happ ‘Stück Vieh, v.a. Kleinvieh’], gloggnkue ‘Leitkuh’ [< Glockenkuh]), nicht aber ein Glockenturm. Daher sei eher von Glogger in der Bedeutung ‘Eisglocke’ auszugehen.

Grube (AHB) → Gruebe.

Grubis- (AHB), Grubestale (III 482) unklar.

Gruebe (II*, III 483), auch Grube  (AHB) d.i. mundartlich ‘Grube’.

Grübl (IV 670) Diminutiv zu vor.

Krummes Tal (V 789).

Krumpestal (III 484) d.i. mundartlich ‘krummes Tal’.

Grünbödele (VIII 971).

Grund (Im) (I 83) = ‘auf dem Talboden’.

Grund (Unterer) (AHB).

Gründl (AHB).

Grünebene (V 790), Grünebnetal (V*).

Grüner Kopf (I*).  

Grünes Riesle [s griǝne rīsle] (III 485) die III 485 angebotene Deutung trotz erhobener Aussprache [-ī-] wahr­scheinlich unrichtig, wohl gemeinsam mit → Feuer Rießle, → Tembler Riesle u. → Mühlenriesle zu deuten (alle vier Fluren liegen nahe beieinander und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass hier 4 Riesen ‘Holzgleitbahnen’ neben­einander in umittelbarer Nähe bestanden haben).

Gschlenda (III 486) unklar.

Gschlendere (I 319) unklar.

Gschlöß (IV 671, PN) bisherige Deutung ʻzu einem Landhaus bzw. zu einem Schloss gehörige Flurʼ unwahrscheinlich, eher zu slawisch želězo ʻEisenʼ (unterhalb des Muntanitzkeeses wurde Eisen gewonnen und über das Matreier Törl ins Iseltal befördert).

Gschlößwald (IV*).

Gschwandle, Gschwandlanbrücke (II*) zu mundartlich gschwent ʻSchwend­rodungʼ.

Gstraun(bach) (I 84, AHB, ARN) zu romanisch *castrōne ‘kastrierter Schafsbock’ (eigentlich ein deutscher Gewässername mit Lehnwort aus dem Romanischen).

Guarner (K 17) → Gorner.

Kuenzer (IX 64) zum Personennamen Kuonze (von Kuno).

Kuenzer Alm/Gut/Hube (II 320) = ‘Alm des vlg. Kuenzer’ (→ vor.).

Kuenzer-Blas Blas (Kuenzer-, Joch-).

Kugelate Wand (I*).

Kuhleite, -steig (III 487, AHB).

Guldanoa (I 85, PL) < romanisch col(lis) ‘Berg, Hügel’ de area (‘Lagerplatz des Viehs’).

Gumenól (II 321, PL) < romanisch communale ‘der Gemeinde gehörig’ (mit unklarer Wortbildung).

Gummeredle (IV 672, PL) wohl wie vor.

Gunterenot (VI 851) ähnlich wie vor. (mit unklarer Wortbildung).

Guntranaz (I 86) zu romanisch *controne ‘gegenüberstehend’ + -aciu/-acia.

Guntschemenol (II 322) viell. < romanisch concha ‘Muschel; runde bzw. ovale Einsenkung im Gelände’ + in labinale ‘im Lahner’.

Kyrieleis (Auf) (I 102) zu kyrie eleison ‘Herr erbarme Dich!’ auf Grund der Volksfrömmigkeit.

 

H

 

Haarackerle (AHB).

Hahn(l)kamp, -berg (II 323).

Hahlen Tale (Im) (I 87) = ‘im hahlen (glatten, steilen usw.) Tälchen’ (mund­artlich tāl(i)le).

Hans † (IX 38) zum Personennamen Hans.

Hanser (IX 39) wie vor.

Hanser Gut/Hube/Knopf (AHB, VI*).

Harpfgarten (AHB).

Haslach (VII 916, K 14) das ist die ‘Haselstaudengegend’, deutsch Hasel + bairisches Kollektivsuffix -ach.  

Haslacher (IX 40, AHB) wie vor.

Haslacher Brücke/Eben(e)/Gut/Häuser/Tal/Wiese (VI*, VII*, VII 915, AHB) zu vor.

Hausbeinte (IV*).

Heinricher (AHB).

Heinricher Gut/Haus (AHB)

Heinz (AHB) zum Personennamen Heinz (→ Hoaz).

Heinz(en) Acker/Alm/Feld/Gut (AHB)

Heirer (IX 41) viell. zum Personennamen Heinrich.

Herrensteig (I*, IV*); Herr(e)ntäler (VI 852, AHB).

Heugarten (AHB).

Hibler (AHB),

Hinter die Walde Walde (Hinter die).

Hinteranger (IV 673).

Hintere Golz Golz.

Hintere Jessen Jessen.

Hintere Leite Leite (Hintere, Obere, Untere).

Hinterer Anger   Anger.

Hinteres AckerleAckerle, Hinteres/Oberes/Unteres Ackerle.

Hinterfritzwald (II 324) wie Fritzwald.

Hintergolz (II 325) wie Golz.

Hinterhaus (AHB).

Hintermaurach (AHB).

Hintermühl (VIII 972) d.i. ‘hinter der Mühle’.

Hinterseite (IV 673).

Hinterste Leite (AHB) nordöstlich vom Kristallspitz(l).

Hintertschabläun Tschabläun (Hinter-/Unterer).

Hirber † (IX 42, K 15) Lagename, zu althochdeutsch horo, horwes ‘kotiger Boden’.

Hirber Gut/Haus (AHB).

Hoaz (Heinz) (IX 43, AHB) entspricht → Heinz (urkundlich jedoch immer Hainz).

Hoaztrog, -woade (II*) = ʻTrog bzw. Weidefläche des → Hoazʼ.

Hochalm (IV 674).

Hochburger (IX 44) wohl Lagename, deutsch hoch + Burg (Ortsteil von Kals).

Hochdroge (VIII 972a, K 16) wie Droge.

Höchenwinkel (V 791) wohl = ‘Höhenwinkel’.

Hochranz (AHB).

Hochschober (VII 918, K 17) höchste Erhebung der Schobergruppe, das häufige Bergwort Schober ‘Haufen’ enthaltend (→ Schober).

Hochtor (IV 675) ‘hohes Tor’ (Tor / Törl bezeichnet einen Übergang im Gebirge).

Hochwand (I*).

Hofer (IX 45) zu deutsch Hof.

Hofer Eben/Ecke/Gut/Hube (I 88, II 326, AHB) = ‘Alm (→ Eben) usw. des vlg. Hofer’ (→ vor.).

Hofmannspitze (I*).

Hofstatt (AHB).

Hohe Leite (I*).

Hohe Riese (IV 676) zu mundartlich Riese [rīse] ‘Holzgleitbahn’.

Hohe Scharte (III*).

Hohe Schneid (I*).

Hohe Wand (VIII 973).

Hohenwartkopf (K 17) entweder ‘hohe Warte’ im Sinne eines Aussichtsberges, möglich ist auch eine ‘hohe Weide’ (mundartlich [woade] ‘Viehweide’).

Hoher Bichl (II*)

Hoher Bifang (AHB) → Bifang.

Hoher Kasten (I 94) entweder deutsch Kasten ‘Futterspreicher’ oder zu roma­nisch costa ‘Seite, Rippe; Bergvorsprung’.

Hoher Rain (IV 678), Rainsteg (II*).

Hohes Tale (V*).

Höhlstoan (I*).

Holaus (IX 46, K 15) Satzname ‘Hol’ aus’ (Über- bzw. Beiname eines Raufboldes).

Holaus Anger/Gut/Haus/Hube (AHB).

Holbeplöin (III 488) d.i. mundartlich ‘halbe Plan’ (Plan ‘ebene Fläche’, romani­sches Lehnwort).

