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Grecia

wurde seinem malerischen Namen nicht gerecht. Die Kleinstadt in Costa Rica nicht weit von San José unterscheidet sich in keiner Weise von vielen aanderen Orten in diesem Land.

Gaaden

ist ein nicht sehr aufregendes Nest, das man leicht von Baden aus durch das Helelental erreicht. Interessant war die Einstellung der Gaadener während des siebenjährigen Reiches (das ein tausendjähriges sein wollte). Damals war Gaaden nach Wien eingemeindet und die Standardanrede an die Badener, die aus der Kurstadt nach Gaaden kamen, war: "Na, es Gscherte, kummts ah amol nach Wien ...?"

Gado Gado

ist mindestens so merkwürdig wie sein Name. Die Speise ist eine Art gemischter Salat mit gekochtem Ei, wird von bunten Chips gekrönt und ist wie so vieles Geschmackssache.

Gal Vihara

nahe Pollonaruwa

1993 : Buddha schlummert noch immer mit seinem feinen Lächeln vor sich hin, das Gelände ringsum hat sich allerdings in einem Maß verändert, das mich betroffen macht. Parkplätze, Zäune, Eintrittskarten, Touristenbusse.

Der kleine Pavillon, der aus dem gewachsenen Fels geschlagen wurde, ist nun mit feinmaschigem Gitter abgetrennt, wahrscheinlich, daß niemand hineinklettert.

Touristenkaravane um Karavane wandert zur Vihara, schaut ein bissel, fotografiert alles und geht dann weiter zum Cola-Standel.

Ich weiß nicht recht, ob ich mich beschweren soll über diesen Zustand - jeder wünscht sich leicht zugängliche exotische und malerische Orte, an denen er dann ganz allein sein will.

Gallarus Oratorium

siehe Dingle

Galle

1977: ist die größte Stadt an der Südwestküste Sri Lankas. Die Festungsmauern aus der portugiesischen Zeit stehen noch, meine Erinnerungen sind nicht so fest gefügt. Ich kann mich nur noch an eine helle, weiße Stadt im blendenden Licht der äquatorialen Sonnenlicht erinnern, an eine Schildpattwerkstätte, in der die Arbeiter mit zusammengefalteten Beinen unter Sonnendächern saßen und mit Zangen und Holzkohlenfeuern die Panzer der armen Schildkröten bearbeiteten und an einen Schneckenshop, der ganz teure tropische Schnecken und Muscheln hatte - und ich mich fragte, wieso die so teuer seien.

1993: Galle dürfte sich nicht verändert haben, wenigstens der historische Kern. Sieht noch genau so verfallen aus wie damals, wirkt menschenleer, sieht man von den gelegentlichen Ansammlungen der Muselmanen ab, die vor allem hier wohnen. Die alte Stadt innerhalb der alten holländischen Bastionen ist zum Ghetto für Muselmanen und einige Touristen verkommen, was immer sich hier an Leben und Geschäften abspielt, läuft außerhalb der Ringmauern ab.

Galway

(gälisch Gaillimh) liegt an der Mündungsbucht des Shannon River. 1991 machte die Stadt einen merkwürdig uneinheitlichen Eindruck. Straßen im Zentrum mit Geschäften aller Art, vielen Pubs, Schnellimbissen und Restuarants, pompösen Bekleidungsverleihanstalten, wo man sich standesgemäß mit Frack oder Cutaway und langem Kleid für Hochzeiten ausrüsten kann.
Nur wenige Blocks weiter fühlt man sich ins Land der Ruinenbaumeister versetzt - leere Hülsen alter Fabriken, zum Teil ausgebrannt, ausgehöhlte Klinkerfassaden alter Wohn- und Geschäftshäuser, begonnene Renovierungen, die mangels Geld irgendwie steckengeblieben waren.

Die Touristen-Information ist in einem alten, wunderbar restaurierten Backsteinbau untergebracht. Dafür reichte das Geld, für die einst wunderschönen Wohnhäuser ringsherum nicht. Die recken ihre leeren Fassaden in den Himmel.

Gamboa

ist ein kleiner Ort an der Transísthmica in Panamá, der als einzige Attraktion einen kleinen Zoo in einem botanischen Garten anzubieten hat.

Menschengewimmel um die einmal mehr viel zu kleinen Käfige, in denen einheimische Tiere ihre Existenz fristen.

Gamelan

ist die generelle Bezeichnung für die Musik, die vor allem in Java und Bali gespielt wird, obwohl es so instrumentierte Orchester auch in leicht abgewandelter Form in Thailand und Burma gibt. Obwohl die Stile regional sehr verschieden sind, ist die Art der Instrumentierung fast identisch. Die Ausstattung reicht von einer zarten, zweisaitigen Geige, deren Schallkörper mit Schlangenhaut bespannt ist, über Handtrommeln, Xylophone und metallene Klangkörper, kesselartigen Gongs, die auf Gestellen rund um den Spieler aufgebaut sind, bis zu riesigen, mehr als meterhohen Gongs, die ihren Bediener wie einen umzingelten Zwerg erscheinen lassen.

Beim ersten und zweiten Hinhören klingt die Musik sehr fremd, fast chaotisch - ich fühlte mich ein wenig an Free Jazz Gruppen erinnert, die nach der Methode "wer zuerst fertig ist, hat gewonnen" spielen. Allerdings dürfte der Improvisation nur wenig Spielraum gegeben sein, denn immer wieder ist zu sehen, daß einer der Gongspieler konzentriert auf einen für uns nicht erkennbaren Einsatz wartet, um dann sein leises Ping anzubringen.

Im Orchester selbst ist trotz aller Konzentration die Stimmung sehr familiär, sowohl bei den Wayang Aufführungen als auch bei der Tanzdemonstration im Kraton. Wer gerade nicht auf seinen Gongs herumhämmert, träumt vor sich hin, zieht sich eine Kretek rein oder bohrt in der Nase.

Gampaha

liegt ca. 30 km von Colombo entfernt und birgt einen der unbekannte Botanischen Gärten Sri Lankas. Total im Schatten der berühmten Peradeniya Garden träumt der Garten einen Dornröschenschlaf vor sich hin, die wenigen Beamten und Gärtner, die hier Dienst tun, ebenfalls. Die Gärtner trauen sich nicht so recht, mir mir zu reden, sie müssen wenigstens beschäftigt aussehen, der oberste der anwesenden Beamten tut sich da schon leichter, mit einem besuchenden Europäer zu plaudern.

Orchideen gibts im Garten nicht viele, vor allem angepflanzte Vanda-Hybriden. Die Hinweise zu Gärtnereien, die der Herr Obergärtner bereitwillig spendete, waren so verschwommen, daß ich gar nicht versuchte, sie nachzuvollziehen.

Ganesha

der elefantenköpfige Gott und Sohn Shivas ist in Indonesien noch immer sehr präsent, obwohl Java eine fast ausschließlich muselmanische Gegend ist. Der Gott des Reichtums, der das Gewerbe fördert, ist sogar im öffentlichen Bereich, etwa auf pompösen ï Verkehrsinseln zu finden.

Garoua

einer der wenigen großen Orte im Norden Kameruns. Hier ist der klimatische und geografische Einfluß des Sahel schon deutlich zu sehen und zu spüren. Niedrige, flache Häuser, aus Lehm gebaut - oder wenigstens so aussehend, ziehen sich entlang breiter Straßenzeilen, die von riesigen Akazien beschattet sind. Die Straßen sind zwar alle asphaltiert, der ewig herumfliegende Sand beherrscht jedoch die Gegend. Um den auch hier vorhandenen Schlaglöchern auszuweichen, fahren aber fast alle Autos am Rand, in den weiten und weichen Sandflächen. Gegen Abend, wenn alle aus ihrer unvermeidlichen Siesta, die durch das Klima geradezu erzwungen wird, aufwachen, ziehen manchmal Rinderherden langsam durch die Straßen. Das sind hier sanftmütig aussehende, fast weiße Zeburinder mit riesigen lyraförmigem Gehörn.

Wir wohnten in einem Hotel Saré,was soviel wie Zuflucht bedeutet. War ein nettes Bungalowhotel mit einem weitläufigen Park, alles schon für Weihnachten hergerichtet; das heißt, daß Girlanden bunter Glühbirnen in den Bäumen hingen und einige schöne Euphorbien mit Silberbronze angestrichen worden waren.

Garuda 1

der mythische Adler, in dessen Gestalt sich menschliche mit Vogelzügen mischen, ist das Reittier Vishnus, des Erhalters im altindischen Götter-Trio Brahma, Shiva und Vishnu. Überall in Indonesien ist diese Gestalt überaus populär, spielt sie doch im Ramayana eine nicht unbeträchtliche Rolle.

Garuda 2

wurde als Name der indonesischen Fluglinie gewählt. Kein Wunder bei der Popularität des Götterbotens. International steuert Garuda natürlich Europa (Paris, London, Amsterdam und Wien) an, in der anderen Richtung Bangkok, Hong Kong, Hawaii, Los Angeles, Neuseeland und Australien.

Im Landesinneren liefert sich Garuda harte Preiskämpfe mit einigen anderen Linien, die angeblich ihre Kampfpreise durch entsprechend altes Fluggerät erreichen. Eine der Linien soll sogar Passagiere, die einen Pilotenschein haben, ohne Probleme ans Ruder lassen, wenn sie das wollen.

Gasolina particolar

Gehört in den privaten Dienstleistungssektor Cubas.

Die Situation der Tankstellen und vor allem der Treibstoffversorgung hat ja in Cuba eine lange, bizarre und traurige Geschichte. So lange der COMECON Cuba in allen Belangen unterstützte, ging es der Zuckerinsel ja gut, da vor allem die Sowjetunion den ganzen Zucker zu irrealen Preisen kaufte, um die USA mit Cuba zu ärgern.

Kaum ging dieser schlaraffische Zustand des real existierenden Sozialismus zu ende wurde die Versorgungslage noch schlechter als die in einer planwirtschaftlichen Wirtschaft sein kann.

Tankstellen gibt es genug, allein es bleiben die Fragen offen, ob sie auch Treibstoff haben und ob sie den an Touristen verkaufen. In den meisten Fällen nicht, obwohl uns angedeutet wurde, wir könnten Benzin im Kanister haben ... Also bleibt den Touristen nichts anderes übrig, als die Servi-CUPET oder die neuen Oro Negro Tankstellen aufzusuchen.

Oder in den größeren Orten nach den privaten Dienstleistern auschau zu halten, die sich sehr oft an die Touristen heranpirschen. Wenn man weder ein Zimmer, ein Restaurant noch eine chica will, braucht man nur nach gasolina particolar zu fragen und fast immer wird man fündig. Gilt es nur noch die Menge und den Preis (üblicherweise 0.50 $/l, verglichen mit 0.70 für Regular und 0.90 für Super an den wirklichen Tankstellen) auszuhandeln.

Dann muß man meistens in eine mehr oder weniger stille, mehr oder weniger dunkle Seitengasse fahren, wo plötzlich jemand mit einem Plastikkanister und einem Schlauch auftaucht und tankt.

Die Jünglinge, die uns in Santa Clara auflauerten, um uns in ein Restaurant zu lotsen, fuhren nach dem Stickwort gasolina wie die Teufel mit ihren Fahrrädern los, um uns zu einer normalen Tankstelle zu führen. Da klärten wir sie dann auf und eine Viertelstunde später ging das Tanken in einer Seitengasse los.

