© Heinz Dieter Pohl
Kärnten - deutsche und slowenische
Namen
Namenkundliche Grundlagen
Dieser Beitrag wurde
anlässlich der Neuerscheinung von
Unsere slowenischen Ortsnamen / Naša
slovenska krajevna imena
(siehe http://members.chello.at/heinz.pohl/NB_Inhalt.htm)
provisorisch zuletzt am 16.5.2010 umgearbeitet
(kleinere Korrekturen folgen)
Vorbemerkung: Grundlage dieser Darstellung ist ein überarbeiteter, in
ONOMA 2001 [2002], erschienener Artikel (Schriftenverzeichnis Nr. 232); die Anmerkungen sind in den Text
eingefügt (in eckigen Klammern und kleinerer blauer Schrift).
Achtung: dieser Beitrag enthält Sonderzeichen (Arial Unicode
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Siehe
auch: http://members.chello.at/heinz.pohl/Namenbuch.htm
sowie http://www.uni-klu.ac.at/groups/spw/oenf/Kaernten_Namen_als_Kulturgut.htm
Zum
Streit über die „richtige“ Schreibung der slowenischen Ortsnamen:
http://members.chello.at/heinz.pohl/Auffassungsunterschiede.htm
Zum
Ortsverzeichnis: http://members.chello.at/heinz.pohl/Ortsverzeichnis.htm
slowenische Ortsbezeichnungen auf Grund der Liste der
Kärntner Landesarchivs 1972, der Verordnung der Bundesregierung vom 14. Juni
1977 (BGBl. 69/1977) gemäß „Volksgruppengesetz 1976“ (BGBl.
396/1976) und „Topographieverordnung-Kärnten“
v 17. Juli 2006 (BGBl. 263/2006)
Inhalt: 1. Allgemeines. 2. Die Kärntner
Sprach- und Namenlandschaft. 3. Soziolinguistische Hintergründe. 4.
Alter der slowenischen Namen. 5. Übernahme deutscher Namen ins
Slowenische. 6. Morphologie: 6.1. -iče; 6.2. ves~vas; 6.3.
-ica; 6.4.
slow. -je /
dt. -ach. 7. Schlusswort.
1. Allgemeines
An zweisprachigen (slowenisch-deutschen und
deutsch-slowenischen) Ortsverzeichnissen für Kärnten gibt es wahrlich keinen
Mangel. Abgesehen von den altösterreichischen amtlichen Ortsrepertorien
seien hier erwähnt Klemenčič 1972 und Dvojezična Koroška
1982; besondere Beachtung verdient aber Zdovc 1993,
der neben den amtlichen und slowenisch-schriftsprachlichen
Bezeichnungen auch mundartliche und historische Namensformen anführt [genaue Titel s. Literaturverzeichnis. – Vgl. meine Rezension (zu Zdovc 1993) in: Carinthia I 187
(1997) 677ff. und (gekürzt) in: Österreichische Namenforschung 22-23 (1994-95)
113ff.].
Für den Namenforscher sind solche Verzeichnisse ein
wichtiges Werkzeug, doch das Hauptinteresse der Onomastik ist auf die Herkunft
der Namen gerichtet, deren historische Schichtung und die Gesetzmäßigkeiten der
Entsprechungen der einzelnen Formen in beiden Landessprachen. Einer solchen
Fragestellung ging ich erstmals 1986 nach [Pohl 1986], indem ich die Namen des gemischtsprachigen Gebietes nach ihrer Herkunft gruppierte,
erstmals unter Einschluss auch der Berg- und Gewässernamen. Diesem ersten
Versuch folgte 1992 ein weiterer [Pohl 1992] – mit
den wichtigsten etymologischen Angaben. In dem nun vorliegenden neuen Band
„Unsere slowenischen Ortsnamen – Naša
slovenska krajevna imena“ [Neubearbeitung von
„Kärnten – deutsche und slowenische Namen / Koroška
– slovenska in nemška
imena“ = Österreichische
Namenforschung 28 (2000) Heft 2-3 (auch als Lizenzausgabe im Hermagoras-Verlag / Mohorjeva založba in Klagenfurt / Celovec
erschienen.] wurden die Namenerklärungen erweitert und bei jedem
Objekt wird seine Lage angegeben (bei Ortschaften die Gemeinde, bei Bergen die
Gebirgsgruppe und bei Gewässernamen die entsprechende Nummer der
Österreich-Karte [ÖK 50]). Außerdem werden einige allgemeine Angaben zu Sprache
und Geschichte der Slowenen in Kärnten und Österreich geboten.
Am Prinzip der Anordnung des Namenmaterials hat sich
gegenüber meinen früheren Versionen nichts geändert. Dieses wird getrennt nach
Orts-, Berg- und Gewässernamen einerseits und Namen slowenischer, deutscher,
vordeutscher/vorslowenischer Herkunft bzw. Übersetzungsnamen und verschiedene
benannten Objekten andererseits geboten. Darüber hinaus werden nicht nur die
Namen des heutigen bzw. gemischtsprachigen Gebietes angeführt, sondern auch die
slowenischen Bezeichnungen für außerhalb davon liegende Objekte. Insgesamt sind
pro Sprache rund 1200 Objekte enthalten. Außerdem werden die wichtigsten Namen
slawischer/slowenischer Herkunft außerhalb des gemischtsprachigen Gebietes in
Kärnten (einschließlich Osttirol) vorgestellt.
Im gemischtsprachigen Gebiet sind ca.
40,4 % Namen
slowenischen Ursprungs,
15,8 % Namen
deutschen Ursprungs,
28,7 % Namen,
die von einer Sprache in die andere übersetzt wurden
11,5 % verschieden
benannte Objekte, und
3,6 % weder
deutschen noch slowenischen Ursprungs, sondern dem römerzeitlichen und
vorrömischen Substrat zugehörig.
Diese Prozentzahlen unterscheiden sich von denen, wie sie
Kranzmayer [Kranzmayer
1956, Karte 4 u. 6 in der Beilage] angegeben hatte: durchschnittlich
37-57% slowenischer und 40-57% deutscher Herkunft – bedingt u.a. durch die verschiedene Zuordnung der Übersetzungsnamen [vgl. Kranzmayer 1956, 102], durch verschieden verlaufene Besiedlung [vgl. Kranzmayer 1956,
160f.] u. dgl. sowie durch die Tatsache, dass in meinen
Berechnungen nicht nur Siedlungsnamen, sondern auch Berg- und Gewässernamen
berücksichtigt wurden.
2. Die
Kärntner Sprach- und Namenlandschaft
Die Kärntner Sprachlandschaft ist eine historisch
gewordene. Sie ist das Ergebnis der Einwanderung von Slawen und Germanen nach
dem Untergang des Weströmischen Reiches in keineswegs menschenleeres Land, was
im frühen Mittelalter zu einer sehr heterogenen und polyglotten Bevölkerung
geführt hat. Schließlich hat sich (nach wenigen Generationen) zunächst das
Alpenslawische (Altslowenische oder „Karantanische“),
später dann zunehmend das (germanische) Althochdeutsche (in seiner bairischen
Ausprägung) durchgesetzt, wobei sich das Bairische – die Baiern selbst
sind im Zuge der fränkischen Machtergreifung im alpinen Raum aufgrund einer Ethnogenese von Germanen, Keltoromanen
und einiger Restgruppen hervorgegangen –im Laufe der Jahrhunderte immer
mehr auf Kosten des Slawischen ausbreiten konnte, während das Alpenslawische
bzw. „Karantanische“ in die slowenische Glottogenese einbezogen wurde und das Slowenische selbst
sich nur im Süden des Landes, vornehmlich im Unteren Gail- sowie im Rosen- und
Jauntal behaupten konnte.
