5.8 Vergleich der Demokratiemodelle

 Tabelle 5.2: Vergleich unterschiedlicher Demokratiemodelle.
 
Modell  Kompetitiv  Plebiszitär Republikanisch Partizipatorisch Pluralistisch
Ideal der Herrschaftsausübung Repräsentative
Demokratieformen
Direkte
Demokratieformen 
Repräsentative
Demokratieformen
Direkte
Demokratieformen
Repräsentative
Demokratieformen
Primäre Prinzipen der Konfliktregulierung Mehrheitsprinzip Mehrheitsprinzip Konsensprinzip Mehrheitsprinzip +
Konsensprinzip
Mehrheitsprinzip +
Kompromisse
Repräsentantenwahl
nach dem
Zufallsprinzip
Nein Nein Nein Ja Nein
Primäre Zielvorstellungen   o Entscheidung o Entscheidung o Öffentlichkeit
   herstellen
o Meinungsbildung
o Gemeinschafts-
   bildung
o Bürgerliche
   Erziehung
o Aktive
   Gesellschaft

 

o Bürgerliche
   Erziehung
o Meinungsbildung
o Entscheidung
o Aktive
  Gesellschaft
o Meinungsbildung

Primäre Kategorien
der Beteiligung

o Information
o Wahlen

o Information 
o Wahlen
o Abstimmen

 


o Information
o Diskussion
o Wahlen
o Politische
  Aktivität 

o Information
o Diskussion
o Wahlen 
o Abstimmen
o Politische
o Aktivität

o Information
o Diskussion
o Wahlen

Beteiligung des Bürgers am Prozeß der politischen Entscheidungsfindung 

Nein

 


Ja

Ja

Ja

Nein, 
Teilnahme nur als Vertreter (Mitglied) einer Interessengruppe erlaubt.

Subsystem- demokratisierung

Nein

Nein

Nein

Ja

Nein
Menschenbild Inkompetente
Bevölkerung
Qualifizierter Bürger

 

Kompetente und 
Inkompetente Bürger
Qualifizierter Bürger Kompetente und
Inkompetente Bürger 

Hauptakteure im politischen 
Prozeß

o Eliten
o Partein

o Bürger

o Bürger
o Politiker

o Bürger

o Vertreter von
o Interessengruppen
o Lobbies
o Parteien
o Politiker

Bemerkung: Mischformen von Demokratiemodellen können in Theorie und Praxis auch auftreten:

Beispiel 1:
Ein Gesetz wird von der Regierung mit/ohne Mitwirkung von Interessensgruppen ausgearbeitet und dann zur direktdemokratischen Abstimmung vorgelegt. Das wäre dann in Abhängigkeit zu den am politischen Prozeß mitwirkenden Akteuren eine kompetitiv-plebiszitäre oder pluralistisch-plebiszitäre E-Demokratie.

Beispiel 2:
Ein Beispiel für die republikanisch-plebiszitäre E-Demokratie ist die Vorstellung von Etzioni über die Anwendungsmöglichkeiten elektronischer Wahlen im Rahmen seines Teledemocracy-Ansatzes, der primär auf dem republikanischen Minerva-Kommunikationsbaum beruht:

"Telepolling, like other forms of direct democracy en masse, provides only limited room for give-and-take. It can be made to work for a few isolated items that can be straightforwardly voted up or down (such as hospital bonds), but not for complex issues of the kind we typically face. Given such issues, direct democracy produces few if any opportunities to work out compromises that most people can feel comfortable ratifying.

For this reason, telepolling should be used to supplement the existing representative government. At the same time, if it was properly conducted, it could serve between elections as a continuous source of information to the legislature about the preferences of the populace" (Etzioni, 1992, S. 38).