Holdenküchele (IV*) beim → Knappenloch, nach einer Sage so benannt („dort hat die ʻHoldeʼ gekochtʼ).

Hölmtale (IV 679) d.i. viell. mundartlich ‘Tälchen beim Helm’ (mittelhoch­deutsch helm ‘Gipfel’ + mund­artlich tāl(i)le ‘Tälchen’.

Holrieder (AHB).

Holzsch(n)itzbach, -brücke, -graben (VI 853, VI*, AHB) wohl ein volksetymologisch umgeformtes slawisches *olšьnica ʽErlenbach’ (zu olьša, slowenisch ołša neben jelša ʽErle’, → Olschniz).  

Holzwand (I 89), Holzwandgraben (I*).

Horerworsch (I*), -mühle, -kropf (VI*) → Worsch; -kropf wohl zu romanisch *krapp- ‘Stein’.

Huter (IX 47), auch Hutter (II*) [hüǝtǝr] Lagename, zu mittelhochdeutsch huote ‘Hutweide’.

Huter Alm/Eben/Gut/Haus (AHB) zu vor.

Hütten (Hüttinger) (IX 48) zu deutsch Hütte.

 

I

 

Ilger (IX 49) wie Gilger.

Im Brueche Brueche (Im).

Im Hahlen Tale Hahlen Tale (Im).

Im Loamat Loamat (Im).

Im Muntanitz Muntanitz (Im).

Im Worsch Worsch (Im).

In die Brunn Brunn (In die).

In die Gartne Gartne (In die).

Innere Bresla Bresla.

Innere Lasse Lasse.

Innere PlassePlasse (Äußere/Innere/Mittlere).

Innere Schösslen Schösslen (Innere, Äußere).

Innere Säul Säul (Äußere/Innere).

Innere Teischnitz Teischnitz (Äußere/Innere/Obere).

Innerer Acker Acker, Äußerer/Innerer/Oberer/Unterer Acker.

Innerer Lana Lana (Äußerer/Innerer).

Innerer Lannach Lannach.

Innerer PlanPlan (Äußerer/Innerer) (AHB).

Innerer Pasgoat Pasgoat.

Innerer Tschampedell Tschampedell (Äußerer/Innerer).

Innerer Vorlachen Vorlachen (Äußerer/Innerer).

Inneres AngerleAngerle, Äußeres/Inneres Angerle. 

Inneres Kar Kar (Inneres).

Innerzeiner (IX 50) Lagename (mundartlich für ‘Innerzäuner’).

Innerzeiner Zeiner (Außer-, Inner-).

Ivenol (I 90)  Nivenol.

Iwilschg (VIII 974) < frühslowenisch *ilovišće ‘Ort mit Ton, Lehm’.

 

J

 

Jaggler (IX 51), auch Jackler (VI*) zum Personennamen Jakob.

Jaggler (Jackler) Acker/Mühle/Gut/Tal/Wiese (AHB, VI*).

Jakober (IX 52) Jakober Gut  (AHB) wie vor.

Jans (IX 53f., K 15) zum Personennamen Johannes.

Jans Alm/Feld/Gut/Mühle/Wald/Wiese (VI 854, VI*, AHB) zu vor.

Jenshof (IX 54) wie → Jans.

Jensl (AHB)  Diminutiv zu → Jens-.

Jessen (VIII 975), Hintere Jessen (AHB) zu slawisch *(j)ěsa ʻLichtungʼ, slowenisch jasa.

Joch (IX 55) zum Personennamen Joachim.

Joch Acker, Joch(en) Gut/Hube (AHB).

Joch-Blas Blas (Kuenzer-, Joch-).

Jochrumizirme (IV*) → Rumizirme.

Jochsteg (II*).

Jörgen Acker/Alm/Bifang/Lab/Winkelscharte (AHB, II*).

Jörgner (IX 56) zum Personennamen Georg.

Jörgenwinkelscharte (I 91) zum Hofnamen Jörgner (→ vor.).

Jörlistwald (AHB).

Juchetsstein (VI 855) Scherzname zu deutsch mundartlich jūchεtsn ‘jauchzen’

 

K→ unter G…

 

L

 

Laab(böden) (IV 680) vgl. folg.

Lab (Unterm) (IV 681) d.i. mundartlich (unter dem) Laub ‘Laub(wald)’.

Lab (III 489) vgl. vor.

Labacker(l), -böden (AHB), -bödnle (IV*).

Labe (in) (IV 682) wie vor.

Laber (AHB) wohl zu → Lab.

Labfleckl (AHB) d,i, ein ʻwaldiger kleiner Fleckenʼ.

Labige (Wiese) (AHB) ähnlich wie vor. bzw. folg.

Labige Lückle-Steig (der) (IV 684) d.i. der ‘waldige Lückensteig’ (→ vor., Lückle Diminutiv zu → Lucke).   

Labisse (AHB).

Labores, Laiwore  (AHB, PL, PN) < romanisch luparias ‘Wolfsgrube’.

Laboresbrücke (II*).

Laboreser † (so AHB, PN; Labores in IX 65, K 15), Lagename zu vor.

Laboreser Gut/Haus (AHB).

Labtalen (I 103) d.i. mundartlich Laubtälchen ‘kleines Tal mit Laubwald’

Lacke (I 104, III 490, IV 685).

Lackenwald (AHB).

Lackner (IX 66) Lagename, zu deutsch Lacke.

Lackner Gut/Haus/Wald (AHB).

Ladey (IV 686) < romanisch lutetu zu lutum ‘Kot, Schmutz’.

Ladine (VI 919) zu slowenisch ledina, mundartlich ladina ‘Brache, Brachland’.

Ladisell (AHB) wie folg.

Ladisói (AHB, AUN, PL) zu romanisch lutetu zu lutum ‘Kot, Schmutz’ (mit unklarer Wortbildung).

Ladisöd (AHB).

Lädoires (AHB, AUN, PL) zu romanisch lutetu zu lutum ‘Kot, Schmutz’ + -aria (Plural).

Lahnschütter (III 491) Kompositum aus mundartlich → Lahn ‘Lawine’ und → Schütt (Plural).

Laimeswand [loamǝs-] (I 105) zu deutsch Lehm (mundartlich laim).

Laiwore (II 327) wohl < romanisch luparia ‘Wolfsgrube’ (→ Labores und Loweraze).

Laiworsch (II 328) wie vor. (Plural luparias).

Lana (V 792, K 11) urkundlich 1704 Läna, 1716 Lanna, später Län(n)ä); kann zwar direkt auf romanisch labina ‘Erdsturz, Lawine’ bzw. *labinarium ‘Lawinenzug’ zurückgehen, repräsentiert aber eher das aus letzterem entlehnte deutsch-mundartliche Lahner, wie die folg. beiden Flurnamen zeigen.

Lana (Äußerer/Innerer) (AHB) wie vor.

Lanabrücke (V*).

Lana Moar (IX 67) d.i. ‘Meier in Lana’ (→ vor. u. Moar).

Lanafelder (V 793), -täler (II 329) zu mundartlich Lahner ‘Lawinengang’ (roma­nisches Lehnwort) + deutsch Felder bzw. Täler (Plural).

Landeggscharte (I 106) nach dem (westlich gelegenen) Landeggtal.

Langacker (AHB) d.i. ‘langer Ackerʼ.

Langacke(r)le (II 330) d.i. ‘langer kleiner Acker (Ackerlein)’.

Lange GrojeGroje.

Lange Wand (II*, AHB, K 16) so nach ihrem Aussehen.

Langer Boden (AHB).

Langer Trog Trog (Langer).

Langes Moos (IV 687).

Langwiesl (AHB).

Lannach, Äußerer/Innerer/Unterer Lannach (AHB).

Lanzöt (AHB).

Laperwitz (I 107, K 18), Laperwitzbach  (AHB) < slawisch *laporjevica ‘Mergelbach’ (zu slowenisch lapor ‘Mergel’).

