Heinz-Dieter Pohl
Die Bergnamen
der Hohen Tauern
OeAV-Dokumente Nr. 6,
Innsbruck, Österreichischer Alpenverein - Nationalpark Hohe Tauern 2011, 136 S.
(siehe: http://www.hohetauern.at/de/aktuellespresse/1194-neuerscheinung-die-bergnamen-der-hohen-tauern.html)
Zu diesem Buch:
Dieses Buch versucht neben dem Interesse an der
Natur und ihren Schönheiten auch das Interesse am Lebensraum Hochgebirge zu
erwecken, indem das Namengut der Hohen Tauern ältere Lebens- und
Wirtschaftsformen widerspiegelt und damit auch die sprachliche Vielfalt ihrer
Geschichte auf Ebene der Toponymie, zu der alle Sprachen, die jemals in diesem
Raum gesprochen wurden (deren Namen wir nicht immer genau kennen – daher die
Bezeichnung „voreinzelsprachlich“), beigetragen haben. Im heutigen
bodenständigen Sprachgut bzw. in den Mundarten findet sich viel Vorrömisches,
Romanisches, Slawisches bzw. Slowenisches. Die Jahrhunderte lange Koexistenz mehrerer
Sprachen bzw. die Kohabitation ihrer Sprecher im Lande ist an ihnen nicht
spurlos vorübergegangen. Das aus den heute in der Region verklungenen Sprachen
bezogene Wort- und Namengut gehört zum historischen Erbe Kärntens, Tirols und
Salzburgs und somit zum immateriellen Kulturerbe Österreichs. Dies
aufzuzeigen ist das Hauptanliegen dieses namenkundlichen Werkes. Sprachliche
„Fundstücke“ aus der vordeutschen Zeit finden Sie im Register sub 8.2 und 8.3.
Sie finden hier also:
·
eine Einführung in die Bergnamengebung;
·
eine Übersicht über den bodenständigen
Wortschatz, wie er zur Namengebung verwendet wird bzw. wurde;
·
Erklärungen, warum die einzelnen Objekte
so heißen;
·
eine namenkundliche Begleitung, wenn Sie
über die Glocknerstraße fahren oder die GlocknerRunde begehen;
·
Einblicke in die Besiedlungs-,
Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Region.
Inhaltsverzeichnis
Vorworte 6-9
1. Einleitung
- Bergnamengebung in Österreich 9
1.1. Die
sprachliche Schichtung des österreichischen Bergnamengutes 10
1.2. Wonach
die Berge benannt werden 11
2. Was
bedeutet „Tauern“? 17
3. Häufige
in der Bergnamengebung vorkommende Appellativa (v.a. Bergwörter, auch andere
Wörter) 23
4. Berg,
Name, Natur und Mensch 37
4.1. Besiedlungsgeschichte
37
4.2. Alte
Sagen und Bergnamengebung 41
4.3. Der
Bergbau und seine namenkundliche Bedeutung – Schwerpunkt Goldbergbau 49
4.4. Bergnamen
im Lichte der Almwirtschaft 52
4.5. Die
Namen der Übergänge – die Glocknerstraße 58
4.6. Pflanzenbezeichnungen
(Flora) 66
4.7. Wild-
und Nutztiere (Fauna) 67
5. Die
GlocknerRunde 71
5.1. Etappe
Kaprun – Stausee Mooserboden – Kapruner Törl – Berghotel Rudolfshütte 71
5.2. Etappe
Berghotel Rudolfshütte – Kalser Tauern – Gradetzsattel – Sudetendeutsche Hütte
73
5.3. Etappe
Sudetendeutsche Hütte – Dürrenfeldscharte – Hohes Tor – Kals 75
5.4. Etappe
Kals – Peischlachtörl – Glorer Hütte – Salmhütte 76
5.5. Etappe
Variante (a) Salmhütte – Stockerscharte – Stausee Margaritze – Glocknerhaus 78
Variante (b) Salmhütte – Leiteralm – Bruechet Alm –
Heiligenblut
5.6. Etappe
Variante (a) Glocknerhaus – Pfandlscharte – Ferleiten – Fusch 80
Variante (b) Heiligenblut – Schareck – Hochtor – Fusch
5.7. Etappe Fusch
– Gleiwitzer Hütte – Brandlscharte – Parkplatz Gletscherbahn Kaprun – Kaprun 81
6. Die
Gebirgsgruppen 83
6.1. Venedigergruppe
83
6.2. Lasörlinggruppe
91
6.3. Glocknergruppe
91
6.4. Granatspitzgruppe
97
6.5. Schobergruppe
101
6.6. Goldberggruppe
(Sonnblickgruppe) 104
6.7. Ankogel-
und Hafnergruppe 108
7. Die
Nationalparkgemeinden 115
7.1. Kärnten
115
7.2. Salzburg
116
7.3. Tirol
119
8. Namenverzeichnis
und Register 123
8.1. Namen
123
8.2. Slawische
Wörter 129
8.3. Romanische
Wörter (einschließlich vorrömisches Substrat) 131
Literatur 132
Abkürzungen 134
Zur Aussprache und den Sonderzeichen 135
Sprachwissenschaftliche Fachausdrücke 136
Fachbeiträge des Oesterreichischen Alpenvereins - Serie:
Alpine Raumordnung 137
Reihe „OeAV-Dokumente“ 139
Notizen 140
Vorworte
Schon sehr früh hat die von den Ländern
Kärnten, Salzburg und Tirol in Matrei i.O. eingerichtete Geschäftsstelle der
Nationalparkkommission Hohe Tauern auf zahlreichen Exkursionen, bei Vorträgen und
in Fachartikeln auf die vielfältigen Wurzeln der Namensgebung hingewiesen. Denn
der Nationalpark in den Hohen Tauern verfolgt neben der vorrangigen Aufgabe des
Naturschutzes und der Biodiversitätsentwicklung selbstverständlich auch jene
der Kulturlandschaftsforschung.