Arg schien es uns in Pinar del Rio, wo die Burschen am hellichten Tag, nur in einer Seitengasse, vor Zuschauern, ganz offen tankten. Wie das nun wirklich läuft, und woher das Bezin kommt, ist uns nicht bekannt geworden.

Wahrscheinlich verdunstet so viel an den diversen Tankstellen und beim Transport...

Gateaux

Geschenk(e) ist eines der Zauberworte, die man in Kamerun immer wieder auf der Straße hört. Kinder, Jugendliche, gelegentlich auch Erwachsene wollen ein Geschenk von reichen Fremden, der zu Besuch kommt. Gibt man auch nur einem was, kann der Teufel los sein, aber das ist schließlich immer so in der sogenannten 3. Welt.

Ein Ausweg kann darin bestehen, daß man einen der Jugendlichen ernsthaft mit der Bewachung des Autos beauftragt und ihm dann für seine Mühen auch einen kleinen Geldbetrag gibt.

Gatun

Schleusen auf der karibischen Seite des Panamá-Kanals. Hier hat man von der Besuchertribüne den besten Ausblick auf die Schiffe, die in den Kanal einfahren.

Mit fadendünn scheinenden Stahlseilen ziehen je zwei Dieselloks auf jeder Seite die turmhohen Containerschiffe in die Schleusen, während auf jeder Seite zwei weitere Loks bremsen und das Schiff in der richtigen Richtung halten.

Marineangelegenheiten sind für mich Binnenländer natürlich seltene und damit interessante Gelegenheiten und es sieht einfach toll aus, wie die Loks die Steigungen zwischen den Schleusenniveaus mit ihrem Zahnradantrieb erklimmen und die Riesenkästen weiterziehen.

Wenn man in Richtung Fort San Lorenzo fahren will, muß man die Schleusenanlagen auf einer eigens dafür installierten Brücke durchqueren - da bekommt man erst einen oberflächlichen Eindruck von der Größe und Mächtigkeit der Anlagen und vor allem von der bewundernswürdigen Vision der seinerzeitigen Erbauer, die die Anlage so auslegten, daß sie bis heute befahrbar blieb. Zwar wird immer wieder über einen neuen Kanal geredet, der in Kolumbien gebaut werden soll und auch den wirklich großen Schiffen die Passage ermöglichen soll, aber ob sich dafür je Geldgeber finden werden, ist noch die Frage.

Gaya

ist eine der heiligen Stätten in Indien.
Nicht, daß es in diesem Subkontinent einan Mangel daran gäbe.
Gaya ist für die Hindus, was
Bodh Gaya für die Buddhisten darstellt. Hier ist eine der Stationen, die gläubige Hindus auf einem Pilgerweg zurücklegen müssen, wenn sie für die Seelen ihrer verstorbenen Verwandten wllfahren gehen, um deren Widergeburt erfolgreich, also besser, gestalten möchten.

Die Wichtigkeit bemerkt man schon bei der Anreise, in Form eines gewaltigen Bahnhofes, der all die Pilgermassen ein- und ausschleust.

Daß die Quartierfrage ein Problem werden könnte, dachten wir uns schon beim Aussteigen - eine so belegte Bahnhofshalle hatten wir schon lange nicht gesehen.

Mit einiger Mühe kann Robert dann doch noch eine Unterkunft ergattern, Luxus darf man da nicht erwarten. Rings um den Bahnhofsplatz sind die üblichen Restaurants aufgereiht, hier außerdem noch einige Konditoreien, die ihre Süßigkeiten unter Girlanden aus Glühbirnen zur Schau stellen. Bäckereien, die wie Kokoskugerln aussehen, die Preisunterschiede der gar nicht billigen Nascheireien sind durch Augenschein nicht auszunehmen. Eine Kostprobe erweckt keine Begeisterung, da muß wohl immaterielles Gut mit eingebacken sein.

Norbert geht auf die Fotopirsch - die Kuhherde, die vor dem Bahnhof steht, hat es ihm angetan. Er hätte besser getan, sein Stativ nicht auzupacken und vielleicht eine Verwackelung zu riskieren. Kaum hat er aufgebaut, kommt schon ein Polizist daher und streitet lange mit ihm, bis der Menschenverstand über die Spionenfurcht siegt und seinen Film behalten darf. Allerdings darf er den Bahnhof nicht fotografieren.

Die weiteren Erlebnisse in Bihar sind bei Bodh Gaya und Eisenbahnfahren zu finden.


Gebetsfahnen

sind überall im tibetischen Kulturraum zu sehen. Die in Glaubensdingen auf der einen Seite tiefgläubigen Anhänger des tibetischen Buddhismus sind auf der anderen Seite extrem praktisch veranlagt.

Um genügend Gebete in die Welt zu bringen, mehr als man als Mensch sein ganzes Leben aussprechen könnte, installieren sie Gebetsmühlen und Gebetsfahnen, die mit Gebeten und heiligen Bildern bedruckt sind.

Flattern sie im Wind, so trägt der Wind die Gebete in die Welt hinaus ...

Die Tibeter installieren die Gebetsfahnen gerne rund um ihre Gompas, auf Bergpässen und anderen markanten Orten, aber auch auf ihren Häusern. Daran kann man dann an Orten, wo Exiltibeter leben, etwa in
Kathmandu erkennen, wo Tibeter zu Hause sind.

Gebetsmühlen

sind wie die Gebetsfahnen eine tibetische Spezialität. Zwar muß man mit einer Gebetsmühle selber irgendwie aktiv sein, aber den Zylinder mit den aufgerollten Gebeten rotierend zu halten, schaffen die guten Leute auch noch im Halbschlaf.

Vielerorts sind auch stationäre Gebetsmühlen zu sehen, entweder in die Mani-Mauern eingebaut oder ineigenen Hauserln; in Leh etwa gab es an der Hauptstraße ein Monsterding - mehr als 2 m hoch und fast einen Meter im Durchmesser. Da sind bei einer Umdrehung schon einige Mannjahrzehnte Beten drin ...
Die ökonomischeste Anwendung dieses Prinzips sah ich in
Kagbeni im Unteren Mustang (Nepal), wo auf einem Tempeldach eine Gebetsmühle von einem Windrad angetrieben wurde. Und das es dort - im oberen Kaligandaki-Tal den ganzen Tag zieht wie in einem Vogelhäusel, betet dieses Mühle ganz schon was weg.

Gebrauchsanweisung

... das Material liegt bereit ... und ist alphabetisch geordnet, damit Du es mühelos auffinden kannst. Wie in einem Lexikon. Aus dem Lexikon sind auch die Hinweispfeile bekannt, die Dir raten, wie Du am besten weitergehen kannst, wo Du Dich zusätzlich informieren kannst, oder wie Du vom Hundertsten ins Tausendste gelangen kannst. Wie im Lexikon hast Du die Freiheit, jeden Hinweispfeil zu übergehen oder zu beherzigen.

Noch etwas : Wer hat nicht schon im Lexikon, Goldschminke nachschlagen wollend, erst einmal einen Artikel über Goldoni, dann den über Goldregen gelesen, dort auf Laburnum verwiesen, die Einrichtung von Laboratorien gestreift, Interesse an der Herstellung eines Chlorkalziumröhrchens gefasst, das Glasblasen erlernt, dabei einen Wangenriß erlitten, pflasterbeklebt einem Clown geähnelt, nachgedacht, was zum Clown noch fehlte, dabei Blanc und Rouge gefunden und so den Gedanken zurückgewonnen, daß er ja Goldschminke nachschlagen wollte - was er nun endgültig tat.

Auch dieses Vergnügen kannst Du haben : Du brauchst nur kreuz und quer durch mein Lexikon zu lesen, so wie Du Dich ja auch an Deinen Feldwebel, die erste Flaschenmilch und Dein zukünftiges Zimmer im Altersheim durcheinander erinnern kannst. Das ist die Welt. In der vorgeschriebenen Reihenfolge vorgeschriebene Blicke zu werfen, ist hingegen klassische Lektüre oder vortauwetterlicher Ost-Tourismus. Ich will Dich - versuchen wir es einmal - aus der Lektüre in die Welt befreien.

Zitiert aus : LEXIKON ROMAN - eine sentimentale Reise zum Exporteurtreffen in Druden
von Andreas Okopenko

Residenz Verlag Salzburg 1970

So weit zum Vorbild ...

Um die Zeitpunkte meiner Wege und Umwege durch diese Welt darzustellen, sind des öfteren Jahrszahlen enthalten, allerdings meist am Hauptschlagwort einer Reise; das wird der/die aufmerksame LeserIn schon mit der Zeit finden.

Einstweilen sind die logischen Spaghetti der Verbindungen zwischen einzelnen Eintragungen noch durch den klassischen der Lexika eingerichtet. Ob es je eine Hypertextausgabe dieses Werkes geben wird, steht in den Sternen...

Jetzt nicht mehr, hier ist sie, grad recht zum Milleniumswechsel, der als Über-Drüber-Hype inszeniert wird; die Pfeilchen sind (vermutlich) verschwunden, dafür gibts jede Menge unterstrichener Worte, die hoffentlich nicht ins Nirwana führen.
Noch einige Worte zur Hypertext-Navigation für Novizen - die Inhaltsleiste am rechten Rand aktiviert den jeweiligen Buchstaben des Alfabets; will man einen bestimmten Begriff in einer aktiven Seite suchen, bietet sich die Suchfunktion wie folgt an ... zuerst ein einfacher Klick im Textfenster, um den Suchbereich zu definieren, dann mit den Befehlen [Datei][Suchen] (oder [CTL F]) das Suchfenster öffnen, Suchbegriff eingeben und so lange bis das Gewünschte auftaucht oder auch nicht...
Alle
unterstrichenen Begriffe sollten als Hyperlink zu anderen Seiten und dort direkt zum angegebenen Begriff führen; hoffentlich.
Damit gute Reise entlang der assoziativen Spaghetti !

Geckos

hausen im tropischen Asien und Amerika überall und rennen über Wände und Decken aller Häuser. Besonders gern abends und Nachts, wenn die Insekten vom Lampenlicht angezogen werden.

Sie kraxeln in allen Gebäuden über Wände und Decken, sogar über die Fensterscheiben. Die scheuen Echsen, deren Name von ihren leisen Klicklauten kommt, sind als Moskitovertilger sehr geschätzt. Ob die größeren auch Kämpfe mit den manchmal gar nicht kleinen Kakerlaken aufnehmen, konnten wir nicht erforschen.

Viele Indonesier lauschen abergläubisch, wie oft ein Gecko ruft, denn ruft er mehr als sieben mal und hat man rechtzeitig ans Geldbörsel gegriffen, kann das zur Geldvermehrung führen.

Geier

sitzen in Mittel- und Südamerika immer wieder auf Bäumen, Zäunen oder Misthaufen und warten geduldig, ob sich eine Mahlzeit ergibt. Besonders gerne kontrollieren sie die Straßen, den hin und wieder gibts doch Unfallopfer unter den Waldtieren. Leider achten sie in ihrer Gier nicht immer auf den Verkehr, sodaß es dann gelegentlich auch flache Geier auf der Straße gibt.