Dies hier in wenigen Sätzen Skizzierte widerspiegelt sich
in der Kärntner Namenlandschaft.
(1) einen Teil der Namen haben Baiern und Slawen von der
keltisch-romanischen Vorbevölkerung übernommen;
(2) die übrigen Namen (der größte Teil) sind bairischer,
also deutscher, und slawischer, also slowenischer Herkunft (wobei der
prozentuale Anteil von Namen deutscher Herkunft in Richtung Nordwesten, der
Anteil von Namen slawischer Herkunft in Richtung Südosten zunimmt).
(ad
1) Zu diesen Namen gehören v.a. die Gewässernamen, die überhaupt das älteste onomastische Material repräsentieren, sowie einige
Siedlungsnamen und der Name des Landes Kärnten
selbst [zu kelt. karanto-
‘Stein, Fels’, zur selben Wurzel auch Karnburg, Karawanken u.a. (Pohl 2000, 84f. u. 87 sowie
118)]. Alle großen Flüsse Kärntens gehören hierher (Drau, Gail, Gurk, Lavant usw.),
ferner die Tauern, das Katsch-, Jaun- und Gitschtal, und einige
Siedlungsnamen (z.B. Villach). Auch
Spuren einer Romanität [Der romanische Anteil im österreichischen Namengut östlich der Linie
Villach – Salzburg ist eher gering. Ich selbst habe ihn früher weit höher
eingeschätzt und viele etymologische Erklärungsversuche zurückgenommen und
einige weitere sind ebenfalls nicht haltbar, z.B. die Namen mit dem Element Ladin-
(Familiennamen/Hofnamen Ladinig,
Siedlungsnamen Lading und Ladein usw.);
diese können nur ein altslowenisches *ledina ‘Brachland’ enthalten. Auch slaw. plan- in slow. planina ‘Alm’ (usw.) ist kein romanisches
Lehnwort im engeren Sinn (dies zeigt schon das ukrain.
polonyna),
sondern dieses ist von rom. planus ‘eben’
überlagert worden, was erklärt, warum es gerade im romanisch-slawischen
Übergangsgebiet so häufig ist] lassen sich nachweisen (Irschen [zum rom. Personennamen Ursinus], Federaun [aus rom. veterona
‘(etwa) Brachfeld’] u.a.), und die jüngere Forschung bringt weitere ans
Tageslicht (z.B. Egel [ma. alt Egel (m.) ‘spitzer
Berg’, Bergappellativ rom. Ursprungs, vgl. lat. aculeus
‘Stachel’ bzw. rom. *acuileu (> frz. Bergappellativ
aiguille)], Kotschna [das in den Karawanken und Steiner Alpen (Kamniške Alpe) häufige Kotschna / Kočna zu rom.
coccinus
‘rot’]).
(ad 2) Hier ist zu unterscheiden zwischen:
(I) (a) etymologisch deutschen Namen
(b) etymologisch slawischen Namen
(c) Übersetzungsnamen (also Namen, die sowohl zu a als auch zu b zu zählen wären)
(d) etymologisch weder deutsche noch slawische Namen (die aber dennoch meist
von der einen der anderen Sprache vermittelt worden sind)
(II) (e) im
Deutschen gebrauchten Namen
(f) im Slowenischen gebrauchten Namen, wobei sich zwischen I
und II kaum eine klare und eindeutige Beziehung herstellen lässt.
Betrachten wir zunächst einige Beispiele:
(I) ad (a) Feldkirchen, Bleiburg, Aich
ad (b) Ferlach,
Friesach
(die meisten Namen auf -ach waren ursprünglich Lokative von Einwohnernamen, in
unseren Beispielen ist slow. borovje ‘Föhrenwald’
und breza
‘Birke’ oder breg
‘Abhang, Rain, Ufer’ enthalten)
ad (c) Aich ~ Dob
‘Eiche’
ad (d) Villach [romanischer Herkunft, auf Slow.
heißt die Stadt Beljak,
älter Bilak
(bei Gutsmann 1789), mdal. Bljak)]
(II) ad (e) Feldkirchen, Bleiburg, Aich, Ferlach, Friesach, Villach, Globasnitz
ad (f) Trg, Pliberk, Dob, Borovlje, Breže, Beljak [s.o.
I ad (d)], Globasnica
Es zeigt sich also, dass es (unbeschadet der Etymologie) grundsätzlich im
Deutschen und Slowenischen jeweils eigene Bezeichnungen (verschiedene Namen)
für ein und dieselbe Ortschaft gibt:
(deutsch) Feldkirchen (slowenisch) Trg
Bleiburg Pliberk
Aich Dob
Ferlach Borovlje
Friesach Breže
Villach Beljak
Globasnitz Globasnica
In gemischtsprachigen Gebieten (inkl. der nächsten
Umgebung) verhält es sich grundsätzlich so, dass es für jeden Namen zwei Formen
gibt, die sich unerheblich voneinander (z.B. dt. Globasnitz vs. slow. Globasnica) unterscheiden können bis hin zum Gebrauch zweier
grundverschiedener Wörter, die auch semantisch nicht miteinander übereinstimmen
(z.B. dt. Feldkirchen vs. slow. Trg, letzteres bedeutet ‘Markt’). Sonst gibt es
meist nur für allgemein bekannte Namen zwei Formen (z.B. dt. Wien, Laibach vs. slow.
Dunaj, Ljubljana), während die übrigen Namen in
ihrer Originallautung (und -schreibung), allerdings phonetisch angepasst,
übernommen werden.
Dass zwischen I und II keine oder nur eine sehr oberflächliche Beziehung
herzustellen ist, zeigen z.B. auch folgende beide Namen:
dt. Tauern slow. Tur(j)e
Völkermarkt Velikovec
Der Name der Tauern ist ein altes Substratwort (*taur-
‘Berg’ > ‘Bergpass, Übergang’), das direkt (weniger
wahrscheinlich) oder durch slawische Vermittlung (wahrscheinlicher) ins
Deutsche gelangt ist [der Tauern-Name ist wahrscheinlich vorslaw., ein alpines Substratwort *taur- ‘Berg’ >
‘Bergpass, Übergang’, doch es gibt auch ein gemeinslaw.
tur-
‘schwellen’ > ‘Bodenschwellung, ableitiger
Hügel usw.’, worauf slow. Ture, Turje
usw. beruht]. Der Ossiacher Tauern heißt auf
Slowenisch Osojske Ture, volkstümlich einfach Turje, so heißt
slowenisch auch der Turia-Wald
(südlich vom Keutschacher See), es lassen sich also
beide Namensformen nur bedingt gleichsetzen. Auf den ersten Blick scheint
zwischen Völkermarkt und Velikovec ein
engerer Zusammenhang zu bestehen, bei näherer Betrachtung besteht ein nur sehr
entfernter. Zunächst: einem deutschen /f/ in Namen slawischer Herkunft
entspricht im Slowenischen /b/ (vgl. slow. Bistrica, Bela, dt. Feistritz, Vellach), und tatsächlich, die
slowenische mundartliche Ausgangsform lautet etwa Belkovec/Blekovec (bei Gutsmann 1789 Belkovec u. Blikouc), nicht
(wie in der Hochsprache) Velikovec.