Lärchachl (AHB).

Lärchade (I*) wie → Lärchete.

Lärchegg(wiesele) (AHB).

Lärchele (AHB) Diminutiv → Lärche.

Lärchensteig (Beim) (VII 920).

Lärcherboden (II 331).

Lärchet (VI 856) mundartlich ‘Lärchenwald’.               

Lärchete (I 192, K 16) mundartlich ‘Lärchenwald’.

Lärchetle (AHB) Diminutiv → Lärchet.

Lärchetwiesl (AHB).

Lärchl (AHB) Diminutiv → Lärche.

Lärchwiese (AHB).

Lareseiteben (II*), -wald (II 332), -wiese (II*)  < romanisch laricetu ‘Lärchen­wald’.

Laresöid (-öik) [-ḗt, -ḗk] (III 492) wie vor.

Lasidöd (AHB).

Lassach (AHB) zu → Lasse.

Lassacher (AHB) Wohnstättenname zu vor.

Lasse (und Äußere/Innere/Untere Lasse; AHB, PN), auch Lassen (IV 688): zu slowenisch laz ‘Rodung’, auch ʻlichte Stelle im Waldʼ.

Lassl (AHB) wohl Diminutiv zu vor.

Lasteretz (Losteretz) (VI 857) wie Losteres.

Latschore (II 333, AHB, PL, PN) urkundlich 1774 Lasaȳre; unklar, entweder < romanisch *laqueariu zu laqueus ‘Schlinge, Schleife’ oder zu slowenisch lazar ʻReuter, Rodenderʼ (vgl. Leisienas).

Lattalen (III 493) d.i. verformtes ‘Laubtälchen’ (→ Lab u. Hahlen Tale).

Laubige Täler (IV 683) d.s. ‘die waldigen Täler’ (→ Lab).

Laun (VIII 976) unklar (viell. wie Lowa).

Laurenzibachl(e) (K 16) [loréntspachle], daher auch Lorenzbachle, wohl nach einem Personennamen (Besitzer, der heute nicht mehr fassbar ist).       

Lausbachl (III*).

Lawesod [-ṓt] (I 108) < romanisch lapacetu ‘Klettengegend’.

Lawores- Labores-.

Laxalm, -wiesle, Zu Lax (III 494-497, PL) wohl zu romanisch lacus ‘See’.

Lazeitwald (II 334) unklar (viell. wie Latschore u. Leisienas zu romanisch laqueus ‘Schlinge’).

Lazöb Waldele (AHB).

Leck- oder Lechbänke (Bei die) (II*) Salzlecke.

Ledera (V 794) viell. Ableitung zu romanisch latus ‘breit’.

Ledög (AHB).

Legalen (IV 689) Plural, Diminutiv zu folg.

Leger (I 109, VI 858) etwa ‘Alpenweide, Platz vor der Almhütte’.

Leglasuren (IV 690) Plural, wie Eglesure, aber mit Artikel, < romanisch lʼaquiliu- + supra ‘Platz über dem/am Wasser’.

Lehen (AHB).

Leht [lēt] (III 497) viell. zu romanisch latus ‘breit’.

Leirer (IX 68) wohl Übername (‘der Herumlungernde’ zu mundartlich loarn ‘herumlungern’).

Leirerbrücke, -bachufer (IV 691) zu vor.

Leisabödle (I 193) d.i. ‘der leise (stille, ruhige) Boden’.

Leisienas (II 335, AHB, PN) zu slowenisch lazina ‘baumlose Stelle, Gereute, Neuland’, wofür urkundlich 1770 Lasines spricht; viell. auch < romanisch *lacines ‘(bei den) Schlingen’ (Fallen für den Wildfang, zu laqueus ‘Schlinge, Schleife’).

Leite (I 194, IV 692, VI 859) wie folg.

Leite (Hintere, Obere, Untere) (II 336, AHB) mundartlich Leite(n) ‘ansteigendes Feld, Feld­hang’.

Leiten (III 498) wie vor. (Plural).

Leitenacker, -ackerle (AHB).

Leitenbrunn (VI 860).

Leitengliebe (VI 861) Kompositum aus deutsch Leite (wie vor.) und romanisch clivus ‘Abhang’ (→ Glibe).

Leitengraben, -köpfe (II*).

Leitenkragen (III 499) Kompositum aus mundartlich Leite + Kragen mundartlich u. in der Toponymie ‘Vorsprung, Bergnase usw.’

Leiter, Leiterbach, -boden, -kees, -wiesen (AHB, II*).

Leitl(e) (AHB) Diminutiv zu mundartlich → Leite.

Leitlen (III 500) Diminutiv (Plural) zu mundartlich → Leite.

Leitner † (IX 69) Lagename zu mundartlich → Leite.

Leitsoo (AHB).

Lenzalm (VII 921) zu folg.

Lenzer (IX 70) zum Personennamen Lenz (Kurzform zu Lorenz).

Lenzer Gut/Hube (AHB).

Leporten, Leportenalm, -bach, -graben  (VII 922, K 18) → Elleparte.

Lerchede (VI 862, K 16) wie Lärchet(e).

Lesach (Ober-, Unter-) (III 501, K 5), urkundlich 1244 Lescha, 1274 Lessach, < altslowenisch *lešah (< slawisch *lěšaxъ), Lokativ zu *leš(an)e ‘Waldbewohner’, Einwohnername zu slawisch lěsъ, slowenisch les  ‘Wald’.

Lesacher Alm/Bach/Berg/Brücke/Törl (AHB).

Lesacher Riegel Riegel (Lesacher).

Lesachbach, -hütte,  -tal (III*, AHB)

Libanegg, auch Libanet (IV 693), Libanegg Graben (AHB), Steg (IV*) Aussprache [libanét und libanék] < romanisch labinetu ‘Lahn-, Lawinen­gang’.

Liegerschupfe (VI 863) Kompositum aus deutsch mundartlich Lieger = Leger + Schupfe ‘einfacher Schuppen’ (-schuppe sub VI 863 Druckfehler!).

Liegstatt(bichl) (IV 694) zu mundartlich līgεštåt, līgǝrštåt ‘Schlafstatt’.

Limarstros(s) (I 110, PL) < romanisch *limu extorsu ‘äußerer Sand’.

Lindisch (VIII 977) unklar.

Liwenol (II 337) wie Nivenol.

Liwenoleck (AHB).

Loamat (Im) (I*).

Loamesbach, -kees, -trog (I*).

Löbaz (AHB).

Lobenatze (IV 695), Oberer/Unterer Lobenatze (AHB) wohl  zu  romanisch labina ‘Lawine, Erdsturz’ + -acea.

Lobenatzl (AHB).

Lobezöid (II 502, PL) < romanisch *lapacetu ‘Klettengegend’.

Lohr (Ober-, Unter-) (IX 71), Lohr Gut (AHB) wohl Übername wie → Leirer.

Löhrweg (II 338) zum Hofnamen Lohr (→ vor.).

Löid (III 503) wie → Leht.

Loip (IX 72) wohl Koseform vom Personennamen Philipp.

Loipalm (VII 923) zu vor.

Lorat (AHB).

Lorenz (AHB).

Lorenzbachle (I 111) → Laurenzibachl.

Losteres (III 504) erinnert (wegen [-ets]) an slawische Namen wie *ostrьcь ‘Spitzberg’, doch l- bleibt unklar, vielleicht eine slawisch-romanische Mischform: romanischer Artikel + slawisches Appellativ); oder < romanisch *lustera ‘Heidel-, Schwarzbeere’.

Losteretz (AHB) wie vor.

Lostrasbödlan (IV 696), -graben (AHB) wie vor.

Lostretzkluft (V 795) wie vor.

Lotischgen (VIII 978, AHB, PN) urkundlich 1753 Ladischgen, später ähnlich, daher < frühslowenisch *lędišće (zu *lędo ʻNeuland, Bracheʼ.

