Frage: In vielen philosophischen Diskussion wird darauf hingewiesen, dass Wirklichkeit etwas Anderes sei, als Realität - und oft wird, in diesem Zusammenhang, die Unterschiedlichkeit von Wirklichkeit und Realität dahingehend beschrieben, dass Wirklichkeit das ist, das wirkt, und dass es sich bei Realität um das handelt, das von uns (subjektiv) wahrgenommen wird.
Wie zutreffend ist diese Sichtweise?
Antwort: Man kann natürlich (künstlich) zwischen den Begriffen 'Wirklichkeit' und 'Realität' unterscheiden, und ihnen jeweils unterschiedliche Bedeutungsinhalte zukommen lassen.
Manche (Philosophen) tun dies, und definieren Wirklichkeit und Realität, in der von dir genannten Art und Weise [1].
Grundsätzlich aber besteht, im Offiziellen-Deutschen-Sprachgebrauch [2] - der übrigens jedem aktuellen Duden zu entnehmen ist -, keinerlei bedeutungsmäßiger Unterschied, zwischen den Begriffen 'Wirklichkeit' und 'Realität'!
DENN: Im Offiziellen-Deutschen-Sprachgebrauch sind die Begriffe 'Wirklichkeit' und 'Realität', von ihrem Bedeutungsinhalt her, ident, und sind daher (gleichbedeutende) Synonyme füreinander [3].
Und das bedeutet:
Wenn du die Begriffe 'Wirklichkeit' und 'Realität', im Alltagsgesprächen, in offiziellen Schreiben oder während Prüfungen, zB in der Schule oder an Universitäten, als (gleichbedeutende) Synonyme füreinander verwendest und verstehst, wirst du zumeist richtig liegen!
DENN: Die Sichtweise, dass Wirklichkeit und Realität (gleichbedeutende) Synonyme füreinander sind, ist ein offizieller Standard der Deutschen Sprache, und ist damit ein Teil der allgemeinen, offiziellen Definition von Wirklichkeit und Realität.
Und jede, wie auch immer geartete Definition der Begriffe 'Wirklichkeit' und 'Realität', die von diesem offiziellen Sprach-Standard abweicht, besitzt, in der Folge, keinerlei allgemeine Verbindlichkeit, und ist, im Grunde, nichts anderes als eine beliebige, subjektive Begriffsdefinition.
Frage: Was ist Wahrnehmung?
Antwort: Wahrnehmung, im Sinne eines Tuns, ist stets ein Prozess, der sich aus den Elementen Informationsaufnahme, Informationsweiterleitung und Informationsverarbeitung zusammensetzt [1].
Im Verlaufe des Informationsaufnahmeprozesses wird Information, mittels 'Wahrnehmungsorganen', aufgenommen, die aufgenommene Information wird in 'Informationskanäle' weitergeleitet, und schließlich wird sie, von einem 'Zentral-Nervensystem', - wie zB unserem Gehirn - verarbeitet.
Und: Aufgrund dieses, für alle Wahrnehmungen typischen, prozessualen Ablaufs, kann daher allgemein festgestellt werden, dass überall dort, wo - von wem oder was auch immer - Information aufgenommen, diese Information weitergeleitet, und, die aufgenommene und weitergeleitete Information verarbeitet wird, Wahrnehmung vorliegt, und, dass wahrgenommen wird!
Das End-Produkt eines jeden, abgeschlossenen Wahrnehmungsprozesses, bildet sodann, regelmäßig, ein Wahrnehmungsbild [2].
Das Wahrnehmungsbild ist das, das am Ende eine Wahrnehmungsprozesses - je nach Art der Wahrnehmung - entweder gesehen, gehört oder vielleicht gefühlt wird.
Das Wahrnehmungsbild eines Plattwurms etwa, kann - bedingt durch die mangelnde Qualität seiner Sinnesorgane - nur Helligkeit oder Dunkelheit darstellen.
Und das Wahrnehmungsbild eines Leoparden kann, zB, eine Antilope, ein bestimmtes Geräusch oder ein bestimmtes Gefühl sein.
Frage: Immer wieder wird in philosophischen Diskussionen darauf hingewiesen, dass wir uns dessen nicht sicher sein können, ob es auch jenseits unserer subjektiven Wahrnehmung Existenz gibt, und, dass es demzufolge durchaus sein könnte, dass unsere subjektive Wahrnehmung das Einzige ist, das wirklich existiert.
Wie zutreffend ist diese Sichtweise?
Antwort: Das Problem all derer, die diese Sichtweise vertreten, ist, dass sie vermutlich nicht ausreichend hinterfragen, was Wahrnehmung ausmacht.
Denn: Was Wahrnehmung ist, und, wie sie in ihren Grundzügen funktioniert, ist kein Geheimnis!
Jede, wie auch immer geartete Wahrnehmung, ist ein, aus den Elementen Informationsaufnahme, Informationsweiterleitung und Informationsverarbeitung, zusammengesetzter Prozess [1]; und, da jeder Wahrnehmungsprozess, AUSNAHMSLOS, in der gemeinschaftlichen Dreiheit von Informationsaufnahme, Informationsweiterleitung und Informationsverarbeitung abläuft bzw funktioniert, kann keines dieser 3 Elemente, für sich alleine genommen, eine Wahrnehmung sein.