3. Soziolinguistische
Hintergründe
In diesem Zusammenhang ist das Begriffspaar „hochsprachlich“ und „volkstümlich
(mundartlich)“ verwendet worden. Während bei den deutschen Ortsnamen im
Allgemeinen ein stillschweigender Kompromiss zwischen deren volkstümlicher (auf
der lokalen Mundart beruhenden) und hochdeutschen (schriftsprachlichen)
Lautung vorliegt, der in der langen Tradition der Verwendung des Deutschen als
Amtssprache begründet ist, gibt es im Slowenischen sehr oft voneinander
erheblich abweichende hochsprachliche und
volkstümliche Namenformen. Erst im Zuge der Begründung eines slowenischen
Schrifttums sind viele Toponyme verschriftsprachlicht
worden, wobei es oft Missgriffe gegeben hat, wie z.B. beim Ortsnamen Krnski grad ‘Karnburg’:
die volkstümliche slowenische Form lautet Karempurg, die ein älteres dt. Chaerenpurch
(1201) reflektiert; richtig wäre slow. Koroški Grad (so bei Jarnik).
Mag es auch verständlich sein, Ortsnamen im historischen slowenischen
Siedlungsgebiet mit einer hochsprachlichen Etikette
versehen zu wollen, sind künstliche Slowenisierungen abzulehnen (z.B. Sovodnje
‘Gmünd’). Der Ehrlichkeit halber sei vermerkt, dass es auch
künstliche Germanisierung von Namen slawischer Herkunft gibt, so ersetzte man
beispielsweise den Bergnamen Gerloutz, Harlouz (slow. Grlovec) in den ersten Dezennien
des 20. Jhdts. durch die Bezeichnung Ferlacher Horn.
Hinter dem Ortstafelstreit [oder „Ortstafelsturm“ Im Jahre 1972. Es wurden im
gemischtsprachigen Kerngebiet Kärntens deutsch und slowenisch beschriftete
Ortstafeln aufgestellt, die (nicht nur) bei der deutschsprachigen Bevölkerung
auf schroffe Ablehnung stießen und entfernt wurden. Einige Jahre später stellte
man in einem Teil des gemischtsprachigen Gebietes neuerdings doppelsprachige
Ortstafeln auf (mit den amtlichen slowenischen Bezeichnungen)] hat sich gleichzeitig ein zweiter Streit abgespielt.
Wenn man sich entschließt, neben dem deutschen Ortsnamen auch den slowenischen
anzugeben, erhebt sich die Frage, ob man die ortsübliche, d.i.
mundartliche Namenform verwenden soll, oder die hochsprachliche.
In Österreich hat man sich (schon in der Monarchie) für ersteres entschieden, es
hieß also früher in Ortsnamen amtlich stets ves gegenüber schriftsprachlich
vas
‘Dorf’, z.B. Ober-, Unterdorf (Gem. Neuhaus): Gornja, Dolnja ves (Suha). In slowenischen
Publikationen wird hingegen meist vas verwendet [Vgl. Dvojezična Koroška, Klemenčič
1972, Zdovc 1993], neuerdings auch amtlich. Dies hat freilich soziolinguistische Gründe: die
Verwendung der Lautung vas
unterstreicht die Einheit des Slowenischen innerhalb und außerhalb der Republik
Slowenien, während ves
einen charakteristischen Zug der Kärntner slowenischen Dialekte widerspiegelt [bis ca. 1972 hatte sich niemand an ves gestoßen und
sogar noch später tauchen ves-Formen in (ex-) jugoslawischen slowenischen Zeitungen
auf (vgl. Ogris 1986, 102 mit Lit.; dazu vgl. auch Ogris 1981, 399-401 samt Abb. 2-5)]. Mit anderen Worten: ves ist die einheimische, traditionelle Form, vas die hochsprachlich festgelegte [vgl. dazu Ogris
1986, 101f.] – ein in anderen Sprachen
marginales Problem. Es ließen sich weitere Beispiele beibringen (z.B. Tutzach, Gem. Ebenthal, mundartlich Tulce, genauer Tułce [tú:ce oder túwce], schriftsprachlich Tuce) [auch einige slowenische Autoren plädieren für
Tulce (z.B.
Čop 1976, 99)], Näheres dazu s. Auffassungsunterschiede, dort weiter zu einer Namenliste.
Als im Jahre 1972 zum ersten Mal seit 1918 wiederum
zweisprachige Ortstafeln aufgestellt wurden, hat dazu das Kärntner Landesarchiv
die entsprechende Liste mit den 205 slowenischen Ortsnamen vorgelegt; es hat
sich dabei an die österreichische Tradition gehalten und sich nach dem Prinzip
der „Ortsüblichkeit“ orientiert, also solche Formen verwendet, wie
sie die Kärntner Slowenen selbst gebrauchen, dem Typ nach etwa deutschem Bruck
(‘Brücke’) oder Brunn / Bronn / Born (‘Brunnen’)
entsprechend (und ist somit unanfechtbaren linguistischen Grundsätzen gefolgt).
Trotzdem wurde das Kärntner Landesarchiv von der Kärntner slowenischen Seite ob
seiner Liste (ohne echten Grund) schwer angegriffen, obwohl die Vorschläge zu
über 80% mit einem im ehemaligen Jugoslawien erschienenen zweisprachigen
Ortsverzeichnis übereinstimmen [vgl. Ogris 1981, 400 Anm. 98.
– Die vom Kärntner Landesarchiv vorgeschlagenen Namen s. u.a. bei Pohl 1992, 63f. u. Zdovc
1993, 330f. u. 339-341], womit
deutlich wird, dass diese der Sache nicht dienliche Kritik unberechtigt war. Es
dürften die politischen Vorstellungen der slowenischen Seite mit den
wissenschaftlichen des Kärntner Landesarchivs nicht harmoniert haben –
anders ist die oft unsachlich geführte Diskussion nicht zu verstehen, zumal
viele vom Kärntner Landesarchiv vorgeschlagene Namensformen auch von namhaften
slowenischen Forschern vertreten wurden [z.B. von Čop 1976 und Zdovc 1974 (insb. 295)]. Diese Konflikte sind auch nach der „Konsenskonferenz“ vom 15.
Mai 2005 wieder neu aufgeflammt (s. Auffassungsunterschiede mit Namenliste [dazu auch Pohl 2008a]).