Lowa (VIII 979) viell. zu deutsch mundartlich , ‘Wassergraben, schwach fließend in Wiese und Wald’ (vgl. Gewässernamen Lavabach usw.).

Loweraze (I 112) zu romanisch luparia > lovara ‘Wolfsgrube’.

Lubiselle (AHB).

Lucke (I 339, IV 697f.) bzw. Die Lucke (I*) zu mundartlich Lucke ‘Lücke, Zaundurchlass, Einschnitt, Bergjoch’, Nebenform Palucke (IV 697) wohl wie → Pallucke.

Luckenbach (I*), -kogel (I 113f.), -wand (I*) wie vor.

Luckner (IX 73) Lagename, zu mundartlich → Lucke.

Luckner Brett/Gut/Haus/Hube/Hütte/Weide/Wiese (AHB, II*).

Lucknerwald (III 505) = ‘Wald des vlg. Luckner’ (→ vor.).

Luckspahl (IV 699) nach einer ehemaligen Zugvorrichtung, mundartlich Lucke ‘Zaundurchlass’ + spâl ‘Bindekeil aus Holz, Horn mit einem Loch, durch welches das Heuseil zum Binden des Fuders gezogen wird’.

Luisengrat, -kopf (II*).

Lux (IX 74) Kurzform zum Personennamen Lukas.

 

M

 

Madröd (AHB).

Mahdl (AHB) wohl ‘kleine Mahd’ (Diminutiv zu Mahd).

Mairalm [moar-] (I 115) ‘Alm des vlg. Meier’ (mundartlich → Moar).

Maiereben (I 116) → Moareben.

Mais- Moas-.

Malefúsleiten (I 118) zu romanisch mala fossa ‘schlechter (gefährlicher) Graben’.

Maloj (AHB).

Mandl (I 117) d.i. deutsch Männlein im Sinne von ‘Gipfel o.ä.’

Mandlen (VI 864) Plural zu vor.

March (K 16) → Groje.

Mariahilfkapelle (I*).

Maried (VI 865, PL) wohl zu romanisch marra ‘Geröll’ (wie Romarís- und Folemaris).

Marter (Bei der) (AHB) von einem Bildstock („Marterl“)..

Martiner [mótinǝr] (IX 75) wie Motiner (wegen der Aussprache).

Martineralm (VII 924) zu vor.

Matitz (Auf) (II*), Matitzboden (II 340, AOK, PL) < romanisch monte ‘Alm, Bergwiese’ + -iceu.

Matoitzalm (II 341, AHB, ARN, PL) < romanisch *montacea ‘große Bergweide’); erinnert zwar an den Personennamen Matthäus, aber es gibt dazu keine Anhaltspunkte.

Mattener, Mattener Gut (AHB).

Mauerle (V 796) Diminutiv zu Mauer (→ Maurede).

Mauermandl (VIII 980) auch Steinmandl (gemauerter Steinkopf).

Maurade (IV*), Maurede (V 797) Kollektivbildung zu Mauer, in der Toponymie ‘Steingeröll von Bergstürzen usw.’

Maurete (I 120) wie vor., mundartlich für → Mauriger Trog.

Mauriger Rain (I 119) d.i. ‘steiniger Rain’, Aussprache [máurǝtǝr roan] (zu mundartlich maurig ‘voll Geröll’).

Mauriger Trog (I 120) = Maurete,  d.i. ‘steinige Geländevertiefung’ (→ Trog).

Mauriges Grüable (IV*), Leitle (I*) d.i. ʻsteiniger Grube bzw. Abhangʼ (→ Leitle) Aussprache [maurig(ǝ)s grüǝble] bzw.[máurǝt(ǝ)s laitle].

Mautstelle (II*).

Maxenwiese (IV*).

Mazilla (AHB).

Mebene (AHB).

Medalwänd (I*) wie → Medele (+ Wand).

Medelalm, -bach (AHB) zu folg.

Medele (II 342) [mē´dl] zu romanisch medél ‘Heuschober’.

Medélzkopf (I 121) zu romanisch medél (Plural medéles) ‘Heuschober’.

Med(e)lspitz(e) (II 343) enthält wie vor. das romanische Wort für ‘Schober’ (ladinisch medél).

Meilinger (IX 76, K 15) Lagename, zu Mäuerling ‘Flur beim Maurach, Gemäuer’.

Meilinger Bichl/Gut/Hube (III 506, AHB) = ‘Bichl (Bühel) usw. des vlg. Meilinger’ (→ vor.).

Meilinger Bressla (IV*) → Meilinger u. Bresla.

Melckablatz (III 507) nach der Aussprache [mélkhǝrplåts] ‘Melkerplatz’.

Mellitzscharte (VI*) zu slawisch mělь ‘mergelhaltige Erde; Kreide, Staub’.

Mennig (IX 77) Kurzform zum Personennamen Hermenegild.

Mentlbalfleite (I*) Mentl- unklar, → Balfen u. Leite.

Mesner (AHB), auch Meßner (IX 78, K 15) d.i. ‘Mesner, Küster’.

Mesneracker (II 344) = ‘Acker des vlg. Meßner’ (→ Meßner).

Mesnerebenle (AHB), Mesnerhöhe (IV*), Mesnerkanzele (IV 700) zu vor.; zu mundartlich → Ebenle bzw. Höhe bzw. Kanzel ‘Vorsprung an Berghängen’.

Mesreitacker (auch Meß-, IV 701) [mesráit-åkhǝr] viell. < romanisch media aratura etwa ‘mittleres Ackerland’.

Michlgartl (AHB).

Mittel (VI 866).

Mitteregge (I*).

Mitterholz (VI 867) d.i. ‘mitten im Holz ‘(Nutz-) Wald’.

Mittelleite (AHB).

Mitterling (I*, IV 702f.), -bach (IV 704) d.i. mundartlich ‘zwischen zwei Bächen liegendes Grundstück’.

Mitterschneid (I*).

Mittlere Egart Egart (Mittlere/Obere).

Mittlere Grodes (Mittlere/Obere).

Mittlere PlassePlasse (Äußere/Innere/Mittlere).

Mittlere Schupflen Schupfen (Mittlere).

Mittlerer Tschangorf  Tschangorf (Mittlerer/Oberer/Unterer).

Mittleres Beil Beil (Mittleres/Vorderes).

Mittling (AHB) wohl wie Mitterling.

Mitzelóg (I 122) < romanisch mediu locu ‘Mitterling’ (→ vor.).

Moar (IX 79) mundartlich für Meier ‘Pächter, Verwalter’ in mundartlicher Aussprache (entlehnt < romanisch maior ‘größer’).

Moar Alm/Ebene/Gut (K 16, AHB) zum Hofnamen → Moar,

Moas- (Mais-) boden (VIII 981) zu deutsch mundartlich Maiß ‘Holzschlag’.

Mödleben (I 123) wie folg.

Mödleben (Obere, Untere) (II 345) d.i. ‘die Heuschoberebene bzw. -alm’ (→ Medele).

Möidl (III 508) wie Medele.

Mollitz- Mullitz-.

Mollogriz (AHB).

Moos (II 346, VI 868), Moosbach (II*), -bühel (VI 869) zu Moos ʻHochmoor, Sumpfwieseʼ.

Moosackerle (AHB).

Moosstatt (III 509) d.i. ‘die Moosstätte’.

Mörbetzspitz(e) (III 510) zu slowenisch murava / murova ‘Au, Rasen; für Milchkühe geeignetes Gras’ (vgl. slowenischen Flurnamen Murovica).

Möritz (AHB).

Möslan (IV*) Diminutiv zu Moos (Plural).

Moschatwald (V 798) d.i. mundartlich mosch ‘Vogelbeerbaum, Eberesche’ + Kollektiv -ete/-ede.

Mosche (VI 870) wie vor.