Wenn aber weder die Informationsaufnahme, noch die Informationsweiterleitung, noch die Informationsverarbeitung eines Wahrnehmungsprozesses, für sich alleine genommen, eine Wahrnehmung ist, und wenn diese 3 Wahrnehmungs-Elemente, andererseits, bei jedem Wahrnehmungsprozess vorhanden bzw existent sein müssen, bedeutet dies, dass die notwendigen Voraussetzungen, für einen JEDEN Wahrnehmungsprozess, Existenzen sind, die selbst keine Wahrnehmungen sind.
Und dies wiederum bedeutet, dass eine Wirklichkeit wie die unsere - in der es Wahrnehmungen gibt - niemals AUSSCHLIESSLICH aus Wahrnehmungen ALLEINE bestehen kann!
Frage: Immer wieder wird die Sichtweise geäußert, dass alles, im Grunde, ungewiss ist, und dass es uns daher niemals möglich sein wird absolute, endgültige Gewissheit - bezüglich was auch immer - zu erlagen.
Und schon seit langem frage ich mich, ob diese Sichtweise vielleicht 'lediglich' ein intellektueller/ philosophischer Mythos ist, oder ob es tatsächlich zutrifft, dass für uns (Menschen/ Subjekte) absolute Gewissheit unerreichbar ist?!
Antwort: Besonders im Zusammenhang mit dem Sokrates-Zitat 'Ich weiß, dass ich nicht weiß!' [1], wird die Sichtweise, dass absolute Gewissheit für uns unerreichbar ist, vorgebracht, und als (Quasi-)Beweis für ihre Zutreffendheit wird häufig darauf verwiesen, dass die Haupt-Quelle all unseres Wissens - unsere sinnliche Wahrnehmung - fehleranfällig ist, und wir uns somit, aufgrund der Unzuverlässigkeit unserer sinnlichen Wahrnehmung, niemals sicher sein können, inwieweit das, das uns unsere Wahrnehmung an Informationen vermittelt der Wirklichkeit/ Wahrheit entspricht - oder nicht.
So überzeugend die Sichtweise, dass wir absolut nichts sicher wissen können, anfänglich, auch klingen mag: Sie ist dennoch unzutreffend!
DENN: Es ist logisch widersprüchlich, einerseits zu behaupten, dass wir uns keiner einzigen 'Sache' absolut sicher sein können, und, GLEICHZEITIG, vehement einzufordern, dass die Sichtweise, dass es für uns niemals absolut sicheres Wissen geben kann, eine absolut zutreffende Tatsache, und damit, ein absolut zutreffendes Wissen ist.
Und: Bedingt durch diese Widersprüchlichkeit, führt sich die Sichtweise, dass wir absolut nichts sicher wissen können, selbst ad absurdum!
'Nur dann, wenn man etwas sicher weiß, kann man letztendlich auch sicher wissen, was man alles NICHT weiß!'
Oder: Anders formuliert:
'Jedes bewusste Nicht-Wissen, setzt eine bestimmte Menge ebenso bewussten Wissens voraus!'
Oder: Nochmals anders formuliert:
'Ohne bewusstes Wissen, kein bewusstes Wissen, um das eigene Nicht-Wissen!'
Frage: Es wird immer wieder gesagt und darauf hingewiesen, dass all unser Wissen nichts weiter sei als als eine Ansammlung von Theorien.
Stimmt das?
Antwort:Nein, es ist nicht zutreffend, dass ALL unser Wissen Theorie ist!
DENN: Theorien sind allgemein, intellektuelle Interpretationen von Wirklichkeit [1], und, um Interpretationen (überhaupt) erstellen zu können, bedarf es zuallererst Fakten, Daten - und damit letztendlich Wissen - ÜBER die zu interpretierende Wirklichkeit.
Und erst dann, wenn man über die notwendigen Fakten, Daten, und damit über das notwendige Wissen, ÜBER jene Wirklichkeit, die intellektuell interpretiert werden soll, verfügt, ist es möglich, ÜBER diese Wirklichkeit - von der man bereits einiges weiß -, die unterschiedlichsten Annahmen und Theorien zu entwickeln.
'Über etwas, das man absolut nicht kennt, kann man absolut nichts aussagen!'
Und da bereits vorhandenes Wissen die notwendige Voraussetzung für JEDE Theoriebildung ist, hat dies zur logischen Konsequenz, dass ALLE Theorien, in ihrem letzten Grunde, eine Form von Wissen zu Voraussetzung haben, DIE SELBST keine Theorie ist!
Theorie bzw theoretisches-Wissen, hat somit, im seinem letzten Grunde, IMMER (AUCH) nicht-theoretisches Wissen zur Voraussetzung!
Frage: Ist es grundsätzlich möglich alles zu widerlegen?
Antwort: Die Antwort auf diese Frage lautet, eindeutig, nein!