Der Artikel 7 (Absatz 3) des Staatsvertrages
[Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 betreffend die Wiederherstellung eines
unabhängigen und demokratischen Österreich (BGBl. Nr. 152 / 1955)] schreibt
zwingend zweisprachige „Bezeichnungen und Aufschriften topographischer
Natur“ in den Gebieten Kärntens mit slowenischer und/oder gemischter
Bevölkerung vor. Dies zu verwirklichen scheiterte im Jahre 1972 am sogenannten
„Ortstafelsturm“, ein zweiter Anlauf im Rahmen der sogenannten
„Konsenskonferenz“ 2005/2006 ebenfalls. Allerdings wurden im Jahre 1977 in
beschränktem Umfang in acht Gemeinden zweisprachige Ortstafeln angebracht (auf
Grund des Volksgruppengesetzes von 1976). Beide Maßnahmen erfolgten aufgrund der Straßenverkehrsordnung. Doch es
gibt mehr Toponyme als nur Ortsnamen, nämlich außer
diesen (Namen von Gemeinden und Gemeindeteilen) gibt es ja noch Gewässer-,
Flur-, und Bergnamen. Während die Gewässernamen durch die kartographische
Tradition mehr oder weniger fixiert sind, herrscht hinsichtlich der Flur- und
Bergnamen keine befriedigende Namenfestlegung (z.B. sind für die Gerlitzen
(Bergname) auch die Varianten Görlitzen und Gerlitze üblich). Bei einer Durchsicht des Kärntner
Namengutes könnte man sich jeweils auf eine
Namensform einigen (z.B. Gerlitzen)
und im zweisprachigen Landesteil gleichzeitig eine amtliche slowenische
Bezeichnung festlegen (was derzeit nur für einen kleinen Bereich gilt). Womit
das Problem administrativ bewältigt wäre und eine Grundlage für künftige
großzügigere Lösungen geschaffen wäre, v.a. dann,
wenn die Politik endlich zur Kenntnis nehmen wird, dass unser Namengut
gemeinsames Kulturgut ist.
Diese Namensvielfalt führt uns nämlich zu unserem
ältesten kulturellen Erbe, unserer Sprache. Und sie zeigt, dass hier immer
schon zwei Sprachen vorhanden waren, die miteinander aufs engste verwoben
waren. Während sich Politiker und Juristen darüber die Köpfe zerbrechen, wie
viele zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden sollen, übersehen sie, dass
unser Gebiet schon immer zweisprachig benannt war – durch seine
Einwohner. Diese Doppelbenennungen gehören zum Kärntner immateriellen
Kulturerbe, wie es die UNESCO definiert hat.
4. Alter
der slowenischen Namen
Was das Alter der slowenischen Namen Kärntens betrifft,
ist festzuhalten, dass sie sich auf Grund linguistischer Fakten als
größtenteils sehr alt erweisen, obwohl die meisten von ihnen erst relativ spät
überliefert sind [was
u.a. von Kronsteiner (1974
u. 1982) übersichtlich auf Grund von Kranzmayer
1956 u. 1958 gezeigt wurde]. Wenn im
Deutschen einem slow. Bistrica, Suha ein Feistritz, Zauchen entspricht, bedeutet
dies, dass sie ins Deutsche bereits vor der Diphthongierung (also vor dem 13. Jhdt.) entlehnt worden sind. Andererseits verrät slow. Pliberk, dass es schon sehr früh aus dt. Bleiburg (urkundlich 1228 Pliburch)
entlehnt worden ist, während Slovenji Plajberg ‘Windisch Bleiberg’ jünger ist.
Auch die bereits genannten ves- bzw. vas-Namen erweisen sich als alt, da deren deutsche
Entsprechungen sonst nicht erklärbar wären (z.B. Žitara ves ‘Sittersdorf’).
Immerhin sind einige Namen urkundlich schon vor dem Jahre 1000 belegt:
Bela Vellach (975
Velach)
Ostrovica Hochosterwitz (860
Astaruuiza)
Ribnica Reifnitz (977
Ribniza)
Trebinje Treffen (860 Trebina)
Zvirče Wirtschach (965 Vuirzsosah)
Ferner:
Niederdorf (Hörzendorf) 993 Podinauuiz (= Podnja ves bzw. Spodnja vas)
Ab 1000 nimmt die Belegdichte der Ortsnamen
kontinuierlich zu; sie scheinen alle in lateinisch oder deutsch geschriebenen
Urkunden auf.
E. Kranzmayer [Kranzmayer 1956
(besonders Kap. VI), übersichtlich zusammengestellt von Kronsteiner 1974 u. 1982] hat eine Reihe von Anhaltspunkten für die Chronologie der Übernahme von
Ortsnamen ins Deutsche geliefert. So fand die nhd. Diphthongierung zwischen
1100 und 1300 statt, daher sind Namen mit Diphthongierung bereits vor dem 13
Jh. ins Deutsche übernommen worden, z.B.:
Ribnica > Reifnitz (vor
1300)
Bistrica > Feistritz
Pokinje > Pakein
Suha > Zauchen
ohne Diphthongierung erst nach dem Jahre 1300, z.B.:
Ribnica > Ribnitza
(Gewässername) (nach 1300)
Lipica > Lippitzbach
Suha > Sucha
Im gleichen Zeitraum erfolgte der Umlaut (o > ö bzw. ma. e; a > mhd. æ > ma. a; u
keine sicheren Beispiele), z.B.:
Gorje > Göriach (vor 1300)
Borovlje > Ferlach
Dragniče > Dragnitz, urk.
1308 Dregen, 1430 Draegnik
gegenüber
Dolina > Dolina (nach 1300)
Goriče > Goritschach
Im gleichen Zeitraum erfolgte die Substitution von
slowenisch b durch mhd. v (heute gesprochen [f],
geschrieben z.T. v), z.B.:
Bela > Vellach (vor 1300)
Breznica > Frießnitz
gegenüber
Breznica > Wrießnitz (nach
1300)
Brdo > Werda (mit b
> w), oder
Ribnica > Ribnitza
(Gewässername, mit erhaltenem b)
noch jünger
Brnice (Borovnica) > Braunitzen
Im gleichen Zeitraum erfolgte die Substitution von
slowenisch s durch deutsch z [ts]; da es
oft mit der Präposition zu (> ma. z’) verwechselt wurde, erscheint
es in der deutschen Namensform manchmal nicht, z.B.:
(mit z) Sele > Zell (vor 1300)
Suha > Zauchen
(ohne z) Sreje > Rajach
Strpnja ves > Traundorf
gegenüber
Suha > Sucha (nach 1300)
Sreje > Srajach (mit
erhaltenem s)
In früher
Zeit konnte auch slow. z- > dt. z [ts] werden, v.a. in Oberkärnten und Osttirol, z.B. Zgurn (urk. 1516 Tsgurrn, Gem. Spittal a.d. Drau),
< slow. zgornja ‘obere (Gegend)’, doch mitunter
auch in Unterkärnten, wobei in solchen Fällen Z- ebenfalls verloren gehen konnte wie z.B. in
Wirtschach / Zvirče (Gem. Poggersdorf),
Sehr alt sind auch jene Fälle, wo urslaw.
tj durch
deutsch /k/, urkundlich meist ch, also alpenslaw. wohl
[k’], ersetzt ist, z.B.:
*Borik’e > Förk (slow. Borče)
*Pek’e > Pöckau (ma. Peckach, slow. Peče)
*Bak’e > Faak (slow. Bače)
Sonstige Erscheinungen (y > i, ę / ǫ > e / o [sehr
früh] bzw. slow. Diphthongierungen [In dt.