Moschedspitz(e) (VI 861) wie vor.

Moschgarten, -staude (AHB).

Möser (AHB) Plural zu → Moos.

Mösl (AHB) Diminutiv zu → Moos.

Moste (AHB).

Motiner (IX 80) zum Personennamen Matthäus.

Muchenbachle (V*).

Muchinger (IX 81) von der Kurzform Much zum Personennamen Michael.

Mühlacker, -angerle, -bach (II 347, AHB).

Mühlenriesle (III 511) → Grünes Riesle

Muhlofen (IV 705), auch Mühlofen (AHB) unklar.

Mühlrain  (AHB), -steig (VIII 982), -wald (AHB).

Mullitzbach (VI*), -boden (VI 872) zu slowenisch muljica ‘Geröll usw.’

Mullitzgraben (AHB), auch Mollitzgraben (VI 873) wie vor.

Multer (In der) (I 124), Multerbach (I*) zu mundartlich Multer ‘Schüssel, Mulde’ oder zu althochdeutsch molta, mittelhochdeutsch molt ‘Erde’.

Mulofen (I*), -wald (AHB) slaw.

Muntanitz (I 125, K 16 u. 18) Berg, Namengebung ausgehend vom Muntanitz­bach (I*) bzw. vom Flurnamen Im Muntanitz, wohl < slawisch *mǫtьnica ‘Trübenbach’ in alter Lautung, vgl. die jüngere Entwicklung in Metnitz < Mötnitz, Kärnten; denkbar ist auch ein romanisch-slawischer Mischname, romanisch montanus ‘Berg-’ + slawisch -(ьn)ica; unwahrscheinlich ist rein romanische Herkunft, etwa *montanities bzw. -itia, da Parallelen fehlen und romanisch monte in Kals zu mat- wurde (→ Matitzboden, Matoitzalm).

Muntanitz (Im), Muntanitz (Kleiner) (I*), Muntanitzkees, -schneid, -trog (I*)

Munweg (AHB).

Mus (IX 82, AHB, PL) auch Muß (so urkundlich 1656, Erstbelege 1424 Müs und 1428 Müsch), wahrscheinlich Lagename zu romanisch *mužina ‘Steinhaufen’, eventuell auch zu slawisch muža ‘Sumpf, Morast’.

Muschgal Wände (I 126) zu romanisch muscus ‘Moos’ (muscalis ‘moosig’).

Mus(en) Garten/Gut (AHB) zu → Mus.

Museräid (III 512, AUN, PL) wie vor., aber mit unklarer Wortbildung (viell. < romanisch *macerētum ʻMagerwieseʼ).

Musikmaurede (V 799) d.i. mundartlich mûsig ‘schmutzig, kotig’ + → Maurede.

Muskragen (IV 706) wie Mus + deutsch mundartlich Kragen ‘Bergvorsprung, Felsnase’.      

Mussbach (I 127, IV 707), -seite (IV*) nach dem Hofnamen → Mus (auch Muß).

Mussi(n)g  Nussingkogel

Mustreid (II 348) viell. wie Museräid.

 

N

 

Nasenpalfen (VI 874) Kompositum aus Nase mundartlich ‘Bergnase’ + → Palfen/Balfen.

Naz (IV 708) viell. zu romanisch nat, Plural nats ‘Stelle mit dichtem Gras’.

Neide (AHB).

Neiwend (III 513) zu deutsch mundartlich naiwentgrôs ‘hartes Gras’ (so bei Schatz 448 für Kals ausgewiesen).

Neubruch, -brüchl (AHB).

Neuhaus (IX 83) d.i. ‘neues Haus’.

Neuwand (VI 875) wie → Neiwend. 

Nibanol (IV 709) wie Nivenol.

Niederarnig(er) (IX 84) Lagename zum Ortsteil → Arnig.

Niederarniger Gut/Mühle/Tal/Wald/Wiese (AHB, VI*).

Niederegger (AHB).

Niederster, auch Niedrist(er) (IX 85, K 15, AHB) Lagename, der ‘niederste, unterste Hof’.

Niedrist(er) Gut (AHB).

Nigglalm (II*) wie folg.

Niggl-Eben (II*) zu folg., → Eben (Niggl-/Huter-/Tinkl-).

Niggler (IX 86) zur Kurzform Niggl vom Personennamen Nikolaus.

Niggler Moos (II*).

Nivenäle (Die) (II*, IV*) nach der Aussprache [nivǝnáldǝr] Plural zu folg.

Nivenól (I 128, III 514) < romanisch in labinale ‘im Lahner (Lawinengang)’.

Nivenólkopf (IV*) zu vor.

Nock (K 16) (der) Nock bedeutet ‘Bergkuppe, -kopf (relativ hoch und abgeflacht)’, in Tirol auch ‘bewach­sener Felsen, höchste Erhebung einer abgeflachten Bergkuppe’.

Nuden (AHB).

Nussingkogel (K 17) bzw. -kofel (AHB) früher Mussi(n)g, entweder zu romanisch *mužina ‘Steinhaufen’ oder zu slawisch muža ‘Sumpf, Morast’ (in letzterem Falle ein „aufgewanderter“ Flurname einer nassen Wiese).

 

O

 

Oatasse (IV 710) Plural, unklar.

Obendorfer (IX 87).

Obendorfer Gut/Haus (AHB).

Oberarnig (AHB).

Oberarniger Gut/Wald (AHB).

Oberberger Gut (AHB).

Obere Egart Egart (Mittlere/Obere).

Obere Gabl Gabl

Obere Golz Golz

Obere Grodes (Mittlere/Obere.

Obere Leite  Leite (Hintere, Obere, Untere).

Obere Mödleben Mödleben (Obere, Untere).

Obere Strojesebne Strojesebne (Obere/Untere).

Obere Teischnitz Teischnitz (Äußere/Innere/Obere).

Obere Zeroden Zeroden (Obere/Untere.

Oberer AckerAcker, Äußerer/Innerer/Oberer/Unterer Acker.

Oberer GartenGarten (Oberer/Unterer).

Oberer Kirchacker Oberer/Unterer Kirchacker.

Oberer LobenatzeLobenatze.

Oberer Partes (PL, AUN) → Partes. 

Oberer Ploi Ploi (Oberer/Unterer).

Oberer Raut Raut (Oberer/Unterer).

Oberer RenesRenes (Oberer/Unterer).

Oberer SebellSebell (Oberer/Unterer).

Oberer Tschamp Tschamp (Oberer).

Oberer Tschangorf  Tschangorf (Mittlerer/Oberer/Unterer).

Oberes Ackerle Ackerle, Hinteres/Oberes/Unteres Ackerle.

Oberes Eck Eck (Oberes/Unteres) (AHB).

Oberes Feld Feld (Äußeres/Oberes/Unteres)

Oberes GartlGartl (Inneres/Oberes/Unteres).

Oberes Gödl Gödl (Oberes/Unteres).

Oberes Peintl(e) Peintl(e).

Oberes Tal Tal.

Oberfiger (AHB) → Figer.

Oberfiger Gut/Hube/Leite (AHB).

Obergoll (AHB) → Goll.

Oberhaslach (VII 925, IX 88) Lagename, ‘ober dem Gehöft Haslach’.

Oberhauser (IX 89).

Oberhauseralm (II 349) = ‘Alm des vlg. → Oberhauser’.

Oberhauser Gut (AHB).

Oberlesach Lesach (Ober-, Unter-).

Oberlohr Lohr (Ober-, Unter-).

Oberlohr Gut (AHB).

Obermaier, Obermaier Gut (AHB).

Oberöd (AHB) wohl zu → Öde.

Oberpeischlach Peischlach (Ober-, Unter-).

Oberpeischlacher Alm/Berg/Feld(er)/Häuser/Wald (AHB).

Ober-Posedoier (II 234) → Posdoier.

Oberranzl (AHB) → Ranzl.