Geldwechseln

kann in Stadtbesichtigungen ausarten, wie uns das fast in Puerto Ordaz passiert wäre. Banken gibts ja viele, aber das sind zumeist Spezialbanken, die nur gewisse Geschäfte tätigen und das mit entsprechender Gründlichkeit, soll heißen, mit langen Warteschlangen. Findet sich eine wirklich bereit wechseln zu wollen, bieten sie oft schlechten Kurs, will man das auch in Kauf nehmen, haben sie zu wenig Geld.

Schließlich fanden wir eine Wechselstube, hier wartete auch schon eine Menschentraube auf die Geldlieferung.
Vor dem Lokal saß ein Wächter mit Schrotflinte, im Lokal saß ein Mann in einer Art Tresor mit einem Fenster und beobachtete die Wartenden. Wir konnten nicht herausfinden, was der eigentlich tat - vielleicht ist er eine Art Beobachter, der bei einem Überfall sicher im Käfig sitzt und sich alles merken muß ?

Nach einigen Cola in der benachbarten Bäckerei war dann doch das Geld angekommen und für meine 500 $ bekam ich einige zentimeterdicke Bündel von 500er Bolívar-Scheinen.

Gemeindebau(ten)

vor allem die aus der Wiener Zwischenkriegszeit, waren für mich immer anwesend. Mein Schulweg durch die Karl Löwe Gasse führte am Fuchsenfeldhof vorbei, die Großfamilie Steininger wohnte im Indianerhof, und auch weitere Verwandte, Bekannte und Angebrannte logierten in diversen Gemeindebauten.

Meine Mutter erzählte mir ein paar mal, mit viel emotionaler Bewegung, wie sie an der Hand ihres Großvaters die Baustellen des Metzleinsthaler Hofes am Wiedner Gürtel besuchte und mit ihm stolz auf die Leistungen und sozialen Vision des Roten Wien war, die hier Gestalt in Ziegel und Stein annahmen.

Die architektonischen Qualitäten konnte ich damals noch nicht wahrnehmen, auch wenn mit die fantasielosen Klötzchenbauten in der oberen Ruckergasse immer so merkwürdig anders und fad vorkamen. Heute gehe ich immer wieder gerne in die Gemeindebauten, auch wenn es nur für einige Minuten oder Sekunden des Schauens im Hof ist. Die Vielfalt der Bauformen wie der Details, die geniale Anpassung auch an die bizarrsten Grundstücksformen ist bis heute unerreicht geblieben. So sind die Wiener Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit etwas unverwechselbares, das einem aufmerksamen Auge sofort mitteilen kann, daß es Wien erblickt.

Gempol

war eine der Stationen auf dem Weg nach Probolinggo. Der Minibusfahrer deponierte uns einfach vor einem Gehsteig mitten in der Stadt und meinte, da werde schon der Bus nach Probolinggo vorbeikommen. Hier können nicht oft blaßgesichtige Reisende durchkommen, denn bald sind wir Mittelpunkt einer bunten Mischung aus Neugier, Heiterkeit Unwillen über die Störung und Provokation.

Gendarmen

haben wahrscheinlich überall einen selbstherrlichen Zug, aber das diese Herren in Afrika aufführen, grenzt an Wegelagerei.

Nicht nur, daß in Yaoundé jeden Tag die Taxifahrer systematisch geschröpft wurden, zu ihrer wahren Form liefen sie eher im freien Land auf.

Auf der Fahrt von Buffle Noir nach Ngaoundéré mußten wir drei Straßensperren der offiziellen Wegelagerer passieren. Die erste war von Gendarmen, die zweite von irgendeinem lokalen Transport-Syndikat, die dritte von den offiziellen Straßenmautbeamten errichtet worden.

Die Autos werden von den Gendarmen taxiert und je nach Aussichten weitergewunken, angefunkelt oder der Qualspirale unterworfen. Ziel ist immer Geld und da ist jedes Mittel recht. Die nicht angeschnallte Isabelle wurde mit Beschlagnahme ihres Führerscheines bedroht, worauf sie kühl konterte, dann müsse eben ihr Diplomatenpaß auch beschlagnahmt werden. Das trauten sie sich doch nicht, aber die drohten Mamadou an, er werde angezeigt. Das kostete ihn einen km später nur ein Kichern, denn um 500 CFA würde der Gerichtsdiener den Akt, sollte je einer auftauchen, schon wieder verschwinden lassen.

Zumeist war es der UNO-Diplomatenpaß, der die Gendarmen immer wieder einbremste. Schon mit der Vorfreude, reiche Ausländer traktieren zu können, kamen sie zum Auto, wurden beim Anblick der CD-Autonummer wortkarg , um bei hellblauen Paß zu verstummen und dann nur mehr allgemeine Floskeln zu brummen. Privilegien sind doch was schönes.

Genf

ist die französischeste Stadt der Schweiz und gebärdet sich noch französischer als die Franzosen.

Sonst ist dort hauptsächlich die CERN und viel Geld zu Hause.

Georgetown

ist die wichtigste Stadt des Sultanats Pulau Pinang Seberang Perai in Malaysia und liegt auf der Insel Penang.

Wie so viele Städte in Malysia eine inhomogene Mischkulanz aus modernen Wolkenkratzern mit Einkaufszentren, gepflegten Villengegenden und den zerbröckelt aussehenden Hausern der chinesischen Händler. Vor allen die Anbindung der Insel Penang ans Festland durch die längste (und das wird immer wieder betont) Brücke in Asien muß die Entwicklung der Insel und vor allem der Hauptstadt extrem gefördert haben.

Georgia

Georgia - Georgia on my mind . . . singt Ray Cahrles.
Irgendwann werd ich schon noch mehr sehen, als den Flughafen von Atlanta.

Gera

hier begann 1991 unsere hoffnungslose Hotelsuche, die dann in Aue endete. Ich hätte mich doch nicht sträuben sollen, bei Wittenberg von der Autobahn abzufahren.

Geschäftssinn

fehlt vielen Menschen völlig. So sehr die ambulanten Händler ihr Handwerk verstehen, so sehr gehen manche an ihren Möglichkeiten vorbei. Die Frau, die in Baluran Cola feilbot, war nach zwei Abenden völlig ausverkauft; statt für Nachschub zu sorgen, betrachtete sie das eher wie eine Mißernte, gegen die man eben nichts unternehmen könnte.

Eine noch viel seltsamer Geschichte erzählte uns jemand unterwegs. In Banyuwangi, einer Provinzhauptstadt in Ostjava, waren amerikanische Geschäftsleute seit Februar im besten Hotel der Stadt einquartiert. Abend für Abend versuchten sie ihr Glück aufs neue und fragten im Hotelrestaurant, ob es denn heute Bier gebe. Jeden Tag die gleiche Geschichte - der Manager bedauert, die durstigen Blaßgesichter gehen ins Lokal daneben, um einen zu heben ...

Geschichte Indonesiens

ist eine wahrhaft komplizierte.

Man muß sich nur vorstellen, daß in historisch belegbarer Zeit hinduistische Königreiche von islamischen Fürsten verdrängt wurden, daß Portugiesen, Engländer und Holländer die reichen Inseln als Kolonien beanspruchten und auch beherrschten, daß schließlich die Japaner große Teile des Landes besetzten, nach der Kapitulation die Holländer und Engländer wieder ihren Landhunger stillen wollten, bis schließlich eine Nation aus den Inseln wurde.

Da ist der Militärputsch des Jahres '65 eine fast triviale Episode. Interessierte können zum Beispiel im Indonesien Handbuch genaueres nachlesen.

Gesichter 1

Sind in sogenannten exotischen Gegenden neben den Landschaften oft die anhaltendsten optischen Eindrücke; nur sollte man sich als touristisch Reisender immer am Riemen reißen und auch bedenken, wodurch die Gesichter oft so eindrucksvoll geworden sind.

Die krokodilartig faltige Haut der Ladakhis etwa sieht pittoresk aus, allein es ist das harsche Klima, das dies bewirkt.

Gesichter 2

der indonesischen Menschen können geradezu aufregend sein in ihrer Vielfalt. Die ungezählten Völkerschaften der 6.000 Inseln, die vielen Mischungen durch traditionelle, jahrhunderte alte Handelswege, Kolonial- und Besatzungsmächte bringen da schon Sehenswertes hervor.

Schon auf der Anreise, im Flugzeug, ein erster Eindruck - scharf geschnittene, verschlossene Züge, das könnten Javaner sein, die sehen aus wie auf den Fotos in den diversen Reiseführern; bei anderen weiche chinesisch angehauchte Konturen, helle Haut; ein paar Sitze weiter dunkles Braun, schlagen da melanesische Gene durch ?

Bei der Pause in Singapore ein deja vu Erlebnis; ein javanisches Ehepaar geht an mir vorbei, in der Sekunde, in der ihre Gesichtsprofile an mir vorüberziehen, wird mir klar, daß die so überzogen aussehenden Schattenspielfiguren des Wayang Kulit keine bizarre Übertreibung längst vergangener Künstler sind, sondern nur die extreme Charakterisierung javanischer Gesichter. So was gibts wirklich !

Getränke

gibts in Asien an diversen Standeln in allen Farben - weiß, gelb, orange, pink, türkis - man muß sich nur trauen :

Getränkeabholmärkte

gehören im allgemeinen nicht zu den geografisch oder topografisch interessanten Positionen.
Bei der Reise durch die Provinzen der ehemaligen
DDR, die Ostseeküste entlang, fielen die unzähligen Getränkeshops auf, die die Landschaft sprenkelten.
Wahrscheinlich wird nur ein Bruchteil das Jahr 1991 überleben - aber das macht nichts, die Menschen dort haben so viel nachzuholen. Vor allem was das geistige und erlebbare angeht. Jahrelang machten zehntausende DDR-Bürger Urlaub an der Ostsee und Jahr für Jahr war die Planwirtschaft unfähig und/oder unwillig, die Urlauber mit Getränken zu versorgen; nicht einmal Sirup zum Verdünnen gabs.

Is doch klar, daß sie jetzt in Imbiß und Getränken machen !

Gier

is a Hund und kann was ganz schreckliches sein. Da benehmen sich normal scheinende Männer plötzlich wie die Kinder und rennen krachend durch den Wald, nur weil eine "schaut´s doher..." gerufen hat. Die Suche nach der Tillandsia funckiana ließ uns einen steinigen Hang voller Kakteen und Agaven mir sägezähnigen Blättern hinaufkriechen, der Telipogon hielt uns zwei Tage in Spannung - auch da kletterten wir eine fast sekrechte Böschung hinunter.