Namenformen gut belegbar, z.B. Duel / Dole], k > q, g > h, l > ł
[w] [In dt. Namenforrnen gut belegbar, z.B. Sabuatach / Zablate], Verlust
unbetonter i und u, lj > l u. dgl. [relativ jung]) sind für
die Periodisierung der Namen nicht verwertbar.
Viele Namen sind im Slowenischen in ihrer mundartlichen
Form geschrieben, z.B.:
Borče (Förk) statt Boriče
Dule (Duel, Dullach)
statt Dol(j)e
Tulce (Tutzach) statt Tuce (so
schriftsprachlich, ma. Tulce)
Močidlo (Matschiedl) statt Močilo
Vašinjče (Wallersberg) statt Vlaš-
(zu vlah
‘Romane’).
Einige weitere Beispiele aus dem Bereich der Flurnamen
mögen dies illustrieren: so ergab slow. Vranjica [wrájnca] ‘Rabenberg’ im Dt. Oreinza-Sattel. Manche
Namendeutungen erfordern große Kombinationsgabe, z.B. Vajnaž
‘Weinasch’ (Bergname) = lanež ‘Bergrücken, Kamm, Grat’ oder Vojšca
(Bergname) = Loščica,
von log ‘Au, Wiese’.
– Als besonders typisch für Kärnten gilt der Einschub von -j- vor s und š wie Vojšca und u.a. in Ojstra ‘Oistra’
(Bergname) und Ojstrnik
‘O(i)sternig’ (Bergname), zu slow. oster ‘spitz, scharf’).
Jede Beschäftigung mit dem slow.
Namengut setzt also elementare Kenntnisse der Kärntner slow.
Dialekte voraus; viele Namen sind nicht korrekt verschriftet
worden, wie z.B. Dobrla vas~ves, dem
ein ma. Dobrilja
[Kranzmayer
II 58] oder Dobrolja [Zdovc 1974, 297] vas~ves zugrundeliegt.
Vielfach sind auch die deutschen Namensformen nur aus der
slowenischen mundartlichen Aussprache zu erklären, z.B.:
Sabuatach = Zablate [ł]
Bielschitza = Belščica
(ě)
Duel = Dole, Dule (ma.
Diphthongierung).
Außerdem beeinflussen auch die dt. (Lehn-)Formen die
slowenischen, z.B. slow. Globasnica (statt Klo-) nach dt. Globasnitz, slow.
Homeliše
(statt Hmelišče)
nach dt. Homölisch
usw. Dies müsste allerdings noch systematisch untersucht werden [vgl. dazu Pohl 1994, zuletzt Pohl 2008b].
Zum ves ~ vas-Problem vgl.
6.2.
5. Übernahme
deutscher Namen ins Slowenische
Aufgrund lautlicher Merkmale lässt sich auch der
Zeitpunkt der Übernahme von deutschen Ortsnamen ins Slowenische
feststellen (allerdings nur in einem Teil der Fälle):
Diphthongierung (zwischen 1100 und 1300): daher Pliberk (1128 Pliburch) für Bleiburg, jedoch Slovenji Plajberg für Windisch Bleiberg (erst später belegt).
mhd. v (f) > slow. b (zwischen 800 und 1200): daher slow. Bekštanj, Grabštanj
für Finkenstein, Grafenstein gegenüber Vajšprg für Feuersberg.
mhd. s > slow.
ž (bis etwa 1350), daher slow. Možberk für Moosberg,
-burg, Žingarica für Singerberg.
Bairisch p-
(geschrieben b- und p-) wird im Slow.
meist mit p- wiedergegeben, z.B. Pliberk
‘Bleiburg’ sowie slow. Poden aus dt. Boden.
Ferner ist ein Schwanken beim Anlaut h- (wie auch in anderen südbairischen Mundarten) zu beobachten,
z.B. dt. Augsdorf
neben Hausdorf, letzteres slow. Uha ves, oder slow. Harnek neben Arnek ‘Ehrnegg’ (s.u.). –
Ein Problem sui generis ist
die Schreibung von dt. -berg / -burg im Slow.
als -berg oder -berk. Für ‘Bleiburg’
hat sich Pliberk
durchgesetzt (vgl. Einwohnername Pliberčani). Sonst müsste (meist) slow.
-berg geschrieben werden, z.B. Slovenji Plajberg
‘Windisch Bleiberg’ (denn die Einwohner heißen Plajberžani: im Slow. wechseln bekanntlich k ~ č und g ~ ž,
slowenischerseits wird aber die Schreibung -berk bevorzugt,
z.B. Slovenji
Plajberk, Vernberk ‘Wernberg’ usw.) [vgl. Ogris 1986,
103, anders Zdovc 1974, 298], sodass sich in jedem Verzeichnis gemischte Schreibungen ergeben.
6. Morphologie
(6.1. -iče;
6.2. ves~vas;
6.3. -ica;
6.4. slow. -je
/ dt. -ach)
Morphologisch fallen unter den Siedlungsnamen drei Typen
besonders auf:
(1) slow. -iče (6.1);
(2) slow. ves (bzw. vas) / dt. -dorf
(6.2);
(3) slow. -je / dt. -(j)ach (6.4).
6.1. Der Typ -iče (Nebenform -ov-iče) geht auf ein gemeinslaw. *-itje zurück, das im Alpenslawischen bzw. Frühslowenischen -ik’e (-ovik’e)
gelautet haben muss, wie man aus zahlreichen dt. Namensformen erschließen kann,
z.B. Förk
(< *Borik’e),
Radweg (aus *Radovik’e). Sie sind noch,
bevor k’ im Slow.
zu č geworden ist, ins Dt.
entlehnt worden, im Gegensatz etwa zu Tschachoritsch, das bereits eine slow.
Lautung Čahor(i)če wie auch heute Bor(i)če,
Radoviče
voraussetzt. Es handelt sich dabei um ein patronymisches
Suffix, das teils an Personennamen tritt, etwa Radoviče (urspr.)
‘Leute des Rado (o.ä.)’,
teils Einwohnernamen bildet, wie Boriče ‘Leute am Föhrenwald’. In den dt.
Namen ist es bei früher Entlehnung als -(i)k,
-ig bzw. -weg übernommen oder auch durch -ing ersetzt
worden (z.B. Tigring
zu slow. Tigrče, ma. Tigriče). Besonders häufig war dieser Typus im
sogenannten „Kroatengau“ im Glantal und
Krappfeld: im Zentrum lag der Ort des „Ban“
(Faning / Baniče), im
Umkreis an die 40 dem Terrain angepasste Siedlungen [vgl. Kronsteiner
1978, 150ff. mit Lit.].
6.2. Zu den Namen
auf -dorf / ves bzw. vas:
das einzige schwerwiegende Argument für vas ist die Tatsache, dass diese Form schriftsprachlich
ist, für ves,
dass diese Form die Kärntner Tradition widerspiegelt [Zdovc 1974, 301.