Ober-Rubisoier Rubisoier (Ober-, Unter-).

Oberweißkopf (IX 90) zusammen mit Unterweißkopf zum Übernamen Weißkopf.

Oberwirt † (IX 91, K 15) d.i. ‘der obere Wirt’.

Oberwirtwald (III 515) zu vor.

Oblasser (IX 92, K 15) Lagename, zu slawisch ob + plazъ ‘längs der Lawine, am Lahner’.

Oblasseralm (VIII 987), -wald (AHB, VIII*) zu vor.

Obrig (AHB).

Obring (VIII 983, ARN) < slawisch *obrinje ʻentlang des Wacholder­bestandesʼ (= ob + brinъ ‘Wacholder’ + -je).

Ochsenalm und Ochsenpferch (I 129, K 16) bzw. Ochsner Pfäraf (I*) nach der speziellen Nutzung dieser Fluren (→ Pfar(a)f).

Öde (II 350)  mundartlich ‘aufgeschlossenes Gut’

Öder Bifang (I 130), Ödes Bifangl (AHB) → Pifang.

Ofenbalfen (II*), -grüabe (I*) d.i. ʻOfenfelsen bzw. -grubeʼ (zu mundartlich Ofen ʻzerklüfteter, löchriger Felsʼ).

Ölbichl, -platten (I*) auf Grund der Aussprache [yǝl-] zum Hofnamen → Uhl.

Ogger (VIII 984) = Acker?

Ohngarten (AHB).

Olschniz (AHB): wohl zu slawisch *jelьcha/*olьcha ʻErleʼ (slowenisch jelša).

Oraswiese  Airaswiese.

Ormutwald (II 351) d.i. ‘Armutswald’.

Ort (AHB) bedeutet in der Mundart ursprünglich ʻEnde, Endstück, Randʼ.

Ortes (AHB) vielleicht zu vor., jedoch im Detail unklar.

Ortesle (AHB) Diminutiv zu vor.

Ortner (IX 92a), Ortner Gut (AHB) Lagename, ‘der am Ende eines Ortes bzw. einer Flur wohnt’ (→ Ort).

Ortnerfutterhäusl (VIII 985), -wald (VIII 986) zu vor.

Ortswald (II 352) zu mundartlich Ort ‘Ende, Endstück, Rand’.

Ostadan (VII 926) wegen urkundlich 1771-1778 Osterthan(n) wohl ʻöstlich gelegener Tann(enwald)ʼ; viell. auch zu slowenisch oster ‘spitz, scharf’ (im Detail unklar).

 

P→ unter B…

 

R

 

Raggergraben (AHB).

Raggleck, -graben [rōgǝl-] (V 800) wegen der mundartlichen Aussprache [-ō-] wohl zu mundartlich rougl ‘locker’.

Rainer (IX 104) Lagename, zu deutsch Rain.

Rainer Alm/Garten/Gut/Haus/Hube/Wald/Wiese (AHB, II*).

Rainl (AHB) Diminutiv zu → Rain.

Raise, Raisacker, -gart(l) (AHB).

Ralfalm (AHB), -bach (III 516), -kees, -kopf, -scharte, -tal (III*) zum Personennamen Ralf (Sagenfigur).

Ramegöin (VII*) [rámǝgoan], unklar.

Ranaz [ranǻts] (III 517) wohl zu romanisch *rovina ‘Erdrutsch, Geschiebe­fläche’ + -aceu.

Rane (VII 927, VIII 988), Ranelacke (VIII 988) wohl < slowenisch ravnje ‘eben Fläche, Ebene; Terrasse’.

Ranggaz, Ranggazacker, -wald,  Ranggazl (AHB).

Ranggetin (AHB) → folg.

Ranggetiner † (II 353, IX 105, K 15): Lagename von romanisch runcatina ‘Rodung’.

Ranggetiner Bach/Gut/Wald (AHB, II*).

Ranggetol (III 518, AHB) wie vor.

Ranggewitz (AHB).

Rangploi (AHB), auch Rankeplói (III*) wohl Zusammensetzung aus → Rank + → Ploi.

Rank (VI 876) wohl zu romanisch runcu ‘Raut, Rodung’.

Rankeggele (VI 877) wie vor. + -eggele Diminutiv zu Egg(e) (→ Egger).

Rannach (AHB).

Ranngan (AHB).

Rantsch (AHB) zu romanisch runca ‘Raut’

Rantschner (IX 106, K 15) Lagename zu romanisch runcu, -a ‘Raut’ (mit deutscher Wortbildung).

Rantsch(n)eralm (VII 928)zu vor.

Rantschner Feld/Graben/Gut/Hube/Wald  (AHB).

Rantschnigg † (IX 107, K 15) Lagename zu romanisch runcu, -a ‘Raut’ (mit slawischer Wortbildung).

Ranz, Ranzl  (AHB) wohl wie → Rantsch.

Ranzäcker, -glibe  (AHB).

Raplan (II 355) wohl < romanisch area plana ‘ebene Wiese’.

Rasbúflecke (I 132) < romanisch rasp(at)ura ‘rauhe Gegend’.

Raspúfleck (II 354) wie vor.

Rasséck (AHB, auch → Rossegg), Rasseckbach, -graben (IV 711) wohl < romanisch rivus siccus ‘Dürrenbach’ oder zu slawisch raz-sěk- ‘Einhieb’ (also Hinweis auf Rodung).

Rasta (der) (I*) d.i. ʻder Rasterʼ, ein Rastplatz.

Raubis (Rauwies) (VI 878) wie Rawies.

Raubisbichl (VI*), -bründel (VI 879) wie vor.

Rauchbichl (AHB) → folg. (östlich von der Kreuzwand)

Rauchenbichl (III 519, IV 719): d.i. mundartlich ‘rauer (= steiniger) Bühel’.

Rauchgang (VIII 989) übertragen von deutsch mundartlich ‘Rauchfang’.

Raunede (III 520) Kollektivbildung zu mundartlich rounε ‘umgefallener, verdorrter Baum’.

Rausch (IX 108) Übername (vgl. mittelhochdeutsch rūsch ‘ungestüme Gesten’).

Rausch(en) Acker/Feld/Garten/Gut/Hube/Wiese  (AHB).

Raut (Oberer/Unterer) (AHB).

Rauterwiese (V*).

Rawies (II 356, PL) unsicher, viell. zu romanisch rubus ‘Brombeerstaude’.

Rawíser (II 357, PL) wie vor.

Rawiesl (AHB) Diminutiv zu → Rawies.

Reglesure (III 521) wie Eglesure.

Reiden (IV 713) d.i. mundartlich Reide ‘Krümmung, Wegbiegung’.

Reidentäler (III 522) vgl. vor.

Reidete Wand (I*) d.i. ʻdie gekrümmte Wandʼ (zu → Reiden).

Reidle (AHB) Diminutiv zu → Reiden.

Reines (II*) [réïnǝs] wie → Röines.

Rekisla (V 801) unklar.

Renes (AHB, auch → Röines), Renes (Oberer/Unterer) (AHB) Singular zu Reneser, → folg.

Reneser † (IX 109, PL) Lagename zu romanisch area ‘Lagerplatz des Viehs vor der Alphütte’ + -ina + Plural -s oder -acea (setzt einen alten Flurnamen *Renes voraus + deutsch -er, Plural).

Reneser (II 358) Plural zu → Renes.

Reneswiese, -wiesl (AHB).

Renz (III 523) wie folg.

Renz(äcker) (II 359) zu romanisch runcu, -a ‘Raut’.

Renzgliebe (II 360) d.i. romanisch runcu, -a ‘Raut’ + clivus ‘Abhang, Hügel’ (→ Glibe).

Renzöu (III 524) zu romanisch runcu, -a ‘Raut’.

Resle (AHB), auch Reßle (III 525) unklar (viell. zu Ross oder zu mundartlich sl ‘Stützbalken am Dachstuhl’).