Der Großraum des Nationalparkes Hohe
Tauern kommt diesem Anspruch auch in breiter Weise nach bzw. haben schon in der
Vergangenheit zahlreiche Veranstaltungen zum Thema der Ortsnamenforschung in
den Nationalparkgemeinden stattgefunden. Diese Aufarbeitung der kulturellen
Vielfalt der Hohen Tauern erfüllt auch auf hervorragende Art und Weise die
Ziele des internationalen Vertragswerkes der Alpenkonvention, zu deren
Umsetzung Österreich als Vertragspartei verpflichtet ist. Gerade die Deklaration
„Bevölkerung und Kultur“ der Alpenkonvention geht darauf insbesondere ein. Sie
stellt die Erforschung, Erhaltung und Entwicklung des vorhandenen materiellen
und immateriellen Kulturerbes sowie der überlieferten Kenntnisse in den
Vordergrund. Sie unterstützt weiters die Anerkennung der Bedeutung und des
Werts des toponomastischen Erbes (insbesondere Orts- und Flurnamen) im
Alpenraum auch im Hinblick auf seine kulturhistorische Bedeutung sowie seine
Aufwertung. Die mit dem Nationalpark Hohe Tauern gemeinsame Herausgabe dieses
Werkes trägt somit zur wichtigen Umsetzung der Alpenkonvention bei.
Besonders freut es den
Oesterreichischen Alpenverein als Architekt der vielbegangenen GlocknerRunde im
Nationalpark Hohe Tauern, dass mit der Interpretation von Namen entlang dieses
länderübergreifenden Bergwanderweges die Information und das Wissen für die
zahlreichen Besucher/nnen sehr attraktiv angereichert werden konnte.
Der Oesterreichische Alpenverein als
größter Grundeigentümer im Nationalpark Hohe Tauern bedankt sich bei allen an
der Realisierung dieser Broschüre Beteiligten sehr herzlich.
Peter
Haßlacher
Leiter der Fachabteilung
Raumplanung-Naturschutz des OeAV
„Nomen est omen - Der Name ist ein Zeichen“
heißt es in einem bekannten lateinischen Sprichwort. Die Bergnamen sind Zeichen
der Vergangenheit und der Gegenwart und spiegeln die Jahrtausende lange Präsenz
des Menschen in den Hohen Tauern wider. Diese sprachlichen Denkmäler tragen die
Informationen zur Besiedlungsgeschichte der Landschaft, zu vergangener Kultur
und Brauchtum in sich. Als Teil eines umfangreichen mündlichen
Erfahrungswissens haben die Berg- und Flurnamen in Zeiten der Globalisierung
und der Amerikanisierung in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung
eingebüßt. Dieses Wissen droht nun mit dem Aussterben der älteren Generation
verloren zu gehen.
Besonders schwierig zu deuten sind die
erst in jüngerer Zeit überlieferten Bergnamen. Ihre Namengebung erfolgte im
Zuge der wirtschaftlichen Erschließung der Alpen zunächst als Handelsrouten
und Bergweiden, dann für den Bergbau und
die Jagd und schließlich für Alpinismus und Tourismus. So sind die Alpen
wortwörtlich ein „hochgelegenes Weidegebiet“ bzw. auch als Berg sowie Pass zu
verstehen. Der Sprachwissenschafter Heinz-Dieter Pohl legt nun ein umfassendes
Werk zur Erläuterung und Herkunft der Bergnamen aus den Hohen Tauern vor.
Dieses Buch ist ein weiterer
Meilenstein in der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Oesterreichischen
Alpenverein und dem Nationalpark Hohe Tauern. Der Nationalpark Hohe Tauern
sichert damit nicht nur das Natur- und Kulturerbe Österreichs sondern liefert
auch einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung und Dokumentation seines
Namengutes als immaterielles, historisches Erbe Kärntens, Salzburgs und Tirols.
Nationalpark
Hohe Tauern
Kärnten-Salzburg-Tirol
Vorwort zur Neuauflage
Nachdem die erste Auflage
dieses Namenbuches bereits vergriffen ist, erschien es angebracht, statt eines
unveränderten Nachdrucks eine Neubearteitung durchzuführen, um einerseits
einige Fehler und Ungenauigkeiten zu sanieren und andererseits einige
Ergänzungen vorzunehmen. Ich freue
Heinz-Dieter Pohl
Erhältlich
ist das Buch im OeAV-Shop (http://www.alpenverein.at/shop/?viewMode=Publikationen&SubCat=OeAV-Dokumente&navid=27)
sowie in den Verkaufsstellen des Nationalparks Hohe Tauern Kärnten
(Nationalparkverwaltung
Großkirchheim Tel.: 04825/6161, BIOS Nationalparkzentrum Mallnitz 04784/701)
und im Online-Shop des Nationalparks Hohe Tauern unter www.hohetauern.at/shop. Preis: € 9,90.
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