– P. Zdovc’ Vergleich von slow. ves mit dt.ma. -durf ist (bei aller sonstigen
Sachlichkeit) nicht ernst zu nehmen, denn ves ist basilektal,
-durf ist
stadtmundartlich und in den bäuerlichen Gebieten Kärntens nicht bodenständig.
Vergleichbar mit dem ves-
/ vas-Problem
ist im Dt. etwa Bruck neben Brücke (gelegentlich in Ortsnamen, z.B. Möllbrücke, ma. Möllbruggen), -ham neben -heim, Perg vs. Berg, Kees / Ferner vs. Gletscher usw.]. Für
letzteres sprechen auch die ältesten urkundlichen Schreibungen wie -uis, es gibt
allerdings eine kleine Enklave (Diex, Griffen, Ruden), wo es in der Mundart tatsächlich vas heißt [Zdovc 1974, 299, Ogris 1986, 101f.]. Nur
zwei slowenische ves~vas-Namen
sind frühbelegt: Gösselsdorf / Goselna vas~ves (1050: Goslauuis), sowie Podinauuiz (933)
für heutiges Niederdorf (bei Hörzendorf). Sonst
werden nur die deutschen Formen überliefert, z. B. 1106 Dobrendorf = Eberndorf / Dobrla vas (ma. Dobrolja bzw. Dobrilja ves, zum Personennamen Dobrilo). Gerade
dieses Beispiel zeigt, dass auch der deutsche Name nur aus dem Slowenischen her
verständlich ist < *Dobrenja vьsь, zu einem
Personennamen Dobren,
halb übersetzt Dobrendorf,
über Döberndorf mit
„falsch“ abgetrenntem d-
(wohl vom Einwohnernamen *Döberndorfer > *Deberndorfer
mit missverstandenem Artikel, also uminterpretiert zu [(de) ebərndorfər] und weiter > Eberndorf (1060-70 Obrundorf).
Vielfach stimmen diese Namen im Deutschen und Slowenischen nicht überein.
Oftmals sind die diesen Ortsnamen zugrunde liegenden Personennamen unklar, da
sie bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind (wie z.B. in Loga vas~ves / Augsdorf [zum ahd.
Personennamen Hug-] und Ameisbichl [ein volksetymologisch umgeformter Salmannsbichl]).
Bei den meisten Namen handelt es sich um Ableitungen von Personennamen,
also dem Namen der Person, die mit der Gründung des Dorfes in irgendeiner Weise
verbunden ist; sie liegen in der mittelalterlichen Großkolonisation (vor 1100)
begründet und stellen einen ahd. Benennungstyp mit
seiner slow. Entsprechung dar. Die sind alle nach
demselben Muster gebildet: im Deutschen sind sie Komposita, im Slowenischen
Syntagmen aus einem Personennamen + Possessivsuffix (meist -ja, fem. zu mask. Bildungen auf -ji) + ves (fem., ma. für vas), seltener
andere Bildungen, z.B. Žamanje
‘Obersammelsdorf’, Lancova ‘Lanzendorf’.
Nach E. Kranzmayer entsprechen einander über 90
Prozent der slow. ves-Namen bzw. 70 Prozent der dt.
-dorf-Namen. In einigen slow. Namen ist das zweite Glied ves mit dem ersten zu einem Wort
verbunden, z.B. Bilčovs
‘Ludmannsdorf’, wohl von den obliquen Kasus ausgehend (lautgesetzlich hätte gemeinslaw. Nom.-Akk. vьsь,
Gen.-Dat.-Lok. vьsi usw. slow. vas / ves,
vsi usw.
ergeben müssen und nach einem alten Gen. *Biljče vsi, Lok. *(v) Biljči vsi
wurde ein Akk. *Biljčo-vs gebildet, der dann die Basis für die
heutige Namensform geliefert hat). Einen zweiten solchen Typ könnten Fälle wie Grabale ves ‘Grabalja vas~ves / Grabelsdorf’ und Dole
ves ‘Dolnja vas~ves / Unterdorf’ (bei denen ma. nur ves flektiert
wird) repräsentieren.
Soll nun im Slowenischen der Name mit ves oder vas geschrieben werden? Beide
Formen haben nämlich ihre Berechtigung, vas ist die schriftsprachliche
Standardisierung, die die Einheit der slow. Sprache
in ihrem Sprachgebiet unterstreicht, ves ist die mundartliche Form. Sie entspricht sowohl der
Kärntner Tradition als auch den (allerdings spärlichen) urkundlichen Belegen (frühslow. *vis steht ma. ves näher als vas). Im Verein mit den ma. Formen wie Vesca ‘Dörfl’,
das schriftsprachlich vasica wäre, und den sonstigen
nicht standardisierten Formen wie z. B. Dole
(neben Dolje)
oder Dobrla vas~ves statt
sprachhistorisch richtigerem Dobrilja / -olja vas~ves hat ves durchaus seine Berechtigung. Ersetzte man ves durch vas, wäre dies
eine „Überstandardisierung“, so als ob man im Dt. Dörfl durch Dörfchen oder Egg durch Ecke ersetzte.
Eine namenkundlich begründete Entscheidung würde daher ves den Vorrang einräumen, eine
sprachpolitische sicherlich vas bevorzugen; daher verwende ich in meiner Neuauflage konsequent
vas~ves
bzw. die Abkürzung vs.
6.3. Ferner ist
häufig v.a. slow. -ica, dt. -itz in Gewässernamen, -itzen in Bergnamen und Flurnamen
bzw. von diesen abgeleiteten Siedlungsnamen, z.B. slow.
Bistrica,
dt. Feistritz
(‘schneller Bach’), slow. Goričica,
dt. Goritschitzen
(‘kleiner Berg, Bichl’), mit seinen
Varianten -nica,
dt. -nitz(en), z.B. Ribnica / Reifnitz ‘Fischbach’,
und -ščica,
das v.a. Almnamen bildet wie z.B. Beljaščica
‘Villacher Alpe’ (zu slow. Beljak
‘Villach’). – In Osttirol konnte nach slow.
Vorbildern das aus slow. -ica entstandene bzw. entlehnte -itz(e(n)) auch an rein deutsche Wortstämme
treten. Nach Mustern wie Flurname Dolize (< slow. Dolica
‘(Wiese im) Tälchen’) und Prapernitze (<
slow. Praprotnica ‘Farnkrautgegend’) oder Zabernitze ([tsawanitse] < slow. zavernica
‘Radsperre’, also ‘steile Gegend, wo man den Wagen abbremsen
muss’) und Politze (zu slow. polje ‘Feld, Acker’) wurde Bodenitze (von dt. Boden), Mauritze (von dt. Mauer),
Stafflitz
und Staffetzle
(von dt.ma. Staffel
‘(Gelände-) Stufe’) gebildet. Mit anderen Worten: -itze(n) ist zu einem produktiven
Wortbildungselement für Flurnamen geworden, „kategorienbildend“
nach M. Hornung [vgl.
Hornung 1978].
6.4. Die Namen auf
-je sind gekürzte gemeinslaw. Bildungen auf -jane bzw. -’ane; im
Lok.pl. ist -an- schon früh
ausgefallen, als Lok.pl. -jachъ / -’achъ > dt. -ach wurden sie ins Deutsche entlehnt. Der Nominativ pl. auf -je ist eine slow.