Resotte (IV*), Resottenseite (IV 714) viell. zu romanisch resecare ‘abschneiden, mähen’ + -utta.

Retschoi (AHB).

Reues (I 133) [róijǝs] Reduktionsform < romanisch (paletta-)rivarias Bach­halden’.

R(h)eden (IX 110) zum althochdeutschen Personennamen Roduni.

Richter (IX 112, K 15) Funktionsbezeichnung.

Richtergraben (IV*).

Riegel (Lesacher) (III 526) = mundartlich Riegel ‘Bodenerhebung, Bergrücken’.

Riegele (II 361) Diminutiv zu mundartlich Riegel ‘Bodenerhebung, Bergrücken’.

Riegelkopf (VIII 990), -hütte (III*).

Rieger (AHB).

Riepl(er) [-iǝ-] (IX 112, AHB) Kurzform zum Personennamen Ruprecht.

Riepl(er) Gut/Hube (AHB).

Rieplanbach (I 134) = ‘Bach des vlg. Riepl’ (→ vor.).

Riese (Hohe) Hohe Riese.

Riglbox (III 527) viell. zu Riegel, sonst unklar.

Rinderböden (II*), Rinde(r)leiten (III 528, AHB).

Ritschen (VIII 991) zu deutsch mundartlich Rütsche ‘Wal, Bewässerungskanal’ (Lehnwort < romanisch (ar)rugia ‘Stollen’).

Riwal (I 135) < romanisch (pratum) rivale ‘Bachwiese’.

Roan- (Rahn-) -scharte (II 362) d.i. ‘die Rainscharte’.

Roan- (Rahn-) -schupfe (VI 880) d.i. ‘der Rainschuppen’.

Robnitz (AHB).

Rogl(er) (IX 113, AHB) Übername (zu mundartlich rougl ‘locker, leichtsinnig’).

Rogl Acker/Gut/Haus/Wiese (AHB).

Roglbressla (IV*) → Rogl u. Bresla.

Röines (III 529) wohl Singular zu Reneser.

Rojasser (I*) Plural zu → Reues.

Romaríswand (I 136) zu romanisch rivus marricius ‘Schotterbach’.

Ronande [-ede] (VIII 992) wie Raunede.

Ronk (der) (II 363) wohl < romanisch *runcu ‘Raut’.

Rosat (AHB).

Rosenale (IV 715) wohl zu romanisch *rosa, *ross(na) ‘Gletscher, Wildbach, Rinne, Erdrutsch’ + -ale (Substratwort).

Róssegg (IV 717), Rossegge (I*) = Rasseck.

Roß-, Rossbichl (IV 716, V 802, AHB).

Roß-, Rossgrube (I 137, AHB).

Roß-, Rosslacke (II 364, AHB).

Rote Erdbrachten (I 138) zu altem deutschen *bracht ‘Bruch’ als ‘aufgerissener Hang, an dem der rote Fels zum Vorschein kommt’.

Rote Wand (AHB) nordwestlich der Stüdelhütte.

Rotenkogel (VI 882, K 17) → folg.

Roter Knopf (III*, K 17) es gibt auch einen Weißen Knopf (→ Knopf); mit ‘rot’ benannte Berge heißen so nach der Färbung des Gesteins, v.a. in der Abendsonne.

Roter Stein (II 365).

Rotes Tal (I*).

Rotgarten (AHB).

Rotkogel (I 140).

Rotspitze(n) (VIII 993, AHB), mundartlich der Roate oder die Roaten.

…rotte: es gab einige Rotten (Rotte ‘(abgelegener) Teil einer Dorfgemeinde bzw. zwei oder mehr Häuser in getrennter Lage’), so hatte → Großdorf vier Rotten, → Bacher-, Goller-, Prader- und Taurerrotte (Hofnamen enthaltend).

Rotsteinbachl (II*).

Rowea (VIII 994) zu romanisch *rova, *rovina ‘Erdrutsch, Geschiebefläche’.

Rubentschote (IV 718), auch -schott  (AHB) wie Rubischót.

Rubestoltal (V 803) Zusammenhang mit Rubisottal oder Rubischot.

Rubischót (II 366, ARN, PL) erinnert zwar an Rubisoi bzw. Rubisot-, ist aber eher zu romanisch *rubice ‘Steinklotz’ (+ -ottu) stellen.

Rubiseelacke (III 530) → folg.

Rubisói (III 531, AHB, AOK, PN) < romanisch ruberuciaria ‘Dornenstrauch, Gegend mit Brombeeren’ (vgl. urkundlich 1299 Robrozay, erst später ohne -r- wie  1553 Rubiseӱ und 1713 Rubisoӱ).

Rubisoier (Ober-, Unter-) (IX 114) Lagename zu vor.

Rubisoier Gut/Hube/Schermwald/Wiese (AHB).

Rubisottal [rubisṓt-tål] (III 532) wohl zu Rubisoi + Tal.

Rudefohl (III 533, PL) entweder < romanisch rivus de valle ‘Talbach’ oder de aquale ‘Wassergrabenbach’).

Ruegge (II 367) = ‘Ruh-eck(e)’.

Ruhestatt (AHB).

Rui (AHB), Ruigraben (VI 883) viell. wie Reues oder Ruisbach, doch wegen der Aussprache [rua-] neben [rui-] viell. zu deutsch Ruhe; die ui-Aussprache noch heute in den Sprachinseln und Randgebieten.

Ruisbach (III 534), -knopf, -törl (III*)  zu romanisch rivus ‘Bach’.

Ruistatt (VI 884) wie vor.

Rumeloisbachle (I 141, PL) d.i. romanisch rivus ‘Bach’ + einem weiteren (nicht eindeutig feststellbaren) Element.

Rumesóibach, -boden, kopf (I*) wie folg.

Rumesóiebene (I 142, K 16) < romanisch (alpis) rumiciaria nach der auf den Almen, wo das Vieh lagert, verbreiteten Pflanzenart rumex alpinus ‘Sauerampfer’, danach auch Rumesoibach.

Rumestólz (I 143) unklar (Vorderglied wohl romanisch rivus ‘Bach’).

Rumizirme (IV 719) wie vor.

Runggatsch (AHB) zu romanisch runcu ʻRautʼ (+ -aceu).

Runggatschwald (AHB) wie vor.

Ruprechtalm (IV 720), -egge, -greit, -wiesen (IV*) [rúǝpacht-] zu folg.

Ruprechter (IX 115) zum Personennamen Ruprecht.

Ruprechter Gut/Hube (AHB).

Ruzigraben (II 368) wohl Weiterbildung von romanisch rivus ‘Bach’ oder ripa ‘Ufer’.

Ruzoiboden (II*), -bach (II 369) wie vor.

 

S

 

Sägebrücke (IV*) [sǡg-, sōg-] wohl zu Säge.

Sagesöid (AHB).

Sagritz (AHB) wohl zu slawisch za goricǫ ʻhinter dem Bichl, Hügelʼ.

Saisende Balfen (III 535) = ‘der sausende Balfen’ (→ Balfen).

Saisende Wand (III 536) = ‘sausende Wand’.

Salzbalfelen (I 144) → Palfen/Balfen.

Salzkogel (I 145).

Salzkopf (II 370).

Salzköpfl (I 146).

Salzpalfelen (AHB).

Samschlag (IV 721) d.i. mundartlich Saum-/Säumerschlag ‘Sammelplatz für Saumlasten’.

Samwangges (AHB).

Sandangerle (AHB).

Sandriegel (AHB) östlich der Stüdelhütte

Sankt Georg (IV 722) Ausdruck der Volksfrömigkeit, Benennungsmotiv im Detail unklar.

Sankt Peter (AHB) wie vor.

Santner (IX 116) Lagename, etwa ‘der am Sand wohnt’.

Santner Gut/Wald (III 537, AHB) = ‘Gut bzw. Wald des vlg. Santner’ (→ vor.).