Denn: Eine Widerlegung ist ein ERFOLGREICHER Nachweis, dass etwas Bestimmtes nicht vorhanden und/ oder unzutreffend ist [1], und, um einen derartigen Nachweis führen zu können, ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass man über eine Erkenntnistheorie verfügt.
Eine Erkenntnistheorie ist nämlich ein intellektuelles Konstrukt, das (zumindest in Grundzügen) bestimmt, was wahr und was wirklich ist, und daher ist es nur dann möglich, wenn man über ein derartiges intellektuelles Grund-Gerüst verfügt, zu entscheiden, was als wahr und was als wirklich gelten kann.
Und: Da eine JEDE Erkenntnistheorie (zumindest in Grundzügen) bestimmt, was wahr bzw wirklich ist, ist es ALLEINE mithilfe der eigenen Erkenntnistheorie NICHT möglich, erfolgreich nachzuweisen, dass sie - die eigene Erkenntnistheorie -, grundsätzlich, unwahre Ergebnisse liefert.
DENN: JEDER Versuch, alleiniglich durch die Verwendung der eigenen Erkenntnistheorie, erfolgreich nachweisen zu wollen, dass es - gemäß der eigenen Erkenntnistheorie - der Wahrheit entspricht, dass die eigene Erkenntnistheorie grundsätzlich unwahre Ergebnisse liefert, führt regelmäßig zu einem logisch Widerspruch, und führt sich solcherart, regelmäßig, selbst ad absurdum.
Frage: Gibt es eine absolute Wahrheit bzw Wirklichkeit?
Antwort: Gegenfrage: Warum sollte es KEINE absolute(n) Wahrheit(en) geben?
Ist etwa die Sichtweise, dass es keine absolute Wahrheit(en) gibt bzw geben kann, KEINE absolute Wahrheit?
Der Ausgangspunkt aller (möglichen) Wahrheit(en), ist, dass es etwas gibt!
DENN: Wenn absolut nichts existiert, gibt es in der Folge, absolut nichts - und es gibt dann natürlich auch keine, wie auch immer geartet(en) Wahrheit(en).
ABER: In der Wirklichkeit in der wir leben, gibt es Wahrheit(en) - und da es, in der Wirklichkeit in der wir leben, eine Vielzahl von Wahrheit(en) gibt, ist dies der eindeutige Beleg dafür, dass es, in unserer Wirklichkeit, ZUMINDEST, EINE absolute Wahrheit gibt.
Und diese EINE absolute Wahrheit, ist die Existenz!
Man kann allerdings die Frage, auch von einer gänzlich anderen Seite aus betrachten:
Angenommen, man geht davon aus, dass ALLES relativ ist, im Sein...
... doch selbst dann, gibt es etwas Absolutes!
DENN: Die Gesamtheit ALLER Relativitäten, ist etwas Absolutes - das, von nichts anderem (mehr) abhängt, als von sich selbst.
Die Gesamtheit ALLER relativen Wirklichkeiten, ist somit eine absolute Wirklichkeit!
Und: Die Gesamtheit ALLER relativen Wahrheiten, ist eine absolute Wahrheit!
Oder: Man könnte es auch anders formulieren:
'Überall dort, wo es etwas Relatives gibt, gibt es immer AUCH etwas Absolutes!'
Frage: Besonders im Zusammenhang mit Östlichen Philosophien wird immer wieder die Sichtweise vertreten, dass es Erkenntnisformen gibt, die nicht auf Logik basieren.
Meine Frage lautet daher:
Kann es jemals (eine) Erkenntnis geben, die VÖLLIG FREI von Logik ist?
Antwort: Die grundlegenden Voraussetzungen die vorhanden sein müssen, damit ein Mensch - oder ein anderes Lebewesen - in die Lage versetzt wird, etwas, wie auch immer Geartetes zu erkennen, sind kein Mysterium, sondern sind allgemein bekannt:
1. Es bedarf zumindest rudimentärer Wahrnehmungsorgane, um neue Informationen [1] aufnehmen zu können.
2. Es bedarf zumindest eines rudimentären (Zentral-)Nervensystems [2], mit dessen Hilfe die über die Wahrnehmungsorgane aufgenommenen Informationen be- und verarbeitet werden können.
und
3. Es bedarf zumindest einer rudimentären Erkenntnistheorie [3], die für das jeweilige Lebewesen festlegt, welche (Wahrnehmungs-)Informationen von Relevanz sind, und welche nicht.
Um es also auf den Punkt zu bringen:
Erkenntnis, OHNE eine entsprechende Erkenntnis-THEORIE, ist für kein Lebewesen möglich!
Und: Da JEDE Erkenntnistheorie ein System von Regeln ist, das festlegt, was für ein Lebewesen von Relevanz ist - und damit, was jeweils für das Lebewesen als wahr und als wirklich einzustufen ist -, besitzt demzufolge JEDE Erkenntnistheorie eine/ ihre eigene Logik - und, da dem so ist, kann es demzufolge auch keine Erkenntnis geben, die jemals VÖLLIG FREI BZW LOSGELÖST von JEGLICHER Logik wäre!
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