Neubildung; daneben existiert die längere Form als -(j)ani als produktive Bildung von Einwohnernamen
bis heute weiter (z.B. Bistričani
‘die Einwohner von Feistritz’) und relikthaft in ma. Siedlungsnamen (z.B. ma. Glinjani statt Glinje ‘Glainach’). Auch der Typus -je, dt. -ach bezeichnet
ursprünglich Einwohnernamen, meist von topographischen Bezeichnungen wie z.B. Borovlje ‘Ferlach’ = ‘Leute am
Föhrenwald’ [Im Deutschen entsprechen (morphologisch und semantisch)
die Ortsnamen auf -ern,
ein auf
Einwohnernamen beruhender bairisch-österreichischer Siedlungsnamentypus. Er
geht letztlich auf den Dativ Plural zurück, so bedeutet der mehrmals
vorkommende Name Winklern
‘bei denen, die im Winkel wohnen’ oder Pichlern ‘bei denen, die am Bichl =
Bühel wohnen’. In dieser Endung ist das germanische Suffix -wariōz
erhalten, das Volks- und Einwohnernamen bildet, latinisiert -varii].
Bezüglich der Namen auf -ach zeigen die
Verzeichnisse, dass die Übernahme des Lokativ pl. von
Einwohnernamen, die gleichzeitig Ortsnamen sind, außerordentlich beliebt ist,
z.B. Gorje,
älter Gorjane,
Lok.pl. slow. Gorjah > dt. Göriach. Solche Namen sind bis etwa 1300 gebildet worden,
später wird das Morphem -ane
(umgeformt zu -ani)
nur noch zur Bildung von Einwohnernamen selbst, nicht mehr von Siedlungsnamen,
verwendet (z.B. Sele;
Einwohner Selani
[davon auch dt. Zellaner],
Pliberk,
Einwohner Pliberčani).
Manchen Lokativen liegen allerdings keine Einwohnernamen zugrunde, z.B. Sabuatach = Zablate.
Doch nicht jedes -ach
repräsentiert einen alten Lok.pl. Ein Einzelfall ist Villach / Beljak,
ein weiterer Einzelfall dürfte Vellach sein, das (allerdings nur als Gewässername) dt. Ache enthält. Ein
„falsches“ -ach liegt in Pudlach (slow. Podlaz) vor, ein weiteres -ach kommt nur in der dt.ma. Form vor (Peckach statt
amtlich umgeformt Pöckau / Peče). Pernach ist amtlich verschrieben
für Pernaich
‘Bäreneiche’ (slow. Podobje), ferner ma. Possach ‘Possau’; vgl. auch Friedlach (< Friedl-aich).
Relativ häufig kommt auch das alte bairische
Kollektivsuffix -ach (aus ahd. -ahi) vor, das in der Kärntner Mundart noch lebendig ist
(z.B. Kräutlach
‘Kräuter’, Angeziagach
‘Kleidung’ usw.), und zwar in den Übersetzungsnamen
Dornach / Trnje
Erlach / Olšje bzw. Olše
Haslach / Lešje bzw. Lešče u.
Lisje
Haidach / Vrese bzw. Vresje
7. Schlusswort
Wenn man Achomitz hört, denkt man sofort an einen der zahlreichen
Ortsnamen slawischer Herkunft, die den ganzen Süden und Osten Österreichs
prägen, doch bei Žihpolje,
der slowenischen Bezeichnung für Maria
Rain südlich von Klagenfurt, wird man eher ratlos sein. Aber ein Blick in
alte Urkunden lehrt uns, dass dieser Ort früher Sichpuchl (1200) bzw. Seichbichl (1552)
hieß, was soviel wie ‘feuchter Bühel, Bichl’
bedeutet, wie auch die Ortschaft Seigbichl bei Moosburg, slowenisch ebenfalls Žihpolje
oder auch übersetzt Močile.
Die slowenische Namensform ist also aus dem Deutschen entlehnt und das aus -bichl
entstandene -pol wurde erst sekundär
> -polje
umgeformt – als Einwohnername mit -je
(s. 6.4).
Beide Namen, Achomitz und Žihpolje, legen Zeugnis von der sprachlichen Durchmischung
Kärntens auf Ebene der Toponomastik ab. Beide
Sprachen, Deutsch und Slowenisch, sind konstitutiv in Namengebung und Dialektologie, im deutschen Sprachgut Kärntens findet sich
viel Slowenisches, im slowenischen Sprachgut viel Deutsches. Die jahrhundertelange Koexistenz beider Sprachen im Lande ist
an ihnen nicht spurlos vorübergegangen und beide Sprachen gehören zum
historischen Erbe Kärntens.
In unserem Bewusstsein nehmen antike Ausgrabungen,
mittelalterliche Burgen oder neuzeitliche Kunstdenkmäler als kulturelles Erbe
aus der Vergangenheit den ersten Platz ein. Dabei wird in der Regel vergessen,
dass das älteste Erbe unsere Sprache ist und in der Sprache selbst das Namengut
[s. dazu Pohl 2000, 117ff.]. Gewässernamen wie Drau und Lavant reichen in die vorkeltische
Zeit zurück und sind Zeugen der Indogermanisierung des alpinen Raumes; für
unsere ältesten Vorfahren war die Drau der ‘Flusslauf’ schlechthin und die Lavant ein
‘weißglänzender’ Fluss. Die ersten
Kärntner im engeren Sinn des Wortes benannten Achomitz nach seiner Lage
‘hinter dem Hügel’ (slow. Zahomce < za + hołmec) und Seichbichl
‘Maria Rain / Žihpolje’ nach einem
‘feuchten Bühel’. Die Ortsnamen gewähren Einblick in die
Siedlungsgeschichte, einmal waren bei der Namengebung Deutsche, ein anderes Mal
Slowenen aktiv, die Namen gingen von Mund zu Mund, d.h. von einer Sprache zu
anderen, und oft wurden Objekte unabhängig voneinander verschieden benannt wie
z.B. dt. Hart ‘Sumpfwald’
~ slow. Breg ‘Ufer, Böschung’ oder übersetzt, z.B. dt. Aich = slow. Dob. Manchmal ist die slowenische Übersetzung früher
überliefert als die heutige Form wie z.B. 993 Podinauuiz (das wäre slow.ma. Podnja ves), heute Niederdorf
(bei Hörzendorf). Wir haben also in den deutschen wie
in den slowenischen Namen altes Erbgut vor uns, sie sind Teil unserer
Geschichte. Sie zu vergessen, zurückzudrängen, würde
einen schweren Verlust bedeuten, beide Namensformen, die deutsche und die
slowenische, sind eng miteinander verbunden und ihre Geschichte ist unteilbar.