Sarizl (AHB).

Sattel (Am) (AHB) südwestlich vom Gramul.

Sattile (I 147) d.i. ‘kleiner Bergsattel’

Sattl (VII 929) d.i. ‘Bergsattel’

Saubalfen (III 538), -palfen (AHB) Sau pejorativ; → Balfen.

Sauerbödenle (II 371).

Saukopf (II 372).

Säul (Äußere/Innere) (I*) zu deutsch Säule, mundartlich Saul ‘Grenz-, Zaun­säule’.

Säulgraben (I*), -spitz(e) (I 148) zu vor.

Saurerfeld (AHB).

Sautale (IV 723) d.i. mundartlich ‘Sautälchen’ (ein schlechter und gefährlicher Platz) vgl. Hahlen Tale (Im).

Schalotz (Am) (II 373) wohl < romanisch scalacea ‘hohe Stiege’.

Schampadill (I 149, AHB) zu romanisch campus ‘Feld’.

Schangorf (IV 724, K 16, PN, PL) wohl Variante zu → Schangorf (< roma­nisch campus curvus ‘Krummacker’).

Schantefroi (V 805, PL) wohl < romanisch campu de ferraria ‘Eisen bzw. Mineral­wasserfeld’.

Schartle (VI 885) d.i. die ‘kleine Scharte’, ein Übergang.

Schaufel (AHB).

Scheibe (AHB) zu mundartlich schaib, schaiwe ʻScheibe; Rad, Rolleʼ, auch ʻGras­fläche im Wald, Felsʼ. 

Scheibsteine (V 804) d.s. ‘Schiebesteine’ (steinige Waldflur), → Scheibe.

Scheintrodl (IV 725) unklar.

Scheißbichl (IV 726).

Scheiterer  (IX 117) zu mundartlich Schaiter ʻSchindelmacherʼ.

Scheiterer Alm/Gut (II 374, AHB) = ‘Alm bzw. Gut des vlg. → Scheiterer’.

Scheitzgraben (AHB).

Schenglotte (I 150) wohl < romanisch cingulum ‘Gürtel, Rasenband im Felsen’ + -uttu.

Schere (I 152) gibt die alte Bedeutung ‘Fels, Klippe’ wieder (vgl. norddeutsch Schäre ‘Felseninsel’).

Schermtaxe (IV 727) d.i. mundartlich ‘Schirmfichten’.

Scheslan (AHB), auch Scheßlan (IV 728) wohl < romanisch saxum ‘Fels’ + -ellu + -inu/-one.

Schiedbifang (I 151) = ‘eingefriedetes Grundstück des vlg. Schiet’ (folg.).

Schiet (IX 118) unklar.

Schiet Acker/Gut (AHB).

Schietstoan (I*).

Schimblgang (I*) zu folg.

Schimme(l) (Grauer) (I 153) → Grauer Schimme(l) (zu romanisch gimbus ‘Buckel, Höcker’).

Schimmescharte (I*) zu vor.

Schinal (II 375) wohl zu romanisch canalis ‘Rinne’.

Schindermahd (I 154) wohl zu mundartlich Schinder ‘steiler, mühevoller Anstieg’, also ‘steile, mühsame Mahd’ (kaum ‘Mahd des Schinders, Abdeckers’).

Schipflen (Beim) (II 376) Diminutiv zu mundartlich Schupfe ‘Schuppen’.

Schitta (III 539) wohl ʻSchütterʼ zu altmundartlich Schütt ‘Anschwemmung, Sand­bank’.

Schitterle (AHB) wohl Diminutiv zu vor.

Schlachtbichl (II 377) viell. zu alt mundartlich schlacht ‘gerade, glatt, eben’.

Schleierfall (VII 930) (romantische Neubenennung).

Schliederer und Schliederle (IX 119, AHB, PN) urkundlich 1423 Steffan ab d(em) Slud(er), 1428 Sluder, somit ist dieser Name eine Variante des Familiennamens Schluder(mann), Übername zu schludern ʻnachlässig ar­beitenʼ, schludrig ʻnachlässig, schlampigʼ.

Schliederle Alm/Gut/Wald/Wiese (AHB, II*).

Schliederler Kirchl (II*).

Schliedrichtlen (AHB).

Schlitt (Auf) (VI*).

Schmalzl (IX 120) Übername, zu deutsch Schmalz.

Schmalzl Gut/Ries(e) (AHB).

Schmidseite (IV 729) zum Hofnamen Schmied.

Schmied (IX 121) Berufsbezeichnung.

Schmied Acker/Ackerle (AHB).

Schnaggentörl (I 155) zu mundartlich Schnaggen ‘Felszacke’.

Schneewinkelkopf (I 156) nach seiner Lage so benannt. 

Schneider (IX 122, K 15) Berufsbezeichnung.

Schneider Gut/Hube (AHB).

Schnell (IX 123) Übername, zu deutsch schnell.

Schnell Gut (AHB).

Schober Hochschober.

Schober  (AHB).

Schoberkees, -tor (-törl) (VII 931) → folg.

Schöberlen (AHB) → folg. (unter dem Kalser Tauern).

Schöberln (VI 886) Plural zu Schober ‘Haufen’ (auch Bergappellativ).

Scholasseite (IV 730) unklar.

Schönbühel (VII 932) wie Schön- in Schönebene + Bühel.

Schönebenalm (I 157) → Schönebene

Schönebene (IV 731, K 16) hier ist schön (bäuerlich) im Sinne von ‘nutzbar’ zu verstehen; in den Flurnamen Tirols kommt auch der Ausdruck die Schöne im Sinne von ‘schöner, freier Fleck, schöner Wiesfleck’ vor und könnte ebenfalls unserem Namen zugrunde­liegen.

Schönlahn (AHB).

Schönleite (VIII 995) zu schön Schönebene und zu Leite(n), in der mundartlichen Flurnamengebung ‘ansteigendes Feld, Abhang’.

Schönleite(nbachle; -graben  (AHB), wie vor.

Schönleitenbach (AHB) wie vor.

Schönleitengraben (Äußerer) (AHB) wie vor.

Schönleitenspitz(e) (III 540) → vor.

Schoseloare (III 541) Kompositum, Hinterglied jedenfalls zu romanisch lovara ‘Wolfsgrube’ (→ Loweraze, Vorderglied viell. zu saxum ‘Felsen’).

Schösslen (Innere, Äußere) (AHB) Plural zum Diminutiv Schößle zu mundartlich Schoß ‘Zipfel’, Appellativ für vorspringende, schmale Landstücke.

Schramsetal (III 542) d.i. mundartlich ‘das schräge Tal’ (mundartlich schrems ‘schräg, schief’).

Schreinstein (II 378, VIII 996) d.i. ‘der schreiende Stein’ (im Volksglauben begründet oder verballhorntes deutsch mundartlich schrems ‘schräg, schief’).

Schrofecke (II 379) zu mundartlich Schrofen ‘(rauher) Fels’.

Schrutten(klapf) (VI 887) unklar (→ Klapflen).

Schupfen (Mittlere) (AHB).

Schupfenwald (II 380) zu mundartlich Schupfe ‘Schuppen’.

Schuß (IX 124) entweder Übername (zu deutsch Schuss ‘hastige Bewegung’) oder Lagename (zu mundartlich Schuss ‘Abfluss des Wassers auf das Mühlrad, Wasserrinne’) oder zu mittelhochdeutsch geschieʒe, schuʒ ‘Giebelseite (eines Gebäudes)’.

Schuß Ebenle/Feld/Gut (AHB, II*).

Schusswoa(r)sch (I*) d.i. → Schuß  + → Worsch.

Schuster (IX 125) Berufsbezeichnung.

Schuster Gut/Haus (AHB).

Schwab (AHB), auch Schwäb † (IX 126) zum Stammesnamen Schwabe.

Schwab Haus