Ghandrung

Die Ortschaft liegt an der Kreuzung zweier wichtiger (alter) Handelspade und ist vor allem Ausgangspunkt von Wanderungen zum Annapurna-Basiscamp. Das hat natürlich Wohlstand ins Dorf gebracht und hier sind nicht nur jede Menge Hotels, Restaurants, sondern auch ein privates Heimatmuseum, eine Polizeistation und einen Telefonanschluß zu finden. Es hängen zwar die Drähte aus der Wand, aber die Verbindung nach Austria kam ohne Probleme mit guter Qualität zustande.
Auf einem größeren Platz, über den lange Schnüre mit Gebetsfahnen gespannt sind, hat eine ganze Gruppe tibetisch aussehender Menschen (vielleicht Flüchtlinge, die so ihr Leben fristen) Tische mit Andenken, Schmuck, Türkisen, Wollpullovers und anderen Waren aufgebaut. Es kommen ja auch genug Touristen hier durch

Die Wanderung führt am nächsten Tag gleich weiter bergauf, allerdings nicht so brutal wie nach Ghandrung hinauf.
Nach einer guten Weile kommen wir nach Bhaisi Karka (Büffelplatz), zwei aus Stein gebaute Lodges mit Küche auf einerkleinen Wiese im Wald. Da zeitweilig ein recht steifer Wind bläst, lassen wir uns in der Küche nieder, während die Wirtin drangeht, unsere Nudeln zuzubereiten. Die Küche zeigt sschon deutliche tibetische Züge - Wandregale mit blitzblank geputzten Töpfen, Tellern und Krügen, ein gemauerter Kochherd, der mit dem Feuerholz sehr ökonomisch umgeht. An den Tischen draußen hat eine allein wandernde Amerikanerin Platz genommen und sich nach langem Studium der Speisekarte für eine Suppe und Chapatti entschieden. Wir, drinnen sitzend, können die Kochkünste ausnächster Nähe begutachten; unter dem Bett zieht die Frau Wirtin ein kleines Bretterl und einen Nudelwalker hervor, um die Chapattis zu rollen. Da das Bretterl halt klein ist, legt sie den Nudelwalker zeitweilig daneben auf den gestampften Boden. Die Teller wischt sie mit einem hellgrauen Tuch ab, das auf dem Bett liegt - wahrscheinlich ist vorher die Katze draufgelegen...
Wenn das die Amerikanerin wüßte, die zwar bestens, bis zum Lidstrich geschminkt ist, aber offenbar den hygienischen Verhältnissen nicht so ganz traut, sonst hätt sie sich mehr als Chapatti bestellt...

Ghorepani

auch Ghorapanai, die nehmens mit der Orthographie nicht so genau; Ghora=Pferd, Pani=Wasser

Wenn das Wetter und die Kondition gut ist, kann man vor Sonnenaufgang den Poon Hill erklimmen, um die Sonne über Machhapucharee und Annapurna aufgehen zu sehen.

Stromanschluß, Primary School, Volleyballplatz

Gila Bend

liegt in der Mitte von Nirgendwo, an der US Interstate 8, die von San Diego in Richtung Osten zieht.

Im wesentlichen besteht Gila Bend aus 2 Tankstellen und ca. 3 Motels. Einige andere Häuser stehen auch noch in der Wüste, da leben vielleicht die Dienstleistenden, die die hier durchkommenden betreuen.

Gili Insel

liegt vor der Küste Probolinggos und soll angeblich wandern. Wahrscheinlich wird die große Sandbank von den Meeresströmungen an einer Seite abgetragen und an der anderen wieder aufgebaut.

Gilimanuk

ist die Anlegestelle der Fähre Java-Bali und zeichnet sich durch komplizierte Verkehrsverhältnisse aus. Betritt man die Insel durch eines der schönen Spalttore, wie sie auch an allen Tempeln zu finden sind, muß man mit einem Bemo zur Busstation fahren und sich dann dort dem Gewitter an Fahrangeboten stellen, um in Richtung Kuta oder Denpasar weiterzukommen.

Glasmosaikfenster

waren eine Spezialität des Jugendstils.
Bunte Glasfenster sind zwar schon seit dem Frühmittelalter bekannt, doch die höchste und nie wieder erreichte Qualität in Entwurf und Ausführung war nur rund um die Wende zum 20. Jahrhundert.
Durch die Straßen Wiens wandernd - auf der Suche nach originellen Türen, die ich für eine Fotoserie abbilden wollte - sah ich immer wieder in den Stiegenhäusern bunte Fenster ... Ahnungslos, was kommen sollte, begann ich die ersten zu fotografieren, im Hinterkopf die Vermutung, daß
halt ein paar dutzend davon das Bombardement Wiens im Krieg überstanden hätten.
Mitnichten, und ohne Tanten!
Es wurden mehr als 1000 Bilder, deren schönste schließlich zu meinem Stolz in Kalendern und zwei Büchern veröffentlich wurden.
Eine kleine Auswahl der Bilder ist auf der entsprechenden Dschungel-Seite zu sehen - das ist
H I E R.

Wer alle wunderbar gedruckten Bilder sehen will, dem bleibt nichts anderes über, als sich das Weingarten-Buch anzuschaffen -

Das ist schon Eigenreklame, aber die Tandiemen sind nicht der Rede wert, es geht da mehr um die Eitelkeit als Buchautor...

Gleichschritt

beherrschte vielerorts die Straßen, als wir durch Java und Bali zogen. Zuerst ahnten wir nicht, welchen Hintergrund das hatte und vermuteten nur Jungpionierübungen oder ähnliches. Schon während der Fahrt auf das Dieng-Plateau blockierten zum Trillerpfeifenklang marschierende Mädchen die Straßen. Auch die Anreise von Gilimanuk nach Denpasar verzögere sich durch die Probemärsche, die kilometerlange Marschkolonnen in Gang setzten.

Die größten Aufmärsche erlebten wir jedoch in Probolinggo. Da wußten wir schon, daß alle Schulen und Jugendorganisationen für den Unabhängigkeitstag am 17. August probten. Kilometerweit zogen die Kolonnen durch die Straßen, in frischen weißen Hemden und Blusen, die Abzeichen der Schule auf der Brust, viele mit farbigen Halstüchern, immer dirigiert von trillernden Kommandanten.

Global Village

der Ausdruck, der vor vielen Jahren vom amerikanischen Medienpapst Marshal McLuhan geprägt wurde, scheint sich langsam, aber unabwendbar zu verwirklichen. Englisch als universelle Verkehrssprache, lokal oft bis zur Unkenntlichkeit vereinfacht, dringt in die entlegensten Winkel der Welt vor - eine neue Lingua Franca, die irgendwann jeder können wird.
Sogar Italiener und Franzosen, die wir trafen, beherrschen schon das asiatische Minimalvokabular.
Coca Cola gibts fast überall, die autochthonen Kulturen welken unter dem Erfolg des westlich-kapitalistischen Modells dahin. Vielleicht wird die Tourismusindustrie, so absurd das klingt, die letzten Reste bewahren können, wenn sich die Museumskulturen erfolgreich als Attraktion etablieren und aus ihrem Anders-Sein erfolgreich Kapital schlagen. Die geistigen und spirituellen Wurzeln werden sie nicht lebendig erhalten können, das gerade noch lebendige Brauchtum wird zum Ritual erstarren, bis vielleicht einmal aus den erstarrten Formen etwas Neues wachsen und eine neue Vielfalt entstehen kann.

siehe auch World Wide Web

Goa Gadjah

ist neben Gunung Kawí das einzige größere Denkmal aus altbalinesischer Zeit. Der Name der erst 1923 entdeckten Eremitenhöhle bedeutet Elefantenhöhle und kommt entweder vom nahen Elefantenfluß oder von Ganesha, dessen Bild sich im Inneren befindet.
Die Höhle, über deren Eingang
Shiva in einer seiner furchterregenden Inkarnationen zu sehen ist, wie er die Felsen mit den Händen auseinanderreißt, ist in altindischer Technik aus dem weichen Vulkangestein gemeißelt. Vielleicht spielt das Bild Shivas auf eine Legende an, derzufolge Shiva den Weltberg Meru spaltete und die beiden Fragmente als Gunung Agung und Gunung Batur auf Bali niedersetzte.
Unweit der Höhle wurde ein Badebecken errichtet, das früher von sechs Nymphen mit Wasser versorgt wurde. Heute ist die Ausmauerung des Bassins geborsten, die Wände und Statuen mit Moos und Flechten überwachsen, alles nur mehr Dekoration für viele eilige Touristen, die mit dem Autobus hierher gekarrt werden. Den Kurzbehosten wird schnell ein
Sarung umgebunden, damit die Reste der Heiligkeit nicht zu sehr gestört werden, aber keiner bleibt lang genug, um zu versuchen, die einstige Stille des Ortes wenigstens im Geist zu suchen.

Gobi, Wüste

auch Taklamakan genannt.

siehe Dunhuang

Golden Gate Bridge

für viele Menschen, auch für mich die schönste Brücke der Welt. Kennt man sie nur von Bildern, Fotos, Filmen, kann man sich einfach nicht vorstellen, wie riesengroß dieses filigran aussehende Bauwerk ist. Im Verkehrsstrom auf die Brücke zusteuernd wird man von den Maukassieren ein wenig abgelenkt und befindet sich bereits auf der Brücke, ohne daß man das richtig mitkriegt. Nur die Tragekabel beiderseits der acht Spuren Autobahn erinnern einem, daß man sich auf einer Hängebrücke befindet.

So groß ist die Brücke, daß das alte Fort El Presidio, das einst die Einfahrt in die Bucht schützen sollte, mit all seinen Bastionen unter einer der Anfahrtsrampen kuschelig Platz hat.

Golden Triangle

heißt die Gegend rings um das Dreiländereck Myanmar, Thailand und Laos, wo alle Hill-Tribes seit undenklichen Zeiten Mohn anbauen und daraus Opium produzieren, das dann zumeist über chinesische Organisationen in Chiang Mai verteilt und exportiert wird.

Gomera

liegt wie eine aus dem Meer aufgetauchte Schildkröte südlich von Teneriffa. Von der Südküste Teneriffas, dort wo sich die Apartmenthäuser in den Himmel bohren, kann man im Dunst über der See die buckelige Kontur Gomeras sehen; von dort geht auch die Fähre nach San Sebastian, dem Hauptort der kleinen Insel.

Geologisch muß Gomera viel älter als Teneriffa oder Gran Canaria sein, fast alle Schroffen und Klippen seiner vulkanischen Entstehung sind schon abgeschliffen und überwachsen. Wahrscheinlich wandert der Hot Spot, der die Inseln geschaffen hat, nach Norden und ist heute unter Lanzarote tätig.

Natürlich prägt der Vulkanismus auch das Profil Gomeras - in die weichen Tuffsteine und Ascheschichten wurden von den Bächen tiefe Cañons geschnitten, was dazu führt, daß sich die Straße von Nord nach Süd mehr als 65 kurvige Kilomter dahinzieht, auch wenn es keine 25 km Luftlinie sind. Jeder der Cañons, der auch nur ein wenig Platz bietet, ist in seinem Grund terrassiert und birgt Bananen- und Gemüseplantagen. Auch hier ist die seltsame Klima- und Vegetationsschichtung der Kanarischen Inseln zu sehen. In der untersten Schicht, an der Küste, wachsen abseits der Bäche nur Euphorbien in der Basaltwüste, die Mitteletage bietet mediterrane Vegetation und die oberste zeicgt sich in Gomera von einer ganz seltsamen Seite. Die anziehenden Passatwolken stauen sich am alten Vulkangipfel und halten einen Nebelwald mit baumgroßen Erika-Pflanzen am Leben. Schemenhaft stehen die Bäume am Rand der Straße, mit zottigen Moosbärten.

An der Südküste liegt das berühmte Valle Gran Rey, keiner weiß. welchen großen König es gewidmet ist. In einer der größten Schluchten der Insel wurde die fruchtbare Vulkanerde in jahrhundertelanger Arbeit zu Terrassenfeldern geformt, die durchaus balinesischen Landschaften Konkurrenz machen können.
Die Straße, um die Westseite der Insel kommend, windet sich hier einen kahlen, sonnendurchglühten Berg hinauf; ein Schild deutet einen Aussichtspunkt an und der wenig ahnende Reisende wird mit einer überwältigenden Aussicht belohnt. Gut 200 Höhenmeter unter dem Felsengrat, der ins Valle Gran Rey abfällt, liegen die Terrassen, Bauernhäuser und Palmenhaine des Tales ausgebreitet wie eine Landkarte - nur schöner.