Wenn auch der Anteil der Slowenisch sprechenden Kärntner von fast einem Drittel
der Gesamtbevölkerung unseres Landes im 19. Jhdt. auf
wenige Prozent (3-4%, regional bis 95%, z.B. Globasnitz
50-70%, Zell 90-95%) zurückgegangen ist – die slowenischen Namen leben
dennoch weiter und sie sind es wert, künftigen Generationen weitergegeben zu
werden. Darüber hinaus sind die Namen in beiden Sprachen als erstrangiges und
auch unteilbares Kulturgut unseres Bundeslandes zu betrachten, das Zeugnis von
der gegenseitigen Durchdringung beider Sprachen ablegt. Die Kärntner
wissenschaftliche Tradition ist sich dieser Tatsache voll bewusst:
„Das kulturelle Profil einer Landschaft, ihre
Eigenart, wird durch das bodenständige Namengut, ob nun deutsch oder
slowenisch, mitbestimmt. Diese Quelle für die Siedlungsgeschichte und das
eigene Selbstverständnis zu erhalten und zu schützen sollte Aufgabe nicht nur
der Historiker, sondern auch der Geographen und Linguisten sein“ [Ogris 1976, 178].
Literatur
ČOP 1976: D.C., Nedoslednosti
v rabi in pisanju koroških krajevnih in gorskih imen. Onomastica
jugoslavica 6, 83ff.
DVOJEZIČNA KOROŠKA – Zweisprachiges
Kärnten. Seznam dvojezičnih
krajevnih imen južne Koroške /
Zweisprachiges Ortsverzeichnis von Südkärnten. Klagenfurt 1982.
Hornung 1978: M. H., Flurnamenbildung im
Sprachberührungsbereich durch Kategorienbildende Suffixe. In: Festschrift H.
Kaufmann (Name und Geschichte, München) 203-209.
KLEMENČIČ 1972: V.K., Koroška
– Karta in imenik slovenskih in nemških krajevnih imen / Kärnten – Landkarte
und Ortschaftsverzeichnis mit slowenischen und deutschen Ortsnamen. Maribor.
Kranzmayer 1956-1958: E.K., Ortsnamenbuch von Kärnten, Bd.
I-II. Klagenfurt.
KRONSTEINER 1974: O.K., Die slowenischen Namen Kärntens
in Geschichte und Gegenwart. Wien.
KRONSTEINER 1982: O.K., Die slowenischen Namen Kärntens
(mit einer Einleitung von H.D. Pohl). Wien.
OGRIS 1976: A.O., Siedlungsgeschichte und Namenkunde am
Beispiel des Kärntner Rosentales. Carinthia
I 166, 155ff.
OGRIS 1981: A.O., Kärnten 1918-1920. Bilanz der
wissenschaftlichen Diskussion zwischen zwei Jubiläen 1970-1980. Kärntens
Volksabstimmung 1920 (hg. v. H. RUMPLER, Klagenfurt) 382ff. (darin auch viele
interessante onomastische Angaben).
OGRIS 1986: A.O., Der amtliche Gebrauch zweisprachiger
Ortsnamen in Kärnten aus historischer und gegenwärtiger Sicht. Carinthia I 176, 73ff.
OGRIS 1991: A.O., Zweisprachige Namen in Kärnten im
Wandel. Öster- reichische
Namenforschung 19/1991, 39ff.
ÖK 50: Österreich-Karte 1:50.000 (hg. vom Bundesamt für
Eich- und Vermessungswesen, Wien).
POHL 1986: H.D.P., Die Ortsnamen des zweisprachigen
Gebietes Kärntens. Eine Bestandaufnahme. Onomastica Slavogermanica 15, 103 ff. (überholt, durch Pohl 2000
ersetzt).
POHL 1992: H.D.P., Verzeichnis der Ortsnamen (Siedlungs-,
Gewässer- und Bergnamen) des gemischtsprachigen Gebietes von Kärnten (= Kärnten
– deutsche und slowenische Namen). Österreichische Namenforschung 20,
1ff. (überholt, durch Pohl 2010 ersetzt).
POHL 1994: H.D.P., Zum zweisprachigen Namengut Kärntens.
Kärntner Jahrbuch für Politik 1994, 223ff.
POHL 2000: H.D.P., Kärnten
– deutsche und slowenische Namen / Koroška
– slovenska in nemška
imena = Österreichische Namenforschung 28, Heft 2-3
bzw. Studia Carinthiaca
XIX, Klagenfurt / Celovec, Mohorjeva
/ Hermagoras.
POHL 2008a: H.D.P., Sekundäre Umformungen von
(Kärntner) Ortsnamen im deutschslowenischen Sprachkontaktgebiet. In:
Namenarten in Österreich und Bayern. Vorträge der 4. Tagung des Arbeitskreises
für bayerisch-österreichische Namenforschung am 28. und 29. September 2006 in
Wien, hg. v. Peter Ernst. Wien 2008, 95-105.
POHL 2008b:
H.D.P., Der
Kärntner Ortstafelkonflikt zwischen Sprachwissenschaft und Politik. In: Namen und ihr Konfliktpotential im
europäischen Kontext, Regensburger Symposium, 11.-13. April 2007, hg. v. N. Eller
– St. Hackl – M. L’upták,
Regensburg 2008, 77-92.
POHL 2000: H.D.P., Die
Ortsnamen slawischer bzw. slowenischer Herkunft in Osttirol (einschließlich
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Wien 2009, 103-134 [Neubearbeitung von Pohl 1996b]
POHL 2010: H.D.P., Unsere
slowenischen Ortsnamen / Naša slovenska krajevna imena. Klagenfurt / Celovec, Mohorjeva / Hermagoras (=
Neufassung von Pohl 2000).
ZDOVC 1974: P.Z., Einige Aspekte zu Ortsnamenfragen
in Kärnten.
ZDOVC 1993: P.Z., Slovenska krajevna imena na
avstrijskem Koroškem /
Die slowenischen Ortsnamen
in Kärnten. Wien-Klagenfurt.
Abkürzungen
ahd., Ahd. althochdeutsch,
Althochdeutsch
bair., Bair. bairisch,
Bairisch
Bez. Bezirk
BGBl. Bundesgesetzblatt der
Republik Österreich
čech., čech. tschechisch, tschechisch
dt., Dt. deutsch, Deutsch
(neuhochdeutsch)
f., fem. feminin
furlan. furlanisch (friaulisch)
Gem. Gemeinde
Gen. Genitiv
insb. insbesondere
Instr. Instrumental
ital. italienisch
kelt. keltisch
keltorom. keltoromanisch
KG Katastralgemeinde
KLA Kärntner Landesarchiv
lat. lateinisch
Lok. Lokativ
ma., Ma. mundartlich, Mundart
m., mask. maskulin
mhd., Mhd. mittelhochdeutsch,
Mittelhochdeutsch
nhd.,
Nhd. neuhochdeutsch,
Neuhochdeutsch
n., neut. Neutrum
nhd.,
Nhd. neuhochdeutsch,
Neuhochdeutsch
o.ä. oder ähnlich
ÖK Österreich-Karte
pl., Pl. Plural
rätorom. rätoromanisch
rom. romanisch
russ. russisch
sg., Sg. Singular
skr. serbokroatisch
(= die gemeinsame Grundlage von Serbisch, Kroatisch und Bosnisch)
slaw. slawisch
slow.,
Slow. slowenisch,
Slowenisch
VfGH Verfassungsgerichtshof
u.a. unter
anderem
urk. urkundlich
vs. versus
vspr. voreinzelsprachlich
→ siehe
< entstanden aus
> wurde / entwickelte
sich zu
† heute
außer Gebrauch
~ oder (bzw. abwechselnder Gebrauch)
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