Lamayuru Gompa

Gompa

heißen die buddhistischen Klöster mit angeschlossenen Schreinen in Ladakh
(wahrscheinlich auch in Tibet)

Göre

ist ein kleiner Ort, wenige Kilometer südlich von Nevsehir. Durch Erdbeben und Hangrutschungen wurden die Häuser so sehr gefährdet, daß die Menschen auf den anderen Talhang umziehen mußten. So stehen heute hunderte Häuser leer, wie Bienenwaben schmiegen sich die Spitzbogen der Gebäude an die Felswand, Eingänge zu den Höhlenwohnungen, wie sie in Kappadokien so häufig sind.

Göreme

ist heute das (touristische) Zentrum von Kappadokien, das den Heimsuchungen am stärksten ausgesetzt ist.
Das einstmals unbedeutende Dorf ist heute voll entwickelt und quillt von Beherbergungsbetrieben und Restaurants über. Noch konnte das nicht viel am Ortsbild ändern, aber die ersten Hotelneubauten, die mehr als zwei Geschoße haben, beginnen schon aus den Nebentälern zu wachsen. Bald werden die Gartenzwergsteine, die die Landschaft hier bestimmen, kleiner sein als die Gebäude und dann können die Touristen vom Balkon auf die Feenkamine herunterschauen.
Dann wird allen leichter sein.

Goreng

heißt gebraten und läßt sich fast auf jedes Lebensmittel anwenden.

Nasi Goreng

Bakmi Goreng

Göttingen

war eine Übernachtung in einer Reise nach Hamburg, die unter etwas zwanghaften Umständen erfolgte. Die Menschen dort waren lieb, die Stadt recht nett, aber aufgrund der Vorbedingungen, die nicht hierher gehören, war das alles ein wenig stressig und so blieben kaum Erinnerungen.

Grabsteinland

die grassierende Sprachverwilderung ließ sogar einen Steinmetz, der modern sein wollte, Anleihen im modernen Marketing nehmen.

Grado

war einst eines der bevorzugten Ziele an der oberen Adria für die sprichwörtlichen Wiener Hausmasta.

Die haben sich verlaufen und so mutierte Grado zum Meereskurort, der mit goldenem Sandstrand und angeblichen Heilklima wirbt. Wen nicht gerade die Algen in der Adria überhandnehmen, wie Anfang der 90er so dramatisch passiert.

Grado selbst hat einen netten altösterreichischen Kern, sehenswerter ist Aquileia, das direkt an der Straße liegt, die zur Küste führt.

Gramatneusiedel

galt für die Wiener immer schon als einer der Pole des Uninteressantseins.

Gran Canaria

ist die zweitgrößte Insel des kanarischen Archipels und beherbegrt fast so viele Landschaften wie Teneriffa. Mit Wäldern an den Küsten, bizarren Felslandschaften im Inneren, die an die Wüsten von Arizona erinnern, mit Vulkankratern und einer Steilküste im Westen der Insel, der seinesgleichen sucht, mit saharisch aussehenden Sanddünen im Süden, wo der Teutonen- und Skandinavier-Grill eingerichtet ist und kleinen Ortschaften im Inneren, wo die Zeit stillsteht.

Gran Sabana

"die große Savanne", heißt ein ausgedehntes Gebiet in der südöstlichen Ecke von Venezuela, etwa 35.000 km² groß und mit einer durchschnittlichen Seehöhe von 800-1000 m. Die Hochebene ist eher dünn besiedelt, angeblich leben an die 15.000 Pemón-Indios hier; wie viele Gold- und Diamantenschürfer und wie viel Nationalgarde sich außerdem herumtreibt, verschweigt der Reiseführer.

Die Gran Sabana mit ihren Tepuis ist ein mehrs als 2 Milliarden Jahre altes und geologisch sehr komplizierter Teil dieser Erde.

Einst - in präkambrischer Zeit - wurde hier ein riesiges Sedimentgebirge vorwiegend aus Quarzsand abgelagert und dann hoch aufgetürmt.
Die heutigen Tepuis sind die letzten Überreste dieses uralten Hochplateaus. Fast überall in der Sabana kann man ihre nebelumhangenen Schultern sehen.

Hier in der Sabana gibt es nicht nur Gold und Diamanten, auch andere Erze und Halbedelsteine und in weiten Gebieten nur Quarzsand und Steine. Das bedeutet, daß so gut wie nichts wächst, einige bewaldete Hügel und die seltsamen Gräser der Ebenen ausgenommen. Die Indios betreiben kleine Maniok- und Maisplantagen in Brandrodungen, die sie in den Wäldern anlegen, könnten aber wahrscheinlich nicht ohne die Lebensmittelzuteilunge der Regierung und der Kirche hier überleben. Einige Menschen erzählten, daß die Indios eigentlich erste seit wenigen hundert Jahren hier in die Savanne eingewandert seien, durch irgend einen Bevölkerungsdruck wandernder Stämme im Amazonasgebiet hierher verschlagen.

Leider haben sie die Gewohnheit, Feuer zu legen, so sehr verinnerlicht, daß sie immer und überall zündeln und damit auch Grasflächen anzünden, die niemand bewirtschaftet, wo kein Vieh je weiden wird - warum weiß niemand. Immer stehen ihrgendwo Rauchsäulen, wie viel der empfindlichen Ökologie der Gran Sabana damit beeinträchtigt wird, kann keiner sagen.

Eine andere Facette der Sabana suchen die Yuppies der großen Städte wie etwa Caracas oder Bolivar. Zu längeren Feiertagen ziehen sie mit Sack und Pack, Geländewagen, Schlafsack, Rum und Ghettoblaster in die entlegendsten Winkel der Sabana und feiern dort wilde Feste, die sie dann mit beschrifteten und hoch mit Schlamm bespritzten Autos dokumentieren.

Hier ruft eben noch das Abenteuer...

Grand Canyon

ist die größte Schlucht, die sich auf unserem Planeten findet und spottet einfach jeder Beschreibung. Wer kann sich schon eine Schlucht vorstellen, die eine Meile tief ist und mit ihren Ausläufern ein Gebiet von hunderten Quadratkilometern bedeckt.

Dieser Sachverhalt wird beim Anblick von den Augen verweigert, das menschliche Vorstellungsvermögen wird gesprengt. Eine Schlucht, die so tief und breit ist, daß ein zweimotoriges Flugzeug ohne Gefahr tief hineinfliegen und Kurven ziehen kann. Ein Absturz ins bodenlos scheinende, wo der Besucher vom Rand hinunterblickend auf der ersten Geröllstufe eine Bewegung wahrnimmt, nach genauem Hinsehen entdeckt, daß diese Stufe sehr weit unten ist, daß die Bewegung von ameisenhaft winzigen Menschen stammt, daß dieser ersten Stufe noch viele weiter folgen - wie kann das ein Mensch fassen.

Grand Place

Bruxelles

Graz

die Hauptstadt der Sankt Eiermark, gelegentlich boshaft und ein wenig unverständlich auch Pensionopolis genannt. Kann ich nicht verstehen, denn mir schien diese Stadt immer lebendiger als Wien, was vielleicht an der Überschaubarkeit der zweitgrößten Stadt Österreichs liegt.

Außer der wunderschönen Innenstadt ist vor allem das dort gelegene Bürgerliche Zeughaus zur Ansicht zu empfehlen. Es dürfte das einzige Zeughaus dieser Art sein, das unversehrt überlebt hat.

Greasy Spoon Hash Joint

nennen die Amis boshaft die oft nicht sehr einladenden Diners und Frühstücksbuden. Zwar kriegt man dort Eier auf etwa 23 Arten zubereitet, kriegt Kaffe von sehr diskutabler Qualität, so viel man mag - man mag oft bald nicht mehr. Das einzig wirklich gute an diesen verwechselbar unverwechselbaren Orten ist der Umstand, daß man 24 Stunden am Tag ein Breakfast kriegt.

Greifswald

1991 : eine der alten und (nicht mehr) schönen Hansestädte an der Ostseeküste. Die jahrelange Konzentration der sozialistischen Bonzokratie auf die Gegend rund um Berlin hat Greifswald wie Stralsund und andere Städte im Norden der ehemaligen DDR zu Ruinenfeldern verkommen lassen, die nur mehr aus Gewohnheit aufrecht stehen.

Griechenland

hat mich nie sonderlich begeistert - ich weiß auch nicht so recht warum. Ich war zwar zwei mal dort, aber die Freude war endenwollend.

War es die kahle und vertrocknete Landschaft, war es, daß ich nicht so gerne im Meer (oder überhaupt) bade, war es das immer kalte Essen oder die teilweise extrem unästhetisch klingende Sprache ?

Ich weiß es nicht.

Alonnisos
Athen
Epidauros
Skiathos
Skopelos
Sporaden
Volos

Grik

oder Gerik was once just a logging 'cowboy town' but the completion of the east-west highway and the huge Temengor Dam hydropower scheme has really put in on the map, meint ð Lonely Planet.

Und das stimmt auch. Man sieht dem Ort noch (1992) ein wenig an, daß er noch vor wenigen Jahren aus einigen Gebäuden an der Kreuzung zweier aus dem Wald gehackter Straßen war. Heute allerdings gibts es schon Supermärkte, ein recht modern aussehendes Resthouse (sicherlich für die besuchenden Großkopferten hierhergestellt), einige sehr ordentliche chinesische Hotels, Tankstellen und eine große Polizeisiedlung.

Hier wird noch viel Geld zu machen sein, wenn der Verkehr entland des East-West Highways zunimmt und die drohenden Touristenresorts in der Umgebung des Temengor-Stausees fertig sind.

Große Chinesische Mauer

siehe Mauer der 10000 Li

Gründe zu Reisen

gibts viele, zum Beispiel Dienstreisen, Wißbegierde, Profilierungswünsche, sich Wichtig machen, Neugierde, Flucht aus dem Alltag, Erholung....

Gstetten

gibts heute im städtischen Gebiet auch nicht mehr. Einst als Paradies der Kinder bezeichnet, weil die sich dort aufführen durften, waren sie meist Überbleibsel der Bombenangriffe, die weite Teile der Wiener Außenbezirke flach gelegt hatten. Eine typische Gstetten darf nicht flach sein, sie muß leicht hügelig, mit dichtem und hohen Unkraut überwachsen sein, und es sollten sich womöglich noch erforschbare Reste von Gebäuden und diversem Sperrmüll finden.

Gua Charas

eine der wahrscheinlich unzähligen Tropfsteinhöhlen auf der malayischen Halbinsel, ca 25 km nordöstlich von Kuantan. Nur mit einer gewissen Portion Vertrauen kann man die versteckten Plätze finden, die einem das Heritage Mapbook der Petronas andeutet. Die Straße, die in der Ortschaft Pancing bei der Polizei abzweigt, wird immer schlechter und schmäler, windet sich einer düsteren Ölpalmenplantage entlang, scheint dem einzigen Felsbrocken in der Ebene nicht nahezukommen. Dann biegt sie doch noch zum Berg, der immer höher und unangreifbarer über die Plantagen der Umgebung hinauszuragen beginnt.

Ein thailändischer buddhistischer Mönch kam vor etwa 50 Jahren hierher, um zu meditieren, entdeckte die Höhlen und so ging eins ins andere.

Von einer Bande halbwüchsiger wird eine Parkgebühr kassiert, ich miete mir noch eine Taschenlampe, um ihnen einen Gefallen zu tun, dann gehts über halsbrecherische Stufen den Berg hinauf. An einem kleinen thailändischen Tempel vorbei, in eine Kluft, die weit oben den Berg spaltet und voll Tropfsteinhöhlen hängt.

Keine Spur von dem liegenden Buddha, der im Reiseführer beschreiben ist, nur eine roh gezimmerte Plattform, die nichts außer einigen Papierln birgt.

Beim Abstieg macht sich eine Weggabelung bemerkbar, die nach einigen Windungen in eine zweite Höhle, im Bauch des Berges, führt.

Weniger als notdürftig von einigen glimmenden Glühbirnen beleuchtet weitet sich die Höhle kathedralenartig, das dumpfe Tropfen von der Decke und das Quietschen der Fledermäuse lassen ahnen, wie groß der Hohlraum sein muß; meine Lampe hat keine Chance, die Decke zu erreichen.

Am Ende einer Halle, die sich wie ein gotisches Gewölbe öffnet, liegt wirklich auf einer Plattform die Statue Shakyamunis, umgeben von den Bildnissen anderer Bodhisattvas.

Ein seltsames Gefühl, unter so vielen Schichten Gestein, in fast totaler Finsternis zu stehen und im mageren Licht das lächelnde Gesicht des Buddha zu erkennen. Welcehn Mut und welche Selbstüberwindung müssen die Mönche und Gläubigen gehabt haben, die hier diese Kultstätte zur Verehrung, Erbauung und Meditation errichteten.

Ich fühle mich schon irgendwie erleichtert, als ich die unterirdische Kathedrale wieder verlasse und von weit her Tageslicht um die Ecken der Hallen sickern sehe.

Guanahacabibe

Nennt sich die Halbinsel, die den westlichsten Teil der Insel Cuba bildet.

Hier wird die Besiedlung immer dünner, die Tabakfelder, die im Dreieck Pinar del Rio - Vinales - Guane dominieren, werden immer weniger und machen einem seltsamen Trockenwald Platz, der auch an Stellen an der Südküste, etwa bei Playa Larga und Playa Girón, wächst. Das sind immer Stellen, wo über dem durchlöcherten Untergrund aus Kalkstein nur eine dünne Humusschicht liegt, die einfach nur gewisse Baumarten und diese nur klein ernähren kann.

Bis auf die Westspitze konnten wir nicht fahren, weil dort die Armee die Landschaft okkupiert und die Straße abgesperrt hat.

Wer menschenleere Strände liebt, ist hier richtig - allerdings gibtís auf 100 km nix zu kaufen...

Guane

Ist eine lebhafte Provinzstadt im Westen Cubas, die wie ihre Umgebung von den Reiseführer ganz stiefmütterlich behandelt wird.

Dabei ist die Landschaft, die sich von Guane nordöstlich in Richtung Vinales erstreckt, eine der schönsten der Insel. Hier windet sich die Straße durch eine Karstlandschaft, die stark an die Stockzahnfelsen Südthailands erinnert - steile Kalkfelsen, die über und über mit Agaven und anderen Pionierpflanzen bewachsen sind, darunter seltsame Bäume, die mich an Baobabs erinnerten. Im Talgrund Palmenhaine und Tabakfelder, gelegentlich auch Zitrusplantagen. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher, schade und gottseidank.

Guang Zhou

heißt auf nicht-chinesisch Kanton.

Guardia Civil

gab sich in Venezuela eher zurückhaltend. Ist allerdings an wichtigen Schlüsselstellen immer präsent und kontrolliert scheinbar oberflächlich alle Autos an wichtigen Straßenkreuzungen. Laut Fritz sind sie wesentlich gefährlicher und effektiver als sie aussehen und sollte es einmal sozial oder sonstwie motivierte Unruhen geben, würde man sicher nicht die Armee, sondern die Guradia Civil rufen; denn die würde ohne Zögern in demonstrierende Menschen schießen...

Guardalavaca

nördlich von Holguin hat sich vom unscheinbaren Fischerdorf zu einer Ansammlung von All-Inclusive-Clubs samt Nebenbetrieben verwandelt. Eine Diskussion mit einem Sicherheitsbeauftragten eines der Clubs stellte eine für Cuba noch immer seltsame Frage in den Raum: was bedeutet privat im noch immer sozialistischen Umfeld Cubas ?

Ausgangspunkt war Konrads Wunsch, einen Orchideenstandort, den er acht Jahre vorher entdeckt hatte, wieder zu besuchen. Nach einigen vergeblichen Versuchen, eine Nebenstraße zu finden, die so aussieht wie damals, führte ihn die optische Erinnerung über einen Waldpfad in das Gelände eines Clubs, wo wir unser Auto halt auf dem Parkplatz abstellten und einen der Wege in Richtung Strand gingen. Bald hurtelte uns ein junger Mann von Sicherheitsdienst nach, der vielfach beteuerte, das sei Privatgrund und er würde die Polizei rufen und wir müßten das Gelände verlassen oder eine Halbtageskarte für den Club lösen und dergleichen mehr...

Was ist eigentlich nun privat im noch immer sozialistischen Cuba ? Auf diese Frage und die etwas übertriebene Schilderung der kärntner Seeufer, die so gut wie verschlossen sind, wußte er keine fundierte Antwort mehr. Schließlich durften wir doch noch den Standort besuchen, der mittlerweile leicht zugänglich und daher völlig ausgeplündert ist. Der abschließende Dollar als Schmerzensgeld für seine Bemühungen stimmte den jugen Mann dann gänzlich freundlich und glücklich.

Guatemala

hat ein interessantes Wappen - mit dem Quetzalvogel, auf den das Land so stolz ist und den Gewehren der Revolution.

Der Quetzal hat einen Nationalpark gekriegt, damit er nicht ausstirbt und nur mehr in der Landeswährung weiterlebt. Die Gewehre brauchen das nicht, die sind in Zentralamerika weiterhin beliebt. Ich schaute nicht schlecht, als aus einem Pepsi Cola Lieferwagen nach dem Fahrer der Bodyguard mit einer Pumpgun ausstieg. Daß in jeder Bank ein oder zwei Wächter mit diversen Knarren stehen, ist ja nicht so besonders, daß aber die Kasse eines Getränkelieferanten auch bewacht wird, war mir doch neu.

Das Land, das südlich Mexicos liegt, im Osten an Belize (das ehemals British Honduras geheißene Märchenland) und im Süden an Honduras und El Salvador grenzt, kann mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Klimazonen aufwarten. An den beiden Küsten - Karibischer Golf und Pazifik - liegen recht heiße Küstenebenen. Keine 50 km von der Pazifikküste türmt sich eine Vulkankette bis auf über 4.000 m auf, östlich davon einige langgezogene Bergketten mit temperiertem Nebelwald. Und im Norden, gegen Yucatan zu liegt der Petén, ein warmer Tieflandregenwald, in dem seinerzeit die Mayas ihr Wesen trieben und Ruinen hinterließen, die heute dem Fremdenverkehr sehr dienlich sind.

siehe auch Cobán und Tikal

Guatemala City

wird zwar allgemein so genannt, aber eigentlich sollte es Ciudad Guatemala heißen.

Gudeg Yogya Lengkap

heißt eine javanische Spezialität, die ich in Candikuning, angezogen vom exotischen Namen, als Abendessen bestellte. Zu gebratenem Huhn mit Reis gabs Gemüse aus Jackfruit, gebratenen Tofu und zwei merkwürdige, wackelnde Würfel, die zu essen ich mich nicht überwinden konnte. Alles in allem ein herrliches Gericht.

Guesthouse

Ambalangoda
Ratnapura
Resthouse

New Delhi 1987

Die letzten Stunden im Guesthouse vergehen mit Einpacken, Lemon Tea, Duschen und Warten auf den Zeitpunkt der Abfahrt. Die Revue der Menschen im und ums Guesthouse läuft noch einmal vor uns ab. Der Besitzer oder Manager, ein Brahmane, der immer nur mit Dhoti und der Brahmanenschnur bekleidet herumschlurft oder hinter seinem Schreibtisch Löcher in die Luft schaut; der Buchhalter, der auf einer Couch im Aufenthaltsraum wohnt und keinen Tee kochen kann - da ruft er nach dem jugendlichen Koch. Außerdem gibts noch einen Buben, der für Botendienste und fürs Häuselputzen zuständig ist. Der Schlepper, der mich hierher vermittelte, hat mit dem Hotel rein gar nichts zu tun - außer natürlich seine Provisionen. Auf der Straße vor dem Hotel bereitet sich wie jeden Nachmittag eine Familie auf den Abend und die Nacht vor, in der heißen Zeit wohnen viele Familien sogar in den Großstädten einfach auf der Straße. Die Großmutter sitzt oder liegt den ganzen Tag in ihrem weißen Witwensari auf ihrem Bettgestell und fächelt sich die stickige Luft zu.

Guevara, Dr. Ernesto

Siehe Che Guevara

Guide

Ist ein eigener Beruf mit Zertifikat in Nepal. Was man alles können muß, um die Prüfung zu bestehen, weiß ich nicht Ė so viel Englisch konnte der unsere nicht, daß wir das hätten herausfinden können.

In Myanmar war David Nyan Win unser Guide.

Guilin

am Li-Fluß gehört zu den wenigen Städten Chinas, die fast allen Menschen bekannt sind. Dabei ist vor allem die Landschaft rings um die Stadt bemerkenswert, die Stadt selbst erinnert auf merkwürdige Weise an Salzburg, nur ist sie nicht so schön. Die Erinnerung mag vielleicht daran liegen, daß Guilin zwischen die merkwürdigen Kalkstöcke, die dem Lauf des Li-Flusses folgen, hineingebaut ist. Auf einige der stockzahnförmigen Gebilde kann man über Stiegen hinaufkraxeln und erhält dann einen ähnlich Blick wie vom Mönchsberg herunter.

Man merkt hier deutlich, wie weit im Süden des riesigen Landes man angekommen ist; nicht nur daß es immer wärmer und feuchter wird, auch die Menschen sehen anderes aus, zarter und schlanker, sind individueller und farbenfroher gekleidet. Keine Rede mehr von den blauen Ameisen des Nordens.

Die Attraktion in Gulin, die alle organisierten Besucher im Programm haben, ist eine Flußfahrt den Li stromab. Eine Flotte von 7 Booten legt mit ihrer Touristenfracht ab und läßt sich den Fluß hinuntertreiben. So weit das Auge reicht stehen die zuckerhutförmigen Kalkstöcke in der Landschaft, viele davon grün bewachsen. Mit jeder Flußbiegung - und der Li ist hier sehr verbogen - öffnen sich neue Blicke auf diese einzigartige Buckellandschaft. In den Ebenen zwischen den Buckeln sind Wasserreisfelder, die Flußufer sind mit dichten Bambusgehölzen bestanden, die aus der Ferne wie grüne Federbüsche aussehen.

Nicht nur wir sind auf dem Fluß unterwegs; immer wieder begegnen wir Fischern, die mit winzigen Bambusflößen unterwegs sind, Fähren versorgen die Ufer mit Gütern und transportieren Menschen und Tiere.

Unser Mittagessen bekommen wir auf dem Boot serviert; auf dem Hinterdeck waren die Köche seit dem Ablegen mit der Vorbereitung des Essens beschäftigt, immer wieder gestört vom fotografieren müssen der Reisenden.

Nach etwa 6 Stunden Fahrt legen wir in einer kleinen Ortschaft an, die fast nur aus einem riesigen Busparkplatz, der Anlegestelle und unzähligen Standeln mit Andenken jeder unvorstellbaren Art besteht. Auch die engen Gassen des Dorfes, die sich zwischen kleinen Häusern den Uferhang aufwärts ziehen, sind gut bestückt mit Verkaufsstandeln. Es dürfte hier keine einzige Familie geben, die nicht versucht, vom Fremdenvekehr zu leben.

In einer Buskolonne fahren wir wieder in unser Hotel am Stadtrand von Guilin zurück. Die vorgesehene Folklore-Vorführung verweigern wir - nicht schon wieder. Es gelingt uns erst nach mehrmaligen ernsthaften Beteuerungen, daß wir nicht krank oder von sonstigen Dingen geplagt seien.

Der Flug nach Guangdong (Kanton) beginnt mit einem Chaos. Drei Flieger sollen gleichzeitig abgehen, den Sicherheitskräften auf dem Flugplatz raubt dies die letzten Nerven. Im resultierenden Menschengewühl kommt es schließlich dazu, daß ein Teil unserer Reisegruppe die Kontrollen passiert hat und drinnen auf die anderen wartet, die von der Polizei nicht mehr hineingelassen werden. Keine Abfertigung, kein Security-Check, keine Diskussionen.

Da lernen wir unser sonst so stille Frau Hé von einer ganz anderen Seite kennen. Chinesisch ist ja keine besonders schönklingende Sprache (außer vielleicht im Theater), aber auf diese schrillen Schreie, diese Wortlawine, die sich nun über den Anführer der Polizeitruppe ergießt, war niemand vorbereitet. Als Frau Hé nach etwa 3 Minuten die Luft ausgeht, wagt niemand mehr zu widersprechen; wortlos kriegen wir alle schnell unsere Stempel, werden durch die Schleuse komplimentiert und sind wenige Minuten später im Flieger.

Noch einige Blicke auf die Wunderlandschaft, die Zuckerhüte stehen bis zum Horizont in den Schachbrettern der Wasserreisfelder und der Li-Fluß schlängelt sich malerisch durch, und wir sind auf dem Weg zur vorletzten Etappe der China-Reise.

Gulmargh

1987 : Die Reise nach Gulmargh ist für Europäer, insbesondere aus den Alpenländern, nur bedingt zu empfehlen.
Ob sich der Aufwand der Reise lohnt, um eine an Salzburg erinnernde Gegend zu erleben, muß jeder selbst entscheiden. Viel eindrucksvoller als die große Wiese Gulmargh ist die Anreise durch ein Gebirgstal. Auch hier im ganzen Talgrund Terrassenfelder mit Wasserreis, die Mauern, die die Ränder der Terrassen schützen, aus großen Kieselsteinen aufgeschichtet. Zwischen den Feldern ein weitgehend unregulierter Wildbach, von dessen Ufern immer wieder Kanäle abzweigen, die in die Felder führen. Zehn Kilometer vor dem Ziel müssen wir den Bus wechseln, denn der Linienbus, der die letzten Kehren vor Tonamargh schon im ersten Gang hinaufwimmerte, könnte die engen Kehren der Gebirgsstraße nach Gulmargh nicht bezwingen. Mit einem Minibus fahren wir durch einen beeindruckenden Fichtenwald bergan. Immer wieder sehen wir holzsammelnde Frauen zwischen den Bäumen. Obwohl sie kein Holz schlagen dürfen, sind sie stundenweit gegangen, um dann doch eine Traglast Fallholz zu erwischen.

Gulmargh besteht aus drei Teilen : dem höchstgelegenen Grasgolfplatz der Welt, dem einzigen indischen Wintersportgebiet, das sogar einige kleine Schilifte aufweisen kann und den zugehörigen Servicebetrieben. Neben Bretterbuden, wo es Masala Dosa, Kaffee, Limca und andere Erfrischungen gibt, gibt es Winterbekleidungsvermietungen, die vom Wollhauberl über Pullover und Wintermäntel bis zum "Snow Shoe" alles bieten können (siehe Bild).

Der berühmte Blick nach Norden, zum Nanga Parbat, ist von Dunst und Wolken versperrt. Axel versucht, den Nebel durch die Rezitation heiliger Silben zu verscheuchen, der Erfolg bleibt ihm leider versagt. Immerhin ist der Berg gut 400 km entfernt.

Im Verlauf der Teepause, mit der wir uns die Wartezeit auf den Bus zurück vertreiben, können wir einige seltsame Pilger beobachten. Wahrscheinlich sind sie wie so viele zur heiligen Höhle Shivas in Amarnath unterwegs. Malerisch in rote und orange Tücher gehüllt, die Köpfe rasiert, klettern sie in ein modernes Geländeauto, das mit einer Swastika-Fahne und der heiligen Silbe OM dekoriert ist. Offenbar reiche Leute, die sich für eine Pilgerfahrt in den Habitus des Besitzlosen warfen.

Gülsehir

heißt auf türkisch Rosenstadt. Etwa 20 km nördlich von Nevsehir, nicht weit davon das Aciksaray. Fast am Stadtrand liegt die doppelte Johanneskirche und angeblich eine weitere unterirdische Stadt, wie es sie in Kappadokien viele gibt, nicht nur in Derinkuyu.

Die im Reiseführer erwähnte Johanneskirche ist verschlossen, also fahren wir weiter in die Stadt und schlendern über den Markt. Wie überall werden wir von einigen Menschen angesprochen- überraschend viele sprechen Deutsch - und treffen so den Herrn Prost (Serefe), der die Johanneskirche bewacht und und verspricht, die Kirche in einer halben Stunde aufzusperren.

Tut er auch, zeigt uns alles, die vandalisierten und zerbröckelten Innenräume der Kapellen, die Wohnräume, die durch einen Wurmgang (mit Mühlstein zu verschließen) erreichbar sind, und lädt uns auf einen Tee in seinem Wächterhäuschen ein.

Dort wird er dann von einem Bekannten, Bahtiar Diler, einem Teppichexperten aus Avanos, besucht; aber das ist eine andere Geschichte.

GUM

ist die Abkürzung von Gosudarstwennij Universalnij Magasin, also Staatliches Universalkaufkaus, einst der Stolz der sowjetischen Wirtschaft. In diesem planwirtschaftlichen Konsumtempel, der mit seinen jugendstilangehauchten Arkaden, seinen Glaskuppeln, Brücken und Verkaufsständen Versorgung simulierte, können die Moskauer Werktätigen versuchen, sich mit dem einzudecken, was ihre Vordenker und Führer ihnen bereitstellen. Viel ist es nicht, vor allem kunstvoll aufgeführte Bauten aus Konservendosen und einige unerschwingliche Geräte veralteter Unterhaltungselektronik aus eigener Produktion.

Vor allem die Rituale des Einkaufens, die Spiele mit mehrmaligem Anstellen - um einen Bon, der vor der Ware zu bezahlen ist, dann um die Ware selbst, dann wieder, um den Kauf endgültig abzuschließen - waren eine erstaunliche Lektion in Planwirtschaft.

Die Bonzen, die das alles ausheckten, brauchen sich damit nie anzupatzen - die kaufen in Devisenläden oder in den Supermärkten des KGB ein.

Gummischuh, Plastikschuh

ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Gebrauchsgegenstand vor allem in der sogenannten Dritten Welt. Die seinerzeit angefertigten Sandalen mit einer Sohle aus alten Autoreifen ist eindeutig auf dem Rückzug. Heute gibts auf den Märkten und in den Basaren eine ungeheure Auswahl von den einfachen Gummischlapfen mit Zehenmörderriemen über badeschlapfenartigen Sandalen in allen Leuchtfarben bis zu den eleganten Modellen in Schwarz mit schottisch gelochter Kappe - alles aus einem Stück gespritzt und so gut wie unverwüstlich.

Das sollte eigentlich zu einem Forschungprojekt der Ethnologie gemacht werden.

Gunung Agung

ist für die Balinesen, was der Olymp für die alten Griechen war. Er wird auch "Nabel der Welt" genannt. Der fast immer in Wolken gehüllt Vulkan, dem Bali seine fruchtbaren Böden verdankt, überragt den Muttertempel Besakih, der beim letzten Ausbruch 1963 nur um Haaresbreite von den Lavaströmen verschont wurde. Da der Ausbruch mit dem höchsten Fest der Insel, Eka Dasa Rudra, das nur alle 300 Jahre gefeiert wird, zusammenfiel, maß man dem Ereignis übernatürliche Bedeutung zu. Einige Priester sprangen damals in die Lavaströme, weil sie - offenbar richtig - vermuteten, ihr Opfer würde die Götter versöhnen. 1.600 Menschen verloren damals ihr Leben, 86.000 ihre Heimstätten, weite Teile der Insel wurden mit Vulkanasche überstäubt. Die Lavaströme kann man heute noch auf der Ostseite der Insel, nördlich von Klungkung sehen.

Gunung Batur

der Kegel des alten Vulkans Batur liegt im Zentrum der Caldera, die man von Penelokan überblicken kann. So friedlich der Vulkan auch aussieht, er bricht immer wieder aus.
Zu seinen Füßen, am Ufer des gleichnamigen Sees liegt der Ort
Air Panas.

Gunung Kawí 1

ist ein Pilgerort, der 40 km von Malang in Java liegt. In diese Gegend kamen wir nicht.

Gunung Kawí 2

heißt ein kleines Tal im balinesischen Bezirk Gianyar, in dem die aus dem 1. Jahrhundert stammenden Gräber des Königspaares Udayana und Mahendratta und ihrer Familie zu finden sind. Im ostjavanischen Stil, eng verwandt mit südindischen Felsendenkmälern, sind Candis und Meditationshöhlen aus den steilen Felswänden des Tales gemeißelt. Legenden erzählen, daß die Felsbilder von einem Ungeheuer in einer einzigen Nacht mit den Fingernägeln aus dem Stein gekratzt wurden. Heute liegen die Denkmäler - das ganze kleine Tal gilt als heiliger Ort, an dem man eine Tempelschärpe tragen muß - inmitten von Reisfeldern und Kokoshainen, überragt von steilen Felswänden, deren Farnbewuchs vom tropfenden Wasser genährt wird.

Bali ist reich an eindrucksvollen Landschaften. An Gunung Kawí sollte niemand vorbeifahren.

Gunung Lawu

heißt der Vulkan, der östlich von Solo liegt. Auf unserer Fahrt ostwärts überquerten wir diesen erloschenen Vulkan über Tawangmanggu und Sarangan nach Madiun. Die Straße von Tawangmanggu nach Sarangan geht brutal, fast senkrecht die Steigung der Vulkanhänge hinauf und hinunter. Unterhalb eines der vielen Kraterränder, die den zentralen Kegel des Lawu umgeben, fahren wir durch den fast unberührten Regenwald, der noch große Teile des Bergmassivs bedeckt. In den Führern steht, daß hier ein Nationalpark vorgeschlagen, aber doch noch nicht verwirklicht ist. Man kann nur inständig hoffen, daß dieser Wald erhalten bleibt, riesige Bäume, die Äste mit dicken Büscheln von Orchideen und Farnen bewachsen, meterhohe Baumfarne, dazwischen Kiefern.

Als wir am nächsten Tag einen der Colt-Jockeys mit 3.000 Rp überreden können, uns ein Stück den Berg hinaufzufahren, wandern wir eine gute Viertelstunde in den Wald hinein. Natürlich auf einem Weg; das Unterholz ist so dicht und verfilzt, daß man kaum ohne Verletzungen durchkäme. Obwohl ein kalter Regenwald, der vom Steigungsregen des Monsoon gegossen wird, überbordende Vegetation. Farne in allen Größen und Formen, Orchideen, die rund um die Äste der Laubbäume wachsen, nie auf Kiefern, Baumfarne, deren Wedel sich über den Weg senken, feuchte kühle Luft und ein schwerer Duft nach Humus.

Gurung

Mit Vornamen Chandra hieß unser Guide in Nepal, der unser Trekking begleitete. Ein gedrungener 25-jähriger, der allein den Annapurna-Circuit schon an die 20 mal durchwanderte.
Zeitweilig war ihm extrem fad, er konnte es einfach nicht verbergen; naja, flachländische Plattfußindianer gehen halt langsam.

Güstrow

Sommer 1991 : Kein Mensch würde Güstrow (in Mecklenburg-Vorpommern) besuchen, wäre dort nicht das Barlach-Museum. Im konservierten Studion des einstmals berühmten Bildhauers sind einige seiner Werke, Gipsmodelle und Zeichnungen zu sehen.

Gwalior

1986 : Der sagenhafte Gründer der Stadtfestung wurde von einem Eremiten, der auf dem Tafelberg lebte, durch einen Trunk heiligen Wassers von der Lepra geheilt. Die Prophezeiung, sein Geschlecht werde an der Macht bleiben, so lange sie sich PAL nennen würde, hielt angeblich 83 Nachkommen lang. Erst der 84. nannte sich Tej Karan und schon war es vorbei...

Die Festung Gwalior überstand all diese Stürme, war sie doch gefragter Stützpunkt oder Fluchtburg für Banditen oder Aufständische aller Art. Von der großen Ära der Moghuln bis hin zur britischen Kolonialzeit war die Burg immer wieder Mittelpunkt von Aufständen. Dieser Stil färbte offenbar auf die Umgebung ab; bis vor gar nicht so langer Zeit war die Umgebung Gwaliors berüchtigt für Banditen, die sogar Züge auf offener Strecke aufhielten. Uns stellte sich die zweistündige Bahnfahrt von Agra nur problemlos und pünktlich dar.

Westwerk der Festung Gwalior


Die Scooter-Fahrer weigern sich standhaft, unsere Richtungsangaben zur Kenntnis zu nehmen. Nach zweimaligem Nachfragen, Diskussionen mit Kollegen und ungläubigem Betrachten unseres Stadtplanes können wir sie doch überzeugen. Völlig verblüfft sind sie erst, als wir wie gewünscht, beim nordöstlichen Aufgang zur Burg landen. Christl und Willi haben wir unterwegs verloren, wir können nur hoffen, daß sie beim anderen Aufgang landen und wir uns oben treffen werden. Die steile Straße, die zur 1486 bis 1516 erbauten Burg Man Singhs führt, wird von fünf Toren gesichert. Das sechste ist die Eingangspforte in die Burg, das Alamgir Gate, das 1660 in die Festungsmauer eingefügt wurde. Zwischen den mächtigen Türmen der Mauer, die sich über dem Abhang des Tafelberges erhebt, verschwindet das Tor fast. Die Linienführung der Palastgebäude ist völlig anders als bei den muslimisch beeinflußten Bauten, die wir bisher sehen konnten. Rundlicher, mit figürlichen Dekorationen, erdverbundener und nicht so luftig wie viele der Moghulbauten. Innen ist der Palast ein Labyrinth von gewundenen, finsteren Gängen, blinden Galerien - wohl für Musiker und Haremsdamen - und düsteren Empfangshallen, in denen nur noch Fledermäuse hausen.

Die Burg ist nur noch totes Mauerwerk, schleppend restauriert, den Tafelberg entlangwandernd sehen wir noch zwei kleine Tempel, deren Figurenschmuck irgendwann demoliert wurde (wohl von Muslims, denen die götzendienerischen Abbildungen ein Greuel waren), ein Militärlager und die zivilen Einrichtungen, die jedes Militär nach sich zieht. Hier, neben dem Sportplatz, treffen wir auch Christl und Willi wieder, die von der anderen Seite kommen.

An der Südwestseite des Berges, entlang der Straße wurden im 15. Jahrhundert Andachtsstätten der Jains in den Fels des Berges geschlagen. Obwohl die Skulpturen aus dem 15. Jahrhundert stammen, wirken sie wie aus grauer Vorzeit. Die archetypischen Skulpturen der Jain-Heiligen, die samt umgebender Tempelarchitektur aus dem gewachsenen Fels geschlagen wurden, lächeln zeitlos und weltentrückt vor sich hin.

Ein imposantes Festungstor, das die Straße auf den Burgberg sicherte, durchschreitend erreichen wir die Außenbezirke Gwaliors. Da sich langsam Hunger zu melden beginnt, wandern wir in Richtung Kwality-Restaurant, das im Reiseführer verzeichnet ist. Durch eine seltsame Mischung aus Dorf und Stadt. Einmal mehr erleben wir die Tatsache, daß gut 80 % der indischen Bevölkerung in dörflichem Milieu leben. Eine Frau mit ihren Kindern im abendlichen Gegenlicht an einem Brunnen, die Gleise einer Schmalspurbahn im Sonnenlicht, die üblichen Schutthalden, unzählige Läden, Gemüsestandeln. Viele Menschen sehen uns neugierig nach - hierher dürften sich nicht viele Touristen verirren.

Gyamtsa

1987 : Norberts Erkundigungen nach einem kurzen Treck in der Umgebung Lehs führten uns in eines der Miniaturreisebüros, die Trecks und Tickets verkaufen. Unter anderem meinte der Mann im Trekking-Office, daß eine Wanderung über die Berge zum Kloster Phiyang, ein oder zwei Täler nach Westen ein netter Tagesausflug sein könnte. Irgendwo oberhalb Lehs würde der Weg nach links in die Berge führen, und dann sei ohnehin alles klar zu erkennen.

Nördlich der alten Königsburg, wo die Getreide- und Kartoffelfelder schon sichtbar Neubauten wie einer Schule und Guesthouses weichen müssen, folgen wir einer staubigen Straße, bis wir das Dorf Gompa erreichen. Witzigerweise ist Gompa eines der wenigen Dörfer in Ladakh, die keine Gompa haben! Wie in allen Dörfern sind auch hier die Bauernhäuser festungsartig abweisend gebaut, mit dicken und nach oben konisch verlaufenden Mauern aus Bruchsteinen mit winzigen Fenstern mit rot gestrichenen Rahmen. Wo immer freier Raum zwischen Häusern und Feldeinfassung bleibt, sind Obstbäume, meist Marillen, gepflanzt.

Wir folgen nun dem Lauf des kleinen Baches, an terrassierten Gemüsefeldern entlang, die bald in einen almartigen Talgrund übergehen. Entlang der Bäche und Bewässerungskanäle wachsen Pappeln und Weiden, das einzige Bau- und Brennholz, das nicht importiert werden muß. Und überall kleine Haine mit Marillenbäumen. Die Früchte sind zwar viel kleiner als bei uns zu Hause, doch das tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Die Wiesen sind offenbar eine Sommerweide, denn überall sind Gruppen von Eseln und Mulis zu erkennen, die sich hier von ihren Einsätzen als Lastenschlepper für Einheimische, Touristen und die Indische Armee erholen dürfen. Der Rasen ist abgeknabbert wie ein Golfplatz, der Bach fließt in Hunderten Wasserfäden mitten durch die Wiese, einer der ganz seltenen nassen Plätze in diesem wüstenartigen Land. Hier im Talgrund eine friedliche Landschaft, riesige weiße Felsblöcke liegen in den grünen Wiesen, Esel wälzen sich verspielt im Sand am Bachufer. Sonne, Bachgemurmel, fernes Eselgeschrei.

Im Talgrund einige niedrige Steinhütten, offenbar Unterkunft für die Hirten und vielleicht auch Aufbewahrungsort für Stroh oder Heu. Einige kleine Buben und Mädchen streifen auf den Wiesen herum, treiben eine der Eselherden von einer Stelle an die andere. Unsere Fragen nach dem Weg nach Phiyang verstehen sie leider nicht; wie alle Kinder wollen sie eine "Pen". Haben wir leider nicht, aber sie freuen sich über die Zuckerln, die wir austeilen.

Der Weg, dem wir bisher folgten, schlängelt sich weiter ins Tal hinein, die Richtung zeigt aber eher nach Norden und nicht nach Westen, wo Phiyang liegt. Ein Bauer, der mit einer Ladung Heu talwärts unterwegs ist, versteht die Frage nach dem Weg etwas besser, kann aber leider zu wenig Englisch, um uns Näheres zu erklären. Die sprachlichen Fragmente und Gesten weisen uns auf einen kleinen Paß hin, der westlich von der Alm wegführt. Naja, ein Anfang ist gemacht; wir kehren um.

Vier der Hüterbuben, die offenbar hier leben, um auf das Vieh aufzupassen, fassen Mut und wollen eine "Pen". Zuckerl ist auch gut, aber ihre Begeisterung sprengt alle Grenzen, als sie ihre Stimmen über die Kopfhörer meines Recorders hören. Unermüdlich singen sie ein Lied nach dem anderen aus ihrem Repertoire und sind ganz untröstlich, als wir weitergehen und nicht mehr zuhören wollen.

Wie wir später von einem der Söhne unseren Gastgebers erfahren, ist das nach hiesigen Begriffen noch gar keine richtige Alm; wir waren nur auf einer der leicht zugänglichen Weiden für die Esel und Maultiere, die im unwegsamen Gelände als Lasttiere eingesetzt werden. Die Hochalmen, auf denen die Yaks weiden, sind an die fünf oder sechs Stunden Weg weiter oben. Die Zeitangaben sind wohl mit ladakhischem Augenmaß berechnet - für uns Flachländer sind da noch einige Stunden mehr zu rechnen.

Den Weg über die Berge zum Kloster Phiyang, der hier irgendwo nach links abzweigen soll, konnte uns letzten Endes niemand erklären. Entweder waren die Sprachschwierigkeiten zu groß oder die Schilderungen von so eindrucksvoller Einfachheit, daß wir uns blenden ließen. Tage später werden wir herausfinden, daß wir alle Informationen, die wir über diesen Wanderweg erhielten, mit sehr viel mehr Zurückhaltung betrachten hätten sollen. Nach Überwindung des kleinen Passes landeten wir in der Umgebung eines der vielen Armee-Camps, umgeben von unwegsamen Bergen. Seltsamerweise waren in dieser unwirtlichen Gegend einige Hirten mit buchstäblich hunderten von Ziegen und Schafen unterwegs. Bei näherer Betrachtung konnten wir neben und unter den Steinen, die den Talgrund ausfüllen, grüne Hälmchen erkennen. Wie das die vielen weidenden Tiere ernähren können soll, ist mir bis heute ein Rätsel geblieben.

Schließlich erreichten wir Phiyang doch noch. Per Bus, wie das anständige Touristen auch sollten.

wer mehr sehen & lesen will, muß sich die CD beschaffen